Inhaltsverzeichnis
1. Erkenntnisinteresse 3
2. Methodenwahl. 5
3. Literaturbeiträge zur „neuen Mütterlichkeit“ 6
3.1. Mutterschaft im Wandel der Zeit. 7
3.2. Die neue Mütterlichkeit im 21. Jahrhundert 9
4. Zur Serie „Gilmore Girls“ 11
4.1. Zentrale Charaktere und Rollenbilder 11
4.2. Kaffee, Kerle, coole Sprüche - Online-Umfrage zu den „Gilmore Girls“ 12
5. Untersuchungsdesign 14
5.1. Beispielszene der „Gilmore Girls“ 20
6. Die Gruppendiskussion 21
6.1. Interviewsituation und Beobachtungsprotokoll 21
6.2. Thematischer Verlauf mit Zeitangabe 24
6.3. Auswahl der Analyseeinheiten. 27
6.4. Transkription 28
6.5. Formulierende Interpretation. 40
6.6. Reflektierende Interpretation. 46
7. Weitere Vorgehensweise. 51
8. Literatur. 51
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1. Erkenntnisinteresse
NEU
Die Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. In der Postmoderne hat sich das Verständnis der Geschlechter und damit auch das Bild der Mutter und der Mütterlichkeit verändert. Wirklich interessant wird diese Frage dann, wenn man sie im kommunikationswissenschaftlichen Kontext untersucht, denn die Medien sind mittlerweile in jeden unserer Lebensbereiche eingedrungen. Prominente Mütter und Darstellerinnen in unterschiedlichen Me-dienformaten ebneten schon früh den Weg zur „neuen Mütterlichkeit“. Da die Medien aber nicht ein Abbild der Realität, sondern lediglich ein Konstrukt von Realität darstellen, muss vor allem auch das Konzept des Konstruktivismus miteinbezogen werden. Durch die ständige Thematisierung des Außergewöhnliche, fließt die Wirklichkeit nur selten in die Produktion ein (Fabits 2003, S. 143).
Was also gilt als „normal“, ist im realen Leben ebenso vorstellbar und welche Rollenbilder haben Medienmacher konstruiert? Um diese Fragen zu beantworten, bedarf es der Untersuchung eines Beispiels. Im Rahmen dieser Arbeit ist dies die US-Serie „Gilmore Girls“, in der die Beziehung zwischen einer alleinerziehenden Mutter und deren Tochter im Mittelpunkt steht. Dadurch entstand auch der Entschluss, die Forschungsarbeit auf Mutter-Tochter-Beziehungen (insbesondere im Falle von alleinerziehenden Müttern) zu beschränken.
Innerhalb dieser Arbeit soll geklärt werden, ob neue Formen der Mutter-Tochter-Beziehung, wie sie in den Medien dargestellt werden, tatsächlich in der Realität stattfinden. Wie hat sich die moderne Mutter zu verhalten? Welchen Rollenbildern sind Mütter unterworfen und handeln sie danach? Diese Überlegungen führen bis in die konstruktivistische Genderforschung und haben zu folgenden Fragestellungen geführt:
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1. Wie wird Mütterlichkeit in den Medien dargestellt?
2. Wie wird Mütterlichkeit insbesondere in der Serie „Gilmore Girls“ darge-
stellt ?
3. Wie hat sich das Mutterbild bis zur Postmoderne gewandelt?
4. Wie wird dieses Bild der Mütterlichkeit rezipiert?
5. Welche Grenzen können zur Realität/Normalität gezogen werden?
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2. Methodenwahl
Zur Klärung der aufgestellten Fragestellungen bedarf es einer Gegenüberstellung der medialen Konstrukte und der realen Lebensweisen. Durch die Omnipräsenz der Medien beziehen wir Informationen zu einem wesentlichen Anteil aus Sekundärerfahrungen. Die Massenmedien spiegeln jedoch nicht die Realität wieder, sondern verzerrren diese und produzieren darüber hinaus neue Wirklichkeiten.
