Inhaltsverzeichnis 2
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis. 5
Abbildungsverzeichnis 8
Tabellenverzeichnis. 9
1 Einleitung 1
1.1 Anlaß und Ziel der Arbeit. 2
1.2 Aufbau der Arbeit 3
1.3 Vorstellung der Bertrandt AG. 4
2 Gestaltungsmöglichkeiten der Konzernkapitalflußrechnung 9
2.1 Ermittlungsmethoden der Konzernkapitalflußrechnung 10
2.1.1 Originäre Ermittlung 11
2.1.2 Additive Ermittlung 16
2.1.3 Derivative Ermittlung 17
2.2 Gliederung der Konzernkapitalflußrechnung 18
2.2.1 Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 19
2.2.2 Cash Flow aus der Investitionstätigkeit 22
2.2.3 Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 22
2.2.4 Veränderung des Finanzmittelbestandes 23
3 Besonderheiten der Konzernkapitalflußrechnung 25
3.1 Einheitlicher Abschlußstichtag 25
3.2 Änderungen des Konsolidierungskreises 25
3.3 Eliminierung innerkonzernlicher Beziehungen 26
3.4 Währungsumrechnung 26
3.5 Internationale Normen. 27
3.5.1 US-GAAP und IAS 27
3.5.2 Entwurf des DRS 2 28
3.5.3 Konvergenz der Normen 28
Inhaltsverzeichnis 3
4 Darstellungsmöglichkeiten im SAP R/3 30
4.1 Einordnung und Entwicklung der Komponente EC-CS 30
4.2 Analysemöglichkeiten der Datenbasis. 33
4.2.1 Ledger 33
4.2.2 Kontierungsebenen. 33
4.2.3 Belegarten 34
4.2.4 Sichten 34
4.2.5 Versionen 35
4.3 Datenübernahme 35
4.3.1 Manuelle Eingabe und Upload. 36
4.3.2 Datenüberleitungsverfahren. 37
4.4 Berichtsformen 40
4.4.1 Rechercheberichte. 40
4.4.2 Aktives Excel 40
4.4.3 Report Writer. 41
4.4.4 Report Painter 41
5 Aufbau des Reports „Konzernkapitalflußrechnung“ 42
5.1 Anlegen einer Bibliothek. 43
5.2 Anlegen des Reports „Konzernkapitalflußrechnung“ 45
5.2.1 Allgemeine Merkmale und Merkmalswerte 47
5.2.2 Definition der Schlüsselspalten 49
5.2.3 Definition der Berichtsspalten 49
5.2.4 Definieren der Berichtszeilen 50
5.2.5 Formatieren der Zeilen und Spalten 50
5.2.6 Formatieren des Berichtsumfeldes 50
5.3 Anlegen einer Berichtsgruppe. 50
5.4 Transport des Reports 53
5.5 Ausführen des Reports 54
6 Verwendete Stammdaten 55
6.1 Positionen und Positionsplan 55
6.2 Unterpositionen. 55
6.3 Variablen 56
Inhaltsverzeichnis 4
6.4 Sets. 59
6.4.1 Art und Kennzeichen der Sets 60
6.4.2 Aufbau der verwendeten Sets 63
7 Kritische Würdigung und Ausblick 77
Anhang A: Felder der Tabelle FIMC 81
Anhang B: Verwendeter Positionsplan 84
Anhang C: Aufbau des Reports „Kapitalflußrechnung“ 93
Anhang :D Definition der verwendeten Sets. 96
Anhang E: verwendete Variablen 98
Literaturverzeichnis 99
Abkürzungsverzeichnis 5
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz AG Aktiengesellschaft, „Die Aktiengesellschaft“ (Zeitschrift) APB Accounting Principles Board Aufl. Auflage b&b bilanz & buchhaltung (Zeitschrift) BB Der Betriebs-Berater (Zeitschrift) Bd. Band bzw. beziehungsweise ca. circa d.h. das heißt DB Der Betrieb (Zeitschrift) DM Deutsche Mark DRS Deutscher Rechnungslegungsstandard DRSC Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee e.V. DStR Deutsches Steuerrecht (Zeitschrift) EC-CS Enterprise Controlling - Consolidation (Konsolidierungskomponente des SAP R/3-Systems) ERP Enterprise Resource Planning (betriebswirtschaftliche Standard software) f. folgende FAS Financial Accounting Standard FASB Financial Accounting Standards Board ff. fortfolgende FI Modul Finanzwesen des SAP R/3 FI-LC Komponente „Gesetzliche Konsolidierung“ des SAP R/3 Fn. Fußnote GAAP Generally Accepted Accounting Principles Geschäftst. Geschäftstätigkeit gew. gewöhnlich ggf. gegebenenfalls GoB Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung GuV Gewinn- und Verlustrechnung
Abkürzungsverzeichnis 6
HFA Hauptfachausschuß des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. HGB Handelsgesetzbuch Hrsg. Herausgeber IAS International Accounting Standard IASC International Accounting Standard Committee IDW Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. IMG „Implementation Management Guide” (Einführungsleitfaden) der SAP AG IOSCO „International Organisation of Securities Commission“ (internationale Organisation der Börsenaufsichtsbehörden) is report Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Informationssysteme KFR Kapitalflußrechnung KKFR Konzernkapitalflußrechnung KonTraG Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich lauf. laufende mind. Mindestens Mio. Millionen MS-Access relationale Datenbank der Firma Microsoft MS-Excel Tabellenkalkulation der Firma Microsoft Nr. Nummer o.ä. oder ähnliches OSS Online Support System der SAP-AG Rn. Randnote S. Seite SAP AG Software, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung (deutsche, börsennotierte AG) SAP R/3 Betriebswirtschaftliche Standardsoftware der Firma SAP ScreenCam Videosequenz im Format der Firma Lotus SEC Security and Exchange Commission SFAS Statement of Financial Accounting Standards Sp. Spalte StuB Steuern und Bilanzen (Zeitschrift) Tz. Textziffer
Abkürzungsverzeichnis 7
u.a. unter anderem US United States vgl. vergleiche Wiwi-SB Wirtschaftswissenschaftliche Seminarbibliothek der Universität des Saarlandes WPg Die Wirtschaftsprüfung (Zeitschrift) WPK Wirtschaftsprüferkammer Z & R Zapadtka & Ritter GmbH & Co. KG z.B. zum Beispiel z.T. zum Teil zfbf Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Konzernstruktur der Bertrandt AG
Abbildung 2: Bilanzierung aufgrund des Organschaftsverhältnisses
Abbildung 3: Konsolidierungsmonitor EC-CS.
