Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis iii
Abkürzungsverzeichnis iv
1 Einleitung 1
2 Die Grundidee der Ethik der Governance 2
2.1 Theoretische Voraussetzungen der Governanceethik 2
2.1.1 Gegenstandsbereich der Governanceethik 3
2.1.2 Bedeutung für die Anwendung 5
3 Management der Werte 7
3.1 Triebkräfte des Wertemanagements 7
3.1.1 Corporate Governance und Wertemanagement 9
3.1.2 Wertekategorien 10
3.2 Das WerteManagementSystem ZfW 10
3.2.1 Institutionalisierung des WerteManagementSystems ZfW 11
3.2.1.1 Stufe 1: Kodifizieren 13
3.2.1.2 Stufe 2: Kommunizieren 13
3.2.1.3 Stufe 3: Implementieren 13
3.2.1.4 Stufe 4: Organisieren 14
4 Enron Corperation 15
4.1 Die Geschichte Enrons 15
4.2 Enron Ethics und das WerteManagementSystem ZfW 16
4.2.1 Enron Ethics 16
4.2.2 WerteManagementSystem ZfW 18
5 Schlussbetrachtung 19
Literaturverzeichnis v
ii
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1:Koeffizientenmatrix der Governanceethik 5
Abbildung 2:Mindestanforderung an eine Führungsethik 6
Abbildung 3:Steuerungsmatrix der Corporate Governance 9
Abbildung 4:Kategorisierung der Unternehmenswerte 10
Abbildung 5:Prozessstufen des WerteManagementSystems ZfW 12
Abbildung 6: Koeffizientenmatrix der Governanceethik bei Enron 18
iii
Abkürzungsverzeichnis
CEO Chief Executive Officer
CFO Chief Financial Officer
COO Chief Operating Officer
US-GAPP Generally Accepted Accounting Principles
ZfW Zentrum für Wirtschaftsethik
iv
1 Einleitung
Die Frage nach Moral und Ethik in einer globalisierten Wirtschaft stellt sich immer häufiger. Der Staat verliert mehr und mehr an Einfluss und es ist kaum möglich länderübergreifende Regeln für einen fairen und humanen Wettbewerb aufzustellen. In den Medien wird über Korruption und Massenentlassungen trotz steigender Gewinne beinahe täglich berichtet. Die Unternehmen, hier besonders die Großen, haben mit einem extremen Vertrauensverlust zu kämpfen, der sich neben Imageschäden deutlich in der Bilanz niederschlägt. 1
Wie ist diesem Werteverfall in der Wirtschaft nun zu begegnen?
Ist es überhaupt möglich in einem gewinnmaximierenden System moralisch zu handeln?
Die Relevanz von Ethik und Moral in der Wirtschaft lässt sich an verschiedenen Beispielen deutlich machen. Bei Shell, die Mitte der 90iger Jahre des letzten Jahrhunderts mit den Folgen der langwierigen Diskussion über das „Nichtversenken“ der Ölplattform „Brent Spar“ zu kämpfen hatten, oder bei Nike, die aufgrund von Kinderarbeit bei ihren Zulieferern unter enormen Druck gerieten.
Durch moralisches, ethisches Handeln hätten sich diese Unternehmen den Problemen nicht aussetzten müssen. Doch ist moralisches Handeln immer möglich? Diese Frage ist nicht Gegenstand dieser Arbeit und soll hier nicht erörtert oder beantwortet werden.
Im Bereich der Wirtschafts- und Unternehmensethik gibt es im deutschsprachigen Raum verschiedene Ansätze. Im Rahmen meiner Seminararbeit werde ich die „Theorie der Governanceethik “ von Josef Wieland vorstellen und sie auf den wohl bekanntesten Fall der Wirtschaftskriminalität anwenden: den Fall Enron.
Der Ansatz von Josef Wieland gilt als der praxisorientierteste Ansatz im Bereich der Wirtschafts- und Unternehmensethik. Interessant ist besonders, ob es mit diesem Ansatz möglich ist, selbst extreme Formen von unmoralischem Handeln zu verhindern. Ich gehe so vor, dass ich im zweiten Kapitel die Ethik der Governance vorstelle, im dritten Kapitel daraus das Wertemanagementsystem des Zentrums für Wirtschaftsethik (ZfW) ableite und im vierten Kapitel dies auf den Fall Enron anwende.
