Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS..................................................................................... I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
TABELLENVERZEICHNIS IV
1. EINLEITUNG. 1
2. CLUSTER 4
2.1 Clusterdefinition 4
2.2 Clusterbildung 5
2.3 Das Clusterkonzept. 5
2.4 Wettbewerbsvorteile der Clusterbildung 6
2.4.1 Zugang zu spezialisierten Inputs und Arbeitnehmern 8
2.4.2 Informationszugang 9
2.4.3 Complementarities 10
2.4.4 Zugang zu Institutionen und öffentlichen Gütern 10
2.4.5 Leistungs- und Erfolgsmessung. 11
EXKURS : INNOVATIONS- UND WETTBEWERBSFÄHIGKEIT. 12
3. STANDORT 16
3.1 Der Begriff Standort 16
3.2 Unternehmerische Standortwahl. 16
3.3 Standortanalyse 17
3.4 Strategieorientierte Standortlehre 18
3.5 Standortfaktoren 19
3.6 Standortentscheidung und -bewertung 20
4. FILMWIRTSCHAFT 22
4.1 Aufbau der Filmwirtschaft 22
4.1.1 Das Produkt Film 22
4.1.2 Filmherstellung. 22
4.1.3 Filmverleih und Filmvertrieb. 23
4.1.4 Filmtheater. 24
4.2 Wertschöpfungsketten innerhalb der Filmwirtschaft. 24
- Struktur der Filmwirtschaft - 24
4.3 Wirtschaftsfaktor Filmwirtschaft in Deutschland. 25
4.3.1 Import und Export 27
I
4.3.2 Absatzmärkte für audiovisuelle Produkte in Deutschland 27
4.4 Der Standort Berlin-Brandenburg 28
4.5 Wirtschaftsfaktor Filmwirtschaft in Berlin-Brandenburg. 30
4.5.1 Produktionsstandorte in Berlin-Brandenburg 32
4.5.2 Standortvorteile der Region Berlin-Brandenburg 33
4.5.3 Filmfinanzierung. 34
4.5.4 Medien-, Filmevents und Messen 37
EXKURS : MODELL ZUR STÄRKUNG DER FILMPRODUKTION IN
DEUTSCHLAND 39
5. EMPIRISCHER TEIL. 40
5.1 Empirisches Vorgehen. 40
5.2 Deskriptive Statistik. 41
5.3 Bedeutung ausgewählter Standortfaktoren. 42
5.4 Bewertung des Firmenstandortes Berlin-Brandenburg 45
5.5 Abgleich zwischen der Bewertung und der Bedeutung der
Standortfaktoren 47
5.6 Einschätzung der Wichtigkeit von harten und weichen Standortfaktoren 48
5.7 Weiterführende Auswertungen 50
5.8 Clusterbildung der Filmwirtschaft in der Region Berlin-Brandenburg. 51
6. SCHLUSSBETRACHTUNG UND ÜBERPRÜFUNG DER
FORSCHUNGSFRAGE 58
LITERATURVERZEICHNIS V
ANHANG. X
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Elemente des Diamanten- Modells von Michael E. Porter.
Abbildung 2: Struktur der Filmwirtschaft.
Abbildung 3: Profil der Film- und TV-Branche im Großraum Berlin
Abbildung 4: Zusammensetzung der Rücklauf-Ergebnisse
Abbildung 5: Auswertungsergebnis: Wichtigkeit der Standortfaktoren
Abbildung 6: Auswertungsergebnis: Bewertung des Firmenstandortes Berlin-
Brandenburg.
