Inhaltsverzeichnis:
Inhaltsverzeichnis: 2
1. Einleitung 3
2. Lynn Avery Hunt - Leben und Werk. 5
2.1. Biographie 5
2.2. Forschungsfelder 6
3. Der Cultural Turn - Weg zur Neuen Kulturgeschichte 8
3.1. Einordnung der Neuen Kulturgeschichte in die Geschichtswissenschaft 8
3.2. Grundlagen der Neuen Kulturgeschichte 12
3.2.1. Das Oeuvre Michel Foucaults 13
3.2.2. Die Kulturanthropologie. 15
4. Lynn Hunt: Symbole der Macht, Macht der Symbole 19
4.1. Aufbau und Inhalt. 19
4.2. Bewertung. 21
5. Charakterisierung der von Lynn Hunts praktizierten Neuen Kulturgeschichte 25
6. Schlussgedanke. 29
7. Zusammenfassung 32
8. Literaturverzeichnis 34
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1. Einleitung
Der Cultural Turn, die Hinwendung aller Wissenschaften vom Menschen zur Kultur, „entstammt dem Vorschlag, Prozesse kultureller Vergesellschaftung zum zentralen Gegenstand der historischen Forschung zu machen.“ 1 Soweit der 2002 von Gangolf Hübinger für das Lexikon Geschichtswissenschaft geschriebene Artikel über die Kulturgeschichte. In der vorliegenden Arbeit geht es aber nicht um die Betrachtung aller Humanwissenschaften, sondern primär um die vom Cultural Turn in der Geschichtswissenschaft angestoßenen Entwicklungen, die schließlich zur Ausbildung der so genannten Neuen Kulturgeschichte geführt haben. Um dieser theoretischen Untersuchung einen praktischen Bezugspunkt anzufügen, wird ihr das exemplarische und gleichzeitig bedeutsame Werk der amerikanischen Kulturhistorikerin Lynn Avery Hunt an die Seite gestellt.
Um sich ein Bild von der Person und den Forschungsgebieten Lynn Avery Hunts machen zu können, wird in dieser Hausarbeit zunächst eine Darstellung ihres Lebens und ihres bisherigen Werkes versucht. Anschließend wird der historiographische Kontext vorgestellt, in dem sich die Autorin bewegt. Die Geschichte der Neuen Kulturgeschichte wird von ihren Anfängen bis in die Gegenwart dargestellt. Zudem wird untersucht, auf welchen theoretischen Grundlagen sie basiert. Den besonders wichtig erscheinenden Ansätzen Michel Foucaults und den anthropologischen Studien wird dabei je ein eigenes Unterkapitel mit einer eigenständigen Betrachtung gewidmet werden. Diese sollen allerdings ausschließlich der Vertiefung dienen und kann auf Grund der zeitlichen Beschränkung dieser Ausarbeitung keine ausführlichen Untersuchungen darstellen.
1 Hübinger 2002: S.201.
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Dieser theoretische Unterbau wird anschließend mit einer praktischen Ebene ergänzt, nämlich der Vorstellung von Lynn Hunts Hauptwerk, dem 1989 in deutscher Übersetzung erschienenen Buch Symbole der Macht, Macht der Symbole. Dabei wird neben dem Aufbau und dem Inhalt des Werks auch Wert auf die Reaktionen der Fachwelt gelegt. An Hand von vier Rezensionen aus den USA, Frankreich und Deutschland wird die Bewertung sowohl des Buches, als auch des methodisch-analytischen Ansatzes der Autorin betrachtet. Nach der Vorstellung von allgemeiner Theorie und der Betrachtung einer individuellen praktischen Umsetzung der Neuen Kulturgeschichte wird nun mit Hilfe des bereits Erarbeiteten der spezifische Ansatz Lynn Hunts auf abstrakte Art und Weise charakterisiert und untersucht, welchen theoretischen Einflüssen sie verpflichtet ist.
Bevor eine abschließende Zusammenfassung der Untersuchungen über die Theorie der Neuen Kulturgeschichte und das Werk der Autorin vorgenommen wird, möchte diese Arbeit aber auch der Frage nachgehen, welchen Weg die Neue Kulturgeschichte von der Gegenwart ausgehend in Zukunft einschlagen wird und welche Erwartungen man noch in sie setzen kann.