1 vgl. hierzu Von Oetinger, B. und Reeves, M. (2007): Grösse verpflichtet, S.60
1
2 Die Grundidee der Ethik der Governance
Josef Wieland sieht die Grundgedanken der Ethik der Governance in der Überlegung begründet: „ …dass sich alle herkömmlichen Probleme der Wirtschafts- und Unternehmensethik mikroanalytisch darstellen lassen als die moralische Dimension distinkter wirtschaftlicher Transaktionen.“ 2 Mit distinkter (abgrenzbarer) wirtschaftlichen Transaktionen sind z.B. Arbeitsverträge, Verträge mit Lieferanten gemeint, jedoch auch der Umgang, die Beziehung zu den Kunden. Die moralische Dimension einer Transaktion lässt sich in einer Funktion darstellen, die sich aus: “...der individuellen Selbstbindung der involvierten Personen, der formalen und informalen Institutionen…und der Beschaffenheit der Koordinations- und Kooperationsmechanismen einer wirtschaftlichen Organisation“ 3 zusammen setzt.
Der Begriff: „…der Governance bezeichnet dabei eine Steuerungsmatrix zur Abwicklung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Transaktionen.“ 4
2.1 Theoretische Voraussetzungen der Governanceethik
Im Rahmen der Governaceethik wird nur eine distinkte wirtschaftliche Transaktion betrachtet, dadurch soll stets der Anwendungsbezug und die Integration der Governanceethik in den institutionen- und organisationsökonomischen Ansatz sichergestellt werden.
Josef Wieland legt bei der Entwicklung bzw. Weiterentwicklung seiner Theorie den Fokus ganz deutlich darauf, dass sein Konzept in der Wirtschaft angewendet werden kann, denn nur so nutzt es der “…wissenschaftlichen Etablierung und Institutionalisierung der Wirtschafts- und Unternehmensethik…“ 5 Bisher fehlt es in der unternehmensethischen Diskussion im deutschsprachigen Raum an der praktischen Relevanz der Theorien. Die Ethik der Governance umgeht dieses Problem durch eine starke mirkoanalytische und mirkopolitische Orientierung (Betrachtung).
Da bei der Governanceethik, wie auch bei der Transaktionskostentheorie die Transaktion im Mittelpunkt der Betrachtung steht, lässt sie sich der Neuen Institutionen- und Organisationenökonomik zuordnen. Durch diese Zuordnung ist es
2 vgl. hierzu Wieland, J. (2001): Eine Theorie der Governanceethik, S.8
3 vgl. hierzu Wieland, J. (2001): Eine Theorie der Governanceethik, S.8 4 vgl. hierzu Wieland, J. (1999): Die Ethik der Governance, S.7 5 vgl. hierzu Wieland, J. (2001): Eine Theorie der Governanceethik, S.11
2
möglich die moralische Dimension einer wirtschaftlichen Transaktion herzuleiten, denn im Rahmen der Neuen Institutionen- und Organisationenökonomie wird stets von unvollständigen Verträgen zwischen den Wirtschaftssubjekten ausgegangen. Dies ist die Vorraussetzung, dass die Handlung eine moralische Dimension bekommt, denn bei vollständigen Verträgen gibt es z.B. keine Informationsasymmetrien, die ein Partner auf Kosten des Anderen ausnutzen kann.
So ist zu jedem Zeitpunkt der Transaktion, Anbahnung, Durchführung und Kontrolle ein moralisches Moment vorhanden, dass von der Organisation durch die ihr immanenten moralischen Ressourcen bewältigt werden muss.
Moralisches Handeln darf nicht nur auf die möglicherweise entstehenden Restriktionen reduziert werden, sondern es müssen auch die Kooperationsmöglichkeiten die tatsächlich entstehen, mit in die Bewertung einbezogen werden.
Durch einen konsequenten Aufbau eines Wertemanagementsystems können große Teile der Transaktionskosten eingespart werden. Das Unternehmen gewinnt an Reputationskapital, womit es sich wesentlich von den anderen Unternehmen abhebt und es für potenzielle Partner interessanter macht.
2.1.1 Gegenstandsbereich der Governanceethik
Um den Anwendungsbezug der Governanceethik hervorzuheben, wird der Ansatz mit Hilfe einer Funktion dargestellt. Die formale Schreibweise lautet:
(a…d=-1, 0, 1; i= spezifische Transaktion; j= spezifischer Ort)
Tm steht für die moralische Dimension einer distinkten wirtschaftlichen Transaktion. Die moralische Dimension kann hier als der moralische Anspruch an die wirtschaftliche Transaktion verstanden werden. Dieser Anspruch leitet sich aus einer Selbstverpflichtung der beteiligten Personen oder aus gesellschaftlich akzeptierten moralischen Überzeugungen ab. Um dies zu verdeutlichen soll folgendes Beispiel dienen: Ein Unternehmen schließt einen Lieferantenvertrag (distinkte Transaktion) mit einem Zulieferer nur unter der Bedingung ab, dass keine Kinder für den Lieferanten arbeiten (moralische Dimension).
6 vgl. hierzu Wieland, J. (2005a): Normativität und Governance, S.29
3
Arbeit zitieren:
Matthias Kuhlmann, 2007, Die Ethik der Governance, München, GRIN Verlag GmbH
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