Abbildung 7: Auswertungsergebnis: Relevanz der harten und weichen
Standortfaktoren im Vergleich
Abbildung 8: Verteilung der Medien im Großraum Berlin
III
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Zahl und Herkunft aller Cluster in den Industrieländern............... 14
Tabelle 2: Rangordnung der Wichtigkeit der Standortfaktoren ..................... 44
Tabelle 3: Rangordnung der Bewertung der Standortfaktoren in Berlin-
Brandenburg................................................................................ 47
Tabelle 4: Auswertungsergebnis: Bedeutung des Vorhandenseins einer
Medienszene ............................................................................... 51
Tabelle 5: Checkliste Clusterbildung ............................................................ 53
IV
1. Einleitung
„Die Film- und Fernsehwirtschaft hat sich in Berlin zu einem bedeutenden Wachstumsfeld entwickelt. Rund 500 filmwirtschaftliche Unternehmen mit etwa 6.500 Beschäftigten haben ihren Sitz in der Hauptstadt. „Good bye, Lenin!“, „Lola rennt“, „Sonnenallee“, „Halbe Treppe“ oder „Die fetten Jahre sind vorbei“ sind nur einige der Filme, die in der Region Berlin gedreht wurden und mittlerweile Markenzeichen für die Entwicklung des neuen deutschen Kinos sind. Besondere Standortvorteile der Hauptstadtregion sind neben den Studios in Adlershof und Babelsberg vor allem das kreative Potential von über 22.000 im Medien- und Kommunikationsbereich Studierenden, eine große Anzahl von Schauspielern und Künstlern sowie die hohe Konzentration von Experten im Bereich Multimedia.“ 1
In diesem Zitat der Investitionsbank Berlin vom 08.Februar 2005 wird auf die Dynamik der Filmwirtschaft im Großraum Berlin eingegangen. Die rasante Entwicklung dieses Wirtschaftszweiges speziell innerhalb dieser Region gab den Anlass, die Forschungsfrage für diese Diplomarbeit zu stellen: „Auf welchen Standortvorteilen basiert die Bedeutung der Filmindustrie als Wirtschaftsfaktor für Berlin-Brandenburg?“
Zur Untersuchung der Forschungsfrage gliedert sich die Diplomarbeit in einen theoretischen und einen empirischen Teil. Den Ausgangspunkt des theoretischen Teils bildet die Clustertheorie (Kapitel 2). Zur Definition wurden vor allem die Untersuchungen von Michael E. Porter 2 benutzt, da seine Forschung wegweisend auf diesem Gebiet sind. Cluster bieten generell einen enormen Standortvorteil für verwandte Bereiche einer Branche. Bei der intensiven Beschäftigung mit der Clustertheorie kristallisierte sich eine weitere, bisher von der Forschung unbeachtete, untergeordnete Untersuchungsfrage heraus: „Lassen sich im Großraum Berlin Cluster für die Filmwirtschaft finden?“ Diese Untersuchungsfrage wird neben der Hauptfrage im Rahmen dieser Diplomarbeit ebenfalls beantwortet.
1
2 Porter, Michael E.: On competition, Boston, Massachusetts 1998.
1
Das dritte Kapitel innerhalb des theoretischen Teils beschäftigt sich mit dem Begriff Standort, der unternehmerischen Standortwahl, der Analyse des jeweiligen Standortes, der strategieorientierten Standortlehre, den Stand-ortfaktoren sowie den Entscheidungen und Bewertungen eines Standortes.
Im vierten Kapitel wird das Profil der Filmwirtschaft allgemein dargestellt.
„Die Begriffe Filmwirtschaft und Filmindustrie bezeichnen jenen Wirtschaftszweig, der sich mit der Herstellung, Vervielfältigung und dem Vertrieb von Kino-, Fernseh- und anderen Filmen beschäftigt. Dies schließt Unternehmen wie Filmproduzenten und Filmverleiher mit ein. Der Begriff Filmindustrie ist inhaltlich eigentlich falsch, da es sich nicht oder nur zu geringen Teilen um Industrie handelt. Er hat seinen Ursprung in dem englischen falschen Freund film industry, der korrekt übersetzt Filmbranche heißt. Dennoch wird er häufiger verwendet als die inhaltlich passenderen Begriffe Filmwirtschaft oder Filmbranche. Filmherstellung ist sehr kostspielig und beschäftigt in der Drehvor- und Nachbereitung Dutzende von Profis; während des Drehs sind zwischen fünf (Nachwuchs- oder Reportageproduktion) und hundert Menschen (Erzählkino à la Hollywood) am Drehort.“ 3
Speziell wird hierbei in dieser Arbeit die Region Berlin-Brandenburg betrachtet. Unter anderem werden Faktoren wie die wichtigsten Produktions-standorte oder Filmevents miteinbezogen, wie zum Beispiel die „Media-City“ Adlershof oder die Berlinale.