Abbildung 4: Ermittlungsmethoden der Konzernkapitalflußrechnung
Abbildung 5: Analyse einer Position anhand Kontierungsebenen und Belegarten
Abbildung 6: Möglichkeiten des Datenimports in der Komponente EC-CS.
Abbildung 7: Buchungsbeleg bei „direktem Durchbuchen“
Abbildung 8: Funktionsflußdiagramm des Prozesses „Bericht anlegen“
Abbildung 9: Grundmenü des „Report Painters“
Abbildung 10: Funktionsflußdiagramm zur Anlage eines einzelnen Berichtes
Abbildung 11: Grundbild des Report Painters bei der Anlage eines Reports
Abbildung 12: Auswahl der Variable HKONSKR in den allgemeinen Merkmalen
Abbildung 13: und die daraus resultierende Selektionsmöglichkeit beim Aufruf.
Abbildung 14: Anlegen der Berichtsgruppe BKAH
Abbildung 15: Exportieren einer Berichtsbibliothek.
Abbildung 16: Selektionsmöglichkeiten beim Aufruf des Reports
Abbildung 17: Beispiel für eine Position mit Unterpositionstyp Region
Abbildung 18: Definition der Variable „ AKTJAHR“
Abbildung 19: Pfad zur Setpflege
Abbildung 20: Funktionsweise der Single-Dimension-Sets
Abbildung 21: Datenselektion eines Multi-Dimension-Sets
Abbildung 22: Kennzeichen bei der Setpflege
Abbildung 23: Auswahl der Merkmalswerte in „Zeile 2“ des Reports
Abbildung 24: Abgang mit Mehr-/Mindererlös
Abbildung 25: Definition der Formel für den Cash Flow aus lauf Geschäftstätigkeit
Tabellenverzeichnis 9
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Gliederung nach dem Aktivitätsformat 18
Tabelle 2: Abhängigkeit der Darstellung von der Ermittlungsmethode 19
Tabelle 3: Gliederungsschema I („Direkte Darstellung“) 20
Tabelle 4: Gliederungsschema II („Indirekte Darstellung“) 21
Tabelle 5: Cash Flow aus der Investitionstätigkeit 22
Tabelle 6: Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 23
Tabelle 7: Ermittlung der zahlungswirksamen Veränderung des Finanzmittelbestandes 24
Tabelle 8: Fondsveränderungsnachweis 24
Tabelle 9: Formel: „Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit“ 68
Tabelle 10: Formel: „Cash Flow aus der Investitionstätigkeit“ 73
Tabelle 11: Formel: „Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit“ 75
Tabelle 12: Formel: „zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes“ 75
Einleitung 1
1 Einleitung
Seit der Verabschiedung des „Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich“ (KonTraG 1 ), ist für deutsche börsennotierte Mutterunternehmen die Erweiterung des Konzernanhangs um eine Kapitalflußrechnung 2 verpflichtend. Nach internationalen Normen wie IAS und US-GAAP ist die Kapitalflußrechnung schon seit längerem obligatorischer Bestandteil des Konzernabschlusses. 3 Viele der deutschen Konzerne veröffentlichten jedoch auch schon vor der Verpflichtung durch das KonTraG in ihren Jahresabschlüssen verschiedene Formen der Kapitalflußrechnungen als Informationsinstrument. 4 Die Kapitalflußrechnung war und ist ein wichtiger Bestandteil des Konzernanhangs und interessant sowohl für interne wie auch externe Adressaten.
Die betriebswirtschaftliche Standardsoftware R/3 des Marktführers für ERP-Systeme, der SAP AG aus Walldorf, war 1998 bei knapp 20.000 Unternehmen weltweit installiert. 5 Aufgrund der vermuteten Größe 6 werden ein Großteil dieser Unternehmen durch die Aufstellung eines Konzernabschlusses nach einem nationalen oder internationalen Standard verpflichtet sein, eine Konzernkapitalflußrechnung zu erstellen.
