Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Einleitung 3
1. Verschiedene Einflussbereiche auf männliche Sozialisation im Lebenslauf. 5
2. Gewalt als Bewältigungsmuster der männlichen Sozialisation 10
3. Pädagogische Jungenarbeit und soziale Jungenförderung in der Schule 12
Fazit 16
Literaturverzeichnis 17
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Einleitung
Seit Beginn der Koedukation konzentrierte sich das Interesse von Lehrern, Pädagogen und Soziologen auf die Unterprivilegierung der Mädchen durch Jungen. Es wurden zahlreiche Maßnahmen unternommen, um das weibliche Geschlecht sowohl in der Schule, als auch im sozialen Bereich zu unterstützen, zu fördern, zu stärken und ihre Benachteiligungen den Jungen gegenüber abzubauen. Diese Konzentration auf das weibliche Geschlecht bedeutet aber nicht, dass die Jungen keiner speziellen Förderung bedürften. Eine Benachteiligung der Mädchen impliziert nicht automatisch Vorteile auf Seiten der Jungen. Auch diese haben im Laufe ihrer Entwicklung mit Krisen zu kämpfen. Die Probleme der Jungen und damit verbunden die männliche Sozialisation stießen jedoch erst im Laufe der letzten 15 Jahre auf wissenschaftliches und allgemeingesellschaftliches Interesse, angestoßen durch das Buch „Kleine Helden in Not“ von Dieter Schnack und Rainer Neutzling. 1 Im Zuge der Debatte um Jungenförderung entwickelte sich die Jungenarbeit, als Möglichkeit zur Stärkung des Selbstwertgefühls, aber auch des Abbaus von Vorurteilen und Rollenklischees.
Der erste Teil dieser Arbeit beleuchtet die unterschiedlichen Phasen und Einflussbereiche, die maßgeblich auf die männliche Sozialisation einwirken. Es soll der Frage nachgegangen werden, in welchem Maß und in welcher Form diese Bereiche Einfluss auf die Identitätsbildung der Jungen und Männer nehmen. Dieser Teil schneidet auch die Schwierigkeiten an, die mit der männlichen Sozialisation und Geschlechtsidentifikation verbunden sind.
Im nächsten Kapitel wird männliche Gewalt, als ein Problemfeld der Bewältigung des Mannseins und -werdens, näher analysiert. Es soll die Frage geklärt werden, weshalb gerade Männer verstärkt Gewaltbereitschaft aufweisen.
1 Vgl. Kreienbaum, Maria Anna/ Urbaniak, Tamina: Jungen und Mädchen in der Schule. Konzepte der
Koedukation. Cornelsen, Berlin 2006, S. 55
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Im abschließenden Teil wird ein möglicher Lösungsweg aus den Konflikten der männlichen Sozialisation in Form der bereits erwähnten Jungenarbeit vorgestellt. Neben einer Definition werden die Hauptziele angeführt, um so die Frage zu klären: „Warum überhaupt Jungenarbeit?“. In diesem Rahmen sollen auch die Möglichkeiten zur sozialen Förderung der Jungen in der Schule erörtert werden.
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1. Verschiedene Einflussbereiche auf männliche Sozialisation im Lebenslauf
In diesem Kapitel sollen zunächst unterschiedliche Bedingungen und Bereiche, die sich prägend und maßgebend auf die männliche Sozialisation auswirken, beleuchtet werden. Hierbei soll der Frage nachgegangen werden, was die Geschlechtsidentität der Männer prägt und wie sie „zum Mann werden“. Es werden hierfür unter anderem Erkenntnisse der kritischen Männerforschung verwendet.
Die kritische Männerforschung ist nach einer Definition von Böhnisch und Winter „eine Sozialwissenschaft, die von Männern mit dem Ziel betrieben wird, die anthropologischen, psychischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Bedingungen für ein anderes Mannsein, eine andere Würde des Mannes zu analysieren und zu formulieren.“ 2 Ein „anderes Mannsein“ bezeichnet eine veränderte Vorstellung von Männlichkeit, die sich nicht über die Abwertung von Frauen und die Unterdrückung anderer definiert, sondern auch Schwächen zulässt und sich sozial produktiv in die Gesellschaft einbringt. Auch heute noch definiert sich Männlichkeit in der Gesellschaft überwiegend über die Ausübung von Gewalt, die Unterdrückung von Gefühlen und die Abwertung und Geringschätzung von Frauen. Um dieses System der hegemonialen Männlichkeit, also der männlichen Vormachtstellung, durchbrechen und revidieren zu können, müssen zunächst die Ursachen untersucht werden, die männlich-dominantes Verhalten bei Männern erzeugen, beziehungsweise verstärken.
Maßgeblichen Einfluss auf die Identitätsentwicklung übt die frühkindliche Sozialisation aus. In dieser Phase wird der Alltag des Kindes vornehmlich von Frauen beherrscht. Nicht nur die Mutter, auch Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen und Nachbarinnen repräsentieren das weibliche Geschlecht. Männliche Vorbilder oder Bezugspersonen fehlen.
2 Böhnisch, Lothar/ Winter, Reinhard: Männliche Sozialisation. Bewältigungsprobleme männlicher
Geschlechtsidentität im Lebenslauf. Juventa Verlag, Weinheim und München 1993, S.9
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Arbeit zitieren:
Jakobine Linnenbrink, 2006, Entwicklung und Bewältigung männlicher Geschlechtsidentität, München, GRIN Verlag GmbH
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