Kennzahlen im Supply Chain Management Christian Kunzendorf
Einleitung. 3
1 Kennzahlen 4
2 Supply Chain Kennzahlen 6
2.1 Die Zieldimensionen Qualität, Kosten und Zeit 6
2.2 Kennzahlen auf Funktionsebene. 8
2.3 Kennzahlen für die Unternehmensführung. 8
2.4 Unternehmensübergreifende Supply Chain Kennzahlen 11
3 Zusammenfassung. 14
Quellenverzeichnis 15
2
Kennzahlen im Supply Chain Management Christian Kunzendorf
Einleitung
Supply Chain Management (SCM) stellt in der Weiterentwicklung der Logistik die vorerst letzte Entwicklungsstufe dar. 1 Während sich die Logistik mit dem „Informations-, Material- und Wertefluss innerhalb des leistungserstellenden Unternehmens“ beschäftigt, wird beim SCM der Fokus auf die gesamte, unternehmensübergreifende Koordination der Wertschöpfungskette - von der Rohstoffgewinnung bis zum Endkunden - erweitert. 2 Da die Umsetzung dieses Anspruchs in der unternehmerischen Praxis vor allem die Optimierung der unternehmensinternen logistischen Funktionen voraussetzt, kann die geforderte ganzheitliche Betrachtung der Supply Chain vorerst auf das eigene Unternehmen beschränkt bleiben. Man spricht dann vom internen Supply Chain Management. Das externe SCM, also die gemeinschaftliche Koordinierung der gesamten Wertschöpfungskette, vom Vorlieferanten bis zum Endkunden, bleibt der angestrebte Idealtypus. 3 Aus diesem Grund scheint es auch sinnvoll zwischen den im SCM verwendeten Kennzahlen zu differenzieren, wie es beispielsweise COHEN tut. 4
Abbildung 1: Reifegrade einer Supply Chain mit jeweiligem Kennzahlenfokus (nach COHEN)
Diese Arbeit greift diese Unterscheidung der Kennzahlencharakteristik auf und ist wie folgt gegliedert. Zu Beginn wird allgemein auf das Thema Kennzahlen eingegangen. Dabei werden verschiedene Gesichtspunkte der Kennzahlenentwicklung zusammengefasst. Im Anschluss daran werden die logistischen Zieldimensionen und einige klassische Kennzahlen vorgestellt. Kennzahlen auf funktionaler Ebene (Funktionaler - und Prozess Fokus) werden nur kurz angeschnitten. Vielmehr sollen die wichtigsten Kennzahlen für die Unternehmensführung identifiziert werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Supply Chain Leistung eines einzelnen Unternehmens (Unternehmens Fokus). Im letzten Teil wird beschrieben, welche Kennzahlen zusätzlich relevant werden, wenn der Blick sich unternehmensübergreifend weitet und alle Partner in die Supply Chain-Bewertung einbezogen werden (Unternehmensübergreifender Fokus).
1 Vgl. WEBER et. al 2001, S.264
2 ARNDT 2005, S.36
3 Vgl. MELZER-RIDINGER, 2003, S.6
4 Vgl. COHEN, S.224 ff.
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Kennzahlen im Supply Chain Management Christian Kunzendorf
1 Kennzahlen
„Was man nicht messen kann, kann man nicht lenken.“ 5
Ziele bilden die Basis für unternehmerische Entscheidungen. Dabei ist es von zentraler Bedeutung das Erreichen von Zielen anhand von konkreten Größen messen zu können. Kennzahlen - auch KPIs (Key Performance Indicator) genannt, bieten die Möglichkeit durch einen IST/ SOLL Vergleich die Erfüllung von gesetzten Zielen zu überprüfen. Darüber hinaus lassen sich mit ihnen „komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge in einer Maßgröße darstellen. Sie unterstützen bei der Planung, Steuerung, Kontrolle, Beurteilung und Koordination unternehmerischer Prozesse.“ 6
Kennzahlen können als Absolutzahlen, wie zum Beispiel die Anzahl der ausgelieferten Produkte, oder als Verhältniszahlen verwendet werden. Verhältniszahlen setzen zwei oder mehr Größen in Beziehung und können wiederum in drei Arten unterteilt werden: 7
• Gliederungszahlen setzen Teile ins Verhältnis zum Gesamten (z.B. Umsatz Produkt A/
Gesamtumsatz).
