Friedrich Nietzsche: Sämtliche Werke
Kritische Studienausgabe in 15 Einzelbänden
KSA 1: Die Geburt der Tragödie Unzeitgemäße Betrachtungen I-IV Nachgelassene Schriften 1870-1873
KSA 2: Menschliches, Allzumenschliches I und II
KSA 3: Morgenröte Idyllen aus Messina Die fröhliche Wissenschaft
KSA 4: Also sprach Zarathustra I-IV
KSA 5: Jenseits von Gut und Böse Zur Genealogie der Moral
KSA 6: Der Fall Wagner Götzen-Dämmerung Der Antichrist Ecce homo Dionysos-Dithyramben Nietzsche contra Wagner
KSA 7: Nachgelassene Fragmente 1869-1874
KSA 8: Nachgelassene Fragmente 1875-1879
KSA 9: Nachgelassene Fragmente 1880-1882
KSA 10: Nachgelassene Fragmente 1882-1884
KSA 11: Nachgelassene Fragmente 1884-1885
KSA 12: Nachgelassene Fragmente 1885-1887
KSA 13: Nachgelassene Fragmente 1887-1889
KSA 14: Einführung in die KSA Werk- und Siglenverzeichnis Kommentar zu den Bänden 1 -13
KSA 15: Chronik zu Nietzsches Leben Konkordanz Verzeichnis sämtlicher Gedichte Gesamtregister
5
VORWORT
„Ich kenne mein Los. Es wird sich einmal an meinen Namen die Erinnerung an etwas Ungeheures
anknüpfen – an eine Krisis, wie es keine auf Erden gab, an die tiefste Gewissens-Kollision, an eine
Entscheidung, heraufbeschworen gegen alles, was bis dahin geglaubt, gefordert, geheiligt worden
war.“
Friedrich Nietzsche, Ecce homo, 1888
Mit dieser These in >Ecce homo< sollte Friedrich Nietzsche Recht behalten. Mit den Schlagwörtern wie `Wille zur Macht´, `Nihilismus´ oder `Gott ist tot´ ist Nietzsche bekannt und berühmt geworden. Diese Schlagworte sind es auch, die als Indizien darauf hinweisen, dass sich sein Name an die Krisis des Nihilismus, an eine tiefe Gewissenskollision durch eine Umwertung der Moral und an eine Entscheidung – für eine andere Perspektive – knüpft, um aus einer lebensverneinenden Weltanschauung herauszutreten und die geglaubten, „geheiligten“ Dogmen des Christentums zu verwerfen.
Er war zweifelsohne der bisher mutigste Kritiker des Denkens und natürlich der Moral. In Nietzsche sind aber weitaus mehr Bestandteile verschmolzen, als der ungebärdige Prophet, der dionysische Künstler oder - der dazu scheinbar unvereinbare - scharfsinnige philosophische Kritiker, oder was sonst auch immer die Menschen in ihm sehen.
Nietzsche ist ein Denker, der sich mit einer Reihe von Problemen beschäftigt, die als solche zuvor gar nicht umrissen waren. Sein angestrebtes Ziel, die Erkenntnis von der Herrschaft der Moral zu befreien, macht ihn notwendigerweise zum Kritiker aller Voraussetzungen und vieler Inhalte der Philosophie: die Philosophie schafft so, nach Nietzsche, die Welt nach ihrem Bilde. Logik ist abhängig von der Denkweise, die Wahrheit ist eine Lüge und die Moral ein Ressentiment, durch das die Schwachen ihr Überleben absichern. Durch die Wandlung der sittlichen Würde hin zum Menschlichen, Allzumenschlichen und daher Gewöhnlichen, hat das „Heerdenthier“ Mensch in seinen Augen nicht die Steigerung des Lebens gefördert, sondern übt sich – der Heldentaten unfähig geworden - zugunsten der Schwachen im Verzicht.
6
Für ihn ist klar, dass eine Mitleidsmoral die Entwicklung des Menschen beeinträchtigt. Ihm ist daran gelegen, durch eine Kritik der Moral eine Umkehrung der Werte auf den Weg zu bringen.
Das Problem des Moralischen bestimmt bereits von Anfang an Nietzsches Denken. In der >Geburt der Tragödie< erwähnt er die Fragwürdigkeit einer moralischen Weltauslegung. In >Menschliches, Allzumenschliches< kommt er zu dem Schluss, dass alle Urteile über den Wert des Lebens unlogisch entwickelt,
also ungerecht sind und die Begriffe „gut“ und „böse“ nur in Bezug auf den
Menschen Sinn haben. 1 Hier, im Buch für freie Geister, legt Nietzsche den Grundstein für die „Befreiung des Geistes“ und für die immer schärfer werdende Kritik der Moral, die er bis hin
zur nachgelassenen Schrift >Der Antichrist< thematisiert. Für ihn ist die Moral das größte Thema der Gegenwart.
„Den ersten Anstoss, von meinen Hypothesen über den Ursprung der Moral
Etwas zu verlautbaren“ 2 , schreibt Nietzsche in der Vorrede zur >Genealogie der Moral<, lieferte ihm Paul Rées Buch mit dem Titel `Der Ursprung der moralischen Empfindungen´.
