Inhaltsverzeichnis:
Inhaltsverzeichnis: 2
1. Vorüberlegungen: 3
2. Methodische Überlegungen: 5
2.1. Fragebogendesign: 6
3. Auswertung: 7
3.1. Alter: 7
3.2. Geschlecht: 8
3.3. Erstdiagnose: 9
3.4. Anzahl der Klinikaufenthalte: 10
3.5. Anzahl genutzter Krankenhäuser: 12
3.6. Anzahl verschiedener niedergelassener Nervenärzte: 14
3.7. Anzahl begonnener ambulanter Psychotherapien: 16
3.8. Nutzungshäufigkeit ambulant/komplementärer Einrichtungen: 17
3.9. Anzahl wichtiger Bezugspersonen: 18
4. Abschlussbetrachtung: 22
Literaturverzeichnis : 24
FRAGEBOGEN 25
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1. Vorüberlegungen:
Patientinnen und Patienten mit der Diagnose Borderline Persönlichkeitsstörung (ICD10, F.60.31) gelten in den psychiatrischen Versorgungssystemen häufig als „heavy-user“. Dies meint sie würden psychiatrische, aber auch nicht-psychiatrische Hilfesysteme überdurchschnittlich häufig und nicht selten unregelmäßig in Anspruch nehmen. Eine Betreuungskontinuität wird dabei oft unterlaufen. Eine ordentliche Hilfeplanung und Koordinierung stationärer und ambulanter, medizinischer und nicht-medizinischer Hilfen erschwert. Beziehungsabbrüche und der häufige Wechsel von Bezugspersonen wie Ärzten, Therapeuten, Sozialarbeitern etc. ist eine Folge. Ferner fallen erhöhte Kosten durch wiederholte Inanspruchnahme von Sozialleistungen an. Bohus und Barthruff beziffern die direkten Kosten die durch die Behandlung von PatientInnen mit einer Borderlinepersönlichkeitsstörung anfallen auf ca. 15% des gesamten Budgets der psychiatrisch/psychotherapeutischen Versorgung. Dabei handelt es sich vor allem um Kosten welche durch stationäre Behandlungen entstehen. Gleichzeitig scheint die Wirksamkeit vieler therapeutischer Verfahren eher fragwürdig zu sein 1 .
Diese Studienarbeit wird sich auseinandersetzen mit der oben beschriebenen These die weitgehend erfahrungsgemäß angenommen wird für die aber kaum gesicherte Ergebnisse vorliegen. Dabei stellen sich vor allem folgende Fragen: nutzen PatientInnen mit Borderlinepersönlichkeitsstörung (BPS) das psychiatrische Hilfesystem tatsächlich häufiger? Ist das Hilfesuchverhalten dieser Personengruppe chaotischer als das anderer Diagnosegruppen?
Anhand eines kurzen Fragebogens soll in dieser Arbeit zunächst eine Befragung von Menschen mit BPS durchgeführt werden. In der Untersuchung werden lediglich Größen gemessen die sich auf die Häufigkeit der Nutzung psychiatrischer Hilfesysteme beziehen. Berücksichtigt werden hierbei sowohl stationäre als auch ambulante Maßnahmen sowie medizinische und nicht-medizinische Systeme. Die einzelnen Parameter werden nachfolgend beschrieben.
1 Bohus, Barthruff: „Dialektisch Behaviorale Therapie der Borderlinestörung im stationären Setting“, in: „Psychotherapie im Dialo g“, 4/2000, S.55 ff.
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Als Vergleichsgruppe dienen PatientInnen einer Soteria Station (Spezialstation für Menschen mit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis, ICD10, Kap. F20.) mit einer Diagnose Psychose. Ihnen wird der gleiche Fragebogen wie den PatientInnen mit BPS vorgelegt.
Ergebnisse die aus der Fragebogenerhebung gewonnen werden sollen miteinander verglichen werden um die oben beschriebene Annahme zu diskutieren und auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.
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2. Methodische Überlegungen:
Als Messinstrument wurde ein Fragebogen ausgewählt der von den TeilnehmerInnen der Untersuchung ausgefüllt werden soll. Die Befragung ist anonym. Die Befragten erhalten den Bogen per Post auf die Station zugesandt und füllen diesen alleine aus 2 .
Da lediglich feste Größen erhoben werden handelt es sich um eine rein quantitative Untersuchung.
Befragt wurde eine Stichprobe von jeweils 15 Personen. Die untersuchte Personengruppe setzt sich zusammen aus PatientInnen zweier Spezialstationen eines psychiatrischen Krankenhauses in Südbayern. Diese Stationen wurden jeweils konzipiert für Menschen mit BPS und Psychosen und halten ein entsprechendes Therapieangebot vor. Leistungen werden sowohl ambulant als auch stationär erbracht.