Die Aussage der SAP AG „interne und externe Konzernrechnungslegung auf Knopfdruck“ 7 läßt vermuten, daß neben den Konsolidierungsschritten auch alle für den Konzernabschluß notwendigen Auswertungen automatisch generiert werden können. Dies ist jedoch gerade für die Kapitalflußrechnung, welche für viele der Unternehmen, die das SAP R/3 System nutzen, vorgeschrieben sein wird nicht der Fall.
1 Das KonTraG wurde am 27.04.1998 vom deutschen Bundestag verabschiedet und ist am 1.5.1998 in Kraft getreten. 2 Neuregelung des § 297 Abs. 1 HGB im Zuge der Verabschiedung des KonTraG. 3 So ist z.B. das „statement of cash flows“ nach SFAS No. 95 für Abschlüsse nach US-GAAP seit 1988 vorgeschrieben, in Kanada seit 1985 und in Neuseeland seit 1987. 4 Im Jahr 1996 veröffentlichten 71,9% der 114 größten deutschen Unternehmen eine Kapitalflußrechnung. Vgl. STAHN, Frank (1997), S. 1992. 5 Vgl. KAGERMANN, Henning (1999) zur Bilanzpressekonferenz des Geschäftsjahres 1998 der SAP AG in Walldorf. 6 Die Installation eines integrierten ERP-Systems wie z.B. das SAP R/3 ist für kleine und mittlere Unternehmen nur in seltenen Fällen zu bewältigen. 7 Vgl. Produktinformation (1) der SAP AG, S. 6; DAUM, Jürgen (1998), S. 41.
Einleitung 2
1.1 Anlaß und Ziel der Arbeit
Die Bertrandt AG 8 hatte sich Ende des Jahres 1998 entschlossen, die Standardsoftware SAP R/3 in dem Release-Stand 4.0B einzuführen. Am 5.7.1999 erfolgte die Produktivsetzung mit allen einzuführenden Modulen. 9
Durch die Notierung am „Neuen Markt“ und der hieraus resultierenden Verpflichtung nach IAS oder US-GAAP zu bilanzieren 10 , wird bei der Bertrandt AG der Abschluß sowohl nach HGB, wie auch eine Überleitungsrechnung nach US-GAAP erstellt.
Die Erstellung der Konzernkapitalflußrechnung soll soweit, wie unter vertretbarem Aufwand möglich, durch die Konsolidierungskomponente EC-CS 11 , mit der zukünftig auch der Konzernabschluß der Bertrandt AG erstellt wird, unterstützt werden, da die Ermittlung der für die Konzernkapitalflußrechnung relevanten Daten in der Vergangenheit mit einem enormen Aufwand für das Rechnungswesen verbunden war. Es lag nahe, in einem integrierten Informationssystem wie dem SAP R/3, in dem schon laut Definition 12 alle relevanten Daten zeitnah vorhanden sein sollten, die Konzernkapitalflußrechnung so weit wie möglich automatisch aus dem System zu generieren.
Da die Software in der Standardauslieferung der Version 4.0B keine Konzernkapitalflußrechnung ermitteln kann 13 , und auch keine anderen Berichte, aus denen die benötigten Daten zusammengestellt werden könnten, ausgeliefert werden, sollte eine selbsterstellte Lösung mit Hilfe eines der Berichtswerkzeuge des Systems gefunden werden. Diese Arbeit soll die Möglichkeiten zur Erstellung einer Konzernkapitalflußrechnung 14 in der SAP-Komponente EC-CS aufzeigen und anhand eines Beispiels die Schritte, die für eine
8
Zur Vorstellung des Unternehmens vgl. Gliederungspunkt 1.3, S. 4.
9
Die Geschäftsprozesse des Unternehmens wurden durch die Module FI, HR, EC, SD, PS und MM vollständig abgedeckt.
10
Regelwerk neuer Markt, Ziffer 7.2.2, S. 30 f.
11
Das Modul „Enterprise Controlling - Consolidation“, kurz EC-CS, wird seit 1997 eingesetzt. Vgl. KARL, Stefan (1997), S. 89.
12
„ERP-Systeme
Geschäftsvorfällen. betriebswirtschaftlichen Komponenten jederzeit konsistent und aktuell abgebildet. Sie stehen in Echtzeit für die Steuerung der Geschäftsprozesse und zur Unternehmensplanung zur Verfügung.“ Vgl. SCHEER, August-Wilhelm (1998). S. 2 - 7. 13 In der Standardauslieferung des SAP R/3 Release 4.0B sind keinerlei Berichte für die Komponente EC-CS enthalten. Vgl. OSS-Hinweis Nr. 101834. 14 In dieser Arbeit wird von der Kapitalflußrechnung für Industrieunternehmen ausgegangen. Zu den Besonderheiten bei Kapitalflußrechnung von Banken siehe BELLAVITE-HÖVERMANN, Yvette/ LÖW, Edgar (1998), S. 99 ff. sowie bei Kapitalflußrechnungen von Versicherungsunternehmen GEIB, Gerd (1998), S. 159 ff.
Einleitung 3
Implementierung eines entsprechenden Reportes mit dem Berichtswerkzeug „Report Painter“ notwendig sind, erläutern.
1.2 Aufbau der Arbeit
Im folgenden 2. Gliederungspunkt dieser Arbeit werden die Gestaltungsmöglichkeiten der Kapitalflußrechnung dargestellt und ihre jeweilige Eignung zur Darstellung in der Komponente EC-CS erörtert.
