Universität Hamburg Fachbereich Wirtschaftswissenschaften Institut für Informatik
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Betreuer: André Henkel
Abgabetermin: 02.09.2002
eingereicht von:
Philipp Funke
Verfahren und Methoden der EDV-gestützten Personaleinsatzplanung I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abk ürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
Symbolverzeichnis V
1 Einleitung und Zielstellung der Arbeit 1
2 Grundlagen. 2
2.1 Personalplanung. 2
2.2 Personaleinsatz und Personaleinsatzplanung. 2
2.2.1 Definition 2
2.2.2 Einordnung der Personaleinsatzplanung in die Personalplanung. 4
2.2.3 Ziele der Personaleinsatzplanung 5
3 EDV-gestützte Personaleinsatzplanung. 5
3.1 Begriff 5
3.2 Beeinflussende Faktoren 6
3.2.1 Zeitliche Randbedingungen. 6
3.2.2 Technische Randbedingungen. 7
3.2.3 Personelle Randbedingungen 8
3.2.4 Persönliche Präferenzen. 8
3.3 Einsatzbereiche 9
3.3.1 Dienstleistung. 9
3.3.2 Handel 10
3.3.3 Industrie. 10
4 Modellansätze zur Personaleinsatzplanung 11
4.1 Implizit 11
4.2 Explizit 12
4.3 Disjunkt 13
4.4 Konjunkt 14
4.5 Statisch und dynamisch 15
5 Verfahren und Methoden 17
5.1 Assistenten. 18
5.2 Exakte Verfahren 18
5.2.1 Grundlagen 19
5.2.1.1 Lineare Programmierung 19
5.2.1.2 Ganzzahlige und gemischt-ganzzahlige Programmierung. 19
5.2.2 Einsatz. 20
5.2.2.1 Ungarische Methode. 20
5.2.2.2 Modellgestützte Personaleinsatzplanung im Einzelhandel. 22
5.2.2.3 Optimierungsverfahren zur zyklischen Einsatzplanung 23
5.3 Heuristische Verfahren. 23
5.3.1 Grundlagen 24
5.3.1.1 Eröffnungsverfahren. 24
5.3.1.2 Lokale Such- bzw. Verbesserungsverfahren. 24
5.3.1.3 Deterministische bzw. stochastische Verfahren. 24
5.3.1.4 Lokale Suchverfahren im engeren Sinne - heuristische
Metastrategien. 25
5.3.1.4.1 Simulated Annealing 25
5.3.1.4.2 Tabu Search 25
5.3.1.4.3 Evolutionäre Algorithmen - Genetische Algorithmen 26
5.3.1.5 Expertensysteme 27
Verfahren und Methoden der EDV-gestützten Personaleinsatzplanung II
5.3.2 Einsatz. 27
5.3.2.1 Konventionelle EDV-Lösung. 27
5.3.2.1.1 Einfaches Stellenzuordnungssystem 28
5.3.2.1.2 Berücksichtigung eines differenten Arbeitsanfalls 29
5.3.2.2 Tourenbildung 30
5.3.2.2.1 Set-Covering-Probleme 30
5.3.2.2.2 Rostering Probleme (Tourenfolgenbildung) 31
5.3.2.3 Personaleinsatzplanung als Constraintproblem. 32
5.3.2.4 Personaleinsatzplanung in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften - ein
dynamisch -stochastisches Verfahren. 33
5.3.2.5 Heuristik zur Dienstplanung bei flexibler Personalkapazität - Einsatz
des randomisierten Prioritätsregelverfahrens. 33
6 Konkrete Anwendungssysteme in der Praxis. 36
6.1 SAP R/3 HR. 36
6.2 Pepo. 36
6.3 SP-Expert. 37
6.4 DISSY 38
7 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung. 39
Literaturverzeichnis 41
Verfahren und Methoden der EDV-gestützten Personaleinsatzplanung III Abkürzungsverzeichnis
a.a.O. = am angeführten Ort Abb. = Abbildung ArbZG = Arbeitszeitgesetz Aufl. = Auflage bzgl. = bezüglich bzw. = beziehungsweise d.h. = das heißt DISSY = Decision Support System EDV = Elektronische Datenverarbeitung etc. = et cetera f. = folgende (Seite) ff. = fortfolgende (Seiten) HR = Human Resources Hrsg. = Herausgeber IP = Integer Programming (ganzzahlige Programmierung) JArbSchG = Jugendarbeitsschutzgesetz Jg. = Jahrgang LP = Lineare Programmierung MIP = Mixed Integer Programming (gemischt-ganzzahlige Programmierung) R/3 = Realtime/3 RKW = Rationalisierungs-Kuratorium der Deutschen Wirtschaft RNA = randomized non-ascendent method S. = Seite SAP = Systeme, Anwendungen Produkte in der Datenverarbeitung TS = Tabu Search u.a. = unter anderem usw. = und so weiter vgl. = vergleiche z.B. = zum Beispiel