Aufbauend auf dem theoretischen Teil liegt der Schwerpunkt des darauf folgenden empirischen Teils (Kapitel 5) auf einer selbst durchgeführten Umfrage. Diese dient zur Untersuchung der Forschungsfrage. Es sind persönliche Umfragen sowie Online-Umfragen im Zeitraum Oktober / November 2006 unter 90 Unternehmen durchgeführt worden. Die Rücklaufquote betrug dabei allerdings nur 52,2 Prozent. Hauptsächlich wurde die Wichtigkeit von Standortfaktoren und die Bewertung des Firmenstandortes für Berlin-Brandenburg ausgewertet. Untersuchungsgegenstand waren dabei jegliche Produktionsfirmen im Bereich der Filmwirtschaft im Großraum Berlin.
3
2
Außerdem werden in diesem Kapitel weitere Ergebnisse präsentiert, die allgemein einen Erkenntniszuwachs über die Standortvorteile für die Filmwirtschaft der Region Berlin-Brandenburg erbringen.
Ziel der Diplomarbeit ist es, abzuwägen welche Standtortfaktoren konkret einen positiven Beitrag zur Standortentscheidung im Großraum Berlin leisten. Zusätzlich wird ebenfalls darauf eingegangen, ob die Bedeutung der Filmindustrie eher auf „harten“ oder auf „weichen“ Faktoren 4 basiert und ob sich in Berlin-Brandenburg Cluster für die Region finden.
Kapitel sechs beinhaltet die Überprüfung der Forschungsfrage und schließt mit einer Schlussbetrachtung der Arbeit ab.
4 Vgl. Kapitel 3.5 zu den Standortfaktoren.
3
2. Cluster
2.1 Clusterdefinition
„Der Begriff ‚Cluster’ stammt aus dem angelsächsischen Sprachraum und lässt sich ins Deutsche mit ‚Zusammenballung oder Häufungsstelle’ übersetzen.“ 5 In der Ökonomie wird ein Cluster als eine geographisch benachbarte Gruppe von in sich zusammenhängenden Unternehmen und verwandten Institutionen, deren Aktivitäten in einem bestimmten Feld miteinander verwandt sind oder die einander ergänzen, definiert. Die geographische Reichweite eines Clusters kann sich über einzelne Städte bis hin zu einem Netzwerk aus Ländern erstrecken. Cluster können in bestimmten Formen auftreten, die jeweils abhängig von ihrer Tiefe und Erfahrenheit sind. Die meisten beinhalten Endprodukt- und Dienstleistungsunternehmen, Lieferanten von speziellen Materialien, Baugruppen oder Maschinen sowie Kreditinstitute. Cluster schließen auch oft Unternehmen nachgelagerter Industrien, Hersteller von ergänzenden Produkten sowie Institutionen, welche die Trainings, Ausbildungen oder technische Unterstützung anbieten, mit ein. Letztendlich beinhalten viele Cluster Unternehmensverbände, die die Clustermitglieder gegenseitig unterstützen. 6
Es liegen viele verschiedene Clusterdefinitionen vor, da es viele Möglichkeiten, ein Cluster zu betrachten und darzustellen, gibt. Die folgenden Kriterien finden sich jedoch in jeder Definition wieder:
• Unternehmen, die in verwandten Bereichen tätig sind,
• eine Mindestanzahl von Firmen in eng geographischer Nähe,
• gemeinsame Beziehungen zu verwandten oder nachgelagerten Branchen,
5 Cernavin, Oleg und Führ , Martin unter anderem (Hrsg.): Cluster und Wettbewerbsfähigkeit von Regionen, Erfolgsfaktoren regionaler Wirtschaftsentwicklung, Volkswirtschaftliche Schriften, Heft 543, Berlin 2005, S. 80.
