Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Klärung begrifflicher Einheiten der Wortbildung. 5
3. Die Wortbildungsart „Komposition“ 11
3.1 Das Determinativkompositum. 13
3.2 Das Kopulativkompositum. 20
3.3 Das Possessivkompositum 21
4. Schlussbemerkung. 23
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1. Einleitung
Menschen verbringen die meiste Zeit ihres Lebens damit, sich Gedanken zu machen: Gedanken über sich selbst, über Mitmenschen, über Erlebnisse und darüber, wie sie das, was sie denken, zum Ausdruck bringen können. Sprache scheint meist das geeignetste Ausdrucksmittel, Bewusstseinsinhalte und Gefühle zu formulieren und anderen mitzuteilen. Obwohl Sprache eine so tragende Rolle im gesellschaftlichen Leben spielt, unterschätzen auch heute noch viele Menschen ihre Wichtigkeit und Macht. Die Bedeutung von Sprache bezieht sich nicht nur auf das Erlernen grammatikalischer und lexikalischer Strukturen, sondern fungiert vor allem als bedeutendes Verständigungsmittel zwischenmenschlicher Beziehungen und unterschiedlicher Kulturen. Gerade in Zeiten voranschreitender Globalisierung, wie wir sie heute erleben, ist es wichtig, sich an interkultureller Kommunikation beteiligen und Gemeintes in passende Worte kleiden zu können. Das Sprachsystem ist eine wichtige Grundvoraussetzung für eine funktionierende Gesellschaft. Die deutsche Sprache ist kein statisches Gebilde und ihre Gemeinschaft kann und muss ihren Sprachwortschatz ständig an neue Ausdrucksbedürfnisse und geänderte Lebensumstände anpassen. Somit ist der Wortschatz der deutschen Sprache geprägt von einem Verschwinden und Aufkommen neuer Wörter. Im
Hauptseminar „Historische Wortbildung“ haben wir einen Text von Kurt Tucholsky gelesen, welcher auch für eine Einführung in die Wortbildung geschrieben sein könnte. Tucholsky beschreibt das Tun von Birkenblättern, doch er findet kein Wort, um dies auszudrücken. Ein solches Wort existiert in unserer Sprache nicht. In unserer Gesellschaft besteht kein Bedürfnis, die Tätigkeit von Birkenblättern benennen zu können, weshalb dieses Verb im Sprachgebrauch fehlt. Jede Gesellschaft verfügt über ein eigenes Repertoire an Wörtern. So besitzen beispielsweise die Eskimos viele verschiedene Namen für Schnee, welches bei uns nicht notwendig ist, da wir mit Schnee nicht so stark konfrontiert sind. Es gibt nur Ausdrücke für Dinge, die wir kennen und brauchen. Diese linguistische Relativität (Wörter sind gesellschaftsabhängig) hat zur Folge, dass das Erlernen neuer Sprachen auch das Erlernen neuer
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Wörter mit sich bringt. Einerseits kommt es vor, dass Wörter aus dem Sprachgebrauch entrücken, wenn sie dem Alltagsgeschehen nicht mehr gerecht werden und andererseits wird der Wortschatz ständig erweitert, weil die Gesellschaft in der Lage sein muss, alle Neuerungen im
Modernisierungsprozess sprachlich zum Ausdruck zu bringen. Neben dem Aufnehmen von Fremd- und Lehnwörtern aus anderen Sprachen, was vor allem auf die Globalisierung zurückzuführen ist, der Bedeutungsveränderung und der Urschöpfung, trägt auch der Komplex der deutschen Wortbildung zu einer immensen Erweiterung des Wortschatzes bei. Hier werden aus bereits bestehenden Morphemen und Lexemen neue Wörter konstruiert. In der deutschen Wortbildungslehre wird neben strukturellen und morphologischen Merkmalen der Wortbildungstypen zwischen den Wortbildungsarten Komposition, Derivation, Konversion und Reduktion unterschieden. 1
Ich möchte mich in dieser Arbeit vor allem damit beschäftigen, wie mit Hilfe der Komposition Morpheme und Lexeme zu komplexeren Wörtern verknüpft werden. Das nächste Kapitel dient zunächst der Klärung begrifflicher Einheiten der Wortbildung.
