Inhaltsverzeichnis
I
Inhaltsverzeichnis
III
Abbildungsverzeichnis
III
Tabellenverzeichnis
1
1. Gewalt unter Jugendlichen
1
1.1 Einleitende Bemerkungen
1
1.2 Informationsqellen
2
1.2.1 Statistik des Bundesverbandes der Unfallkassen
2
1.2.1.1 Empirische Forschungsmethode
1.2.1.2 zentrale Erkenntnisse der Statistik des Bundesverbandes der
3
Unfallkassen und weiterer Quellen
6
1.2.2 Studie von Dr. Andrea Mohr
6
1.2.2.1 Erfahren und Ausüben von Gewalt
7
1.2.2.2 Peer- Viktimisierung
8
1.3 Fazit
10
2. Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit unter Schülern
10
2.1 Einleitende Bemerkungen
10
2.2. Forschungsmethode der Studie von Dr. Würtz
11
2.3 Kritik an der Forschungsmethode der Studie von Dr. Würtz
2.4 zentrale Erkenntnisse der Studie von Dr. Würtz und weiterer
13
Quellen
13
2.4.1 Typen und Grade von Fremdenfeindlichkeit unter Schülern
I
13 2.4.1.1 Linksorientierte Jugendliche
14 2.4.1.2 neutrale Jugendliche
15 2.4.1.3 rechtsorientierte Jugendliche
15 2.4.1.3.1 gewaltbereite Rechtsextremisten/ Skinheads
17 2.4.1.3.2 gemäßigte Rechtsorientierte
2.4.2 Unterschiede zwischen westdeutschen und ostdeutschen
18 Schülern
19 2.4.3 Unterschiede zwischen einzelnen Schultypen
2.4.4 Gründe für Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus unter
22 Jugendlichen
24 2.5 Fazit
25 Literaturverzeichnis
I I
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 (Abb.1)
Aggressionsbedingte Unfallquoten 1993 - 2003 nach Schultyp 3
Abbildung 2 (Abb.2)
Ausmaß der Peer- Viktimisierung
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 (Tab.1)
Häufigkeit der zu beobachtenden Gewaltformen an deutschen Schulen unterschieden nach Schüler- und Lehreraussage
Tabelle 2 (Tab.2)
Raufunfälle und Raufunfallraten 2003 nach Schularten
Tabelle 3 (Tab.3)
Verteilung der Viktimisierungstypen
in den verschiedenen Klassenstufen
III
1. Gewalt unter Jugendlichen
1.1 Einleitende Bemerkungen
In den Medien tauchen immer wieder Berichte über Gewalt an Schulen auf. Meist werden die Geschehen dramatisiert dargestellt und vermitteln den Eindruck, dass die Brutalität und Häufigkeit der Gewaltvorfälle an deutschen Schulen immens gestiegen sei, und zur Tagesordnung gehöre. Aus kommerziellen, sowie aus Platz- bzw. Zeitgründen wird ausschließlich von erschreckenden Extremfällen berichtet, wie dem Amoklauf von Robert Steinhäuser am Erfurter Gutenberg- Gymnasium oder dem seit Kurzem öfter auftretenden „Happy Slapping“. (Dabei werden Gewaltaktionen gegen Mitschüler mit einer Handykamera oder einem Camcorder dokumentiert und schließlich z.B. im Internet veröffentlicht bzw. teilweise sogar verkauft, oder auf Handys getauscht).
Alle diese Vorfälle sind jedoch (wenn auch nicht zu unterschätzende) Einzelfälle, die nicht repräsentativ für die Situation an deutschen Schulen sind und zu einer verzerrten Vorstellung in der Bevölkerung beitragen. Wissenschaftliche Studien, auf die im Folgenden näher eingegangen wird, können diesen, durch die Massenmedien vermittelten Eindruck nicht bestätigen. 1
1.2 Informationsquellen
Es gibt eine Vielzahl möglicher Informationsquellen, die bei der Beurteilung der Situation an deutschen Schulen hilfreich sein können. Grundlage der folgenden Erörterungen sind hier insbesondere die Statistik des Bundesverbandes der Unfallkassen (2005) und eine von Dr. Andrea Mohr durchgeführte Studie zur Gewalt in der Schule und speziell zur Peer- Viktimisierung.
