Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Einleitung. 3
1. Die Bevölkerung während der Stadtgründung 814 v. Chr. 4
1.1. Herkunft der ersten Siedler. 4
1.2. Erste gesellschaftliche Strukturen 6
2. Gesellschaftsklassen im aristokratischen Staatssystem. 7
2.1. Die Herrschende Schicht 7
2.2. Das Volk 8
2.3. Sklaven und Fremde 9
Schlu ß 12
Literaturverzeichnis 13
Monographien : 13
Aufs ätze: 13
Quellen : 13
2
Einleitung
Mit der vorliegenden Seminararbeit möchte ich die innere Entwicklung Karthagos von der Gründung an bis zum ersten Punischen Krieg mit dem Schwerpunkt auf der Gesellschaft darstellen. Das Thema der Arbeit steht nur für eines der vielen Randgebiete innerhalb des Gesamtthemas des Seminars ”Hannibal und Rom”, ist dafür aber insofern bedeutend, da sich die dargestellten sozialen Charakteristiken des punischen Volkes auf ihre militärpolitischen Entscheidungen in den Kriegen mit Rom auswirkten.
Was die Forschungslage hinsichtlich der Geschichte Karthagos angeht, sind die wesentlichsten Fortschritte erst in den letzten 25 Jahren gemacht worden. So ist zum Beispiel die erste echte Siedlungsgrabung erst 1974 erfolgt durch die internationale UNESCO-Kampagne ”Rettet Karthago” vor allem durch französische und deutsche Archäologen. Damit konnte eine konservative Theorie von Jean Ferron, die Friedrich Rakob noch 1979 in einem Vortrag vertrat, daß die Lage des frühen Karthagos bei Sidi bou Said sicher anzunehmen sei, widerlegt werden. Erst 1983 gelang Rakob der ”Nachweis archaischer Siedlungsschichten im Stadtareal zwischen Meeresufer und Byrsa”. 1 Bis dahin hatte die Geschichte Karthagos in der Wissenschaft mehr oder weniger den Status einer Randkultur eingenommen. 2
Ich werde mit der Abhandlung meines Themas chronologisch vorgehen, d.h. von der Herkunft über die ersten Strukturen bis zum ausgeprägten Staatssystem.
Die Forschungsliteratur bietet ausreichend Material zur Bearbeitung und zur dialektischen Betrachtung des Themas, was gewisse Aspekte angeht, da der Gesellschaft Karthagos neben den punischen Kriegen eine relativ bedeutende Stellung zukommt.
1 Niemeyer, H. G., Das frühe Karthago und die phönikische Expansion im Mittelmeerraum. Als öffentlicher Vortrag der Joachim-Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften gehalten am 31.5.1988 in Hamburg, Göttingen 1989, S.7. 2 Niemeyer, Das frühe Karthago, S32.
3
1. Die Bevölkerung während der Stadtgründung 814 v. Chr.
1.1. Herkunft der ersten Siedler
Die Vorfahren der phönizischen Siedler stammen ursprünglich aus dem vorderasiatischen Raum und werden zu den semitischen Stämmen gerechnet. 3 Den Erkenntnissen Bagnalls zufolge liegt ihr Ursprung vermutlich im Gebiet des Persischen Golfes. 4 Als wahrscheinlicher anzunehmen ist, daß sie eng verwandt mit den Kanaanitern sind, die im Alten Testament vor der Niederlage gegen die Israeliten den größten Teil Palästinas besiedelt haben. Die Phöniker nannten ihr Land selbst Kanaan und sie als Volk bezeichneten sich als Sidonier, was aus dem Alten Testament (Josua, Richter) und bei Homer hervorgeht. 5
Der griechische Geschichtsschreiber Herodot berichtet, wie ägyptische Seefahrer einst die afrikanische Küste erkundet haben und dabei schließlich den fruchtbaren Ort am Meer fanden. Der Pharao Necho hatte einen Plan, das Rote Meer und den Nil durch einen Kanal zu verbinden. Da dieser aber scheiterte, beauftragte er phönizische Stammfahrer damit, mit der Flotte das Meer hinunterzufahren und von dort aus Afrika zu umsegeln, um dann über die Straße von Gibraltar und das Mittelmeer nach Ägypten zurückzukehren. Also fuhren die Seeleute bis es Herbst wurde und sie an den Ort an der libanesischen Küste gelangten. Das fruchtbare Land lockte sie zur Bebauung und nachdem sie geerntet hatten, segelten sie weiter für zwei Jahre, bis sie wieder in Ägypten eintrafen. 6 Da die Phönizier seit Urzeiten schon als Seefahrervolk bekannt waren, ist stark anzunehmen, daß die ersten Siedler ihres Stammes über das Meer in das Gebiet des späteren Karthagos fanden. Vermutlich hatten aber andere Siedler an der nordafrikanischen Küste auch einen Weg über das Land genommen. Obwohl sie auf fruchtbares Land stießen, mußten sie trotzdem erst die schwierigen landschaftlichen 2 Hinterland und Gebirgsausläufer überwinden, die die Bedingungen wie maximal 50 km
3 Schachermeyer, F., Karthago in rassengeschichtlicher Betrachtung, in: Vogt, J., Rom und Kartago. Ein Gemeinschaftswerk, Leipzig 1943, S.12.
4 Bagnall, N., Rom und Karthago. Der Kampf ums Mittelmeer, Berlin 1995, S.13. 5 Warmington, B. H., Carthage, 2. Auflage, London 1969, S.12-13. 6 Bagnall, Rom und Karthago, S.13.
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Arbeit zitieren:
Ulrike Stürzkober, 1999, Die Gesellschaft Karthagos vor dem ersten Punischen Krieg (264-241 v. Chr.) unter Einbeziehung politischer Aspekte, München, GRIN Verlag GmbH
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