Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis........................................................................................... 1
1. Einleitung 2
2. Moral Hazard Schilderung der Problematik 3
2.1 Allgemeine Definition 3
2.2 Asymmetrische Information 4
2.3 Principial-Agent-Beziehungen 4
2.4 Asymmetrische Informationen im Gesundheitswesen 5
2.4.1 Das Arzt-Patient-Verhältnis 5
2.4.2 NA
Das Versicherung-Patient-Verhältnis 7
2.5 Addendum 8
3. Moral Hazard Lösungsmöglichkeiten 9
3.1 Selbstbeteiligung 9
3.2 Risikozuschläge 11
3.3 Bonusmodelle 12
3.4 Honorarform der Ärzte 13
3.4.1 Einzelleistungsvergütung 14
3.4.2 Pauschalvergütungen 14
3.4.3 Ergebnisorientierte Vergütung 15
3.4.4 Resultierende Überlegung 16
4. Fazit 17
Literaturverzeichnis 19
1 NA
1. Einleitung
Im Rahmen der viel diskutierten Gesundheitsreformen, sowohl der jüngsten Vergangenheit als auch der nahen Zukunft, treten immer wieder Schwächen des Gesundheitssystems der Bundesrepublik Deutschland zu Tage, die zu uferlosen Ausgabenzuwächsen und im Zuge dessen zu Finanzierungs-
problemen führen. Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit einer nachfrageseitigen Determinante der Kostenexplosion, dem Moral Hazard.
Zunächst wird ein Überblick über die Problemstellung gegeben und dabei auf Ursachen und Hintergründe eingegangen. Anschließend folgt eine Beschreibung der Auswirkungen auf das System der gesetzlichen Krankenversicherung sowie eine Darstellung der Lösungsansätze, die größtenteils schon in Gesundheitsreformen umgesetzt oder geplant sind, ihre Effektivität aber noch nicht spürbar entfalten konnten.
Die Hausarbeit wird sich ausschließlich mit der Problemstellung des Moral Hazard in der gesetzlichen Krankenversicherung beschäftigen und auf zu Grunde liegende Theorien wie die Principal-Agent-Theorie oder verwandte ökonomische Phänomene wie Adverse Selektion nur ansatzweise eingehen.
2
2. Moral Hazard – Schilderung der Problematik
2.1 Allgemeine Definition
Moral Hazard beschreibt die Veränderung des Verhaltens und des Leistungs- anspruchs in Bezug auf die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, die durch das Bestehen einer Krankenversicherung verursacht wird. 1 Mit dem Bewusstsein eines bestehenden Versicherungsschutzes und der vollständigen Übernahme der finanziellen Kosten hat der Versicherungsnehmer keinen Anreiz zu einem sparsamen Umgang mit den ihm zur Verfügung gestellten Gesundheitsleistungen. Entscheidend dabei ist außerdem, dass die Versiche- rung die Aktionen des Versicherten und deren Veränderungen nicht beobachten kann. 2
In der Gesundheitsökonomie werden zwei (grundsätzliche) Formen des Moral Hazard-Verhaltens unterschieden:
a) ex-ante Moral Hazard Moral Hazard tritt bereits vor der Erkrankung auf, z. B. durch Vernachlässigung der Prävention, da Versicherungsschutz bei Erkrankung besteht.
b) ex-post Moral Hazard Nach Eintritt der Erkrankung entsteht eine Überinanspruchnahme der medizinischen Versorgung auf Grund völliger Übernahme der Kosten.
Diese Grundformen können auf verschiedene Art sowohl auf Patienten- als auch auf Arzt-Ebene auftreten und sind bestimmt durch das Verhältnis der beiden Ebenen zueinander.
1
Vgl.: Knüppel (2003), S. 69.
2 Vgl.: Breyer/Zweifel (1999), S. 186.
2.2 Asymmetrische Information
Ursächlich für Moral Hazard, die diversen Steuerungsprobleme sowie Marktversagen (nicht nur) im Gesundheitswesen sind asymmetrische Informationen. Diese bezeichnen die ungleiche Verteilung von Wissen im Rahmen einer Vertragsbeziehung. So können unter Umständen auf Anbieter- oder Nachfragerseite die für die Geschäftsabwicklung nötigen Informationen nicht ausreichend vorliegen, bzw. es könnte kostspielig sein, diese zu beschaffen. Für einen Nachfrager wäre es demnach schwer, die Qualität oder den Nutzen des ihm angebotenen Produkts richtig einzuschätzen.
2.3 Principial-Agent-Beziehungen
Das Vorliegen asymmetrischer Informationen führt bei der Interaktion von Wirtschaftssubjekten, bei der ein Akteur über mehr und/oder andere Informationen verfügt, zur so genannten Principal-Agent-Problematik. 3 Ausgangspunkt dieser Theorie ist eine Beauftragung eines Agenten durch einen Prinzipal zur Durchführung einer Leistung. Der Prinzipal überträgt dem Agenten gewisse Entscheidungsspielräume, kann die Durchführung der in seinem Namen getätigten Entscheidungen jedoch nicht in vollem Umfang überwachen. Demzufolge entsteht eine Informationsasymmetrie zwischen den beiden Vertragsparteien. Unter der Annahme, dass der Agent primär seinen eigenen Interessen folgt, vertritt er nicht bestmöglich das Interesse des Prinzipals.
2.4 Asymmetrische Informationen im Gesundheitswesen
Die meisten Vertragsbeziehungen im Gesundheitswesen, darunter auch das Arzt-Patient-Verhältnis, lassen sich als Principal-Agent-Beziehungen mit erheblichen Informationsasymmetrien beschreiben. 4 Asymmetrische Informationen werden im Gesundheitswesen als eine unter- schiedliche Verteilung von Wissen über die Befindlichkeit und die Behandlungs- möglichkeiten verstanden. Diese Informationsasymmetrien sind die Wurzel von Moral Hazard und adverser Selektion und verursachen im Gesundheitswesen erhebliche Steuerungs- und Finanzierungsprobleme.
2.4.1 Das Arzt-Patient-Verhältnis
Zwischen Arzt (Agent) und Patient (Prinzipal) besteht ein gegenseitiger Informationsvorsprung und somit ein sogenannter Double Moral Hazard. 5 Der Arzt verfügt im Gegensatz zum Patienten über Fachwissen, das ihm ermöglicht, den Gesundheitszustand einzuschätzen, eine Therapieempfehlung zu geben und die Effizienz einer eingeschlagenen Therapie zu beurteilen. Diese Kenntnis hat der Patient nicht und muss sich demnach wahllos den medizinischen Therapieentscheidungen des Arztes beugen. Im Zuge dessen sowie im Zuge des medizinischen Fortschritts, der es erlaubt, Behandlungen ohne spürbare Nachteile (Konsequenzen) für den Patienten durchzuführen, ist es dem Arzt möglich, die Nachfrage des Patienten nach Gesundheitsleitungen zu seinem eigenen Vorteil auszudehnen. Somit kann der Arzt, der sich in einer Doppelrolle als Anbieter und auch als Berater für Nachfrage befindet, seine Gewinnvorstellungen zu Lasten des Patienten und auf Kosten der Kranken- versicherung durchsetzen.
4
Vgl.: Hajen/Paetow/Schumacher (2006), S. 64.
5 Vgl.: Schneider (1999), S. 11.
Quote paper:
Jil-Katharina Mahler, 2007, Moral Hazard in der gesetzlichen Krankenversicherung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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