Seine Gedanken zur Moral und deren Kritik sind allerdings, wie bereits angedeutet, in zahlreichen seiner Bücher verteilt, in denen sie sich weiterentwickelt und auch modifiziert haben sowie in Abhängigkeit von anderen tragenden Säulen seines Denkens (Perspektivismus und
Experimentalphilosophie) betrachtet werden müssen.
Das macht die Aufgabe, seine Moralkritik darzustellen, nicht gerade einfach und ohne Berücksichtigung von Nietzsches Herangehensweise auch nicht sinnvoll. „Überdies hat Nietzsches nicht gänzlich unverdiente Reputation als intellektueller
hooligan, als geistiger Mentor der Künstlernaturen, Rebellen und – weniger
1 KSA II; S.51f, bzw. S.49
2 KSA V; S. 250
7
glanzvoll – als der halbkanonisierte Proto-Ideologe des Nazismus, es sogar für
Philosophen schwer werden lassen, ihn als einen der Ihrigen zu lesen.“ 3
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass selbst namhafte Philosophen in ihren Interpretationen über Nietzsche gänzlich unterschiedliche Meinungen vertreten. So ist Nietzsche für Heidegger ein Metaphysiker und sein Denken die „Umkehrung“ des Platonismus, und das Prinzip der neuen Wertsetzung wäre der
Wille zur Macht als der „einzige“ Wert. 4 Jaspers bezeichnet Nietzsche als Existenzphilosophen, Habermas kritisiert sein mystisch anmutendes Vorgehen mittels Intuition als Irrationalismus.
Jacques Derrida, der Inhaber des diesjährigen Adorno-Preises der Stadt
Frankfurt entwirft wiederum ein anderes Nietzschebild 5 . Hier wird durch die von Friedrich Nietzsche propagierte Absenz von verbindlicher Wahrheit ein Interpretieren nötig, dass aus Mangel an Möglichkeiten der Rückversicherung gezwungen ist, unaufhörlich zu „dechiffrieren“, immer aufs Neue zu interpretieren.
„Die Affirmation der Welt als Spiel [...]“ 6 Diese Annahme würde sich mit der Nietzsches decken: dass „alles“ Interpretation ist, sogar das sittliche Selbstverständnis des Menschen.
Nietzsches sprachlicher Stil des Pathos und der Erregung ist es wohl, der gerade eine breite Leserschar für Philosophie begeistert. Zeitgleich wurde Nietzsche so aber nur widerwillig von Philosophen akzeptiert. Die Aphorismen, in die er beißende Kommentare zu diversen Themen wie Politik, Kunst, Religion, Kultur und natürlich Moral packt, wirken oft eher verbittert und zerstörungswütig als wissenschaftlich begründet. Des weiteren sind diese Themengebiete oft nicht in Beziehung zueinander gesetzt. Sie wirken wie kurze Motive.
Ein Mangel an Struktur erschwert es ihm weitreichendere Denkzusammenhänge herzustellen. Tiefergehende Schwerpunkte seines Denkens, wie der `Wille zur Macht´, das apollinische und dionysische Prinzip seiner Künstlerphase, die ewige Wiederkunft oder die von ihm geforderte Schicksalsbejahung in der Formel des
3 Danto; S. 24
4 vgl. Heidegger, Nietzsche, Pfullingen, 1961, II. Band S.117 ff
5 vgl. Behler
6 Derrida; S. 441
8
`amor fati´ sind dagegen nur schwer zugänglich und lassen sich scheinbar kaum in einem System vereinen.
Dieses Fehlen eines erkennbaren Systems bietet die Grundlage Nietzsche auf diverse Arten interpretieren zu können.
Das System ist als solches nicht in Nietzsches Schriften sichtbar, obwohl er in
einem Brief an Georg Brandes 7 bezeugt, dass ihm zumindest in seiner späten Phase klar war: “Es hängt Alles zusammen, es war schon seit Jahren Alles im rechten Gange, man baut seine Philosophie wie ein Biber, man ist notwendig und
weiß es nicht.“ Gründe, warum Nietzsche zuweilen den Gedanken eines Systems verwarf, werde ich später liefern. Sein Grundgedanke war wohl der, dass Systeme nur dort greifen, wo sie definiert sind. Und nur dann, wenn sie gleichzeitig Komplexität
reduzieren.
Rüdiger Schmidt, Leiter des Kollegs Friedrich Nietzsche in der Stiftung Weimarer
Klassik, hat die Diskussion jetzt erneut angefacht. 8 Damit will er zeigen, dass man aufgrund von Fälschungen und Rekonstruktionen der „verratenen“ Gedanken Nietzsches weiterhin darauf angewiesen ist, zu interpretieren und es unmöglich ist, die zeitliche Abfolge der Niederschrift von Nietzsches Gedanken zu rekonstruieren. Schmidt, ehemaliger Mitarbeiter bei Mazzino Montinari in Florenz,
unterstellt Montinari, dass dieser Nietzsche hegelianisiert hätte, indem er einen fortlaufenden, idealisierten Text aus zahllosen Ansätzen, Umformulierungen, Durchstreichungen und unchronologischen Manuskripten „zusammenschustere.“
Im Gegensatz zu Arthur Danto 9 verwirft er auch den Werkgedanken und das System und würde gerne zeigen, dass Nietzsche ein Passagen-Werk schrieb und das auch wusste.