• Beziehungszahlen verrechnen Größen , die eine logische Beziehung zueinander ha-
ben (z.B. Gesamtumsatz/ Kundenzahl)
• Indexzahlen ergeben sich durch gleichartige Größen mit unterschiedliche, zeitlichen
Bezug, wie Umsatz 2005/ Umsatz 2006
Grundsätzlich sind Kennzahlen immer auf die spezifischen Bedürfnisse jedes Unternehmens zuzuschneiden. Darüber hinaus gibt es jedoch eine Reihe von typischen Anforderungen, die SCHULTE in einer Checkliste zusammengefasst hat. 8 Danach sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden, um im Nachhinein Probleme bei der Erhebung und Auswertung zu vermeiden:
• die Verfügbarkeit und Vergleichbarkeit der Daten,
• der Aufwand für die Erhebung der Daten und der daraus resultierende Nutzen, • die Eignung der Kennzahlen hinsichtlich Aussage und Fehlerquellen, • die Erfüllung des Analysezwecks,
• und die Frage, wer die Erhebung und Auswertung der Daten im Unternehmen vor-
nimmt.
5 DRUCKER, Peter (Ökonom), Zitat
6 ARNDT, 2005, S.111
7 Vgl. ARNDT, 2005, S.111
8 Vgl. SCHULTE, 1999, S.548
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Kennzahlen im Supply Chain Management Christian Kunzendorf
Welche Probleme auftreten können, wenn diese Hinweise nicht beachtet werden, nennt MERKLE: 9
• Kennzahleninflation: Es werden zu viele Kennzahlen gebildet. Kosten-/ Nutzenverhält-nis sind zu gering. Um Führungsentscheidungen zu unterstützen, sollte die Menge der Kennzahlen begrenzt sein.
• Fehler bei der Kennzahlenaufstellung: Abgrenzung und Vergleichbarkeit der zur Kenn-
zahlbildung verwendeten Basisdaten muss gewährleistet sein.
• Mangelnde Konsistenz: Es sollten nur solche Größen zueinander in Beziehung gesetzt
werden, zwischen denen ein Zusammenhang besteht.
• Probleme der Kennzahlenkontrolle: Es sollten insbesondere Kennzahlen herangezo-gen werden, deren Werte bei einer Abweichung auch beeinflusst werden können.
Eine besonders wichtige Hürde bei der Auswahl von Kennzahlen sind die Kosten. Die Erhebung jeder einzelnen Kennzahl kann unterschiedlich hohe Kosten verursachen, daher ist eine Kosten-Nutzen Rechnung zumindest in großen Unternehmen unumgänglich, um IT- und Personalkosten für Erhebung und Auswertung zu begrenzen. 10
Da Unternehmensziele vielfach zu Kennzahlen konkretisiert werden, ist auch zu prüfen, inwiefern diese Ziele miteinander konkurrieren. Beispielsweise mögen die beiden Ziele Verringerung der Lagerbestände und Verkürzung der Lieferzeit für sich betrachtet sinnvoll und nachvollziehbar erscheinen. Dabei verhalten sich beide Ziele oft konträr zueinander. So verursacht ein geringerer Lagerbestand zwar weniger Kosten, führt aber meist zu längeren Lieferzeiten, da Bestellungen erst produziert werden müssen und nicht direkt aus dem Lager bedient werden können. Eine strikte Fokussierung auf einzelne Zielgrößen sollte deshalb vermieden werden, da so die Wahrnehmung für den Gesamtzusammenhang verloren gehen kann. 11 In solchen Fällen ist es sinnvoll zuerst eine Gewichtung der Unternehmensziele vorzunehmen. Das kann zum Beispiel durch eine Unterteilung in Ober-, Zwischen- und Unterziele geschehen. 12 Ebenso ist es wichtig, die definierten Ziele auf die einzelnen Stufen der Unternehmenshierarchie hinunter zu brechen. Hier kann auch die von THONEMAN et al. dargestellte Vorgehensweise bei der Kennzahlenentwicklung hilfreich sein. 13
1. Kennzahlen priorisieren
- Maximal 3 bis 5 KPIs die im gesamten Unternehmen überwacht werden - Kennzahlen für jede Ebene der Hierarchie festlegen - Kennzahlen nach Funktionen aufschlüsseln - Zuordnung zum Verursacher
9 Vgl. MERKLE, 1982, S.329 f.
10 Vgl.l ARNDT, 2005, S.110
11 Vgl. THONEMAN et al., 2004, S.135
12 Vgl. ARNDT, 2005, S.110
13 THONEMAN et al., 2004, S.140
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Arbeit zitieren:
Christian Kunzendorf, 2007, Kennzahlen im Supply Chain Management, München, GRIN Verlag GmbH
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