Das Spiel und dessen Funktion im Unterricht
von Cornelia Ziemer
Inhalt
1. Exposé 3
2. Zum Begriff des Spiels 4
3. Spielen als Methode schulischen Lernens 5
4. Sprachspiele und kognitive Leistungen 6
5. Konkrete Beispiele für den Anfangsunterricht 7
6. Weiterführung ab der dritten Klasse 9
7. Eigene Stellungnahme 11
8. Literaturverzeichnis 13
1. Exposé
In unserer Hausarbeit möchten wir uns mit der Fragestellung "Sprachspiele im Unterricht" auseinandersetzen. Zuerst gehen wir auf Spiele im allgemeinen ein. Hierzu behandeln wir einleitend den Spielbegriff sowie einige Spielarten, deren Merkmale und Bedingungen. Im nächsten Abschnitt schildern wir dann den Zusammenhang zwischen Spielen und Lernprozessen im Anfangsunterricht der Grundschule. Von vielen wird das Spiel selbst nur als Lückenfüller und Auflockerung zur Überbrückung von Lernphasen angesehen. Wir möchten uns mit der Frage beschäftigen, ob die Begriffe Spiel und Lernprozeß zwei unvereinbare Gegensätze sind oder ob sie sich fruchtbar ergänzen und die Lerneffektivität steigern. Zur besseren Illustration und um den Bezug zum Deutschunterricht herzustellen, greifen wir die Gruppe der Sprachspiele heraus, unterscheiden zwischen mündlichen und schriftlichen und verdeutlichen die kognitiven Leistungen, die in diesem Zusammenhang von Kindern vollbracht werden. Zum Abschluß wollen wir einige von uns für gut befundene Spiele genauer besprechen und deren Lerneffekte herausarbeiten. Hierbei unterscheiden wir zwischen Spielen des Anfangsunterrichts, die als Zielsetzung eher Konzentrationsaufbau und Ritualfunktionen haben und weiterführenden Möglichkeiten ab dem dritten Schuljahr. Abschließend möchten wir unsere persönliche Sichtweise kurz skizzieren.
2. Zum Begriff des Spiels
Nach Udo Schüler werden mit dem Begriff Spiel hauptsächlich menschliche Tätigkeiten beschrieben, die nicht unmittelbar einen existenzerhaltenden Charakter haben. Das Spiel wird eher der Erfahrungswelt des Kindes zugeordnet und grenzt sich zur zweckmäßigen arbeitsorientierten Welt des Erwachsenen ab. Er führt verschiedene Spielarten an. Zu diesen gehören Finger- und Bewegungsspiele, nachahmende Rollen- und Illusionsspiele, Glücks- und Geschicklichkeitsspiele, Wort- und Sprachspiele, Spiele des musischen Bereichs, ferner Bau-, Konstruktions- und Strategiespiele.
Seiner Meinung nach dienen Spiele zum Abbau überschüssiger Energie, zur Erholung und Sammlung neuer Kräfte, zur Leistungseinübung und Funktionsausbildung, zur Wiederholung entwicklungsgeschichtlicher Erfahrungen der gesamten Art. Außerdem fördert das Spiel die Bewußtwerdung der eigenen Existenz, Kommunikation mit anderen und Erlernen von Sozialverhalten, Verarbeitung von Informationen und Problemen, Lösung und Bewältigung praktischer Lebenssituationen, eigene Kreativität und Ausleben von Phantasie.
Die spielende Person bestimmt selbst über Art, Dauer und Ablauf der Tätigkeit. Als wichtig hebt Schüler hervor, daß Spielmaterial und -organisation der Entwicklung des Kindes entsprechen sollten. Häufige Wiederholung trägt zur Festigung von Wissen bei und hilft gleichzeitig beim Sammeln neuer Erfahrungen. Der niederländische Pädagoge M.J. Langeveld definiert das Spiel als die wesentlichste Beschäftigung des gesicherten Kindes mit einer Welt, die noch alle Seinsmöglichkeiten hat. Dem Spiel kommt eine entwicklungsnotwendige Bedeutung zu. Es stellt den wichtigsten Zugang des Kindes zur Welt dar, indem Vorhandenes durchbrochen, Neues entdeckt, und bereits Bekanntes bereichert wird.
In der kindlichen Spielwelt ist Raum für neue Ideen und unkonventionelle Betrachtungen, da weder Beziehungen zu Personen, noch zu Gegenständen festgelegt sind. Bedeutungen und Rollen sind austauschend erweiterbar, soziale Wirklichkeit und Fiktion gehen ineinander über. Langeveld erscheint der Gegensatz von Spiel und Arbeit nicht von großem Gewicht. Der eigentliche Unterschied liegt in der eindeutig festgelegten Bedeutung von Gegenständen und Handlungen. Nach A. Portmann ist Spiel freier Umgang mit Zeit, erfüllte Zeit, in der sinnvolles Erleben jenseits von Zwängen möglich ist.
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Cornelia Ziemer, 2001, Das Spiel und dessen Funktion im Unterricht, Munich, GRIN Publishing GmbH
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