Nichts desto trotz bin ich auf die Kritische Studienausgabe Mazzino Montinaris und Giorgio Collis angewiesen. Selbst wenn so aus einem „expressionistischen
Kunstwerk“ ein Text gemacht und die philosophische Relevanz rekonstruiert worden sein sollte. Wir verdanken der kritischen Nietzsche-Gesamtausgabe, die 1962 in Weimar auf den Weg gebracht wurde die bis heute andauernde
7 vgl. Danto; S.34 Brief Georg Brandes/B.III.5,310.
8 Vgl. Süddeutsche Zeitung;Nr.271; S.16
9 vgl. Danto; 33 ff
9
Nietzsche-Renaissance und die Möglichkeit in diese faszinierende Philosophie einzutauchen.
Die chronologisierten Gedankengänge, sowie der Nachlass – da sind sich die Experten ziemlich sicher – sind vom philosophischen Gehalt her wohl nicht verfälscht.
Mazzino Montinari klärt die Frage, inwiefern die neue kritische Gesamtausgabe uns zu einer richtigen Lektüre Nietzsches verhelfen kann, in dreifacher Hinsicht:
„1. indem sie jedes Werk Nietzsches als die jeweilige philosophische und künstlerische Ausformung bestimmter Gedankengänge aus einer bestimmten Zeit seines Lebens und Schaffens hinstellt;
2. indem sie die Werke in eine innere Beziehung zum Nachlaß und somit zu
Nietzsches eigener Entwicklung im Ganzen setzt;
3. indem sie Nietzsche, vor allem durch Erschließung seiner Quellen, in einen
fruchtbaren Zusammenhang mit seiner historischen Vor-, Mit- und Nachwelt bringt. Mit anderen Worten: die kritische Gesamtausgabe ermöglicht eine philologisch- historisch fundierte Lektüre der Werke Nietzsches, die als Voraussetzung jeder
philosophischen Interpretation gelten muß.“ 10
Diese andauernden Diskussionen zeigen, wie uneins man über den Poeten, Moralisten, Philosophen und Propheten ist.
Einen Grund dafür liefern die immanenten Gegensätze in Nietzsches Werken, die jedem Interpreten zu schaffen machen müssen und die gleichwohl die Möglichkeit bieten, diese Gegensätze verschieden aufzulösen.
So meint G. Simmel, dass man aus der Gesamtheit von Nietzsches Aussagen diejenigen selektieren könne, die einen einheitlichen Zusammenhang ergeben. Das Problem der Gegensätzlichkeit weicht hier zugunsten eines Systematisierungsversuchs.
10 Montinari; Nietzsche lesen; S. 3 f
10
Für K. Löwith liegt der Grundkonflikt Nietzsches im Verhältnis von Mensch und Welt. Und in der Tat sieht sich Nietzsche im Dasein mit dem beständigen Kampf der Gegensätze konfrontiert, was es nahe legen würde, diese besonders herauszustellen.
„Indem Nietzsche nach der Beschaffenheit der `wirklichen´ Gegensätze fragt, gelangt er über eine Destruktion metaphysischer Überzeugungen und logischer Geltungsansprüche zu seiner Lehre von den Willen zur Macht, die in ihrem Kräftespiel aufeinander verweisen. Indem er der Herkunft der Wertgegensätze nachgeht, die in seinem Jahrhundert lebendig sind, wird er zur Ausarbeitung seiner primär am Phänomen der Moral orientierten geschichtsphilosophischen Vorstellungen genötigt. Indem er den Machtwillen nachfragt, die unter dem Streit der Widersprüche in sich zerfallen, eröffnet sich ihm das Problem des Nihilismus. Indem er von der Gegensätzlichkeit der Machtwillen als dem letztlich Wirklichen ausgeht, wandelt sich ihm das Verständnis von Wahrheit.“ 11
Es zeigt sich, dass die Kritik der Moral nicht von den Eckpfeilern seines Denkens zu trennen ist und dass diese wiederum nicht unberücksichtigt bleiben können. Die Aufgabe der Umwertung aller Werte und die damit einhergehende Befreiung des Geistes ist für Nietzsche ein Experiment. Es ist wichtig, zu verdeutlichen, dass ihm zuerst einmal alles Hypothese ist und alles möglich ist, solange man zum Experiment bereit ist.
Diese Denkbewegungen der Umwertung kann man als Kopernikanische Wende des Denkens ansehen. Sein Versuch ist der einer Experimentalphilosophie und beinhaltet die Umkehrung in der Abhängigkeit von Wahrheit und Bedeutung. Dabei erlangt das Bedeutung, was für die Art des Lebens relevant ist. Es steht außer Frage, dass der Weg der Herdenmoral, als Kultur die das Leiden ablehnt, nicht relevant ist. Dieser Thematik wird im ersten Kapitel nachgegangen.
Nietzsche gilt als problemorientierter Denker. Seine Eigenart, Aphorismen und Essays zu bestimmten Themen zu schreiben verdeutlicht das.