6 Vgl. Porter, Michael E.: On competition, S. 199.
4
• ähnliche oder sich ergänzende Endprodukte oder Dienstleistungen. 7
2.2 Clusterbildung
Cluster kommen in vielen verschiedenen Industriezweigen vor. Sie sind präsent in großen sowie in kleinen Ökonomien, in ländlichen und auch in städtischen Regionen. Sie erscheinen in hoch entwickelten Ökonomien, aber auch in denen, die noch in der Entwicklung sind. Sie variieren in Größe, Umfang und Entwicklungszustand. Manche verfügen über kleine und mittelgroße Unternehmen: zum Beispiel die italienische Schuhbranche. Andere hingegen verfügen über kleine und über große Unternehmen: wie zum Beispiel der Filmstandort Hollywood. Diese Unterschiede in der Natur der Cluster reflektieren Unterschiede in der Struktur ihrer einzelnen Industrien. Hoch entwickelte Cluster besitzen tiefere Beziehungen zu Lieferanten, einen weiteren Bereich an verwandten Industrien und mehrere weit reichende und unterstützende Ansprechpartner.
Die adäquate Definition eines Cluster unterscheidet sich nach den verschiedenen Standorten, abhängig von den Segmenten, in denen das Unternehmen tätig ist und den Strategien, die sie verfolgen. 8
2.3 Das Clusterkonzept
Das Clusterkonzept bildet eine innovative Denkweise über Inlands-, Landes-und Städteökonomien und deutet auf neue Aufgaben beziehungsweise Funktionen für Unternehmen, Regierungen oder andere Institutionen, deren Ziel es ist den Wettbewerb zu verbessern und zu fördern, hin. Die Präsenz der Cluster verdeutlicht, dass viele Wettbewerbsvorteile außerhalb der Unternehmung erzielt werden und der gewählte Standort diese beeinflusst. Die Umwelt
7 Vgl. Cernavin, Oleg und Führ , Martin unter anderem (Hrsg.): Cluster und Wettbewerbsfähigkeit von Regionen, S. 20.
8 Vgl. Porter, Michael E.: On competition, S. 205.
5
sowie das Cluster entscheiden über den Erfolg. Die Unternehmen können von der Anwesenheit der Konkurrenz innerhalb des Clusters profitieren. Clustermitglieder teilen alltägliche Nutzen und Chancen und begegnen denselben Einschränkungen und Hindernissen. Das Cluster bildet somit eine Art konstruktives und effizientes Forum zwischen den in Beziehung stehenden Unternehmen und deren Lieferanten, der Regierung und anderen hervorstechenden Institutionen. Durch die Clusterbildung ändert sich die Unterneh-mensorganisation entscheidend. Unternehmen, die in demselben regionalen Cluster angesiedelt sind, können ihre Transaktionen aufeinander aufbauen oder abstimmen und dadurch eine neue Organisation entstehen lassen, die zur Maximierung der unternehmensübergreifenden Technologie und Informationübertragung beiträgt. Die eng regionale und betriebliche Verbindung der Unternehmen ermöglicht somit ein gegenseitiges Beobachten der Wettbewerbsstrategien und -entwicklungen, so dass Unternehmen besonders motiviert sind ihre eigenen Wettbewerbsstärken in Einklang mit der Entwicklung abzustimmen. Dies führt zu einem verstärkten lokalen Wettbewerbsdruck, der wiederum die Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen im Cluster steigert. 9
2.4 Wettbewerbsvorteile der Clusterbildung
Laut Michael E. Porter beeinflussen Cluster den Wettbewerb auf 3 verschiedene Arten:
1. Durch die Zunahme der Produktivität von einzelnen Unternehmen und Branchen,
2. durch die Zunahme der Kapazität von Innovationen und somit durch die Zunahme von Produktivitätswachstum sowie
3. durch stimulierend neue Businessmodelle, welche Innovationen unterstützen und die Clusterbildung weiter ausbreiten.