Durch die soziale Funktion bzw. Sozialisierungsfunktion vermitteln Medien Werte, Normen und Verhaltens weisen. Das heißt, Medien haben eine bestimmte Orientierungsfunktion und deren Inhalte wirken sowohl affektiv als auch kognitiv auf die Rezipienten ein. Dadurch können Einstellungen, Werte und Verhaltensweisen vermittelt, aber auch beeinflusst und verändert werden. Inwieweit die Macht der Medien die Gesellschaft mitsteuert, kann also nur ermittelt werden, indem Rezipienten ihre Primärerfahrungen mit den konstruierten Sekundärerfahrungen vergleichen und die Grenzen zur Normalität bzw. Realität ziehen.
Das Gruppendiskussionsverfahren ist hier das geeignete Untersuchungsdesign, weil es hier eben nicht um Einzelmeinungen und -erfahrungen sondern um Gruppenmeinungen, als „das Produkt kollektiver Interaktionen“ (Mangold 1960, S.49 zit. nach Bohnsack 2000, S. 370) geht. Diese Gruppenmeinungen werden in der Diskussion nicht produziert, sondern reproduziert und aktualisiert und so kann eine Realgruppe ihre Wirklichkeit repräsentieren. Dadurch werden Orientierungs muster erkennbar und dies ermöglicht wiederum den Einfluss der Medien auf Handlungspraktiken und Orientierungsstrukturen nachzuweisen und voneinander abzugrenzen. Ausschlaggebend für das Zustandekommen kollektiver Orientierungsmuster sind Gemeinsamkeiten innerhalb der Gruppe, etwa in Bezug auf biografisches Erleben oder die Sozialisationsgeschichte. Es muss also ein „kollektiver Erfahrungsraum“ (Bohnsack 2000, S.375) vorhanden sein, der durch die gemeinsame Zugehörigkeit zu Gruppen, Kollektiven oder Milieus entstehen kann (vgl. Bohnsack 2000, S. 370ff.).
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3. Literaturbeiträge zur „neuen Mütterlichkeit“
In unserer postmodernen Gesellschaft ist eine der primären Identitätsfaktoren das Geschlecht. Die beiden Stereotype Weiblichkeit und Männlichkeit sind mit eindeutigen, polaren Eigenschaften besetzt. Eine Eigenschaft davon ist die Mütterlichkeit, die laut CHODOROW (1994, S.17 zit. nach Fabsits 2003, S.54) auf-grund des sozialen Konstrukts Frau, auf diese beschränkt. Mutterschaft bedingt die Gebärfähigkeit und der Begriff beinhaltet kulturelle Zuschreibungen wie weibliche Emotionalität. Der Begriff Mütterlichkeit bedeutet also viel mehr also nur „Mutter sein“.
An dieser Stelle muss allerdings festgehalten werden, dass sich der Typus „Mutter“ in dieser Arbeit ausschließlich auf den westlichen Kulturkreis, also auf die weiße, europäische oder nordamerikanische Mittelschicht bezieht.
Stereotype werden im Laufe der Sozialisation als kognitive Wissensbestände erworben. Dies geschieht zum Beispiel auch über Medien, wie etwa Fernsehsendungen. Die Stereotype der Mutter und Mütterlichkeit sind also ein soziokulturelles Konstrukt. Die Cultural Studies beschäftigen sich mit diesem Phänomen, um vor allem das Wechselverhältnis zwischen Medien und soziokulturellen Prozessen zu untersuchen. Kultur meint dabei „ein Feld von diskursiven und in Praktiken verankerten Bedeutungsproduktionen (…) wobei die Medien als Dispositive betrachtet werden, denen eine besondere Bedeutung zukommt für die Art und Weise, wie Subjekte sich selbst und ihre Welt verstehen.“ (Dorer/Geiger 2002, S.309)
Dies führt uns zum Begriff der Identität, der sich aus drei Unterformen, nämlich der subjektiven, operativen und zugeschriebenen Identität, zusammensetzt. Die Identitätsfindung besteht aus verschiedenen Teilidentitäten und beginnt bereits in der Pubertät, ist aber letztendlich ein lebenslanger Prozess, der sich je nach Lebenslage ändert.