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2. Lynn Avery Hunt - Leben und Werk
Lynn Avery Hunt gehört zu den bekanntesten und angesehensten Historikerinnen der USA und gilt als eine der führenden Vertreterinnen der Neuen Kulturgeschichte. 2 International ist sie bekannt für ihre wegweisenden Arbeiten über die Kulturgeschichte der Französischen Revolution, in denen sie sich vorwiegend mit Fragen der politischen Kultur befasst, und ihre theoretischen Aufsätze über die europäischen Kulturwissenschaften. 3 Derzeit lehrt Lynn Avery Hunt als Eugen Weber Professor of Modern European History an der University of California in Los Angeles. 4
2.1. Biographie
Lynn Avery Hunt wurde am 16.November 1945 in Panama City geboren, verbrachte ihre Jugend aber in St.Paul, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Minnesota. 5 Sie studierte am Carleton College in Northfield, Minnesota, wo sie 1967 ihren Bachelor of Arts machte. 6 Von Northfield zog es sie an die amerikanische Eliteeinrichtung Stanford University nach Massachusetts, wo sie ein Jahr später die Prüfungen zum Master of Arts ablegte und 1973 zum Thema Revolution and Urban Politics in Provincial France: Troyes and Reims, 1786-1790 promovierte. 7 Im Anschluss an ihre Promotion unterrichtete sie von 1974 bis 1987 an der University of California in Berkeley und von 1987 bis 1998 an der University of Pennsylvania in Philadelphia, ehe sie 1999 an die University of California in Los Angeles ging, um dort den dortigen Lehrstuhl als Eugen Weber Professor of Modern European History zu besetzen. 8
2 http://prelectur.stanford.edu.
3 Burke 2005: S.152.
4 http://prelectur.stanford.edu.
5 Engels 2004 : S.348., www.sscnet.ucla.edu.
6 www.sscnet.ucla.edu.
7 http://prelectur.stanford.edu.
8 Ebd.
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Zwischenzeitlich begleitete sie aber auch eine Reihe von Gastprofessuren in Peking, Amsterdam und Utrecht und an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris. 9 2002 war Lynn Avery Hunt für ein Jahr Präsidentin der American Historical Association, des US-amerikanischen Historiker-verbandes. 10 .
2.2. Forschungsfelder
Hunts Forschung konzentriert sich auf die neuzeitliche Sozial- und Kulturgeschichte und deren Methodik. 11 Große Anerkennung genießt sie für ihre Arbeiten über die sozialen und kulturellen Aspekte der Französischen Revolution, ein Thema, mit dem sie sich seit ihrer Promotion beschäftigt. Aber auch für ihre Untersuchungen über die Beziehung von Pornographie und Körper in der Frühen Neuzeit sowie deren kulturelle und politische Bedeutung hat sie hervorragende Forschungsarbeit geleistet. 12 „1984 erschien ihr grundlegendes, vielbeachtetes Werk unter dem Titel Politics, Culture an Class in the French Revolution, das in deutscher Übersetzung 1989 zum Bicentenaire unter dem Titel Symbole der Macht, Macht der Symbole herauskam.“ 13 Acht Jahre später publizierte sie unter dem Titel The Family Romance of the French Revolution eine Arbeit, in der sie psychoanalytische Annahmen in die politische Geschichte der französischen Revolution einfließen ließ. 14
Gleichzeitig beschäftigte Lynn Hunt die Methodik der Kulturgeschichte, wo sie sich auch als Begründerin methodischer Neuansätze einen Namen machte. 15
9 Ebd.
10 www.historians.org.
11 Engels 2004: S.348.
12 Engels 2004: S.348f.
13 Ebd.: S.348.
14 http://prelectur.stanford.edu.
15 Engels 2004: S.348.
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Bücher wie The New Cultural History aus dem Jahr 1989, Eroticism and the Body Politics (1991), The Invention of Pornography: Obscenity and the Origins of Modernity (1993), das 1994 in Deutschland unter dem Titel Die Erfindung der Pornographie. Obszönität und die Ursprünge der Moderne erschien und Beyond the Cultural Turn: New Directions in the Study of Society and Culture (1999) ließen Hunt zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der in den USA cultural studies genannten Disziplin werden. 16
In ihren Arbeiten erklärt Hunt die Wichtigkeit dieses noch recht jungen Forschungsfeldes, “not only in history, but also in literary studies, anthropology, sociology, and economics.“ 17
16 http://prelectur.stanford.edu.
17 Ebd.
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Arbeit zitieren:
Daniel Wimmer, 2007, Hinwendung zur Kultur - Mit dem Cultural Turn auf dem Weg zur Neuen Kulturgeschichte, dargestellt am Beispiel Lynn Avery Hunts, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Preußische Frage - Personalunion Brandenburg-Preußen
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The Cultural Turn in U.S. History: Past, Present, and Future
James W. Cook, Lawrence B. Glickman, Michael O'Malley
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