Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis.................................................................................................. - 2 -
1. Einleitung - 3 -
2. Geschichte und Kultur Hatras - 4 -
2.1. Die Entstehung und Entwicklung Hatras - 4 -
2.2. Kultur und Religion - 6 -
3. Die Bedeutung Hatras für die Römer - 8 -
4. Die früheren Kriege um Hatra - 9 -
5. Die Eroberung Hatras 240 n Chr - 10 -
6. Zusammenfassung - 12 -
Quellen- und Literaturverzeichnis - 14 -
Quellenverzeichnis - 14 -
Literaturverzeichnis - 14 -
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1. Einleitung
“Wir schreiben das Jahr 117 n. Chr. Ganz Mesopotamien ist von den Römern besetzt. Ganz Mesopotamien? Nein. Eine kleine, von unbeugsamen Arabern bevölkerte Stadt hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten.” 1 So beginnt Michael Sommer seine Arbeit über die
Stadt Hatra in Anlehnung an die berühmten Geschichten von Albert Uderzo und René Goscinny. Die Stadt Hatra hat tatsächlich viel mit dem kleinen gallischen Dorf gemeinsam. Immerhin zwei römische Kaiser belagerten die Stadt innerhalb von 100 Jahren vergeblich. Rom scheint nicht in der Lage gewesen zu sein, diese Stadt mit militärischen Mitteln einzunehmen. Und doch findet man im Jahr 238 n. Chr. eine römische Garnison in der Stadt, was durch 2 Inschriften sicher belegt ist 2 .
Wie kam es dazu, dass die Stadt Hatra schließlich doch zum Imperium Romanum gehörte? Was machte die Stadt überhaupt so interessant für die Römer, aber auch für Feinde aus dem Osten, insbesondere die Sasaniden? Auf diese Fragen soll in der vorliegenden Arbeit versucht werden, eine Antwort zu finden. Betrachtet werden soll hierzu zunächst die Geschichte und Kultur der Stadt. Anschließend werden die Kriege zur Eroberung näher beleuchtet.
Bei der Bearbeitung des Themas war vor allem Michael Sommers Monographie “Hatra: Geschichte und Kultur einer Karawanenstadt im römisch- parthischen Mesopotamien” besonders hilfreich 3 . Er gibt in dieser Arbeit nicht nur schriftlich, sondern auch optisch einen Einblick in die
Entwicklung und Kultur dieser Grenzstadt zwischen den römischen und parthischen Großreichen. Weiterhin gibt auch Stefan R. Hauser in seinem Aufsatz “Hatra und das Königreich der Araber” 4
einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Stadt.
1
Sommer, Michael: Hatra: Geschichte und Kultur einer Karawanenstadt im römisch- parthischen Mesopotamien. Mainz am Rhein 2003. Hier S. 4.
2 Vgl. Wiesehöfer, Josef: Die Anfänge sassanidischer Westpolitik und der Untergang Hatras, in: Klio 64, 1982, 437 - 447. Hier S. 446.
3 Sommer, Michael: Hatra: Geschichte und Kultur einer Karawanenstadt im römisch- parthischen Mesopotamien. Mainz am Rhein 2003.
4 Hauser, Stefan R.: Hatra und das Königreich der Araber, in: Wiesehöfer, Josef: Das Partherreich und seine Zegnisse: Beiträge des internationalen Colloqiums; Eutin (27. - 30. Juni 1996). Stuttgart 1998.
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Leider sind die Ruinen und damit auch die archäologische Erforschung der Stadt durch die aktuellen Ereignisse stark gefährdet. Beide Golfkriege nagten an den Überresten der Stadt und erschweren den Forschern ihre Arbeit. Als Reaktion darauf erklärte die UNESCO Hatra zum einzigen Weltkulturerbe des Irak 5 .
2. Geschichte und Kultur Hatras
Die Stadt Hatra liegt etwa 50 km westlich des Tigris inmitten der Steppe des heutigen Irak. Die Geschichte der Stadt war eine Geschichte des Widerstandes gegen Eroberer aus Ost und West. Als Grenzposten zwischen römischem und parthischem Reich beruhte ihre Bedeutung vor allem auf ihrer militärisch - strategischen als auch handelspolitisch günstigen Lage an der Karawanen - und Heeresstraße von Nisibis nach Ktesiphon 6 . Sie stellte dabei zum einen parthische
Auffangstelle bei römischen Angriffen, zum anderen ein Ausgangspunkt für eigene militärische Unternehmungen der Parther 7 .