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Das heißt natürlich auch, dass sich mehrere Identitäten überschneiden und sich sogar widersprüchlich sein können. Identität wird also durch „historisch und sozial konstituierte Formen des Selbst und der Selbstwahrnehmung“ (Dorer 2002, S.69) konstruiert und wird von Dorer (2002, S. 69) als „Patchwork unterschiedlicher Identiäten“ bezeichnet. Als thematisch passendes Beispiel kann hier etwa die Widersprüchlichkeit der Identität als liebende Mutter und gleichzeitig taffer Geschäftsfrau angeführt werden.
3.1. Mutterschaft im Wandel der Zeit
Die heutige Mutterrolle ist historisch und soziokulturell geprägt. Im Mittelalter war die Geburt eine Notwendigkeit zur Arterhaltung und die Beziehung zwischen Mutter und Kind war kaum von Liebe und Fürsorge geprägt. „Statt Erziehung im heutigen Sinn gab es moralische Anleitung, Einübung in Gottesfurcht, Gehorsam und Tugend.“ (Beck-Gernsheim 1997 zit. nach Fabsits 2003). Ab dem 16. Jahrhundert hingen Mutterschaft und Christentum eng miteinander zusammen. Die Gottesmutter Maria galt als Inbegriff für die „geistige Mutterschaft“. Durch die Aufklärung im 18. Jahrhundert kam es zum Wandel. Es wurde die Erziehung der guten Mutter propagiert, was den Zwang zur Hausfrau bedingte. Die Frau wurde als biologische Macht gesehen, da sie die körperlichen Voraussetzungen zur Schwangerschaft und Geburt von Natur aus mitbringt. Später ging es vermehrt um die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Es bestand die Auffassung, dass diese durch das Entstehen im Mutterleib besonders eng sei und mit dem Mutterinstinkt bekräftigt. Ab Mitte des 20. Jahr-hunderts werden vor allem die Begriffe Mutterliebe, Emotionalität und Fürsorge mit Mutterschaft verbunden (vgl. Fabsits 2003, S. ?).
3.1.1. Mütterlichkeit im feministischen Kontext
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gab es erste Forderungen seitens der feministischen Bewegung hinsichtlich der Mutterschaft. Damals ging es um eine bessere Absicherung von ledigen Müttern. Der Diskurs um die Mutterschaft
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wurde daraufhin vor allem von bürgerlichen Feministinnen fortgesetzt, die die Anerkennung der Mütterlichkeit als „wertvollen, weiblichen Kulturbeitrag“ (Schenk 2001 zit. nach Fabits 2003) forderten. Außerdem kämpften sie schon damals für die Aufhebung der Ausschließlichkeit der Berufstätigkeit und Mutterschaft. Während der NS-Diktatur Hitlers herrschte bekanntlich ein wahnsinniger Mutterkult, wobei die deutsche Frau als Produzentin arischer Kinder gesehen wurde. Anfang der 1970er Jahre distanzierten sich Feministinnen erstmals von der Mutterrolle. „Frauen haben, genau wie Männer, das Recht auf Selbstbestimmung und Selbstentfaltung, nicht nur im Beruf, auch in der Sexualität - und zwar ohne dass dies zwangsläufig zur Schwangerschaft und Mutterschaft führen muss!“ (Schenk 2001 zit. nach Fabits 2003) Etwa auch zu dieser Zeit macht sich Simone de Beauvoir für empfängnisverhütende Mittel und die Legalisierung der Abtreibung stark. Sie betont, dass Mutterschaft niemals eine Pflicht sein darf, sondern stets eine aktive Entscheidung der Frau selbst sein muss. Bereits Mitte der 70er Jahre gab es eine weitere Wende: Mütterlichkeit wurde nun als weibliche Stärke gesehen und die Geburt als bewusstes, natürliches Ereignis. In den 1980er Jahren wird die „neue Mütterlichkeit“ thematisiert, im Mittelpunkt steht das bewusste Erleben der Geburt ohne Schmerzmittel. Seitdem ist die feministische Forschung der Genderforschung weitgehend gewichen und auch die Debatten um Mütterlichkeit haben immens abgenommen (vgl. Fabsits 2003, S.?).