Diese Ausführungen werden durch die zu berücksichtigenden Besonderheiten der Konzernkapitalflußrechnung sowie die Darstellung der international geltenden Normen in Gliederungspunkt 3 ergänzt.
Im Gliederungspunkt 4 erfolgt eine Darstellung der generellen Möglichkeiten des Berichtswesens im SAP R/3 sowie die Erörterung der Eignung dieser Berichtswerkzeuge zur Abbildung der Konzernkapitalflußrechnung.
Auf dieser Grundlage wird der Report „Konzernkapitalflußrechnung“ in Gliederungspunkt 5 in allgemeingültiger Form entwickelt und die Selektion der Daten in Gliederungspunkt 6 näher erläutert und begründet.
Der Gliederungspunkt 7 enthält eine kritische Würdigung der Arbeit mit Empfehlungen für die Erstellung einer Konzernkapitalflußrechnung mit der Komponente EC-CS. Dabei werden auch offenen Fragestellungen und zukünftige Einsatzgebiete aufgezeigt.
Einleitung 4
Die Bezeichnungen „Bericht“ und „Report“ werden aufgrund der unsystematischen Verwendung im SAP-Umfeld 15 im weiteren Verlauf der Arbeit synonym verwendet. Viele der technischen Lösungen sind unter Zuhilfenahme der Online-Hilfe des SAP R/3 -Systems in der Version 4.0B, Stand Juni 1998, entstanden. Eine Anlistung dieser Quelle entfällt.
1.3 Vorstellung der Bertrandt AG
Die Bertrandt AG ist derzeit einer der vier größten Ingenieurdienstleister in Europa mit einem voraussichtlichen Jahresumsatz von 275 Mio. DM und 2055 Mitarbeitern, Stand 30. Juni 1999.
Das Unternehmen wurde im Jahr 1974 als Ingenieurbüro von Harry Bertrandt in der Rechtsform einer GmbH gegründet. In den darauffolgenden Jahren konnte der Kundenkreis stark erweitert und zusätzliche Ingenieurbüros an verschiedenen Standorten in Deutschland eröffnet werden.
1993 wechselte im Rahmen eines „Management Buy-Out“ die Geschäftsführung, und die Ingenieurbüros wurden zu einer Holding zusammengefaßt.
1996 wurde im Zuge des Börsenganges die Rechtsform von der GmbH zur AG vollzogen. Neben der Mobilcom AG war die Bertrandt AG die erste Aktiengesellschaft, die 1997 am „neuen Markt“ notiert wurde.
Das Tätigkeitsfeld der Bertrandt AG umfaßt die Erstellung von Ingenieurdienstleistungen für die Automobilindustrie. Dabei wird der komplette Entwicklungsprozeß 16 vom Entwurf bis zum fahrfertigen Prototypen abgedeckt. Das Unternehmen profitiert dabei von den vermehrten „Outsourcing-Aktivitäten“ seitens der Automobilindustrie, die sich in einer starken Nachfrage nach Ingenieurdienstleistungen auswirkt.
Zur Erzielung der maximalen Kundennähe sind die Standorte der Tochterunternehmen bzw. der Betriebsstätten in den meisten Fällen mit denen der Automobilhersteller identisch. Der Konsolidierungskreis der Bertrandt AG umfaßt neun inländische und drei ausländische Tochtergesellschaften, welche in der Rechtsform der GmbH 17 geführt werden. Neben den in
15 In der Online-Hilfe sowie im OSS-System der SAP AG wird die Bezeichnung „Report“ und „Bericht“ nicht unterschieden. 16 Dies umfaßt: Konzeption, Design, Styling, Karosserieentwicklung, Prototypenbau, Produktionsplanung sowie Versuch und Erprobung. 17 Die ausländischen Tochterunternehmen werden in einer der GmbH ähnlichen Rechtsform geführt.
Einleitung 5
der deutschen Holding zusammengefaßten „Niederlassungen“ 18 wurde zum 31.12.98 eine Mehrheitsbeteiligung (60%) am Karosserie- + Prototypenbauer Z&R übernommen.
Abbildung 1: Konzernstruktur der Bertrandt AG
Besonderheiten auf Grund des Organschaftsverhältnisses:
Die Bertrandt AG hat mit den inländischen Tochterunternehmen Betriebsführungsverträge für die jeweilige Niederlassung abgeschlossen. 19 Die Tochterunternehmen führen im Außenverhältnis den Betrieb der jeweiligen Niederlassung im eigenen Namen, aber für Rechnung der Muttergesellschaft. 20
Für die Bilanzierung der Bertrandt AG und die dem Organkreis zugehörigen Organgesellschaften ergeben sich daraus folgende Auswirkungen:
• Aktiva werden beim wirtschaftlichen Eigentümer und somit in der Regel bei der Bertrandt AG ausgewiesen (Ausnahme: „Flüssige Mittel“ wie „Banken“ und „Kasse“).
• Alle Verbindlichkeiten sind entsprechend der rechtlichen Betrachtungsweise zu behandeln. Dies führt zu einer Darstellung entsprechend der Beziehung im Außenverhältnis.
18 So die interne Bezeichnung für die Tochterunternehmen der Bertrandt AG. 19 Mit allen 100%-igen Tochterunternehmen, nicht jedoch mit 60%-igen Tochter Z&R. 20 Vgl. Bertrandt AG (1998), S. 57.