Verfahren und Methoden der EDV-gestützten Personaleinsatzplanung IV Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Gestaltungsmöglichkeiten der Personaleinsatzplanung
Abbildung 2: Einbettung der Personaleinsatzplanung in die Personalplanung
Abbildung 3: Formen der betrieblichen Personaleinsatzplanung
Verfahren und Methoden der EDV-gestützten Personaleinsatzplanung V Symbolverzeichnis 3%
= qualitativ homogener Teilpersonalbedarf der Art
¡
q (q = 1,2...,Q) in der Periode t (t = 1,2...,T).
3$
¢ = qualitativ homogene Teilpersonalausstattung der Art r
£
H
¤ ¥
Tätigkeit der Art q.
3(
¦ = Anzahl an Arbeitskräften der Kategorie r, die in der Periode t
§ ¨
zur Deckung des Personalbedarfs der Art q eingesetzt werden.
\
© = Schlupfvariable, d.h. für andere Einsatzformen verfügbares
Personal.
I
= Leistungsfaktor, der die Produktivität von Arbeitskräften der
3(
2 = Personaleinsatzvariable, die den Wert 1 annimmt, wenn die
H
= Eignungsgrad, den die Arbeitskraft r in der zweiten Periode für
λ , µ , ν = Prioritätsregeln α , ε = Kontrollparameter
Verfahren und Methoden der EDV-gestützten Personaleinsatzplanung 1
1 Einleitung und Zielstellung der Arbeit
In den letzten Jahrzehnten hat die rapide Entwicklung und der Einsatz von EDV-Technologien zu umfassenden Veränderungen und damit verbundenen Effizienzsteigerungen in allen Bereichen von Wirtschaft und Verwaltung geführt. 1 Besonderes Augenmerk der Unternehmensleitungen lag hierbei hauptsächlich auf den Bereichen Marketing und Produktion. Der Bereich Personal wurde eher stiefmütterlich behandelt. Dem Computer wurde lediglich Einlass als Hilfsmittel in die Lohn- und Gehaltsabrechnung gewährt. Mittlerweile hat sich die Situation verändert und der Human-Resources-Bereich sich zu einem interessanten Markt mit Wachstumspotential entwickelt. Sogenannte computergestützte Personalinformationssysteme bieten hierbei die Möglichkeit der Erfassung, Speicherung, Verarbeitung, Weitergabe und Ausgabe von Informationen zur Unterstützung administrativer und dispositiver personalwirtschaftlicher Aufgaben. Die administrativen Aufgaben beinhalten u.a. die Personalabrechnung, die Bearbeitung von Einstellungen, Versetzungen und Entlassungen. Die dispositiven Aufgaben umfassen beispielsweise das Personalcontrolling, die Personalplanung, die Personalentwicklung, die Nachfolgeplanung und die Entgeltfindung. 2
Zielsetzung dieser Studienarbeit ist es innerhalb der dispositiven personalwirtschaftlichen Aufgaben einen Teilbereich der Personalplanung, die Personaleinsatzplanung zu untersuchen. Nach einführender Darstellung der Personaleinsatzplanung im folgenden Abschnitt wird im dritten Abschnitt die Verbindung zur EDV-Unterstützung gelegt, es werden die Personaleinsatzplanung beeinflussende Faktoren dargebracht sowie Einsatzbereiche aufgelistet. Der vierte Abschnitt beschäftigt sich mit den gängigen Modellansätzen der Personaleinsatzplanung. Der fünfte Abschnitt - der inhaltliche Schwerpunkt dieser Arbeit - erörtert Verfahren und Methoden zur Optimierung der Personaleinsatzplanung, wobei im Wesentlichen zwischen Assistenten, exakten Verfahren und heuristischen Verfahren unterschieden wird. Der sechste Abschnitt gibt eine Darstellung gängiger Anwendungssysteme in der Praxis wieder bevor im siebten Abschnitt mit einer kritischen zusammenfassenden Schlussbetrachtung die Arbeit abgeschlossen wird.
