II
Inhaltsverzeichnis
I. Abkürzungsverzeichnis III
II. Abbildungsverzeichnis IV
III. Einleitung 1
IV. Vorblick auf den Gang der Untersuchung 3
V. Die Macht der Organisierten Kriminalität. 4
1. Das Phänomen der Organisierten Kriminalität 4
1.1 Begriff der Organisierten Kriminalität 4
1.2 Problematik dieses Begriffs. 5
1.3 Bedeutung der Organisierten Kriminalität 7
2. Die Macht der Mafia 9
2.1 Mafia als historisches Phänomen 9
2.2 Mafia und Schwesteroganisationen’ 11
2.3 Globale Präsenz 13
2.4 Deliktbereiche 14
3. Die Macht der Triaden 16
3.1 Triaden als historisches Phänomen 16
3.2 Struktur der Triaden 17
3.3 Globale Präsenz 19
3.4 Deliktbereiche 20
VI. Analyse 21
1. Mafia und Triaden im Vergleich 21
2. Mafia und Triaden in Deutschland
2.1 Tätergruppen und Deliktbereiche. 23
2.2 Medienpräsenz 25
3. Schlussbetrachtung 29
3.1 Zusammenfassung und Auswertung 29
3.2 Ausblick 34
VII. Literaturverzeichnis. 35
VIII. Anhang V
III
I. Abkürzungsverzeichnis
OK = Organisierte Kriminalität
FAZ = Frankfurter Allgemeine Zeitung
P2 = Propaganda Due
BKA = Bundeskriminalamt
IV
II. Abbildungen
Abb. 1: Schwesterorganisationen’ der Mafia.
Abb. 2: Die beiden großen Reiche der Mafia in Italien
Abb. 3: Die größten Triaden in Hongkong
Abb. 4: Faktoren der Macht der Mafia.
Abb. 5: Anzahl der Verfahren nach Gruppenstruktur in Deutschland 2005.
Abb. 6: Artikel über die Mafia’ in der FAZ seit Januar 2000.
Abb 7: Artikel über Mafia und Triaden in der FAZ seit Januar 2000
1
III. Einleitung
„Die Triaden - die chinesische Mafia“ 1 , „Organisierte Kriminalität in Deutschland. Das blutige Geschäft der asiatischen Mafia“ 2 , „[…] - Massaker nach Mafia-Manier“. 3
So lauten nur drei aktuelle Schlagzeilen namhafter deutscher Zeitungen. Aufgrund der Ereignisse in Deutschland ist das ausgewählte Thema brisant und wichtig, zumal Organisierte Kriminalität (OK) 4 nicht nur als Bedrohung, sondern auch als handfester wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Einflussfaktor existiert. „Die Organisierte Kriminalität (...) ist ein internationales Phänomen, das nicht leicht darstellbar ist. Auf der einen Seite ein Mythos, der von Hollywood teilweise filmisch schon glorifiziert wurde, auf der anderen Seite eine unsichtbare Bedrohung der Realität.“ 5
Zweifellos nimmt die Mafia in Hinblick auf die Organisierte Kriminalität eine sehr bedeutende Rolle ein. Dies zeigt sich beispielsweise dadurch, dass der Begriff Mafia gemeinhin als Synonym für Organisierte Kriminalität verwendet wird. Der umgangssprachlich genutzte Begriff Mafia für jegliche Form organisierter Kriminalität ist jedoch sachlich falsch, da hier eine Differenzierung zwischen Mafia und anderen ähnlich angesiedelten kriminellen Organisationen auf der Welt, die lokal und historisch von der Mafia völlig unabhängig entstanden, nicht mehr stattfindet. 6 Das Wirken krimineller Bündnisse beschränkt sich nicht nur auf das Herkunftsgebiet der Mafia, unbestritten ist auch eine zunehmende Ausbreitung der Organisierten Kriminalität über den gesamten Globus. 7 Teil des organisierten Verbrechens sind die Triaden, die für die Gesamtheit der organisierten chinesischen Kriminalität stehen. .