1 vgl. Barz, I. u.a.: Wortbildung- praktisch und intergrativ: ein Arbeitsbuch. Frankfurt. 2003. S. 18
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2. Klärung begrifflicher Einheiten der Wortbildung
Die Wortbildung ist ein sehr umfangreicher Bereich des deutschen Sprachsystems. Um sie verstehen zu können, bedarf es einer genaueren Betrachtung der begrifflichen Einheiten. In der deutschen Sprache werden neue Wörter hauptsächlich aus bereits existierenden Wörtern, Konfixen und Affixen gebildet, wobei teilweise auch Fugenelemente beteiligt sind. Selten aber dennoch auftretend ist das Entstehen neuer Wörter durch Sätze oder Phrasen. 2
Morpheme
Um den Komplex der Wortbildung erfassen zu können, muss zunächst der Begriff `Morphem` deutlich gemacht werden. Morpheme werden als die kleinsten Zeichen unseres Sprachsystems gesehen. Sie sind die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten innerhalb eines Wortes oder einer Wortbildungskonstruktion. Die Gesamtbedeutung einer
Wortbildungskonstruktion ist abhängig von den jeweils minimalsten Einzelbedeutungen der Morpheme in ihr. 3 Im Deutschen gibt es verschiedene Arten von Morphemen, was vor allem auf ihre `Selbstständigkeit` zurückzuführen ist, so kommen sie gebunden oder frei vor.
Freie Morpheme
Freie Morpheme können selbstständig als Wort (Lexem) auftreten und werden auch als „Wurzel“ 4 bezeichnet. Ein solches Morphem hat eine lexikalische Bedeutung und spielt in der Wortbildung eine tragende Rolle, da es als Kompositionsglieder bei Komposita und als Basis für Derivate dient. Freie
2 vgl. Donalies, E.: Die Wortbildung des Deutschen: ein Überblick. Tübingen. 2002. S.19
3 vgl. Fleischer/ Barz: Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache.2., durchgesehene und ergänzte
Auflage. Tübingen. 1995. S.24
4 Fleischer, W.: Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache. Tübingen. 1971. S. 35
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Morpheme entsprechen den Grund-oder Basismorphemen der
Wortbildungsprodukte, was jedoch nicht bedeutet, dass alle Grund- oder Basismorpheme wortfähig sind. Ein solches Morphem, also ein gebundenes Grund- oder Basismorphem, wird Konfix genannt.
Konfixe
Konfixe treten als Prä- oder Postkonfixe auf, selten in beiden Positionen und können mit Hilfe von Wortbildungsaffixen, welche nicht basisfähig sind, komplexere selbstständige Wörter bilden. Hierzu ein Beispiel:
Konfix ident- wird durch die Wortbildungsaffixe -isch oder -ität zu identisch oder Identität. 5
Neben den Konfixen, welche Basen bilden können, gibt es Konfixe, die kompositionsfähig sind: „Thermojacke, Thermostat, Biotop […]“ 6
Konfixe sind vor allem Fremdelemente aus der Lehnwortbildung, es kommen jedoch auch einheimische Einheiten vor, welche gebunden und basisfähig sind (stief- und schwieger-). 7
Gebundene Morpheme
Gebundene Morpheme erscheinen nur in Verbindung mit anderen Grundmorphemen. Sie sind nicht basisfähig und können nur mit Basen, wie Lexemen oder Konfixen selbstständige Wörter bilden. Sie werden hinsichtlich ihrer Stellung im Wortbildungsprodukt unterschieden. So können sie vor (Präfix), hinter (Suffix) oder um eine Basis herum (Zirkumfix) auftreten. Als Oberbegriff dient die Bezeichnung Affix, welches eine Wortsilbe ist, die nur zur Bildung von Worten beiträgt, aber nicht selbständig als Wort dienen kann. Sie prägt zusammen mit der Basis die Wortbildungsbedeutung der Konstruktion
5 vgl. Donalies, E.: Die Wortbildung des Deutschen: ein Überblick. Tübingen. 2002. S.22
6 ebd. S.22
7 ebd. S. 23
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Arbeit zitieren:
Christine Stock, 2005, Wortbildung - die Wortbildungsart „Komposition“, München, GRIN Verlag GmbH
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