Einleitung 6
• Rückstellungssachverhalte werden bei der Bertrandt AG erfaßt, sofern die Tochterunternehmen im Innenverhältnis Ausgleichsansprüche gegenüber der Gesellschaft geltend machen können.
• Für Verbindlichkeiten der Tochtergesellschaften, die wirtschaftlich die Bertrandt AG betreffen, machen diese einen Ausgleichsanspruch geltend.
• In der Gewinn- und Verlustrechnung gilt die wirtschaftliche Betrachtungsweise, das heißt, alle Sachverhalte, die für Rechnung der Bertrandt AG erfolgen, sind in deren Jahresabschluß dargestellt.
Abbildung 2: Bilanzierung aufgrund des Organschaftsverhältnisses
Bei der Erstellung des Jahres- oder Quartalsabschlusses fließen in die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) der Holding alle GuV-Konten der operativen Buchungskreise. In die Bilanz werden alle Aktivkonten der operativen Ebene (bis auf die flüssigen Mittel) und alle Rückstellungskonten übergeleitet. Die Passiva des operativen Buchungskreises „Holding“ fließen direkt in die Bilanz.
Einleitung 7
Die von den operativen Buchungskreisen der Niederlassungen verrechneten Verbindlichkeiten werden als Verbindlichkeitspositionen (Verbindlichkeit an verbundene Unternehmen) ausgewiesen. Die den operativen Buchungskreisen dadurch entstandenen Forderungen werden dementsprechend als Forderungspositionen (Forderungen an verbundene Unternehmen) dargestellt. Die verrechneten, eigentlichen Verbindlichkeiten werden als „echte“ Verbindlichkeiten ausgewiesen.
Aufgrund dieser rechtlichen Struktur wurde die Gesellschaftspflege in der Konsolidierungskomponente EC-CS wie folgt gewählt:
Abbildung 3: Konsolidierungsmonitor EC-CS
Einleitung 8
• Die operativen Buchhaltungen der deutschen Niederlassungen werden als eigenständige Buchungskreise im FI geführt. Alle Niederlassungen die zum deutschen Organkreis gehören, werden jedoch dem Konsolidierungskreis „Dummy-Organschaft“ (B09999) zugeordnet.
• Monatlich werden die Buchungen der Niederlassungen, die der Dummy-Organschaft zugeordnet sind, mittels eines eigens dafür geschriebenen Programmes auf die Holding bzw. auf die Niederlassungen verteilt, um zur rechtlich richtigen Sichtweise zu kommen (Vgl. Abbildung 2: Bilanzierung aufgrund des Organschaftsverhältnisses). Auf diese Weise erfolgt die „Organschaftskonsolidierung“.
• Nach der Übergabe der Daten in die Organschaft erfolgt die „normale“ Konsolidierung im Konsolidierungskreis „EU1000“.
Organisation des Konzernabschlusses:
Bis zur Produktivsetzung des SAP R/3 erfolgte die Buchführung der inländischen Tochterunternehmen mit der Software „FAMAC-FM“ 21 sowie die der ausländischen Tochterunternehmen über Buchhaltungsbüros. Die Konsolidierung der Organschaft sowie die gesetzliche Konsolidierung erfolgte über MS-Excel.
Neben dem hohen Zeitaufwand, die der Jahres- oder Quartalabschluß erforderte, entstanden auch andere Probleme (beschränkte Mehrbenutzerfähigkeit, keine Dokumentation, wenig Datensicherheit, schlechte Nachprüfbarkeit), wie sie für solche Lösungen typisch sind. 22 Vor allem das Berichtswesen (u.a. auch die Konzernkapitalflußrechnung) konnten nicht bzw. nur in geringem Maße durch die MS-Excel Lösung unterstützt werden.
Seit der Einführung des SAP R/3 erfolgt die Buchführung der Niederlassungen, inklusive der 60% Beteiligung an Z & R mit dem FI-Modul. Die Abschlußdaten dieser Unternehmen werden direkt aus der operativen Datenbank des Systems, unter Berücksichtigung der beschrieben Sachverhalte aufgrund des Organschaftsverhältnisses, per „direktem Durchbuchen“ in die Konsolidierungsdatenbank übernommen. Die Daten der ausländischen Tochterunternehmen werden (noch 23 ) per MS-Excel gemeldet.
21 FAMAC-FM ist die Finanzbuchhaltungssoftware der Firma AC-Service AG. 22 Vgl. auch FINDEIS, Wolfgang/POLLANZ, Manfred/STARZONEK, Oliver (1998), S. 32. 23 Die Produktivsetzung der französischen Töchter ist für den 1.10.1999 geplant.