Er sucht in erster Linie nach versteckten Voraussetzungen und weniger nach Lösungen. Da Systeme immer auf Voraussetzungen angewiesen sind, könnte
11 Müller-Lauter; S. 8
11
man das als Grund dafür ansetzen, dass er es ablehnt, von vornherein ein eigenes System zu erstellen.
Diese Annahme Nietzsches bedeutet nun, dass Probleme immer unter verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden können. Aus diesem Grund wird
im zweiten Kapitel zu zeigen sein, warum er als Erkenntnisprinzip von einem Perspektivismus ausgeht und welche Konsequenzen das aufwirft – gerade für die Moral selbst.
Bereits in >Jenseits von Gut und Böse< zeigt Nietzsche den Versuch Moral neu zu denken. Nämlich unter der Perspektive der Naturgeschichte. Mit dem fünften Hauptstück >Zur Naturgeschichte der Moral< tut Nietzsche das, was die Philosophen vor ihm nie gewagt hatten: er befasst sich mit dem grundsätzlichen
Problem der Legitimität der Moral. 12 Diese revolutionäre Perspektivierung ist nun die Bedingung der Möglichkeit für die Moral, sich selbst zu reflektieren und sich aus der Eigenperspektive in Frage zu stellen.
Nietzsche zeigt durch die Perspektivierung, dass eine Vielzahl an Beurteilungen denkbar ist: >Gut und Böse< können als Nützlichkeitskalküle verstanden werden, wenn etwas im Sinne des Utilitarismus für jedermann geltend sein soll. Will man >gut und böse< an sich denken, muss es allerdings (im Sinne Nietzsches, der ein
Gegner des Utilitarismus ist) in Frage kommen, dass dieses Nützliche für jeden etwas anderes sein kann.
Das heißt, dass die Moral, die als Natur verstanden sein soll, nicht mehr als „gesetzt“ und unabhängig fungieren kann, sondern in Natur und Geschichte
verwoben sein muss. Hiermit enthebt Nietzsche das Denken seiner Vormachtstellung. Das Denken verliert seine Freiheit an eine Moral.
Die >Genealogie der Moral< gilt als Nietzsches philosophisch geschlossenstes
Werk. Nie ist es ihm sonst so gut gelungen, seinem Denken eine systematische Ordnung zu geben. Diese Publikation sollte dazu dienen, einige
12 KSA V; S. 106: „In aller bisherigen Wissenschaft der Moral fehlte, so wunderlich es klingen mag, noch das
Problem der Moral selbst: es fehlte der Argwohn dafür, daß es hier etwas Problematisches gebe. Was die
Philosophen >Begründung der Moral< nannten und von sich forderten, war, im rechten Lichte gesehn, nur eine
gelehrte Form des guten Glaubens an die herrschende Moral, [...]“
12
Hauptvoraussetzungen der vorangegangenen Schrift >Jenseits von Gut und Böse< zu verdeutlichen.
Diese Verlautbarungen werden jetzt im Zusammenhang zu seinem Denken erörtert. So muss die Moral, die bisher als „der geheiligste Ort des Friedens“
gesehen wurde, als Problem in einer „Entstehungsgeschichte dieser Gefühle und
Werthschätzungen“ 13 angegangen werden.
„Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit des Philosophen, da noch zweifeln zu
können, wo andere schon glauben müssen.“ 14 Das radikale Bezweifeln ist die Vorgehensweise seiner Moralkritik, der das dritte Kapitel dieser Arbeit gewidmet ist. Zuerst wird die Moral selbst perspektiviert, um Bedeutungen für Nietzsches Denken herauszulesen.
Seine Kritik der Moral wird im Anschluss daran erläutert. Die Kritik der Moral stellt
in ihrer Art die Moral selbst zur Diskussion und somit zur Interpretation. Meine Interpretation wird sich auf diese eben skizzierte Thematik stützen und dabei versuchen auch auf das Problem des Immoralismus in seiner Kritik einzugehen, was die Möglichkeit einer Ethik ausschließen würde.
Die Kritik der Moral kann nun auf differenzierende Weise angegangen werden. Einerseits hat die Moralkritik eine analytische, das heißt auch historische Aufgabe. Sie zeigt den Ursprung und die Entwicklung moralischer Empfindungen
und verweist mit Nietzsches These, es gebe keine „ewigen Thatsachen“, zugleich auf die Überwindung metaphysischer Grundannahmen.
Mit der Einsicht der Wandelbarkeit von Werten in Abhängigkeit von einer Rangordnung vollzieht sich die Auflösung von >gut< und >böse< zugunsten einer
neuen Abstufung. Er zeigt, dass das, was für die Beschreibung moralischer Tatsachen gehalten wird, lediglich der Ausdruck moralischer Einstellungen ist. Die Begründung einer für alle gleich gültigen Moral ist zuletzt doch die des Begründenden selbst.