1 Vgl. Bundesverband der Unfallkassen (2005), S. 4.
1
1.2.1 Statistik des Bundesverbandes der Unfallkassen
1.2.1.1 Empirische Forschungsmethode
Bei den amtlichen Statistiken des Bundesverbandes der Unfallkassen handelt es sich um sog. Surveillance Daten. Diese haben gegenüber den meisten anderen Methoden den Vorteil, dass die Daten unverzerrt und kontinuierlich erfasst werden. Selbst bei weitgehend standardisierten, quantitativen Interviews, kommt es z.B. aufgrund von sozial wünschenswertem Antwortverhalten zu „weichen“ bzw. verzerrten Ergebnissen. Aufgrund der besonderen Eigenschaften der Surveillance Daten erlauben sie als bisher einziges methodisches Instrument weitestgehend zuverlässige, langfristige Zeitreihenbeobachtungen. 2
Ein bedeutender Nachteil dieser Statistiken ist dagegen, dass nur meldepflichtige Fälle von Körperverletzung gegen Schüler erfasst werden, die eine ärztliche Versorgung notwendig machen. Gewalt gegen Lehrer sowie leichtere Fälle von physischen Verletzungen bleiben also unberücksichtigt. Des Weiteren wird weder psychische Gewalt (die einen bedeutsamen Anteil der Gewaltformen an deutschen Schulen ausmacht) noch sexuelle Belästigung oder Sachbeschädigung bzw. Vandalismus erfasst. Rückschlüsse auf eine eventuelle (und wie in Punkt 1.1 erwähnt, durch die Medien vermittelte) Zunahme an Brutalität sind nur begrenzt möglich. Dazu kann hier allenfalls ein Vergleich der Häufigkeiten von schweren Verletzungen (z.B. Frakturen), die eine relativ intensive Gewalteinwirkung voraussetzen, angestellt werden. Bei diesem Vergleich fällt auf, dass die Frakturenquote im Beobachtungszeitraum an keinem Schultyp zugenommen hat. 3
2 Vgl. Bundesverband der Unfallkassen (2005), S. 4 - 8.
3 Vgl. Bundesverband der Unfallkassen (2005), S. 19.
2
1.2.1.2 zentrale Erkenntnisse der Statistik des Bundesverbandes der
Unfallkassen und weiterer Quellen
Unter den Gewaltformen die an deutschen Schulen beobachtet werden, nimmt die verbale Gewalt, sowohl nach Beurteilung durch die Schüler als auch der Lehrer, den größten Anteil ein. Bemerkenswert ist, dass 23% der Schüler aussagen, Gewalt gegen Lehrer häufig zu beobachten und somit schon als zweithäufigste Gewaltform angeben, wogegen lediglich 4% der Lehrer behaupten, diese Art der Gewalt häufig beobachtet zu haben. Ein weiterer deutlicher Unterschied zwischen den Aussagen der Schüler- und Lehrergruppen ergibt sich bei der Beobachtung von sexueller Belästigung: Bei beiden rangiert diese Gewaltform zwar auf Platz 5, doch sie wird von 7% der Schüler und nur 2% der Lehrer berichtet. 4
Tab.1 Häufigkeit der zu beobachtenden Gewaltformen an deutschen Schulen unterschieden nach Schüler- und Lehreraussage
Schüler die selbst Gewalt ausüben, weisen eine höhere Wahrscheinlichkeit auf, selbst Opfer von Gewalt zu werden. Umgekehrt gibt es auch Schüler die vom Opfer zum sog. Opfer- Täter werden, indem sie ihrerseits Gewalt (z.B. durch Beleidigungen oder andere Formen psychischer Gewalt) anwenden. 5 6
4 Vgl. Unfallkasse Hessen (2000), S. 12.
5 Vgl. Unfallkasse Hessen (2000), S. 5 und S. 12.
3
Betrachtet man die einzelnen Altersstufen hinsichtlich der Gewalthäufigkeit, fällt auf, dass in der Altersgruppe der 13- 17 jährigen gewalttätiges Verhalten besonders oft vorkommt.
Mit steigendem Bildungsniveau nimmt das Ausmaß der Gewalt (insbesondere der physischen) unter Schülern mit einigen Ausnahmen (z.B. Peer- Viktimisierung) ab. Demnach ist tritt Körperverletzung an Hauptschulen deutlich häufiger auf, als z.B. an Gymnasien. 7
Die folgende Tabelle Tab.2 verdeutlicht diesen Zusammenhang.
Tab.2 Raufunfälle und Raufunfallraten 2003 nach Schularten
Entgegen der Darstellung in den Massenmedien und der Vorstellung der Bevölkerung sinken dabei die aggressionsverursachten Unfallquoten im Beobachtungszeitraum 1993 - 2003. Dabei ist insbesondere an den ansonsten bezüglich der Gewalthäufigkeit auffälligen Hauptschulen ein starker Rückgang der Unfallquoten (von 1999 - 2003 ein Rückgang von ca. 30%) festzustellen. 8
6 Vgl. Mohr, Andrea (2000), S. 113 - 118.
7 Vgl. Bundesverband der Unfallkassen (2005), S. 5.
8 Vgl. Bundesverband der Unfallkassen (2005), S. 9.
4
Arbeit zitieren:
Val Kauth, 2006, Gewalt unter Jugendlichen - Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit unter Schülern, München, GRIN Verlag GmbH
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