Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
1 Einleitung 1
2 Grundlagen 2
3 Arten von Kreditderivaten 4
3.1 Credit Default Produkte 4
3.1.1 Credit Default Swaps 4
3.1.2 Credit Default Optionen 4
3.2 Credit Spread Produkte 5
3.2.1 Credit Spread Optionen 5
3.2.2 Weitere Credit Spread Produkte. 6
3.3 Total Rate of Return Swaps. 6
3.4 Credit Linked Notes 7
3.5 Basket Produkte 10
4 Zusammenfassung 11
5 Ausblick 12
Literaturverzeichnis. 13
Anhang 15
II
1 Einleitung
In Zeiten niedriger Kapitalmarktzinsen suchen Privatanleger Anlageformen, die einen höheren Ertrag bieten, deren Risikostruktur aber überschaubar bleibt. Kreditderivate - also Finanzinstrumente zur Übertragung von Kreditrisiken - haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Doch was versteckt sich hinter diesen oftmals exotisch klingenden Bezeichnungen, welche Investitionsmöglichkeiten bieten diese Finanzprodukte dem Investor? Und warum kann eine derartige Anlageform gerade auch für Privatanleger attraktiv sein?
Während der Handel mit Marktrisiken, wie z.B. Kurs- oder Währungsrisiken seit langem einen hohen Stellenwert im Risikomanagement der Banken einnimmt, hat sich der Markt für Kreditrisiken erst innerhalb der letzten zehn Jahre entwickelt. Mit der Entwicklung von Kreditderivaten hat sich für die Banken ein neues Instrument der Risikoabsicherung ergeben. Vor allem durch internationale Finanzkrisen wie in Asien oder Russland Ende der 90er Jahre wurde den Banken die große Bedeutung einer Kreditabsicherung verstärkt bewusst. 1 Gerade kleineren Banken bzw. regionalen Kreditinstituten, die aufgrund ihrer regionalen Konzentration oft nur unzureichend diversifizierte Kreditportfolios und kaum Zugang zu anderen Märkten haben, bieten Kreditderivate eine ausgezeichnete Möglichkeit, ihr Kreditrisikomanagement zu optimieren. 2
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich zunächst mit den verschiedenen Arten von Kreditderivaten sowie deren Funktionsweise. Es folgt eine kurze Zusammenfassung unter Einbeziehung kritischer Gesichtspunkte sowie ein Ausblick über eine mögliche Weiterentwicklung von Kreditderivaten.
1 Vgl. Landry/Radeke (1999), S. 529, 540.
2 Vgl. Heidorn (1999), S. 3, 10.
1
2 Grundlagen
Ein Kreditderivat ist ein Finanzkontrakt, mit dem das Kreditrisiko eines zugrunde liegenden Referenzaktivums (Basiswert/Referenzwert/Underlying/Reference Asset) wie z.B. Darlehen oder Anleihen, von diesem isoliert werden und auf andere Marktteilnehmer transferiert werden kann. 3 Grundlage ist ein Vertrag zwischen den beiden beteiligten Parteien, nämlich dem Sicherungsnehmer (Protection Buyer/Risikoverkäufer) und dem Sicherungsgeber (Protection Seller/Risikokäufer). Der Sicherungsnehmer überträgt das entsprechende Kreditrisiko gegen Zahlung einer Prämie auf den Sicherungsgeber. Der Sicherungsgeber übernimmt lediglich das Kreditrisiko, ohne das zugrunde liegende Referenzaktivum zu erwerben. Er verpflichtet sich, bei Eintritt eines vorher vertraglich festgelegten Ereignisses eine Ausgleichszahlung an den Sicherungsnehmer zu leisten.
Der Eintritt eines solchen Ereignisses und die damit verbundene Ausgleichszahlung hängen von der Wertveränderung des Referenzaktivums ab. Einige Autoren unterscheiden zwischen Risikoaktivum und Referenzaktivum. In diesem Zusammenhang wird das Risikoaktivum definiert als der zugrunde liegende Vermögensgegenstand, dessen Kreditrisiko übertragen wird, und das Referenzaktivum als das Instrument, dessen Wertveränderung über eine eventuell zu leistende Ausfallzahlung entscheidet. Risikoaktivum und Referenzaktivum können auch identisch sein, wie z.B. im Falle einer Anleihe als Underlying. 4 In den folgenden Darlegungen wird von der Identität dieser Begriffe ausgegangen.
Das Kreditrisiko (weitgehend identisch mit dem sog. Adressenrisiko) wird im Wesentlichen in zwei Kategorien unterteilt, und zwar in das Ausfallrisiko (Kontrahentenrisiko) und das Spreadrisiko. Das Spreadrisiko wird wiederum aufgeteilt in Bonitätsrisiko und Liquiditätsrisiko. 5 Folglich ist die Auszahlung eines Kreditderivates entweder an den Ausfall des Referenzkreditnehmers (Default) gekoppelt, der im Normalfall durch den Eintritt eines sog. Kreditereignisses (Credit Event) definiert ist, oder an eine Spreadausweitung des Referenzaktivums. Beispiele für Credit Events sind Zahlungsunfähigkeit (Bankruptcy), Zahlungsverzug (Failure to pay), wesentlich schlechtere Kreditwürdigkeit aufgrund eines Unternehmenszusammenschlusses des Referenzkreditnehmers mit einem anderen
3 Vgl. Heidorn (1999), S 5; Vgl. Grassinger (2000), S. 1.
4 Vgl. Kern (2003), S. 6-7; Vgl. Boos/Meyer-Ramloch (1999), S. 644.
5 Vgl. Kirschner/Hermann/Wiedemann (2000), S. 348.
2
Unternehmen (Credit Event upon Merger), frühzeitige Fälligstellung des Referenzaktivums (Cross Acceleration), Ratingverschlechterung (Downgrade) oder eine Restrukturierung, durch die Zins- oder Tilgungszahlungen verzögert werden (Restructuring). 6
Die Abwicklung der Ausgleichszahlung kann als Barausgleich (Cash Settlement), physische Lieferung (Physical Delivery) oder Zahlung eines fixen Betrages (Binary Settlement) erfolgen. Kreditderivate sind im Allgemeinen auf die Kundenbedürfnisse maßgeschneiderte OTC-Produkte (over-the-counter) und werden demnach nicht an der Börse gehandelt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Derivaten, mit denen Marktrisiken abgesichert werden, wird mit Kreditderivaten das Kreditrisiko handelbar gemacht. Es existieren jedoch auch Kreditderivate, mit denen sowohl das Kreditrisiko als auch bestimmte Marktrisiken abgesichert werden können. Grundsätzlich unterscheidet man die folgenden drei Grundformen von Kreditderivaten: Credit Default Swap, Credit Spread Option und Total Rate of Return Swap. 7 Auch komplexere Strukturen wie strukturierte Kreditderivate, die durch Kombination verschiedener Bausteine zustande kommen, lassen sich auf diese Grundformen zurückführen.
6 Vgl. Landry/Radeke (1999), S. 568.
7 Vgl. Heidorn (1999), S. 5.
3
Arbeit zitieren:
Mark Richter, 2006, Arten von Kreditderivaten – welche Investitionsmöglichkeiten bieten sie dem Investor?, München, GRIN Verlag GmbH
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