Neben der Analyse, die eine Vielheit an Moralen als Systeme von Wertschätzungen zeigt und ihre Entstehungsgeschichte als die Geschichte des
13 KSA III; 5. Buch, Aph. 345; S. 577f
14 vgl. Stegmaier; S. 49
13
„nothwendigen Irrthums“ bezeichnet, erhält die Kritik der Moral – vorausgesetzt sie erschöpft sich nicht im Ersetzen alter durch neue Fiktionen – eine synthetische Aufgabe:
„die Menschen können mit Bewusstsein beschliessen, sich zu einer neuen Cultur
fortzuentwickeln[...]. 15
Nietzsche benutzt die Kritik der Moral auch dazu, um die Moral - die keiner Macht bedurfte, die sie rechtfertigt - selbst als Macht zu zeigen. Die Verknüpfung zum Willen zur Macht und den Willen als Erklärungsprinzip seiner Philosophie möchte ich abschließend im vierten Kapitel dieser Arbeit behandeln.
Während sich seine Philosophie vordergründig mit der Kritik der Moral beschäftigt, läuft sie im Hintergrund – wie, wird zu zeigen sein - zu einer neuen Ethik zusammen: einer Ethik des Individualismus. Nietzsche fordert die Menschen auf, nach ihrer eigenen Moral zu leben. Die Moral soll nicht länger als blinder Fleck fungieren, sondern die Möglichkeit erhalten sich an anderen moralischen Entwürfen zu reflektieren. Sie soll sich in ihren Urteilen an der Förderung des Lebens orientieren.
Dazu muss „das Christenthum als Moral noch zu Grunde gehn.“ Er sieht sich zu seiner Zeit bereits an der Schwelle dazu.
Am „Sich-bewusst-werden des Willens zur Wahrheit geht von nun an – daran ist kein Zweifel – die
Moral zu Grunde: jenes grosse Schauspiel in hundert Akten, das den nächsten zwei Jahrhunderten
Europa´s aufgespart bleibt, das furchtbarste, fragwürdigste und vielleicht auch hoffnungsreichste aller
Schauspiele...“ 16
Demnach befinden wir uns gerade mitten in diesem Schauspiel. Bedenkt man, dass Nietzsche bei seinen Zeitgenossen so gut wie keine Anerkennung fand, weil er noch einer sicher geglaubten Moral gegenüber stand, zeigen sich Relevanz und Renaissance seiner Philosophie und Moralkritik in der heutigen Zeit. Zuerst
15 KSA II ; S. 45: Aber die Menschen können mit Bewusstsein beschliessen, sich zu einer neuen Cultur fortzuentwickeln, während sie sich früher unbewusst und zufällig entwickelten: sie können jetzt bessere Bedingungen für die Entstehung der Menschen, ihre Ernährung, Erziehung, Unterricht schaffen, die Erde als Ganzes ökonomisch verwalten, die Kräfte der Menschen überhaupt gegen einander abwägen und einsetzen. Diese neue Cultur tödtet die alte [...] sie tödtet auch das Misstrauen gegen den Fortschritt, - er ist möglich.
16 KSA V; S.410f
14
als Visionär an Anerkennung gewinnend, erfreut sich Nietzsche mittlerweile zunehmender akademischer Beachtung.
Vielleicht ist das hoffnungsreichste aller Schauspiele das, was Nietzsche schon in
>Die fröhliche Wissenschaft< fordert 17 : dass begonnen wird, die Moral selbst als Problem zu sehen. Das man sich nicht nur unpersönlich, mit kalten neugierigen Gedanken damit beschäftigt, sondern persönlich, so dass es eigenes Schicksal, eigene Not und bestes Glück ist.
17 KSA III; Aph. 345
15
ERSTES KAPITEL
NIETZSCHES DENKBEWEGUNGEN – DER VERSUCH EINER
„In media vita. – Nein! Das Leben hat mich nicht enttäuscht! Von Jahr zu Jahr finde ich es vielmehr
wahrer, begehrenswerther und geheimnissvoller, - von jenem Tage an, wo der grosse Befreier über
mich kam, jener Gedanke, dass das Leben ein Experiment des Erkennenden sein dürfe – und nicht eine
Pflicht, nicht ein Verhängnis, nicht eine Betrügerei![...] Das Leben ein Mittel der Erkenntnis [...]“ 18
Dieser Aphorismus enthält drei wichtige Termini in Nietzsches Denken: nämlich (a) die Befreiung des Geistes, die durch die Erkenntnis geschürt wird, (b) dass das Leben als Experiment fungieren darf. Gleichzeitig eröffnet sich Nietzsche (c) die Möglichkeit das Leben als Mittel der Erkenntnis zu betrachten.
Der Begriff des Experiments findet sich häufig in Nietzsches späteren Schriften. In seiner Frühphase war er, beeinflusst von seinem „Lehrer“ Schopenhauer, ein Anhänger von Systemen. Schopenhauer richtete sein System in >Die Welt als Wille und Vorstellung< nach zwei Eckpfeilern, der Idealität der Welt und der
Realität der Willensfreiheit aus. Der Wille als das Primäre (wie später bei Nietzsche) bedingt die Vorstellung und ordnet den Intellekt als Träger der Anschauung als Äußerung des Willens dem Willen unter.
Nietzsche sagt über Systeme in >Die nachgelassenen Fragmente<: „Je nachdem das Gefühl der Schwäche (Furcht) oder das der Macht überwiegen, entstehen
pessimistische oder optimistische Systeme.“ 18 Im Falle Schopenhauer erklärt Nietzsche in >Zur Genealogie der Moral<, dass es
gerade die „Vergoldung“ der Mitleids-, Selbstverleugnungs-, Selbstopferungsinstinkte gewesen sei, die dazu führte, dass sie ihm als Werte an sich übrig bleiben mussten, aufgrund deren er zum Leben und zu sich selbst Nein
sagte. 19 Die Abkehr von Schopenhauers Denken ist hier immanent.