1 KÄPPNER (Süddeutsche Zeitung, 06.02.2007).
2 LEYENDECKER (Süddeutsche Zeitung, 07.02.2007).
3 JÜTTNER (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.02.2007).
4 Es sei darauf hingewiesen, dass der Begriff ‚Organisierte Kriminalität’ in der Literatur von vielen Autoren groß geschrieben wird.
5 BOSSERT; KORTE (2004, S. 5).
6 Vgl. KLAHR (1998, S. 193).
7 Um dem Eindruck entgegenzuwirken, die Organisierte Kriminalität beschränke sich auf einige wenige Länder und bestimmte ethnische Minderheiten, sei an dieser Stelle auf andere Beispiele für Gruppierungen der OK hin- gewiesen, wie die japanische „Yakuza“, die „russische Mafia“ oder das „Cali-Kartell“ in Lateinamerika.
2
„ Verglichen mit den Triaden backen Mafia, Camorra und Cosa Nostra kleine Brötchen!“ 8
Diese Aussage von Ian Seabourn, Superintendend der Royal Hongkong Police beinhaltet, dass die Triaden ‚mächtiger’ sind als die Mafia.
Der Großteil der deutschen Bevölkerung hingegen kennt ‚nur’ die italienische Mafia, für eine chinesische organisierte Kriminalität hat sich bisher kaum ein Bewusstsein entwickelt, woraus sich folgende These ableiten lässt:
Eine Sensibilität für das Thema Triaden entwickelte sich unter der deutschen Bevölkerung kaum, da zum einen diese Organisation tatsächlich weniger in Deutschland agiert und sie zum anderen selten in den Medien thematisiert wird.
Der oben genannten Aussage gilt es in dieser Arbeit einer Überprüfung zu unterziehen und anhand einer Analyse die daraus abgeleitete These aufzuarbeiten:
Da aufgrund der Literaturlage nur über ein ‚eventuelles’ Machtverhältnis spekuliert werden kann, 9 wird ein Vergleich zwischen Mafia und Triaden angestellt, der Aufschluss über Stärken und Schwächen der Organisationen geben soll. Dabei wird insbesondere auf den Aspekt der mafiosen Strukturen geachtet, aus denen sich die besondere Macht dieser Form von Kriminalität ergibt. Ohne den Status einer speziellen gesellschaftlichen Organisation könnten Mafia und Triaden nicht die kriminelle Macht ausüben, die ihnen in der Realität zuzuschreiben ist.
Des Weiteren wird analysiert, welche der beiden Gruppierungen in Deutschland präsenter ist und ob sich dies mit dem Bewusstsein in der Gesellschaft deckt.
Es sei darauf hingewiesen, dass aufgrund des eingeschränkten Umfangs dieser Arbeit die Bekämpfungsansätze außer Acht gelassen werden.
8 Vgl. THAMM (1996, S. 4).
9 Bezüglich der Literatur zur Organisierten Kriminalität ist einschränkend darauf hinzuweisen, dass hier oft mit plakativen Titeln die Macht der Internationalen Organisierten Kriminalität übertrieben dargestellt wird. Titel wie „Drachen bedrohen die Welt“ sind wenig geeignet, eine rationale Auseinandersetzung mit diesem Phänomen zu fördern. Darüber hinaus wird an vielen Stellen in der Literatur nicht ganz deutlich, ob die Macht generell dem Phänomen des Verbrechens oder doch speziell dem Organisierten Verbrechen zugeschrieben werden muss. Mann gewinnt oft den Eindruck, dass das ‚normale’ Verbrechen zu pauschal mit dem Phänomen Organisierte Kriminalität identifiziert wird. Aus diesem Grund ist es schwer, die Macht des organisierten Verbrechens realis- tisch einzuschätzen.
3
IV. Vorblick auf den Gang der Untersuchung
Diese Arbeit ist in zwei Abschnitte, einen theoretischen und einen analytischen, gegliedert.
