Inhaltsverzeichnis
Thema : Seite:
Definition Sozialisation 03
Definition Geschlecht 04
Sozialisation nach Hurrelmann 04
Sozialisation nach Hagemann-White 06
Sozialisationsaspekte nach Bilden 08
Beispiele der Widerspiegelung der Geschlechtsstereotypen im Sportbereich und in den
Sozialisationsinstanzen 09
Literaturangaben 12
2
Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit den Theorien der Geschlechtersozialisation und weiterführend beschäftige ich mich der Widerspiegelung der Geschlechterstereotypen in den jeweiligen Sozialisationsinstanzen.
Als Einführung in das Thema möchte ich zuerst klären was der Begriff „Sozialisation“ bedeutet und danach wird der Begriff „Geschlecht“ definiert.
Nach Klaus Hurrelmann ist Sozialisation „der Prozeß der Entstehung und Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit in Abhängigkeit von und in Auseinandersetzung mit den sozialen und den dinglich-materiellen Lebensbedingungen.“ 1 Im Verlauf der Sozialisation wird der Mensch zu einer sozial handlungsfähigen Persönlichkeit, so Hurrelmann. Sozialisation ist ein lebenslanger Prozess indem sich das Individuum immer wieder mit den jeweiligen Lebensbedingungen auseinander setzen muss.
Aus dieser Definition geht hervor, dass durch Sozialisation die Persönlichkeit eines Menschen geprägt wird. Die Persönlichkeit ist nach Hurrelmann bestimmt durch das Zusammenspiel von Merkmalen, Eigenschaften, Einstellungen und Handlungskompetenzen. Diese bilden sich durch die Bewältigung von Lebensaufgaben. Sie sind somit lebensgeschichtlich beeinflusst. Das bedeutet, dass Persönlichkeitsentwicklung eine überdauernde und langfristige Veränderung der genannten Persönlichkeitsvariablen ist. 2
Ein Mensch trifft im Laufe seines Lebens auf verschiedene Sozialisationsinstanzen. Die erste ist die Familie, aber genauso nehmen soziales Milieu, Bildungseinrichtungen wie Kindergarten, Schule, Universität, Ausbildungsbetriebe oder auch Vereine Einfluss auf die Entwicklung eines Menschen. 3
1 Zit. nach Hurrelmann 1995, S. 14
2 Vgl. Hurrelmannn ebd.
3 Vgl. Hurrelmann 1995, S. 275
3
In der Soziologie unterscheidet man zwischen biologischem und sozialem Geschlecht. Die englischen Begriffe „Sex“ und „Gender“ sind prägnanter. „Sex“ als biologisch zugeschriebenes Geschlecht und „Gender“ als sozial konstruierte Geschlechtsrolle. Der Begriff „Gender“ impliziert, dass Geschlechtsrollen sich nicht aufgrund der biologischen Vorraussetzungen ergeben sondern sich historisch, sozial und kulturell begründen. Vergleicht man verschiedene Kulturen dann stellt man fest, dass es große Unterschiede zwischen Männer- und Frauenrollen gibt. 4
Ein Beispiel das kulturelle Unterschiede verdeutlicht sind Studien von Margaret Mead. Sie hat Südseekulturen untersucht und herausgefunden, dass dort typische weibliche Merkmale wie etwas Weichheit und Passivität auch für Männer galten und umgekehrt typisch männliche Attribute wie Aggressivität und Aktivität auch für Frauen. Deshalb kam sie zu der Erkenntnis, dass Geschlechtsrollen gesellschaftlich konstruiert werden. 5
Auch andere Ansätze gehen davon aus, deshalb möchte ich im Folgenden die allgemeine So-zialisationstheorie von Hurrelmann darstellen. Danach folgen Erkenntnisse zur geschlechtsspezifischen Sozialisation von Hagemann-White.
Wie schon erwähnt ist Sozialisation nach Hurrelmann ein lebenslanger Prozess. In jeder Lebensphase vollzieht sich ein Entwicklungsschritt der die Voraussetzung für das Gelingen der nächstfolgenden Phase bildet. In frühen Sozialisationsphasen bilden sich die Sprache, das Denken und das Empfinden. Außerdem entwickelt sich das Grundmuster für soziales Verhalten und Umgangsformen. Die Familie stellt die primäre Sozialisationsinstanz dar. Unter se-kundärer Sozialisationsinstanz versteht Hurrelmann die Weiterentwicklung und Veränderung der gelernten Verhaltensmuster. Dies geschieht etwa ab dem 3. Lebensjahr. Hier wird das Kind mit Verhaltensweisen in bestimmten Situationen konfrontiert. Es lernt aber auch Tabus zu verletzen. In der Familie werden soziale Normen und Werte vermittelt wie etwa Umgangs-formen und Regeln, Interaktionsmuster der jeweiligen Rollen, ebenso Denkweisen, Einstellungen die in der Gesellschaft vorhanden sind. Zu letzt genanntem gehören z.B. Sitten und Bräuche. Die Kinder lernen auch ihre Bedürfnisse nicht sofort zu befriedigen und spezifische
4 Vgl. Dietzen 1993, S. 12
5 Vgl. Dietzen 1993, S. 22
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Arbeit zitieren:
Nadine Ratajczak, 2005, Theorien der Geschlechtersozialisation und die Widerspiegelung der Geschlechterstereotypen im Sport, München, GRIN Verlag GmbH
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Geschlechtsspezifische Sport- und Bewegungssozialisation
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