18 KSA III; Aph. 324, S. 552
18 KSA IX; V 4, Aph, 194
19 vgl. KSA V; S. 252
16
Später, nach der Abkehr von Schopenhauer, betont Nietzsche dann: „Systeme
bauen ist Kinderei.“ 19 Diese Annahme stützt sich auf die Tatsache, dass ein System notwendigerweise auf Voraussetzungen basiert, die es selbst nicht in Frage stellen kann. Kein System kann die Wahrheit seiner Prämissen beweisen.
Sie müssen immer als erwiesen vorausgesetzt werden.
Diese tiefere Einsicht in die Problematik von Systemen bringt Nietzsche dazu, „furchtlose Fragen“ zu stellen, um so den Problemen auf den Grund zu gehen und ihnen mittels des aphoristischen Stils beizukommen.
„Die kleinen einzelnen Fragen und Versuche galten als verächtlich, man wollte den kürzesten Weg,
[...] Alles mit einem Schlage, mit einem Worte zu lösen, - das war der geheime Wunsch [...] man
zweifelte nicht, dass es möglich sei, auch in der
Erkenntnis nach Art des Alexander oder des Columbus zum Ziele zu kommen und alle Fragen mit
Einer Antwort zu erledigen.“ 20
Nietzsche schwebte mit seinen Fragen und Versuchen „die fröhliche Wissenschaft des furchtlosen Experimentierens vor Augen, die Bereitschaft, wo
nötig, neue Ansichten anzuerkennen und frühere Positionen zu verwerfen.“ 21
Wenn er, wie eingangs des Kapitels beschrieben, das Leben als Mittel der Erkenntnis betrachtet, so ist das ein solches furchtloses Experimentieren, dass auf die Bedeutsamkeit der Erkenntnis für das Leben bei Nietzsche verweist. Der Sinn für die Art des Lebens entscheidet zuletzt. „Die Art ist alles, Einer ist immer
Keiner.“ 22
Das erkenntnistheoretische Interesse gilt also der Möglichkeit durch das Experimentieren die sinnnotwendigen, angemessenen Weltperspektiven zu
finden und den Geist von falschen Prämissen zu befreien. So gesehen kreist Nietzsches Experimentalphilosophie auch zeitgleich immer um die Überwindung eines durch die christlich-moralische Weltauslegung bedingten >Geistes der Rache<.
19 KSA VII; Aph. 135
20 KSA III; Aph. 547
21 Kaufmann; S.101
22 KSA III; FW; S. 370
17
Auf den Perspektivismus als Erkenntnisprinzip wird im zweiten Kapitel genauer einzugehen sein. Der besondere Gesichtspunkt – wie sich im folgenden Abschnitt zeigen wird – eine Weltbetrachtung vom Stande her frei zu wählen, lässt sich jedoch nur schwer vom Perspektivismus trennen.
Ich habe das Verfahren des Experimentierens im Vorwort als Kopernikanische Wende im Denken bezeichnet. In der Tat hält sich Nietzsche in seinem Philosophieren – wie vor ihm auch Kant – an das astronomische Bewusstsein des
Kopernikus, der die Beschreibung der Himmelskörper mit einer freien Standwahl anging.
Der Versuch des Kopernikus kennzeichnet sich dadurch, dass dieser „nachdem es mit der Erklärung der Himmelsbewegungen nicht gut fort wollte, wenn er
annahm das ganze Sternenheer drehe sich um den Zuschauer, versuchte ob es nicht besser gelingen möchte, wenn er den Zuschauer sich drehen, und dagegen
die Sterne in Ruhe ließ.“ 23 Zentrum und Peripherie wechseln die Seiten.
Die Einsicht Nietzsches, dass es kein „An-sich-Sein“ gibt, beruht auf der Feststellung, dass die Dinge in einem relativen Verhältnis zueinander stehen. Im Nachlass geht Nietzsche noch einen Schritt weiter und sagt, das Ding an sich sei ein leeres Wort. Ein Ding ist nur die Summe seiner Wirkungen und sobald
man die Wirkungen auszuschließen versucht, um an das Ding an sich zu gelangen, bleibt nichts mehr übrig, weil das Ding nicht unabhängig von seinen Wirkungen zu denken ist. Diese Annahme verweist darauf, dass er später den Versuch unternommen hat, in dynamischen Quanten zu denken, um den Begriff
des Dings verwerfen zu können.
