Inhaltsverzeichnis:
Inhaltsverzeichnis: 1
Einleitung 2
Macht und Herrschaft nach Weber 3
Legale, traditionale und charismatische Herrschaft 7
Zusammenfassung und Fazit 12
Literaturverzeichnis 13
1
Einleitung
Die Begriffe Macht und Herrschaft finden sich in erster Linie in der Sphäre der Politik und dabei insbesondere bei der Analyse politischer Phänomene wieder. Sowohl Macht, als auch Herrschaft sind, als spezielle Formen sozialer Beziehungen, durch eine asymmetrische Natur gekennzeichnet, womit der im Vergleich stärkere Einfluß des einen Interaktionspartners auf das Handeln des anderen Interaktionspartners innerhalb einer sozialen Beziehung gemeint ist 1 . Sie können daher auch als Phänomene sozialer Ungleichheit bezeichnet werden. Beide Begriffe beziehen sich auf die Möglichkeit der Durchsetzung des eigenen Willens, doch unterscheiden sie sich in ihrer Legitimität.
Einer der bedeutendsten Soziologen, der sich mit den Begriffen Macht und Herrschaft und ihren Dimensionen auseinandergesetzt hat, ist Max Weber. Weber entwickelte in seinem Opus magnum „Wirtschaft und Gesellschaft“ eine Herrschaftskonzeption in deren Zuge er sich auch eingehend mit der Bedeutung und dem Umfang von Macht und Herrschaft als Komponenten sozialer Beziehungen beschäftigt und die spezifischen Erscheinungsformen von Herrschaft in Wirtschaft und Gesellschaft im Laufe der Menschheitsgeschichte herausarbeitet.
Die von Max Weber im Zuge seiner Herrschaftskonzeption entwickelten Begriffe Macht und Herrschaft, sowie ihre Dimensionen und Unterschiede sollen in den Fokus des Essays gerückt und dabei näher beleuchtet werden. Daran anschließend soll eine Übersicht über die von Weber klassifizierten legitimen Herrschaftsformen gegeben werden, um so ein möglichst umfassendes Bild von Webers Herrschaftskonzeption zu erhalten.
1 Bahrdt, Hans Paul, 1997: S. 162
2
Macht und Herrschaft nach Weber
Eine der wichtigsten Grundlagen für Max Webers Herrschaftssoziologie ist der Begriff des Handelns und im Speziellen der Begriff des sozialen Handelns, welches seinem, von dem oder den Handelnden, gemeinten Sinn nach auf das Verhalten anderer bezogen wird und darauf in seinem Ablauf orientiert ist2. Dem folgend definiert Weber eine soziale Beziehung als seinem Sinngehalt aufeinander gegenseitig eingestelltes und dadurch orientiertes Sinnverhalten mehrerer3. Webers Interesse galt im Besonderen dem Handeln, welches in größeren sozialen Gebilden abläuft, die hierarchisch strukturiert sind. Er suchte nach dem Fundament, welches die, den sozialen Gebilden zugrundeliegenden, hierarchischen Ungleichheiten im gegenseitigen Handeln festigt und auf diese Weise den sozialen Gebilden zu ihrem Bestand verhilft und setzte sich in diesem Zusammenhang zwangsläufig auch mit der Bedeutung und den Dimensionen von Macht und Herrschaft auseinander.
Weber definiert Macht als jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht4. Macht bezieht sich also auf die bloße Möglichkeit der Durchsetzung des eigenen Willens, ohne das jedoch klar wird mit welchen Mitteln Macht durchgesetzt werden kann. Deutlich wird darüber hinaus, daß eine soziale Beziehung nicht ausschließlich eine Machtbeziehung sein muß, also nicht zwingend eine Form von Widerstand gebrochen werden muß, auch wenn diese Möglichkeit dominant ist.
Weber kritisiert den Machtbegriff als soziologisch amorph. So können nach Weber alle denkbaren Qualitäten eines Menschen und alle denkbaren Konstellationen jemanden in die Lage versetzen seinen Willen in einer gegebenen Situation durchzusetzen5, womit deutlich wird, daß sein Machtbegriff eine Vielzahl von Möglichkeiten einschließt den eigenen Willen gegen andere zu behaupten und somit gerade für den systematisch arbeitenden Weber unpräzise bleibt.
2 Weber, Max, 1980: S. 3
3 Weber, Max, 1980: S. 19
4 Weber, Max, 1980: S. 28
5 Weber, Max, 1980: S. 28f.
3
Demgegenüber definiert Weber Herrschaft als die Chance, für einen Befehl bestimmten
Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden6. Herrschaft ist nach Weber also
eine besondere Form von Macht, die nicht ausschließlich auf die bloße Möglichkeit der
Durchsetzung des eigenen Willens beruht, sondern durch ein qualifizierendes Moment
charakterisiert wird. Nach Weber steht Herrschaft für jene Übermächtigung, die eine
bestimmte institutionelle Form angenommen hat und bei den Betroffenen Anerkennung
findet 7 Dabei ist Herrschaft ein zentrales Phänomen alles Sozialen, welches nicht auf
die Sphäre staatlich-politischen Handelns beschränkt bleibt, sondern auch bei den
ökonomisch relevantesten sozialen Gebilden der Vergangenheit und der Gegenwart: der
Grundherrschaft einerseits, dem kapitalistischen Großbetrieb andererseits, eine
entscheidende Rolle einnimmt 8 Die klare Strukturierung des Herrschaftsbegriffes
bestehend aus Befehl und Gehorsam macht diesen dem Machtbegriff in Präzision und
Stabilität überlegen und lässt Herrschaft für Weber aufgrund seiner begrifflichen
Präzision und weitreichenden Bedeutung zur soziologischen Grundkategorie aufsteigen
Macht, assoziiert mit Konflikt und Kampf, behält im Vergleich einen instabilen
Charakter, der es nach Weber unmöglich macht den Machtbegriff für die soziologische
Theorienbildung heranzuziehen
Der hier verwendete Herrschaftsbegriff bildet für Weber jedoch nur den einen Pol
zweier entgegengesetzter Herrschaftstypen. Ursprünglich unterscheidet Weber zwischen
Herrschaft mittels Interessenkonstellation und dabei insbesondere kraft
monopolistischer Lage und der bereits beschriebenen Herrschaft basierend auf Autorität
und gekennzeichnet durch Befehlsgewalt und Gehorsamspflicht 9 Da Weber in seiner
Herrschaftssoziologie den Herrschaftsbegriff in jenem engeren Sinn nutzt, der identisch
ist mit der autoritären Befehlsgewalt 10 , wird die Bedeutung ökonomischer Macht durch
Interessenkonstellationen von Weber zumindest in seiner Herrschaftssoziologie
vernachlässigt und in seiner Betrachtung ausgeblendet
6 Weber, Max, 1980 : 28
7 Weber, Max, 1980 : 541
8 Weber, Max, 1980 : S. 539f
9 Weber, Max, 1980 : 542
10 Weber, Max, 1980 : 544
4
Quote paper:
Christian Blume, 2004, Macht und Herrschaft nach Max Weber, Munich, GRIN Publishing GmbH
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