Gestaltungsmöglichkeiten der Konzernkapitalflußrechnung 9
2 Gestaltungsmöglichkeiten der Konzernkapitalflußrechnung
Die Kapitalflußrechnung ist laut deutschem Handelsrecht seit der Verabschiedung des KonTraG 24 nach § 297 Abs. 1 Satz 2 HGB Teil des Konzernanhangs, der zusammen mit der Konzernbilanz und der Konzern-GuV Bestandteil des Konzernabschlusses ist. Er ist neben seiner Funktion als Dokumentations- und Entscheidungsinstrument 25 ein wichtiges Instrument der Öffentlichkeitsarbeit der Unternehmen. 26
Die zentrale Aufgabe des Konzernanhangs als Teil des Konzernabschlusses ist die Kommunikation über die finanzwirtschaftliche Lage des Konzerns. 27 Dazu eignet sich die Kapitalflußrechnung besonders, da sie der einzige Bestandteil des Konzernabschlusses ist, der Informationen über die Zahlungsströme des Konzerns gibt und der aufgrund fast gleicher Aufstellungsvorschriften über Landesgrenzen hinweg vergleichbar ist. Die Kapitalflußrechnung ist jedoch nicht nur für externe Zwecke sondern auch für interne Zwecke interessant. Sie dient hier u.a. der Konzernplanung und -steuerung sowie der Unterstützung des Cash-Managements bei Liquiditätsplanungen, etc. 28
Von einer Kapitalflußrechnung nach internationalen Normen wird daher erwartet, daß sie insbesondere eine verbesserte Einschätzung der Fähigkeiten des aufstellenden Unternehmens erlaubt, künftig positive finanzielle Überschüsse zu erwirtschaften, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen und Ausschüttungen an Anteilseigner zu leisten. 29 Dabei wird auf die Ein- und Auszahlungen fokusiert, also auf die Veränderungen des zahlungsstromorientierten Finanzmittelfonds.
Folgenden Zielsetzungen sollte eine Kapitalflußrechnung gerecht werden 30 :
• Dokumentation der Investitions- und Finanzierungstätigkeit.
• Ermittlung des Finanzbedarfs, der durch Investitionen, Tilgung von Verbindlichkeiten und Ausschüttung von Dividenden entsteht sowie Darstellung der Deckung bzw. Unterdeckung durch Innen- und Außenfinanzierung.
24 Das KonTraG ergänzt den § 297, Abs. 1 HGB derart, daß börsennotierte Mutterunternehmen den Konzernanhang um eine Kapitalflußrechnung und eine Segmentberichterstattung ergänzen müssen. 25 Vgl. KÜTING, Karlheinz/WEBER, Claus-Peter (1997a), S. 56. 26 Vgl. JESKE, Jürgen (1997), S. 82. 27 Vgl. JANSSEN, Friedrich (1997), S. 66. 28 In Frankreich ist z.B. die interne Erstellung von Kapitalflußrechnung zur Vermeidung von Unternehmenszusammenbrüchen vorgeschrieben. Vgl. KÜTING, Karlheinz/PFUHL, Joerg (1994), S. 1507. 29 Vgl. GEBHARDT, Günther (1999), S. 1314; E-DRS 2 (1999), Tz. 1. 30 Vgl. PFUHL, Joerg (1993a), S. 2 f.; KÜTING, Karlheinz/DAWO, Sascha (1999), S. 169.
Gestaltungsmöglichkeiten der Konzernkapitalflußrechnung 10
• Ausweis der Liquiditätsveränderung der Berichtsperiode.
Die Abgrenzung des Fonds zur Abbildung der Liquiditätsveränderung wird je nach verwendeter Norm unterschiedlich vorgenommen. Laut dem vorgelegten Entwurf des DRSC zur Kapitalflußrechnung (E-DRS 2) 31 dürfen jedoch in den Finanzmittelfond lediglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente einbezogen werden. 32 Da zahlungsstromorientierte Rechnungen unabhängig von Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften sind und damit bilanzpolitische Gestaltungsmöglichkeiten weitgehend ausgeschaltet sein sollten 33 , ist das ermittelte Zahlenmaterial sowohl für die interne als auch für die externe Rechnungslegung von Interesse. 34 Dieser Tatbestand wird dadurch unterstützt, daß die Kapitalflußrechnung leicht verständlich ist, also vom Leser keine fachspezifischen Vorkenntnisse erfordert und deshalb auch von bilanzrechtlich ungeschulten Adressaten 35 verwendet werden kann. 36 Die Konzernkapitalflußrechnung eignet sich deshalb gleichermaßen als Steuerungs- und Publikationsinstrument.
2.1 Ermittlungsmethoden der Konzernkapitalflußrechnung
Bei der Erstellung einer Konzernkapitalflußrechnung sollten Gestaltungsgrundsätze ähnlich den GoB bei der Erstellung des Jahres- bzw. Periodenabschlusses angewendet werden. 37 Die Informationen über die in der Kapitalflußrechnung auszuweisenden Ein- und Auszahlungen können auf verschiedene Arten gewonnen werden: „originär“, „derivativ“ und für die Konzernkapitalflußrechnung auch „additiv“.
Alle drei Vorgehensweisen müssen jedoch zum gleichen Ergebnis führen. 38 Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werden die Ermittlungsmethoden für die Konzernkapitalflußrechnung
31 Das „Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee e.V.“ (DRSC) hat am 29.04.1999 den Entwurf des „Deutschen Rechnungslegungs Standard Nr. 2“ (E-DRS 2) „Kapitalflußrechnung“ vorgelegt. 32 Zur Definition des Finanzmittelfonds vgl. E-DRS 2 (1999), Tz. 2. 33 Zu den Vorteilen des Zahlungsstrom-Konzepts vgl. KÜTING, Karlheinz/DAWO, Sascha (1999), S. 170. 34 Zur zweigleisigen Strategie im Konzernabschluß vgl. KÜTING, Karlheinz/LORSON, Peter (1999), S. 217. 35 Zu den möglichen internen und externen Adressaten vgl. PFUHL, Joerg (1993a), S. 135 f. 36 Vgl. KÜTING, Karlheinz/DAWO, Sascha (1999) S. 170. 37 Vgl. zu den Gestaltungsgrundsätzen von Kapitalflußrechnungen auch KÜTING, Karlheinz/DAWO, Sascha (1999), S. 171; WYSOCKI, Klaus von (1998), S. 8 f.