Hier gehen wir aber von einem relativen Verhältnis der Dinge zueinander aus und jede Aussage über die Dinge hat demzufolge dann interpretativen Charakter. Er
beschreibt diesen Akt des Verschwindens verbindlicher Wahrheiten treffend in der dritten Abhandlung in >Zur Genealogie der Moral<: „Nichts ist Wahr, Alles ist
23
vgl. Kant; Vorrede zur zweiten Auflage der
18
erlaubt... Wohlan, das war Freiheit des Geistes, damit war der Wahrheit selbst
der Glaube gekündigt...“ 24
So ist es ihm möglich, geltende Überzeugungen, von denen er als gefährlichere
Feinde der Wahrheit als Lügen gesprochen und die er als Gefängnisse
bezeichnet hat, auszuschalten. 25 Die Loslösung von Glaubensinhalten ist Voraussetzung dafür, eine experimentelle Methode anzuwenden. Nach Nietzsche sind dazu nur freie Geister in der Lage und er versteht diese Loslösung von allen
Glaubensinhalten als Radikalisierung des Cartesischen Zweifels. Nietzsche bezweifelt nämlich die von der Vernunft gebotene Annahme der notwendigen Gültigkeit von Prämissen ebenso wie deren Anspruch auf Wahrheit. Durch ein experimentelles Verfahren ist es nun möglich, gemäß einem
Gedankenexperiment, die Betrachtungsweise eines Problems je nach Perspektive zu variieren.
Es ist aber unmöglich, das interpretierende und auslegende Subjekt von einer
vermeintlichen Objektivität der Welt zu trennen. 26 Daher ist die Welt immer Ergebnis eines Entwurfs. Das Subjekt entwirft seine Welt, die immer Interpretation bleiben muss, aber es erhält die Freiheit zwischen einer Vielzahl von Entwürfen zu wählen.
Nietzsche ist sich im Klaren darüber, dass die Entscheidung, ob sich ein
Experiment als „funktionierend“ erweist, ein subjektives und kein objektives Urteil ist. „Sie (die Gewissheit) bedeutet nicht Gewissheit eines Sachverhalts, sondern
Unzweifelbarkeit der Bedeutsamkeit eines Satzes für meine Existenz.“ 27
Nietzsches Auffassung der Wahrheit geht schließlich so weit, dass er betont, nicht mehr anders als experimentell vorzugehen:
24 KSA V; 3. Abh., Aph. 24; S. 399; Anmerkung: „Daß es keine Wahrheit giebt; dass es keine absolute Beschaffenheit der Dinge, kein >Ding an sich< giebt – dies ist selbst ein Nihilism, und zwar der extremste. Er legt den Werth der Dinge gerade dahinein, dass diesem Werthe keine Realität entspricht [...], sondern nur ein Symptom von Kraft auf Seiten der Werth-Ansetzer, eine Simplification zum Zweck des Lebens; XIII, 9 Aph. 35
25 vgl. Menschliches, Allzumenschliches I; Aph. 483; KSA VI, Aph. 54 26 darauf wird im zweiten Kapitel im Vergleich zu Descartes Erkenntnistheorie eingegangen. 27 Kaulbach; S. 151
19
„Ich lobe mir eine jede Skepsis, auf welche mir erlaubt ist zu antworten: >Versuchen wir´s!< Aber ich
mag von allen Dingen und allen Fragen, welche das Experiment nicht zulassen, Nichts mehr hören.
Diess ist die Grenze meines >Wahrheitssinnes<: denn dort hat die Tapferkeit ihr Recht verloren.“ 28
Wir sehen nun die Beweggründe, die Nietzsche das Experimentieren der Benutzung eines Systems vorziehen lassen.
So kann jedem Problem die Möglichkeit zukommen, gesondert betrachtet zu
werden und über die Untersuchung „kleiner Fragen“ kann er zu „kleinen“ Wahrheiten gelangen.
„Wenn man eine >Anwendung< der so interpretierten copernicanischen Denkhandlung auf das metaphysische Denken fordert, so ergibt sich, daß hier die
Vernunft analog wie im Denkbereich des Astronomen ein Experiment mit sich selbst, d. h. mit ihrer eigenen Standwahl macht. Zugleich damit wird auch die dazugehörige Perspektive experimentell geprüft und daran gemessen, ob sie den Ansprüchen und dem Maßstab der metaphysischen Vernunft genügen kann oder
nicht.
Das Experiment mit diesem Stand und seiner Weltperspektive darf dann als gelungen gelten, wenn die resultierende philosophische Theorie die
metaphysische Antinomie der Vernunft zu überwinden vermag.“ 29
Die Methode 30 besteht also darin die Erkenntnis dort zu suchen, wo sie sich durch ein Experiment bestätigen oder widerlegen lässt. Die neuartige Bedeutung für die Philosophie beinhaltet die Möglichkeit sich den Gegenständen der Erkenntnis
frei gegenüberzustellen. Dabei kann die vom Philosophen getroffene Wahl des Standpunktes beurteilt werden, nach der eine neue Weltperspektive erarbeitet wird. Die Methode kann im Fall Nietzsches daran gemessen werden, ob das Experiment in der Lage ist, die Gültigkeit von philosophischen
Weltinterpretationen zu prüfen. Wenn die denkende Vernunft mit sich selbst
28 KSA III; FW; S.415 f
29 Kaulbach; Nietzsches Idee einer Experimentalphilosophie; S. 147
30 wenn ich hier von Methode spreche, orientiere ich mich an der Einschätzung Kaulbachs. (vgl. Kaulbach: Nietzsches Idee einer Experimentalphilosophie; >Selbstbegründung der Philosophie durch experimentelle
Methode: Das Problem der Methode überhaupt< III. Kapitel S. 130-185); Er steigert die von Heidegger und
Löwith zugestandene „Grundhaltung“ des Experimentes und den experimentellen Zug des Denkens Nietzsches zu einem methodischen Grundzug Nietzsches.