Die Wahl der Stationen wurde bewusst getroffen. Die Fehlerquote in Bezug auf die Diagnose wird damit gering gehalten. Ferner dürfte ein unter Umständen stigmatisierender Effekt (Selektion) nicht stattfinden weil nahezu alle StationspatientInnen die Eingangsdiagnose aufweisen. Ein vorheriges evtl. unangenehmes Abklären der vorliegenden Diagnose entfällt (keine Kollision mit Schweigepflichten, weitestgehende Anonymität, keine Exposition, Stigmatisierung etc.). Ferner fallen dank der Spezialstation 100% der Befragten unter die Population (Menschen mit der Diagnose Borderlinepersönlichkeitsstörung) die untersucht werden soll 3 .
Zu berücksichtigen ist noch das Problem einer Selektionsverzerrung 4 da es sich ausschließlich um Spezialstationen handelt aus denen die zu untersuchenden Gruppen gebildet wurden.
2 Vgl. Bortz, Döring, „Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler“, S.253 ff.
3 Anm.: Bei der Auswertung zeigte sich das eine befragte Person nicht die entsprechende Diagnose aufwies. Da s ie sich aber auf Station in einem entsprechenden Setting befand wird angenommen dass der
Hilfebedarf vergleichbar mit dem der verlangten Diagnose ist.
4 Vgl.: Diekmann, „Emp irische Sozialforschung - Grundlagen, Methoden, Anwendungen“, Reinbek, 2000, S.55
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Vor diesem Hintergrund ist unklar welche Subgruppen von Betroffenen dazu neigen solche spezialisierten Angebote wahrzunehmen. Haben diese Betroffenen einen längeren Karriereweg hinter sich? Liegen bei der Aufnahme bestimmte Kriterien vor an denen diese gemessen wird? In der Auswertung soll diesem Problem begegnet werden indem die Anzahl der so genannten Ersterkrankten berücksichtigt wird. Eine Hohe Anzahl an ersterkrankten PatientInnen auf Station würde bedeuten dass nicht zwangsläufig bzw. überwiegend seit längerer Zeit Erkrankte das vorgehaltene Angebot wahrnehmen.
2.1. Fragebogendesign:
Die vorausgehende Literaturrecherche ergab dass kein ähnlicher, bereits entworfener Fragebogen zur Thematik existierte 5 . Er musste mit den entsprechenden Messgrößen neu konstruiert werden 6 .
Die einzelnen Fragen sind jeweils mit Antwortvorgaben. Es handelt sich dabei durchwegs um Fragen die die Nutzungshäufigkeit bestimmter Bausteine im Versorgungssystem klären wollen. Die Fehlerquote ist dabei sehr gering und die Auswertung wird wesentlich erleichtert 7 .
Insgesamt besteht der Fragebogen aus acht Punkten (Fragekomplexen/Items). Fünf Punkte sind aufgebaut nach dem Schema FrageÆJa/Nein AntwortÆKonkretisierung (wie viel/wie oft/seit wann). Zwei Punkte verlangen nur eine Antwort und der letzte Punkt fragt nach den soziodemografischen Daten Alter und Geschlecht.
Nach längerer Vorüberlegung viel die Entscheidung die Eingangsthese mit einem quantitativen verfahren zu untersuchen. Zum einen weil mit einem standardisierten Fragebogen mehr NutzerInnen in kürzerer Zeit erfasst und untersucht werden können und zum anderen weil lediglich messbare Fakten erhoben wurden für die ein ausgearbeiteter Fragebogen geeigneter erschien als beispielsweise Interviews. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu strapazieren wurde auf qualitative Elemente verzichtet.
5 Bortz, Döring: a.a.O., S.253
6 Der Fragebogen ist im Anhang zu finden
7 Bortz, Döring: a.a.O., S.254
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3. Auswertung:
Befragt wurden jeweils (pro Station) 15 Personen (N=15). Die Rücklaufquote der Fragebögen lag bei 100%.
3.1. Alter:
Das Durchschnittsalter der PatientInnen mit BPS lag bei 29 Jahren. Das Spektrum zwischen 17 und 42 Jahren. Eine Person machte keine Angabe zu ihrem Alter.
6 4 2 0 Abbildung 1: Alter (BPS)
Die Vergleichsgruppe aus der Soteria Station liegt mit 30,2 Jahren etwas über dem Altersdurchschnitt der Testgruppe. Die jüngste befragte Person war 20, die beiden ältesten 45 Jahre alt.
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Abbildung 2: Alter (Soteria)
Über das Alter als Messgröße lässt sich sicherlich kein Schluss über die Nutzungsweise des psychiatrischen Hilfesystems treffen. Interessant scheint dennoch der Aspekt das
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Arbeit zitieren:
Thomas Meinhart, 2007, Exemplarische Untersuchung des Hilfesuchverhaltens von Menschen mit Borderlinepersönlichkeitsstörung - Ein Fragebogenprojekt, München, GRIN Verlag GmbH
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