9 Vgl.ebenda, S. 198.
6
Viele Clustervorteile beruhen auf externen Ökonomien oder externen Effekten von Unternehmen und Branchen verschiedenster Art. Jeder der drei oben aufgeführten Wettbewerbseinflüsse hängt gewissermaßen von persönlichen Beziehungen, persönlicher Kommunikation und dem Zusammenspiel zwischen Netzwerken ab. 10
Michael E. Porter setzt den Schwerpunk seiner Argumentation eher auf „weiche Faktoren“. Innovationen, Unternehmenskultur, Menschenbilder der Führungskräfte, flache Hierarchien, Freiräume für Mitarbeiter oder auch stimulierende Businessmodelle der Konkurrenz sind Faktoren, die das Cluster im Wettbewerb beeinflussen. Innerhalb des Clusters liegt eine gegenseitige Anregung des Geschäftslebens vor.
Laut Claas van der Linde beeinflussen Cluster den Wettbewerb auf drei verschiedene Arten, die Porters Theorie ähnlich sind, jedoch teilweise abweichen. Van der Linde konzentriert sich in seiner Argumentation vielmehr auf die „harte Faktoren“. Sein Modell zielt mehr auf Kosten und den enormen Konkurrenzdruck innerhalb des Clusters ab:
1. Durch die Zunahme der Produktivität und Effizienz von einzelnen Unternehmen und Branchen durch
2. Durch die Verbesserung von Investitionen durch
10 Vgl. ebenda, S. 213.
7
3. Durch eine erleichterte Gründung neuer Unternehmen durch
Nachdem geklärt ist, inwieweit Cluster den Wettbewerb beeinflussen wird im Folgenden auf die speziellen Vorteile einer Clusterbildung eingegangen.
2.4.1 Zugang zu spezialisierten Inputs und Arbeitnehmern
Einen Wettbewerbsvorteil stellt der Zugang zu spezialisierten Inputs und Arbeitnehmern dar. Die Ortung innerhalb eines Clusters bietet einen besseren oder günstigeren Zugang zu spezialisierten Inputs wie Maschinen, Service oder Personal im Vergleich zu Vertikaler Integration. Cluster stellen somit eine regionale Organisationsform dar, die von Natur aus viel effizienter und effektiver im Zusammenbau von Inputs ist - wenn regionale Anbieter oder Lieferanten zur Verfügung stehen. Die Beschaffung von Inputs innerhalb eines Clusters („local outsourcing“) hat kostengünstigere Transaktionen zur Folge im Gegensatz zu „Nicht Cluster-Mitgliedern“, die außerhalb des Clusters Beschaffungen tätigen („distant outsourcing“). Regionale Beschaffung minimiert den Bedarf an Vorräten und vermeidet Import-Kosten sowie Zeitverzug. Die Kommunikation innerhalb des Clusters wird verstärkt und somit erleichtert. In der modernen Cluster-Ökonomie entsteht die Tiefe und Spezialisierung von Lieferanten oder Anbietern durch die Erkennung von Marktmöglichkeiten und durch die Minde-