3.1.2. Mutterbilder
Geblieben sind unterschiedlichste Mutterbilder, die auf die geschichtliche Entwicklung zurückgehen und mit typischen Klischees belegt sind. Das traditionelle Mutterbild beispielsweise hatte seine Blütezeit in den 1950er und 1960er Jahren. Mütter sollen verheiratet und Hausfrauen sein. Noch heute wird das traditionelle Mutterideal von konservativen PolitikerInnen vertreten und von vielen Müttern verfolgt. Dies hat auch zur Folge, dass immer noch negative Einstellungen gegenüber berufstätigen Müttern oder Alleinerziehenden bestehen. Auch das Mutterbild der Madonna ist in anderen Bereichen der Erde noch weit
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verbreitet. Dabei werden Mütterlichkeit und Sexualität dichotomisiert. Als letztes Beispiel soll die „Supermutter“ genannt werden. Sie ist auch das Idealbild, das meist von den Medien verbreitet wird. Die Supermutter ist nicht nur eine perfekte Mutter, sondern hat auch sonst alle Lebensbereiche unter Kontrolle und verwirklicht sich nebenbei noch selbst. Sie ist erfolgreich im Beruf, begehrens wert und sexy, führt einen geordneten Haushalt und hat immer genügend Zeit für ihre geliebten Kinder. „Diese Mutter kann mit der einen Hand einen Kinderwagen schieben und mit der anderen die Aktentasche tragen. Sie ist immer gut frisiert, ihre Strumpfhosen haben nie Laufmaschen, ihr Kostüm ist stets frei von Knitterfalten und ihr Heim ist natürlich blitzsauber. Ihre Kinder sind makellos: Sie haben gute Manieren, sind aber nicht passiv, sondern putzmunter und strotzen vor Selbstbewusstsein.“ (Hays 1998 zit. nach Textor 2006). In der Realität sieht es jedoch ganz anders aus, Mehrfachbelastung, Stress und Überforderung sind die Konsequenzen. Viele Mütter bekommen auch ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich mit diesen konstruierten Supermamas nicht messen können. In den letzten Jahren war allerdings ein Trend zu beobachten: Frauen entscheiden sich bewusst für ein Kind und ziehen sich dafür aus der Berufstätigkeit zurück, nicht aber um das traditionelle Mutterbild zu erfüllen, sondern um die Mutterschaft zu genießen und sich der drohenden Doppelbelastung zu entziehen. Hier spricht man auch von der „neuen Mütterlichkeit“, wobei Individualisierung und Selbstverwirklichung im Mittelpunkt stehen (vgl. ???).
3.2. Die neue Mütterlichkeit im 21. Jahrhundert
Eine steigende Zahl von Müttern verfügt heute über eine wissenschaftliche Ausbildung und bietet somit Orientierung für die breite Masse der Mütter. Diese orientiert sich zunehmend an pädagogisch wertvoll erachteten Erziehungsmaßnahmen. In diesem Zusammenhang kann man auch von der Tendenz zur Semiprofessionalisierung der Mutterarbeit sprechen. Semiprofessionalität deswegen, weil es nicht möglich ist, allgemein definierbare Standards aufzustellen (vgl. Pasquale 1998/2004). Somit avancieren Mütter zu Expertinnen für Kindheit. „Sie qualifizieren sich für die - angesichts des beschleunigten gesellschaft-
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lichen Wandels unabdingbar gewordene - Vermittlungsfunktion zwischen dem Kind und der modernen Lebenswelt. Mutterschaft heute ist damit ein Beispiel für tendenziell qualitativ hochwertige Arbeit ohne Gegenleistung“. (Pasquale 2004) Erziehungsarbeit hat sich also zum modernen Kindheitsmanagement mit Tendenz zu Verwissenschaftlichung und Reflexivität, Individualisierung und Vergesellschaftung von Kindheit gewandelt (vgl. Pasquale 2004). Die neuen Mütter sehen ihr Kind schon sehr früh als Kooperationspartner an und lassen sich auf den Prozess des wechselseitigen Lernens ein. Damit haben Kinder die Möglichkeit in einem „Verhandlungshaushalt“ (du Bois Reymond 1994 zit. nach Pasquale 2004) aufzuwachsen. Dies könnte auch ein Grund sein, warum das Alter bei Verlassen des Elternhauses stetig steigt.
