Inhaltsverzeichnis
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I. Einleitung
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II. Für die „Historia von D. Johann Fausten“ nötiges Vorwissen
1. Bürgertum 4
2. Martin Luther und der Teufel 4
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III. Die „Historia von D. Johann Fausten“
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IV. Der „Urfaust“
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V. Die „Faust“-Verfilmung von Friedrich Wilhelm Murnau
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VI. Der Film „Im Auftrag des Teufels“ in der Regie von Taylor Hackford
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VII. Zusammenfassung
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VIII. Literaturverzeichnis
1. Primärliteratur 16
2. Filme 16
3. Sekundärliteratur 16
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I. Einleitung
Bei der Erwähnung des Wortes „Teufelspakt“, fällt den meisten sofort der „Faust“ des Johann Wolfgang von Goethe ein, welcher, ob berechtigt oder nicht, gemeinhin als das deutsche Drama gilt. Teufelspakte aber sind nicht allein auf den „Faust“ beschränkt, sondern werden in der Literatur beispielsweise in Jean Pauls „Blumen-, Frucht- und Dornenstücke oder Ehestand, Tod und Hochzeit des Armenadvokaten F. St. Siebenkäs“ (1796/97), Adalbert Chamissos „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ (1814) oder Wilhelm Hauffs „Das kalte Herz“ (1827) 1 behandelt. Dennoch werde ich mich in dieser didaktischen Arbeit, die sich mit einem themenorientierten Literaturunterricht am Beispiel Teufelspakte beschäftigen wird, auf den Faust-Stoff in verschiedenen Ausprägungen beschränken. Aus der Vielzahl der Volksbücher, Dramen, Puppenspiele und Filme, denen jeweils ein Rattenschwanz an wissenschaftlicher Literatur unter anderem aus den Bereichen Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Medienwissenschaft und Rechtswissenschaft 2 anhängt, habe ich die 1587 erschienene „Historia von D. Johann Fausten“, den „Urfaust“ von Goethe aus dem 18. Jahrhundert sowie zwei Filme ausgewählt, den Stummfilm „Faust“ von Friedrich Wilhelm Murnau und die Hollywood-Produktion „Im Auftrag des Teufels“ in der Regie von Taylor Hackford.
Meines Erachtens sind diese Bücher und Filme ideal geeignet, um einerseits die Schüler auf die Behandlung von „Faust I“ in der Kollegstufe vorzubereiten, andererseits dem Deutschlehrer dieser Stufe seine Kompetenzen nicht streitig zu machen, sondern im Gegenteil die Jugendlichen bereits mit Vorwissen in den Grund- oder Leistungskurs zu entlassen. Diese Arbeit wird sich nacheinander mit der „Historia“, dem „Urfaust“, dem Stummfilm
1 Vgl. dazu Hoffmann, Volker: Strukturwandel in den >>Teufelspaktgeschichten<< des 19. Jahrhunderts. In: Modelle des literarischen Strukturwandels. Hg. von Michael Titzmann. Tübingen 1991 (Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, Band 33).
2 Die Masse der literaturwissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Fauststoff sind so zahlreich und unüberschaubar, dass ich nicht wage, einzelne zu empfehlen. Im Bereich der theaterwissenschaftlichen Untersuchungen ist zu nennen Eversberg, Gerd: Doctor Johann Faust. Die dramatische Gestaltung der Faustsage von Marlowes >Doktor Faustus< bis zum Puppenspiel. Köln 1988 (Diss. masch.). Auch die Medienwissenschaft bietet eine Reihe von Veröffentlichungen, beispielsweise Seesslen, Georg: Faust. Gustaf Gründgens Meisterwerk. Materialien zu einem Film von Peter Gorski. Duisburg 1992. Mit den Verfilmungen haben sich auch Didaktiker aus der Gymnasialpraxis beschäftigt, zum Beispiel Diedrichs, Karlheinz/Hanneken, Franz-Josef: Faust&Co auf der Mattscheibe. Eine Auseinandersetzung mit einer schwierigen Beziehungskiste. In: Praxis Deutsch 140 (1996), S. 68-74. Eine hochinteressante rechtswissenschaftliche Untersuchung bietet Zelger, Renate: Teufelsverträge. Märchen, Sage, Schwank, Legende im Spiegel der Rechtsgeschichte. Frankfurt/Main u.a. 1996 (Rechtshistorische Reihe, Band 149).
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„Faust“ und dem Film „Im Auftrag des Teufels“ befassen, wobei jeweils das Augenmerk auf der Ausgestaltung des Teufelspaktes liegen soll. Diese Aufgabe würde innerhalb des themenorientierten Literaturunterrichts auch auf die Schüler zukommen, die sich insbesondere mit den Unterschieden und den vermuteten Gründen dafür beschäftigen sollen. Die Filme dienen einerseits der Abwechslung vom Literaturunterricht, stärken andererseits aber auch die Medienkompetenz der Jugendlichen. Am Ende meiner Arbeit wird eine Zusammenfassung der erreichten Ergebnisse stehen, sowie die Analyse, ob die ausgewählten Faust-Bearbeitungen tatsächlich für die Verwendung im Deutschunterricht geeignet scheinen.
