Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1 Einleitung 3
2 Klärung der Begrifflichkeit Text 5
3 Textsortenbestimmung 9
3.1 Annäherung an die Begrifflichkeit der Textsorte 10
3.2 Die alltagssprachliche Textsortendefinition 11
3.3 Der linguistische Begriff der Textsorte 12
4 Schlussbemerkung 16
5 Literaturverzeichnis 17
1 Einleitung
In Deutschland herrscht eine hohe Alphabetisierungsquote, was bedeutet, dass fast alle Menschen in der Lage sind, Texte zu produzieren und zu rezipieren. Beim Lesen von Schriften, ist uns oft intuitiv klar, ob ein Brief, ein Interview, ein Zeitungsartikel, ein Märchen oder ein Roman vorliegt. Jeder Text weist sprachliche und strukturelle Merkmale auf, welche ihn von anderen Texten abgrenzen und vergleichbar machen, wodurch er sich einer Textsorte zuordnen lässt. Oft spielen hierbei auch kulturelle und gesellschaftliche Faktoren ein Rolle, welche dem Verfasser und Leser/Hörer bereits ein gewisses Spektrum an Textwissen vermittelt haben. Dennoch ist eine Zuordnung nicht immer eindeutig und sofort erkennbar. Hierzu ist es notwendig, einige Fragen zu klären: Wie ist der Begriff „Text“ definiert? Was macht einen Text aus? Welche Kriterien muss ein Text erfüllen? Was ist eine Textsorte und wie lässt sie sich bestimmen? Diese Antworten versucht die Linguistik zu geben. Aufgabe der Textlinguistik ist die Anwendung und Ausweitung der sprachwissenschaftlichen Kenntnisse auf Texte und ihre Funktion. Auch wenn die Textlinguistik als Teilgebiet der Sprachwissenschaft erst seit Mitte der 1960er Jahre existiert, gibt es leider, trotz vieler Ansätze, nur sehr wenige Ergebnisse. Die linguistische Textanalyse setzt sich zum Ziel, den grammatischen und thematischen Aufbau sowie die kommunikative Funktion des Inhalts sichtbar zu machen und darzustellen. So verhilft die Textlinguistik zu einem besseren Textverständnis und zeigt dabei auch verschiedene Schreibmuster auf, welche hilfreich für das eigene Produzieren von Texten sein können. Als ein sehr wichtiger Teil der Textlinguistik wird die Textsortenbestimmung gesehen. Es existieren sehr viele unterschiedliche Arten von Schriften und Mitteilungen: Im literarischen Bereich werden epische (Märchen, Fabeln, Novellen), lyrische (Balladen, Reime, Erzählgedichte) und dramatische Texte (Schauspiele, Sketche, Hörspiele) klassifiziert. Im nicht literarischen Bereich, finden wir jedoch auch eine ganze Reihe von verschiedenen Texten, die sogenannten Gebrauchstexte, wie beispielsweise Tagebücher, Briefe, Kochrezepte, Zeitungsartikel oder Liedtexte.
Die Textsortenbestimmung als Teilbereich der Textlinguistik ermöglicht das Ausschließen bestimmter Gruppen von Textexemplaren, weist auf das Textsortenrepertoire einer bestimmten Gesellschaft hin und dient der Zuordnung von Texten zu Textsorten, die eine Beschreibung erleichtern. In der Textlinguistik sind verschiedene Modelle entstanden, welche Texte auf unterschiedlichen Ebenen analysieren. Dabei wird vor allem mit merkmalsorientierten Kombinationsmodellen, funktionalen, und interaktiv- konstruktivistischen Modellen gearbeitet. 1 Die Modelle arbeiten mit unterschiedlichen Komponenten, welche zu der Erschließung eines Textes führen, und setzen hierbei alle andere Schwerpunkte. Der integrative Ansatz berücksichtigt strukturelle und funktionale Merkmale gleichermaßen.
In meiner Arbeit möchte ich mich vor allem damit beschäftigen, was unter dem Begriff Text verstanden wird und wie sich Texte einer Textsorte zuordnen lassen, da die Textsortenbestimmung auch ein ganz entscheidender Teil einer kompletten Textanalyse ist.
Zunächst möchte ich versuchen, die Begrifflichkeit des Textes zu erläutern, da geklärt sein sollte, was den Gegenstand der Textsortenbestimmung ausmacht. Dabei soll vor allem der Ansatz von Brinker als Beispiel einer funktionalen Textsortenanalyse dienen und hier ausführlich dargestellt werden.
1 vgl. Hünecke, R. Pfefferkorn, O., Riecke, J., Schuster, B.-M., Voeste, A. (Hrsg.): Einführung in die
historische Textanalyse. Göttingen. 2004. S. 44
2 Klärung der Begrifflichkeit „Text“
„Eine abschliessende linguistische Definition der Grösse ’Text’ gibt es (bis jetzt noch) nicht.“ 2 Diese Aussage zeigt, dass auf dem Gebiet bisher noch keine allgemein gültige Klärung der Begrifflichkeit vorliegt. Alltagssprachlich gilt als Text jede Niederschrift, die aus mehreren Sätzen besteht, doch diese Eigenschaft ist nicht zureichend, wie folgendes Beispiel zeigt:
„Ich habe leider nicht genug zu lesen. Die Kommission hat den Vorschlag abgelehnt. In den Ferien bleibt niemand gern zu Hause.“ 3
Die Sprachwissenschaft beschäftigt sich intensiv mit einer genaueren spezifischen Erläuterung des Begriffs und versucht, die Erkenntnisse der Alltagssprache wissenschaftlich zu begründen und gegebenenfalls zu widerlegen. Anders als der alltagssprachliche Textbegriff umfasst der textlinguistische Ansatz alle Arten von Äußerungen. Doch den Terminus des Textes mit einer allgemeingültigen Definition darzulegen, ist nicht möglich, da zu viele unterschiedliche Meinungen existieren.
Es lassen sich vor allem zwei Hauptströmungen der Textlinguistik unterscheiden, die sich eingehend mit dem Textbegriff beschäftigen: die sprachsystematisch ausgerichtete und die kommunikationsorientierte Textlinguistik. Beide Wissenschaften haben ein eigenes Verständnis des Begriffs und verfolgen ein sich unterscheidendes Ziel. So werden die Merkmale der sprachlichen Einheit Text häufig textintern (an den sprachlichen Strukturen im Text orientiert) und textextern (kommunikationsorientiert) erfasst.
2 Linke, A./Nussbaumer, M./Portmann, P.R.: Studienbuch Linguistik. 4. Auflage. Tübingen. 2001. S. 212
3 Brinker, K. : Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden. Berlin. 2001.
S.10
Arbeit zitieren:
Christine Stock, 2005, Textsortenbestimmung, München, GRIN Verlag GmbH
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