1 Vgl. Schwarze, Jochen: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, 4. Aufl., Berlin u.a. 1997, S. 37 ff.
2 Vgl. Mülder, Wilhelm: Personalinformationssysteme - Entwicklungsstand, Funktionalität und
Trends, in: Wirtschaftsinformatik, 42.Jg. (2000), Sonderheft, S.98
Verfahren und Methoden der EDV-gestützten Personaleinsatzplanung 2
2 Grundlagen
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Die Personalplanung ist definiert als „Handlungen, die Entscheidungen über die zukünftige Verfügbarkeit von Personal in einem Unternehmen sowie die Kontrolle und Vorbereitung dieser Entscheidungen zum Gegenstand haben.“ 3 Einen anderen Schwerpunkt legt die Definition nach Drumm: „Der Begriff Personalplanung grenzt alle Handlungen ab, die Entscheidungen über die zukünftige Verwendung von Personal in der Unternehmung sowie die Vorbereitung und Kontrolle dieser Entscheidungen zum Gegenstand haben.“ 4 Die Definitionen haben gemein, dass sie in die Zukunft weisen, wobei einerseits der Schwerpunkt auf der Verfügbarkeit von Personal und andererseits auf der Verwendung von Personal liegt. Die Personalplanung ist sowohl einer der Aufgabenkomplexe des Personalwesens als auch einer der Aufgabenkomplexe der Unternehmensplanung. Die Personalplanung ist in beide Zusammenhänge zu integrieren. 5
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Unter Personaleinsatz ist nach Kossbiel „die Zuordnung des einer Organisation zur Verfügung stehenden Personals zu einzelnen organisatorischen Einheiten (insbesondere Stellen) oder zu einzelnen Tätigkeiten (Aufgaben, Arbeiten) zu verstehen.“ 6 Der Personaleinsatz ist das Bindeglied zwischen Personalbedarf und Personalausstattung. Die Angaben zum Personaleinsatz beinhalten Informationen darüber, in welchem Umfang (quantitative Dimension), zu welcher Zeit (temporale Dimension), an welchem Ort (lokale Dimension) Arbeitskräfte mit welchen Fähigkeiten Stellen bzw. Tätigkeiten mit welchen Anforderungen (qualitative Dimension) übernehmen. Hierbei führt die qualitative Dimension des Personaleinsatzes die Fähigkeiten von Arbeitskräften und die Stellen- bzw. Tätigkeitsanforderungen zusammen. 7
3 Vgl. Küpper, Willi: Skriptum der Vorlesung Personalplanung der Universität Hamburg im Winter-
semester 2001/2002, S. 3
4 Vgl. Drumm, Hans Jürgen: Personalplanung, in: Gaugler, Eduard/Weber, Wolfgang (Hrsg.): Hand-
wörterbuch des Personalwesens, 2. Aufl., Stuttgart 1992, Spalten 1758-1769
5 Vgl. Seibt, Dietrich/Mülder, Wilhelm (Hrsg.): Methoden- und computergestützte Personalplanung,
Köln 1986, S. 20
6 Vgl. Kossbiel, Hugo: Personaleinsatz und Personaleinsatzplanung, in: Gaugler, Eduard/Weber,
Wolfgang (Hrsg.): Handwörterbuch des Personalwesens, 2. Aufl., Stuttgart 1992, Spalte 1654