Um eine allgemeine Einführung in das Thema zu geben, wird im ersten Abschnitt (IV), mittels intensiver Literaturstudie definiert, was genau die Organisierte Kriminalität ist. Die Geister scheiden sich bereits an dieser Stelle. Natürlich kann meine Arbeit diese Frage ebenfalls nicht allgemeingültig und abschließend beantworten. Vielmehr soll anhand unterschiedlicher Definitionen die Problematik, die sich hinter diesem Begriff verbirgt, aufgezeigt werden. Des Weiteren soll auf die Bedeutung der Organisierten Kriminalität in der heutigen Zeit eingegangen werden.
Ausgehend von der Erläuterung des Untersuchungsgegenstandes wird, nach einer kurzen Darstellung ihrer Entwicklung, die ‚Organisation Mafia’ in allen ihren regionalen Ausprägungen aufgelistet. Die heutigen Tätigkeitsbereiche der Mafia werden beschrieben und es wird aufgezeigt in welchen Ländern diese aktiv ist.
Anschließend wird analog zum zweiten Teil auf die aus China stammende Gruppierung der Triaden näher eingegangen werden.
Nachdem die Grundsteine für eine vertiefende Analyse gelegt sind, wird, anschließend an die ‚Vorstellung’ von Mafia und Triaden, im zweiten Abschnitt (V), ein Vergleich angestellt, der Unterschiede in Hinblick auf ihre Organisationsstruktur und ihr Wirken in der Gesellschaft aufzeigen soll.
Bevor im letzten Teil die Ergebnisse zusammengefasst werden, soll zuvor die Präsenz der Organisationen in Deutschland zum Thema gemacht werden. Anhand von Daten des Bundeskriminalamtes wird deren Aktivität in Deutschland nachgewiesen, um festzustellen, welche Organisation präsenter ist. Diese Vorüberlegung ermöglicht es, auf die Diskrepanz von ‚Gefährlichkeit’ und Berichterstattung einzugehen. Während die Mafia - aufgrund der großen Medienpräsenz - einen großen Bekanntheitsgrad besitzt und von ‚Allen’ gefürchtet wird, werden andere einflussreiche Vereinigungen, wie die Triaden ‚vernachlässigt’. Es soll festgestellt werden, inwiefern in Deutschland ein mediales Interesse für die beiden kriminellen Organisationen besteht, woraus der Schluss gezogen werden soll, dass das der Grund für das geringe Bewusstsein über die Triaden in der deutschen Gesellschaft ist. Im Schlussteil wird dann, aufbauend auf die erlangten Erkenntnisse, anhand verschiedener ‚Faktoren’ von Macht ein abschließender Vergleich zwischen Mafia und Triaden gezogen, der die Aussage von Ian Seabourn bestätigen oder widerlegen wird.
4
V. Die Macht der Organisitierten Kriminalität
1. Das Phänomen der Organisierten Kriminalität
1.1 Begriff der Organisierten Kriminalität
In der Öffentlichkeit werden mit dem Begriff des organisierten Verbrechens in der Regel his-torisch gewachsene kriminelle Männerbünde verstanden, wie sie etwa in der Form der sizilianischen Mafia oder der chinesischen Triaden bekannt sind. 10 Mafiaähnliche Strukturen sind jedoch nicht die einzige Erscheinungsform der Organisierten Kriminalität. In einer weiten Definition kann bereits von Organisierter Kriminalität gesprochen werden, wenn folgende Beschreibung zutrifft: „Ein arbeitsteiliges, bewusstes und gewolltes, auf Dauer angelegtes Zusammenwirken mehrerer Personen zur Begehung strafbarer Handlungen - häufig unter Ausnutzung moderner Infrastrukturen - mit dem Ziel, möglichst schnell hohe finanzielle Gewinne zu erreichen." 11 Hier handelt es sich jedoch um eine Definition, die beträchtlich unter den Charakteristika bleibt, die für Mafia und Triaden typisch sind. Sie kann in vielen Fällen auch auf eine Komplizenschaft zur Begehung von zum Beispiel Bankeinbrüchen zutreffen.