3.2.1. Alleinerziehende Mütter
Die Tendenz der allein erziehenden Mutter ist steigend. Das mag aufgrund der etwa 50-prozentigen derzeitigen Scheidungsrate nicht verwundern. Obwohl auch die Anzahl der allein erziehenden Väter steigt, sind noch immer überwiegend Frauen vom Schicksal der Single-Parents-Familie (vgl. Hammer 2002) betroffen. Erschwerend wirkt hier das gesellschaftliche Geschlechterverhältnis. Die soziale Lage für allein erziehende Mütter und die Doppelbelastung als Mutter und berufstätige Frau ist weitaus schwieriger zu bewältigen als für Männer. Finanzielle Probleme und zeitliche Schwierigkeiten mit der Kinderbetreuung sind keine Seltenheit. Allerdings muss gesagt werden, dass es auch viele zufriedene und glückliche Alleinerzieher-Familien gibt, das Organisationstalent aber wesentlich ausgeprägter und die Umstände dementsprechend vorhanden sein müssen (zum Beispiel unterstützende Eltern). Durch die Zunahme an Lebens- und Familienformen hat auch die so genannte „Ein-Eltern-Familie“ an Akzeptanz gewonnen. Dennoch ist noch sehr viel Aufklärungsarbeit erforderlich.
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4. Zur Serie „Gilmore Girls“
Die seit 2000 ausgestrahlte US-Serie „Gilmore Girls“ spielt in einer idyllischen Kleinstadt namens Stars Hollow. Hier leben auch die zwei Hauptdarstellerinnen. Dabei handelt es sich um die alleinerziehende Mutter Lorelai Gilmore (gespielt von Lauren Graham) und deren Tochter Rory Gilmore (gespielt von Alexis Bledel). Die Serie lebt vor allem von ihren schnellen und ironischen Dialogen, die überwiegend von den beiden Hauptdarstellerinnen eindrucksvoll „herausgeschossen“ werden. Die Beziehung der beiden „Gilmore Girls“ wird als freundschaftlich dargestellt, manchmal übernimmt sogar die Tochter Rory die Mutterrolle und umgekehrt (vgl. www.gilmoregirls.de).
4.1. Zentrale Charaktere und Rollenbilder
4.1.1. Lorelai Gilmore
Lorelai ist alleinerziehend und hat ihre Tochter Rory schon im Alter von 16 Jahren bekommen. Sie lebt in einer Kleinstadt in Connecticut, wo jeder jeden kennt. Zu Beginn der Serie ist sie 32 Jahre alt und wohnt mit ihrer Tochter in einem Haus. Lorelai ist außerdem Hotelmanagerin und in ihrer Freizeit trinkt sie am liebsten Kaffee in ihrem Stammlokal. Sie ist flippig und chaotisch, weiß aber was sie will. Das Verhältnis zu ihrer Tochter ist eher wie das zu einer Freundin, wobei hin und wieder die Autoritätsrolle getauscht wird. Lorelai ist eine selbstständige, schlagfertige, junge und selbstbewusste Frau. Zum Kindesvater hat sie mäßigen Kontakt, weil die Beziehung eher schwierig ist und auch sonst scheint Lorelais Gefühlsleben in Bezug auf Männer chaotisch zu sein. Die Beziehung zu ihrer eigenen Mutter ist problematisch und etwas distanziert. Mit der frühen Schwangerschaft wurde Lorelai zum „schwarzen Schaf“ der Familie und auch sonst gibt es einige Meinungsverschiedenheiten, vor allem was Lorelais lockere Lebensphilosopie angeht. Man kann sagen, dass die 32-jährige noch immer gegen ihre spießigen, konservativen Eltern rebelliert und das nicht selten mit Hilfe ihrer Tochter Rory (vgl. www.gilmoregirls.de).
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Arbeit zitieren:
Bakk. Andrea Ludwig, P. Schaner, S. Schwarz, 2007, Die neue Mütterlichkeit in den Medien am Beispiel der Gilmore Girls, München, GRIN Verlag GmbH
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