Gestaltungsmöglichkeiten der Konzernkapitalflußrechnung 11
betrachtet, da sie die Methoden zur Ermittlung der (Einzel-) Kapitalflußrechnung
einschließen.
Abbildung 4: Ermittlungsmethoden der Konzernkapitalflußrechnung 39
Die Wahl der Ermittlungsmethode ist lediglich von den Möglichkeiten und der Struktur (Einzel- oder Mutterunternehmen) des erstellenden Unternehmens abhängig, da die Stellungnahmen der großen nationalen Standard Setter 40 (FASB, IAS und DRSC) keine Regelungen zur Ermittlungstechnik, sondern nur Anforderungen an das Endprodukt — die (konsolidierte) Kapitalflußrechnung — enthalten. 41
2.1.1 Originäre Ermittlung
Unter der originären Ermittlung wird die Erstellung der Konzernkapitalflußrechnung direkt aus den Ein- und Auszahlungen einer Periode verstanden. Diese Zahlungen werden nach dem Kriterium der Bereichszugehörigkeit gegliedert und einander gegenübergestellt.
Als Vorteile der originären Ermittlung werden genannt 42 :
• Unabhängigkeit von der Konzernbilanz, bzw. Gewinn- und Verlustrechnung (insbesondere hinsichtlich der Abgrenzung sowie Veränderungen des Konsolidierungskreises, Wahl des Stichtages, Währungsumrechnung, etc.).
38 Vgl. KÜTING, Karlheinz/PFUHL, Joerg (1994), S. 1509.
39 Vgl. PFUHL, Joerg (1993a), S. 377. 40 Dies sind „die ‚Standard Setter‘, deren Verlautbarungen eine Unterstützung von staatlicher Seite zukommt“. Vgl. KÜTING, Karlheinz/BRAKENSIEK, Sonja (1999), S. 678. 41 Vgl. GEBHARDT, Günther (1999), S. 1316; WYSOCKI, Klaus von (1995), S. 472; E-DRS 2 (1999), Tz. 12. 42 Vgl. PFUHL, Joerg (1993a), S. 106; KÜTING, Karlheinz/DAWO, Sascha (1999), S. 170.
Gestaltungsmöglichkeiten der Konzernkapitalflußrechnung 12
• Darstellungsmöglichkeiten nach Währungen, unterschiedlichen Konsolidierungskreisen etc.
Um eine Kapitalflußrechnung originär aus der Konzernbuchführung 43 zu ermitteln, müssen bestimmte Voraussetzungen getroffen werden. Zur technischen Umsetzung einer solchen Lösung mit Hilfe eines EDV-System gibt es mehrere Ansatzpunkte, welche im weiteren Verlauf dieses Gliederungspunktes erörtert werden.
2.1.1.1 Ermittlung über Buchungsschlüssel
Da die originäre Ermittlung der Konzernkapitalflußrechnung die Erstellung aus den Einzahlungen und Auszahlungen jedes einzelnen Buchungspostens bedeutet, müßten im Finanzmodul der Buchhaltungssoftware mindestens zwei neue Buchungsschlüssel 44 definiert werden, damit die Ein- und Auszahlungen auch als solche gekennzeichnet werden können 45 und die Zuordnung zu den jeweiligen betrieblichen Bereichen 46 ermöglicht wird. Die einzelnen Transaktionen der Finanzbuchhaltung müssen daher bei der Verbuchung als „zahlungs-unwirksam“ oder „zahlungswirksam“ und mit den Bereichen „laufende Geschäftstätigkeit“, „Finanzierung“ oder „Investition“ gekennzeichnet werden. Weiterhin muß zur Erkennung bzw. Konsolidierung der konzerninternen Transaktionen die Zusatzkontierung „Partner“ gepflegt werden, um diese internen Zahlungsströme zu eliminieren. 47
Diese Methode zur originären Ermittlung der Konzernkapitalflußrechnung ist in der Praxis nur mit großem Aufwand zu implementieren. So lag zum Beispiel das Belegvolumen der Bertrandt AG als mittelständisches Unternehmen im Jahr 1998 bei etwa 60.000 Belegen. Da jeder Beleg meist aus mind. zwei Positionen besteht und jeweils zwei weitere Zuordnungen (Zahlungswirksamkeit und Geschäftsbereich) getätigt werden müßten, wären für die
43 Zur Problematik der Konzernbuchführung vgl. Gliederungspunkt 2.1.1.4, S. 14. 44 Neben den in der Standardauslieferung von SAP R/3 definierten Unterpositionen wie z.B. 120 = „Zugang“, 220 = „Abschreibung“ müßten zusätzlich die Unterpositionen „zahlungswirksamkeit“ und „betrieblicher Bereich“ im System definiert werden und die Erfassungsmasken der Buchungsbelege um dieses Feld als „Mußfeld“ ergänzt werden, da sonst die Gefahr der Nichterfassung dieser Zusatzinformation besteht. 45 Vgl. KÜTING, Karlheinz/DAWO, Sascha (1999), S. 175. 46 Bezüglich der Gliederung der Zahlungsströme vgl. Gliederungspunkt 2.2, S. 18. 47 Vgl. SIENER, Friedrich (1998), S. 39.