20
experimentiert, entscheidet sich, ob der Versuch „funktioniert“, dem Leben eine sinnmotivierende Perspektive zu geben oder nicht.
Es ist solange zu verfahren, bis sich die für eine Art des Lebens angemessenste Perspektive findet. Dabei kommt es nicht auf die Gewissheit eines Sachverhalts, sondern auf die Unzweifelbarkeit der Bedeutsamkeit eines Satzes für meine Existenz an. Diese Wendung in der Auffassung der Welt als Interpretation und das Abkehren von der philosophischen Annahme, dass erste Sätze automatisch wahre Sätze sein müssen, ist der Übergang zu jenem experimentalphilosophischen Denkansatz Nietzsches, der alle philosophischen Grundannahmen zuerst einer Prüfung unterzieht. Diese Art des Philosophierens hat nicht primär die Funktion theoretischer Wahrheit, sondern soll die im Experiment vorhandene Sinnbedeutsamkeit für eine Weltperspektive, die dem dionysischen Werdecharakter der Welt angemessen ist, zeigen.
Es gilt zu verdeutlichen, dass eine Perspektive am Maßstab ihrer Bedeutsamkeit für die Erfüllung des Sinnbedürfnisses geprüft wird.
„Indeed, an attentive reading of him (Nietzsche) reveals that he not only allows but moreover insists that some interpretations may be better than others, where >better< is construed not in terms of such cognitively neutral notions as that of >value for life<, but rather in terms of soundness and adequacy.“ 31
Diese Interpretation Schachts weist in die Richtung Kants, bei dem von der reinen Vernunft aus eine Welt von der Art konzipiert wird, dass sie als der dem Vernunftbedürfnis entsprechende Entwurf einer Welt begriffen werden sollte. In beiden Fällen – bei Nietzsche und Kant – haben wir es mit experimentellen Methoden zu tun, bei denen ein Weltkonzept auf die Bedeutsamkeit der Sinnmotivation des Denkens untersucht wird.
Bei Kant richtet sich die Bedeutsamkeit der Sinnmotivation auf das theoretische und praktische Handeln der Vernunft. Nietzsche löst hingegen die Untersuchung
31 Schacht; p. 62; soundness kann hier im Sinne von “based on reason”, als „vernünftig“ verstanden werden. Vgl.
Oxford Advanced Learner´s Dictionary
21
Arbeit zitieren:
Florian Schoemer, 2002, Nietzsches Moralkritik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Wie viel Pflege braucht der OP?
Kritisch-analytischer Vergleic...
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 25 Seiten
Möglichkeiten zur Umsetzung des Expertenstandards "Dekubitusproph...
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Seminararbeit, 56 Seiten
Das Ideal der Selbstgenügsamkeit bei Epikur
Philosophie - Philosophie der Antike
Hausarbeit, 21 Seiten
Das Stimulus-Response-Modell - Sinn und Weiterentwicklungen
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Seminararbeit, 24 Seiten
Ortnit und die Frauen - Betrachtungen zu auftretenden Frauenfiguren im...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 20 Seiten
Erving Goffmann und die Darstellung auf Bühnen
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 13 Seiten
Das Erfassen von Gratifikationen. Ein Vergleich zweier Studien.
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Seminararbeit, 19 Seiten
Die Begriffe der Schuld und des schlechten Gewissens in der „Genealogi...
Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
Hauptseminararbeit, 19 Seiten
Der Kommunikationsbegriff Niklas Luhmanns und das soziale Funktionssys...
Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Hauptseminararbeit, 17 Seiten
Der Dokumentarfilm - Transformation einer Fernsehgattung und ihrer Gat...
Hauptseminararbeit, 30 Seiten
Patientenorientierte Pflege als professionelle Dienstleistung in der p...
Qualitätskriterien im Hinblick...
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Diplomarbeit, 83 Seiten
Die Rolle von Kommunikation im Führungsprozess unter Berücksichtigung ...
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 59 Seiten
Erving Goffmans Theorie der Selbstdarstellung - Vorderbühne und Hinter...
Seminararbeit, 22 Seiten
Die Deutschlandpolitik Stalins 1945-1953
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Hauptseminararbeit, 20 Seiten
Florian Schoemer's Text Nietzsches Moralkritik ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Florian Schoemer hat den Text Nietzsches Moralkritik veröffentlicht
Florian Schoemer hat einen neuen Text hochgeladen
Nietzsche, una introducción didáctica a la genealogía de la moral
Cristóbal Aguilar Jiménez, Enrique Cejudo Borrega, Ana Estupiña Sánchez
Political Writings of Friedrich Nietzsche: An Edited Anthology
Friedrich Wilhelm Nietzsche, Frank Cameron, Don Dombowsky
Political Writings of Friedrich Nietzsche: An Edited Anthology
Friedrich Wilhelm Nietzsche, Frank Cameron, Don Dombowsky
Friedrich Nietzsche on the Philosophy of Right and the State
Nikos Kazantzakis, Odysseus Makridis
0 Kommentare