7 Vgl. Kossbiel, Hugo, a.a.O., Spalte 1654 f.
Verfahren und Methoden der EDV-gestützten Personaleinsatzplanung 3
Die Personaleinsatzplanung wird definiert als gedankliche Vorwegnahme der zu- künftigenquantitativen, qualitativen, örtlichen und zeitlichen Einordnung des verfügbaren Personals in den Leistungsprozess des Unternehmens unter Berücksichtigung der Ziele des Unternehmens und der gerechtfertigten Belange der einzelnen Mitarbeiter. Es lassen sich je nach zeitlicher Perspektive zwei Problembereiche unterscheiden: das Anpassungsproblem und das Zuordnungsproblem (siehe Abbildung 1). 8 Geht man von einer mittel- oder langfristigen Perspektive aus, so ist die Personaleinsatzplanung darüber hinaus mit einer Organisations- und Personalentwicklungsaufgabe verbunden. Hierbei sind auf der einen Seite die Anpassung der Fähigkeiten der Arbeitskräfte an die Arbeitsanforderungen und auf der anderen Seite die Anpassung der Arbeitsplätze und Arbeitsanforderungen an die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Arbeitskräfte zu berücksichtigen. Ausgehend von einer kurzfristigen Perspektive werden sowohl der Ist-Bestand an Personal als auch die organisatorischen Gegebenheiten als fest angesehen. Sie bilden den Entscheidungsspielraum für die Personaleinsatzplanung. Hieraus ergibt sich eine unternehmensinterne Zuordnung eines gegebenen Personalbestandes auf die unterschiedlichen Stellen bzw. Arbeitsplätze eines Unternehmens. 9
In dieser Arbeit liegt der Schwerpunkt in der kurzfristigen Perspektive der Personaleinsatzplanung - es handelt sich demnach um ein Zuordnungsproblem - jedoch werden der Vollständigkeit halber ebenfalls Modellansätze, Methoden und Verfahren der mittel- bzw. langfristigen Perspektive erörtert.
8 Vgl. Hornung, Volker: Personalwesen, in: Luczak, Holger/Volpert, Walter (Hrsg.): Handbuch Ar-
beitswissenschaft, Stuttgart 1997, S. 960
9 Vgl. Dietrich, Nadja: Personalplanung und Arbeitsrecht, Diss. Technische Universität Berlin 2001,
S.72 f.
Verfahren und Methoden der EDV-gestützten Personaleinsatzplanung 4
(LQRUGQXQJGHU3HUVRQDOHLQVDW]SODQXQJLQGLH3HUVRQDOSODQXQJ
Nach Mag muss man die Personaleinsatzplanung „ als das Kernstück der Personalplanung bezeichnen, weil sie die Nahtstelle zwischen der Personalplanung und den übrigen Teilbereichen der Unternehmensplanung markiert.“ 10 Laut Oechsler/Strohmeier ist hingegen die Personalbedarfsplanung die entscheidende Schnittstelle zur Unternehmensplanung 11 und die Personaleinsatzplanung lediglich einer von sechs Bausteinen der Personalplanung (siehe Abbildung 2). Wie aus den zwei zitierten Quellen ersichtlich, gibt es keine exakte Einordnung der Personaleinsatzplanung hinsichtlich der Verbindung zur Unternehmensplanung. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass die Personaleinsatzplanung ein wesentlicher Teilbereich der Personalplanung ist und Schnittstellen zu allen anderen Teilbereichen besitzt.
10 Vgl. Mag, Wolfgang: Einführung in die betriebliche Personalplanung, 2. Aufl., München 1998, S.
99
11 Vgl. Oechsler, Walter A./Strohmeier, Stefan: Grundlagen der Personalplanung, in: Mülder, Wil-
helm/Seibt, Dietrich (Hrsg.): Methoden- und computergestützte Personalplanung, 2. Aufl., Köln 1994,
S. 20 f.
Arbeit zitieren:
Philipp Funke, 2002, Methoden und Verfahren der EDV-gestützten Personaleinsatzplanung, München, GRIN Verlag GmbH
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