Dem jährlichen Lagebild des BKA liegt folgende Definition der OK zugrunde: „Organisierte Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig
a) unter Verwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen, b) unter Anwendung von Gewalt oder anderer zur Einschüchterung geeigneter Mittel oder c) unter Einflussnahme auf Politik, Medien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft zusammenwirken.
Der Begriff umfasst nicht Straftaten des Terrorismus.“ 12
Es sollte berücksichtigt werden, dass bezüglich einer Definition von Organisierter Kriminalität zunächst festgestellt werden kann, dass hier keine präzise Beschreibung möglich ist. Der Begriff „eignet sich daher nicht für die Umschreibung von prozessualen Eingriffstatbestän- 10 Vgl.FREIBERG; THAMM (1992, S. 107).
11 zitiert nach FREIBERG; THAMM (1992, S. 109).
12 WESSEL (2001, S. 47); WITTKÄMPER (1996, S. 48).
5
den, kann jedoch die Öffentlichkeit für die Gefahren organisierter Straftätergruppen sensibilisieren und die Zuständigkeit spezieller Strafverfolgungsbehörden umschreiben“. 13 Der Versuch, zu einer solchen Definition zu kommen, stößt also auf einige Schwierigkeiten.
1.2 Problematik dieses Begriffs
Zunächst muss eine wichtige Abgrenzung vorgenommen werden, die vielleicht eine Möglichkeit zur Begriffsbestimmung bietet. Unter dem Begriff der Organisierten Kriminalität darf man zunächst keinen bestimmten Straftatbestand auffassen, sondern eine bestimmte Form von Verbrechen, die geprägt ist durch bestimmte Taktiken und Techniken. Die an der Form der Verbrechensbegehung orientierte Beschreibung von Organisierter Kriminalität kann differenziert werden, indem die folgenden Tatbestandsmerkmale herangezogen werden: 14 1) Vorbereitung und Planung der Tat 2) Ausführung der Tat 3) Finanzgebaren 4) Verwertung der Beute 5) Konspiratives Täterverhalten 6) Täterverbindungen/Tatzusammenhänge 7) Gruppenstruktur 8) Hilfe für Gruppenmitglieder 9) Korrumpierung 10) Monopolisierungsbestrebungen 11) Öffentlichkeitsarbeit
Mit Hilfe eines so umfassenden Begriffes von Organisierter Kriminalität kann es vielleicht gelingen, sich auch solcher Phänomene wie der Mafia, der chinesischen Triaden und ähnlicher krimineller Strukturen bzw. Parallelgesellschaften zu nähern. Dieser umfassende Begriff ist aber sicher nicht auf alle Phänomene anzuwenden, die von manchen Autoren als Ausprägungen der Organisierten Kriminalität aufgefasst werden. Viele der Bestandteile der aufgeführten Tatbestandsmerkmale können auch auf andere Formen der Kriminalität angewandt werden. Es bleibt die Frage, welche Kriterien die Kernkriterien sein sollen, die unverzichtbar sind, um von Organisierter Kriminalität sprechen zu können.
Ein weiteres Problem stellt die Frage nach dem Ausmaß des Vorliegens einzelner Kriterien dar. Bandenmäßige Verabredungen zur Begehung von Straftaten sind keine neue Erscheinung. Viele Delikte erfordern gerade eine gemeinschaftliche Begehung. Es stellt sich jedoch
13 SIEBER (1997a, S. 272).
14 Die folgende Liste nach LUCZAK (2004, S, 206ff); siehe vollständig im Anhang S. 33. ähnlich auch die Kriterien in BOSSERT; KORTE (2004, S. 46ff) und WITTKÄMPER (1996, S. 52ff).
Arbeit zitieren:
Simone Espey, 2007, Die Macht der Organisierten Kriminalität - Mafia und Triaden im Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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