11 Vgl.Cernavin, Oleg und Führ, Martin unter anderem (Hrsg.): Cluster und Wettbewerbsfähigkeit von Regionen, S. 21.
8
rung von Risiken aufgrund der Präsenz mehrerer regionaler Kunden. Darüber hinaus bestehen Cluster nicht nur aus einer Branche, sondern aus verwandten Branchen. Solche verwandten Branchen sind für die Filmindustrie zum Beispiel Technische Dienstleister oder Cateringunternehmen. 12
Innerhalb eines Clusters ist nicht nur der Zugang zu spezialisierten Inputs gegeben, sondern ebenfalls der zu Arbeitnehmern. Es sind viele spezialisierte Arbeitnehmer zu bestimmten Branchen zu finden. Dies führt zu einer Verminderung bei Suche und Kosten von Arbeitnehmern und reduziert somit auch Kosten für die Suche von Arbeitnehmern an anderen Standorten. Nicht nur die Nachfrage an spezialisierten Inputs innerhalb des Clusters wird dadurch gesteigert, sondern auch das Angebot an Inputs wie Arbeitnehmern.
Im Gegensatz zu anderen Standorten wird bei einem Cluster der Schwellwert in Hinblick auf die die Verfügbarkeit an Personal, Service und anderen Bestandteilen weit überschritten. Dies bietet einen deutlichen Vorteil neben der großen Konkurrenz.
2.4.2 Informationszugang
Einen weiteren Vorteil bietet ebenfalls der verbesserte Informationszugang: Informationen über Märkte, Technik und andere Bereiche sammeln sich innerhalb des Clusters durch Erfahrungen verschiedener Unternehmen an. 13 Dadurch erlangen die Unternehmen leichter und schneller die neuesten und wichtigsten Informationen rund um den Markt und das Geschäft. Der wichtigste Vorteil des Informationszuganges ist das Vorhandensein von Informationen über derzeitige Abnehmer. In der Regel teilen und gewinnen Clustermitglieder untereinander Informationen über die Bedürfnisse der Abnehmer.
12 Vgl. Porter, Michael E.: On competition, Boston, S. 214.
13 Vgl. ebenda, S. 216.
9
2.4.3 Complementarities
Cluster verbessern nicht nur die Produktivität durch den Erwerb und den Aufbau neuer Inputs, sondern auch durch erleichternde Ergänzungen zwischen den Aufgaben der Clustermitglieder. Das Geschäft des einen Mitgliedes zieht das Geschäft eines anderen Mitgliedes mit sich. Die gängigste Art von Ergänzungen sind Produkte der Clustermitglieder untereinander. Eine schlechte Leistung eines Mitgliedes kann zu sofortigem Misserfolg für das andere Mitglied führen. Eine weitere Verbesserung der Produktivität findet durch das Marketing statt. Die Anwesenheit einer Gruppe verwandter Unternehmen oder Industrien in einer Region ermöglicht Joint Marketing. Außerdem kann der Ruf des Standortes in bestimmten Feldern verbessert werden. Italien hat zum Beispiel einen sehr guten Ruf im Bereich Mode und Design. 14 Alle Unternehmen, die in diesem Bereich arbeiten, wie die Schmuck-, Schuh-, Bekleidungs- oder die Lederindustrie profitieren automatisch vom Ruf Italiens.
2.4.4 Zugang zu Institutionen und öffentlichen Gütern
Die Möglichkeit in einem Cluster, z. B. einen erfahrenen und trainierten Arbeitnehmer anzuwerben, beseitigt oder verringert Kosten für interne Weiterbildungen oder Trainings. Spezialisierte Infrastrukturen oder Beratungen von Experten regionaler Institutionen sind oft Vorteile, die das Unternehmen im Wettbewerb fördern und jeder Zeit in Anspruch genommen werden können. Alle Informationen in einem Cluster können eigentlich als „quasi-öffentliche-Güter“ angesehen werden. 15
14 Vgl. ebenda, S. 217.
15 Vgl. ebenda, S. 218.
10
Arbeit zitieren:
Laura König, 2006, Film als Wirtschaftsfaktor im Großraum Berlin - auf welchen Standortfaktoren basiert die Bedeutung der Filmindustrie in Berlin-Brandenburg?, München, GRIN Verlag GmbH
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