II. Für die „Historia von D. Johann Fausten“ nötiges Vorwissen
Ein Text aus dem 16. Jahrhundert bringt für die, die sich mit ihm beschäftigen, mehrere Schwierigkeiten mit sich. Die augenfälligste ist zunächst die im Vergleich zu modernen Texten unterschiedliche Schreibweise der Wörter sowie veränderte Wortbedeutungen. Letzterer Schwierigkeit kann durch die Verwendung der Erläuterungen zur kritischen Ausgabe der „Historia von D. Johann Fausten“ 3 abgeholfen werden und auch ersteres Hindernis müsste sich mit ein bisschen Unterstützung von Seiten des Pädagogen aus dem Weg räumen lassen. Zusätzlich aber ist für die Beschäftigung mit der „Historia“ noch Vorwissen aus dem historischen sowie dem theologischen Spektrum vonnöten, insbesondere aus den Bereichen Frühbürgertum und Reformation, wobei dazu noch Kenntnisse über die theologischen Hintergründe (zum Beispiel die Haltung Martin Luthers zum Teufel) kommen sollten. Dies alles muss den Schülern im Vorfeld des Literaturunterrichts vermittelt werden.
1. Bürgertum 4
Die Ständetheorie des Mittelalters umfasste drei Stände, den Adel, die Geistlichkeit und die Bauern. Im frühneuzeitlichen Europa differenzierte sich der Stand der laboratores bald in Bauerntum und Bürgertum, ohne dass man von einem eigenen geschlossenen Stand von
3 Vgl. Historia von D. Johann Fausten. Text des Druckes von 1587. Kritische Ausgabe. Hg. von Stephan Füssel und Hans Joachim Kreutzer. Stuttgart 1999 (UB 1516).
4 4 Vgl. dazu Blickle, Peter: Die Reformation im Reich. Stuttgart 2000 3 (UTB 1181), Dülmen, Richard van: Entstehung des frühneuzeitlichen Europa 1550-1648. Frankfurt/Main 1982 (Fischer Weltgeschichte, Bd. 24); Moeller, Bernd: Deutschland im Zeitalter der Reformation. Göttingen 1988 3 (Deutsche Geschichte, Bd. 4); Reinhard, Wolfgang: Probleme deutscher Geschiche 1495-1806. Reichsreform und Reformation 1495-1555. Stuttgart 2001 10 (Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 9); Romano, Ruggiero/Tenenti, Alberto: Die Grundlegung der modernen Welt. Spätmittelalter, Renaissance, Reformation. Frankfurt/Main 1977 (Fischer Weltgeschichte, Bd. 12); Schulze, Winfried: Deutsche Geschichte im 16. Jahrhundert. 1500-1618. Frankfurt/Main 1987.
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Bürgern reden konnte. Wenn trotzdem von einem Bürgertum die Rede ist, dann war es die grundsätzlich andere Arbeit in Handel oder Handwerk und die andere, von der Stadt geprägte, Lebensweise. Jede Stadt besaß nicht nur eine breite Handwerkerschicht, sondern auch eine Unterschicht, die weitgehend vom Bürgerrecht ausgeschlossen war. Wer am Rande des Existenzminimums lebte und gar nicht oder kaum arbeitete, galt eben nichts in der Welt des Bürgertums. Hierin zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zur Auffassung von Arbeit im Mittelalter. Nach der mittelalterlichen Auffassung ist Arbeit eine Strafe Gottes, welche die Bauern mehr trifft als die Adeligen, was auf die Geschichte der drei Söhne Noahs zurückgeht 5 . Mit dem Bürgertum dreht sich die Wertung und Arbeit wird zum eigentlichen Lebensinhalt des Menschen erklärt. Im Hinblick auf die „Historia von D. Johann Fausten“ wird genau diese Einstellung wichtig, ist Faustus doch nach seinem Pakt mit dem Teufel der Prototyp desjenigen, der nicht arbeitet, aber trotzdem versorgt wird. Eine verachtenswerte Lebensweise aus Sicht des Bürgertums.
2. Martin Luther und der Teufel
„Im Laufe der Zeit wurde das Verhältnis zwischen Luther und dem Teufel immer vertraulicher“ 6 , formuliert Paul Carus launig. Richtig ist, dass sich Martin Luther oft und ausführlich mit dem Teufel beschäftigt hat, gipfelnd in der Legende vom Tintenfasswurf auf den Teufel bei Luthers Aufenthalt auf der Wartburg. Luther beschreibt das in seinen Tischreden anders, zwar sei der Teufel auf die Wartburg gekommen, doch „die beste Kunst, ihn zu vertreiben (ist), wenn man Christus anruft und den Teufel verachtet“ 7 . Auch hier gilt also eine von Luthers Kernthesen: Sola fide, allein durch den Glauben, wird der Teufel in die Flucht geschlagen. Dies wird bei der Besprechung der „Historia von D. Johann Fausten“ noch wichtig werden, denn darin verzagt Faustus vor dem Teufel, anstatt sich Gott zuzuwenden. Der Teufel, so Luther, ist von Gott „verhängt“ 8 , wenn der Mensch sich Gott gegenüber undankbar verhält und dies soll den Menschen dazu bewegen, sich wieder Gott zuzuwenden. Diese Art von Satan ist die eine Seite von Luthers Ansicht eines zweifachen Teufels, nämlich der Widersacher Gottes, der „die Menschen in die Anfechtung treibt, sie des Glaubens (...)
5 Vgl. Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers. Revidierter Text. Stuttgart 1978, 1. Mose, 9,18ff.
6 Carus, Paul: Die Geschichte des Teufels. Von den Anfängen der Zivilisation bis zur Neuzeit. Leipzig 2004, S. 222.
7 Luther, Martin: Tischreden. Göttingen 1983 4 , Nr. 675, S. 249.
8 Ebd., Nr. 169, S. 79.
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Arbeit zitieren:
Ines Hoepfel, 2005, Themenorientierter Literaturunterricht am Beispiel der "Historia von D. Johann Fausten", dem "Urfaust" sowie dem Stummfilm "Faust. eine deutsche Volkssage" und der Hollywood-Produktion "Im Auftrag des Teufels", München, GRIN Verlag GmbH
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