Inhalt
Inhalt.............................................................................................................. 2
I. Einleitung 3
II. Charakterisierung der Romanze 4
A Zur Geschichte der Gattung. 4
B Zur Etymologie des Begriffs. 7
C Formale Charakteristika der Romanze 9
D Verschiedene Typen von Romanzen 12
III. Zur Romanze in Deutschland. 13
A Die formale Anpassung. 13
B Romanzen in der deutschen Lyrik 16
C Herder trifft auf den Cid 18
D Gab es eine inhaltliche Anpassung in Herders Cid? 20
IV. Abschließende Betrachtungen 22
V. Bibliographie 23
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I. Einleitung
Das Thema dieser Arbeit ist die spanische Volksdichtungsform der Romanze, die ihren Ursprung in den Heldenepen des spanischen Mittelalters hat. Da sich das von mir besuchte Proseminar „Cantar de Mio Cid“ mit dem Epos über die altspanische Heldenfigur des „Cid“ beschäftigte, war es interessant zu erforschen wie der Zusammenhang zwischen dem Epos und den Romanzen ist.
Da die Romanzendichtung als die spanische Nationalliteratur gilt, ist es zudem noch von Interesse wie diese Art der Dichtung außerhalb ihrer Heimat, nämlich in Deutschland empfangen und verwertet wurden und zudem am Beispiel Johann Gottfried Herders einen Ausschnitt von der Rezeption des Cid in Deutschland zeigen.
Die Absicht, die mit dieser Hausarbeit verfolgt wird ist diejenige, die Gattung der Romanze zunächst zu definieren und ihren Hintergrund zu beleuchten.
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II. Charakterisierung der Romanze
A Zur Geschichte der Gattung
Die Romanzendichtung entstand im mittelalterlichen Spanien und gilt bis zum heutigen Tage als die „köstlich Frucht aus dem Volksgut der Spanier“ (Staub 1970, 7).
Es wurde viel diskutiert und geforscht über den wahren Ursprung der Romanzendichtung. Einig ist man sich darüber, dass Romanzen seit ihrer ersten Verwendung den Zweck hatten, erzählte Geschichten weiterzutragen von Mensch zu Mensch und Generation zu Generation, was anfangs meist unter musikalischer und rhythmischer Begleitung geschah. Auf diese Weise war es für den Zuhörer einfacher den vorgetragenen Stoff im Gedächtnis zu behalten. Der Eindruck den die Romanze machte wurde durch die musikalische Untermalung komplexer. Jedoch kann man davon ausgehen dass die einzelnen Romanzen, die eine Art der Volksdichtung darstellen, so gut wie nie zweimal im exakt selben Wortlaut vorgetragen wurden. (vgl. Deutschmann 113, 1988) Die ersten Romanzen wurden im 14. Jahrhundert aufgezeichnet. Einer der wohl bekanntesten Forscher, die sich auf die Suche nach dem Ursprung dieser spanischen Dichtungsform machten ist Ramón Menéndez Pidal, der durch sein 1953 erschienenes Werk „Romancero Hispánico, Teoría y Historia“ den Grundstein für alle ab diesem Zeitpunkt zum Thema Romanzenforschung verfassten Werke lieferte. Menéndez Pidal und zwei seiner Kollegen, Manuel Milá y Fontanals und Marcelino Menéndez Pelayo, sind die Begründer der sogenannten „teoría de las tres emes“ , also der „Theorie der drei Ms“. Die Beziehung leitet sich aus den Familiennamen ihrer drei Verfasser ab, die alle mit M beginnen.
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Diese Theorie über den Ursprung der Romanzendichtung sieht diesen im Niedergang der spanischen Adelshöfe zwischen dem 14. und dem 15. Jahrhundert.
An den Höfen war es Brauch die Taten von großen Helden in Schlachten in gesungenen Epen zu verewigen. Die drei Ms gehen davon aus dass die heute als Romanzengedichte bekannten lyrisch-epischen Erzählgedichte Extrakte aus diesen Heldenepen sind. (vgl. Staub 10, 1970) Nach dem Niedergang der Adelshäuser im Spanien des 14. und 15. Jahrhunderts verließ also auch die Spielmannskultur die Höfe der Adeligen und gab auch dem gemeinen Volk Darbietungen ihrer musikalischen Dichtungen über die Helden, wie zum Beispiel auf Marktplätzen oder in Kneipen. Hier sehen die drei Ms den Ursprung der Romanzendichtung: Man nimmt an, dass sich die Zuhörer der Spielmänner manche sehr beliebte Passagen eines vorgetragenen Heldenliedes immer wieder und wieder auch aus dem Kontext gelöst vortragen ließen um sich diese selbst einzuprägen und den gehörten Gesang an anderer Stelle eventuell selbst vorzutragen. Von da an bekam diese Art der Heldendichtung einen eher populären oder bürgerlichen Anklang- sie wurden zur Volksromanze.
Durch ihre Grundeigenschaft der mündlichen Überlieferung hat eine Romanze im Verlauf ihres Daseins viele verschiedene Dichter gehabt, die aus jeder Bevölkerungsschicht stammen konnten, gehabt. Dies ist der Grund warum sie in und außerhalb Spaniens als seine national einigende literarische Gattung betrachtet wird. (vgl. Deutschmann 99, 1988)
Die Theorie der drei Ms über den Ursprung der Romanzendichtung wird heute allgemein als gültig betrachtet, da sie andere Theorien über den Ursprung der Romanze eindeutig widerlegen konnte.
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Menéndez Pidal hat anhand von Romanzen rund 18 verloren geglaubte Epen, also Heldenlieder rekonstruieren können.(Deutschmann 111, 1988) Die Ähnlichkeit in Thema und Form zwischen dem Heldenepos und der spanischen Volksromanze sind einer der wichtigsten Beweise für die Richtigkeit der 3M-Theorie.
Das bedeutet, dass sich Teilestücke der Epen verselbstständigt und sich in der Form der Romanze zu eigenen kleinen Epen weiterentwickeln. Je öfter sie überliefert und rezitiert werden, desto mehr verändern sich die Romanzen. Darum spricht man auch von einem „epischen Trümmerfeld“. (vgl. Pfandl 2, 1933)
Andere Theorien über den Ursprung dieser Dichtung behaupten das genaue Gegenteil, nämlich dass zuerst die Romanzen entstanden seien, die dann in Zyklen gesammelt worden seien aus denen schließlich die „cantares de gesta“also die Heldenepen- entstanden sein sollen.
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Arbeit zitieren:
Felix Bellermann, 2004, Zur altspanischen Romanzendichtung, München, GRIN Verlag GmbH
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