Gestaltungsmöglichkeiten der Konzernkapitalflußrechnung 13
Buchhaltungsmitarbeiter mindestens 240.000 Interaktionen mehr als bei einer „normalen“ Buchhaltung notwendig.
Aus diesen Gründen wurde die Möglichkeit der originären Ermittlung einer Konzernkapitalflußrechnung für die Bertrandt AG verworfen und wird auch für die meisten Unternehmen dieser Größe aufgrund des immensen Mehraufwandes für das Rechnungswesen nicht zu realisieren sein.
2.1.1.2 Ermittlung über Gegenfondbewegungen
Eine weitere Möglichkeit zur originären Ermittlung der Konzernkapitalflußrechnung ist die Erklärung der Fondbewegungen durch die zugehörigen Gegenfondbewegungen. Jede Soll-oder Habenbuchung eines dem Fond zugehörigen Kontos würde auf Ihren „Sinn und Zweck“ untersucht und dementsprechend klassifiziert werden. 48
Diese Auswertung zu automatisieren erweist sich technisch als sehr schwierig und wäre im ersten Schritt auch nur für „Einzelkapitalflußrechnungen“ möglich, da der „Gegenfond“ bei konzerninternen Transaktionen für Unternehmen, die nicht in das R/3 integriert sind, nicht automatisch zu erkennen ist. Um mit dieser Methode die Konzernkapitalflußrechnung komplett originär zu erstellen, müßten in einem zweiten Schritt auch die Gegenfondbewegungen bei konzernübergreifenden Transaktionen ermittelt und der konzerninterne Anteil eliminiert werden. Auch dieses Verfahren wurde aufgrund der Komplexität für die Bertrandt AG verworfen und wird auch für andere Unternehmen nur mit hohem Aufwand zu realisieren sein.
2.1.1.3 Ermittlung durch Aufteilung der Fondkonten
Eine Verringerung des Zuordnungsproblems der Zahlungsströme brächte die Aufteilung der Fondkonten in Ein- und Auszahlungskonten, die den drei betrieblichen Bereichen zugeordnet werden. 49 Für das Fondkonto „Kasse“ würde dies beispielsweise folgende Aufteilung bedeuten:
• Kasse für laufende Geschäftstätigkeit
• Kasse für Investitionstätigkeit
• Kasse für Finanzierungstätigkeit
48 Vgl. PFUHL, Joerg (1993a), S. 107 f. 49 Vgl. PFUHL, Joerg (1993a), S. 107 f.
Gestaltungsmöglichkeiten der Konzernkapitalflußrechnung 14
Diese Aufteilung hätte jedoch zur Folge, daß bei einem Vorgang wie z.B. der Barzahlung einer Anlage, inklusive der angefallenen Finanzierungskosten, die Sollbuchung nicht wie bisher auf ein Konto („Kasse“), sondern auf zwei verschiedene Konten gebucht werden müßte. Statt des Buchungssatzes 50 10.000,- Maschinen an 10.500,- Kasse 500,- Finanzaufwand
wäre nun folgende Buchung notwendig:
10.000,- Maschinen an 10.000,- Kasse - Investition 500,-Finanzaufwand an 500,- Kasse - gew. Geschäftst. 51
Dies bedeutet einerseits einen Mehraufwand in der Buchhaltung, aber auch ein nachträgliches Prüfen des Vorgangs durch den Abschlußprüfer o.ä. würde wesentlich erschwert. Für die Bertrandt AG wurde auch diese Ermittlungsmethode wegen des zu hohen Aufwandes verworfen und wird wohl auch allgemein nur für wenige Unternehmen einen Lösungsweg zur Ermittlung der Konzernkapitalflußrechnung darstellen.
2.1.1.4 Existenz einer Konzernbuchführung
Die Problematik der originären Ermittlung einer Konzernkapitalflußrechnung ist eng verbunden mit der Fragestellung der Existenz einer Konzernbuchführung. 52 RUHNKE definiert die Konzernbuchführung „als die Summe der organisatorischen Maßnahmen in den betrieblichen Teilgebieten des Rechnungswesens, die notwendig sind, damit der Abschluß der wirtschaftlichen Einheit Konzern seine Informations- und Entscheidungsfunktion erfüllen kann“. 53
Demnach wird unter einer Konzernbuchführung nicht die Verbuchung eines jeden Geschäftsvorfalls aus der Sicht des Konzerns verstanden, sondern lediglich die zusätzliche Erfassung, Speicherung und Weiterleitung der aus Konzernsicht relevanten Daten. Diese
50 Das Beispiel erfolgt aus Vereinfachungsgründen ohne Steuer. 51 Je nach Zuordnung der Finanzierungskosten zu den betrieblichen Bereichen. 52 „Die Einrichtung einer eigenständigen Konzernbuchführung....wird u.a. durch den Einsatz zahlungsstromorientierter Konzernkapitalflußrechnungen...geprägt.“ Vgl.
KÜTING, Karlheinz (1993), S. 377. 53 RUHNKE, Klaus (1994b), S. 893.
Arbeit zitieren:
Andreas Schoenherr, 1999, Darstellung und kritische Würdigung der direkten Erstellung einer Konzern-Kapitalflussrechnung nach internationalen Normen unter besonderer Berücksichtigung der Abbildung in der SAP Komponente EC-CS, München, GRIN Verlag GmbH
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