2.1. Die Entstehung und Entwicklung Hatras
Die Gründung der Stadt Hatra liegt ebenso fast vollkommen im Dunkeln wie die Gründe für die Besiedlung einer auf den ersten Blick so lebensfeindlichen Gegend. Im Umland der Stadt, Hatrene genannt, findet man Wasser nur sporadisch. Im Stadtgebiet von Hatra ist das Grundwasser allerdings nachweislich über Quellen erreichbar, was wahrscheinlich auch den Hauptgunstfaktor für die Besiedlung darstellte 8 . Vermutlich bewegte eine Kombination aus politischen und ökonomischen Faktoren Nomadenstämme zum Sesshaftwerden 9 .
6 Vgl. Wiesehöfer: Die Anfänge sassanidischer Westpolitik und der Untergang Hatras. S. 440. 7 Ebda. S. 440.
8 Vgl. Sommer: Hatra. S. 12.
9 Vgl. Sommer: Roms orientalische Steppengrenze: Palmyra - Edessa - Dura-Europos - Hatra; eine Kulturgeschichte von Pompeius bis Diocletian. Stuttgart 2005. Hier S. 368.
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Über die frühe Entwicklung der Stadt ist wenig bekannt. Ins römische Blickfeld gerät die Stadt erstmals im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. Bereits hier weißt die Tabula Peutingeriana 10 Hatra als
wichtige Handelsdrehscheibe aus. Trotzdem beschreibt Cassius Dio die Stadt mit folgenden Worten: “Die Stadt ist weder groß noch wohlhabend…” 11 . Bereits Ende dieses Jahrhunderts schreibt er der Stadt aber einen “bedeutenden Ruf” 12 und “gewaltige[n] Geldsummen” 13 zu. Die
Hauptentwicklung zu ihrer heutigen Gestalt muss die Stadt also Mitte des 2. Jahrhunderts durchgemacht haben. Und tatsächlich sind gewaltige Veränderungen, sowohl politisch als auch architektonisch für diese Zeit nachgewiesen.
Die Herrscher der Stadt Hatra trugen noch zu Anfang des 2. Jahrhunderts den Titel mry’ (“Herr”). Zwischen 137/38 und 176/77 n. Chr. nahmen die Herrscher den Königstitel mlk’ an 14 .
Dies ist ein eindeutiges Zeichen für das gewachsene Prestige der Herrscherdynastie Hatras. Die Stadt stellte dennoch keinen souveränen Staat dar, verfügte aber über weit reichende Autonomie innerhalb des Partherreiches. Die Initiative hierzu dürfte sicher bei der Reichszentrale gelegen haben, die sich im Gegenzug der Aufwertung lokaler Machthaber deren Loyalität erwartete 15 .
Strategisch gesehen war dieser Schritt enorm wichtig, da die Parther es im Westen mit einem enorm expansiven römischen Reich zu tun hatten. Bekanntlich kämpfen Menschen sehr enthusiastisch für die eigene Freiheit und Könige sind immer um Machterhalt und -Vergrößerung bemüht. Ein Fakt den die Reichszentrale zur Verteidigung der Westgrenze sicher im Hinterkopf hatte und der nur zum eigenen Vorteil sein konnte. Andererseits konnte man natürlich auch Gefahr laufen von den lokalen Königen übermannt zu werden - ein Risiko das die Arsakiden eingehen mussten und wollten.
Wie bereits erwähnt, gab es im Verlauf des 2. Jahrhunderts auch große architektonische Veränderungen in der Stadt. Sie erhielt ihre heutige Gestalt hauptsächlich in den 20er und 30er Jahren dieses Jahrhunderts. In dieser Zeit wurde die Stadt auf beinahe dreifache Größe
10
Die Tabula Peutingeriana, auch Peutingersche Tafel, ist eine Karte, die das Straßennetz (Römerstraße) im spätrömischen Weltreich von den britischen Inseln über den Mittelmeerraum und den nahen Osten bis nach Indien mit dem Ganges, der Insel Sri Lanka (Insula Taprobane) im Indischen Ozean und China wiedergibt.
11
Cassius Dio 68, 31, 1-2.
12 Cassius Dio 76, 12, 2.
13 Cassius Dio 76, 12, 2.
14 Vgl. Sommer: Roms orientalische Steppengrenze. S. 381.
15 Vgl Sommer: Hatra. S. 31.
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Arbeit zitieren:
Nico Mehlhorn, 2006, Der Kampf um Hatra, München, GRIN Verlag GmbH
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