Universität Potsdam, Institut für Romanistik
Sommersemester 2006, 2. Fachsemester
Zur Etymologie, phonologischen Bedeutung
und Didaktik des französischen ′h aspiré′
von
Andreas Mittag
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
Zur Terminologie 4
Zur Entstehung des konsonantischen und vokalischen h 5
Das konsonantische h 5
Das vokalische h 7
Die phonologische Bedeutung des konsonantischen h 9
Didaktische Hinweise zum konsonantischen h 10
Fazit 11
Bibliographie 12
Einleitung
Obwohl die Frage um die Entstehung des h aspiré bis heute noch nicht völlig geklärt wurde, bietet sie v.a. für künftige Französischlehrer ein anregendes Thema dar. Kann man als Fachdidaktiker davon ausgehen, dass das h aspiré jedes Mal fränkischen Ursprungs ist, während das h muet ein rein latein-romanisches Phänomen darstellt? Könn-te man dem Schüler als „Eselsbrücke“ beibringen, dass es sich bei französischen Vokabeln, die mit einem h beginnen und dem entsprechenden deutschen Begriff orthographisch und/oder semantisch ähneln (z.B. la harpe, la halle, le harpon, hurler), automatisch um ein h aspiré handelt? Leider gibt es weiterhin keinen fundierten Beweis, dass das h aspiré seine Existenz ausschließlich dem fränkischen Superstrateinfluss zu verdanken hat. Zahlreiche Gegenbeweise zeigen, dass Lexeme mit dem h aspiré oft aus dem Lateinischen oder einer anderen Sprache stammen und sich höchstens dem entsprechenden germanischen Begriff angeglichen haben.
Ich werde mich jedoch nicht nur auf die Etymologie und didaktische Relevanz des h aspiré beschränken, sondern auch kurz auf dessen Bedeutung in der Phonologie eingehen, wenn es nämlich um die Opposition bestimmter Minimalpaare (z.B. les au-teurs vs. les hauteurs) geht, wo sonst ein Homonymkonflikt entstünde. Obwohl in dieser Arbeit die Herkunft des aspirierten h nicht gänzlich geklärt werden kann, werde ich versuchen, einige didaktisch wertvolle Ansätze zu finden, damit die betroffenen Lexeme einfacher erlernt werden können.
Zur Terminologie
Es wird in der traditionellen Linguistik zwar meist zwischen h aspiré und h muet unterschieden, jedoch sind diese zwei Termini „insofern unglücklich […], als sie einen artikulatorischen Unterschied bezeichnen, der nicht besteht.“ (Greive 1970: 7). Im Grunde genommen sind beide h-Laute „muet“ oder „lautlos“, denn man hört weder bei hôtel (h muet) noch bei *haricot (h aspiré) das h heraus. Der behauchte h-Laut, wie es den im Deutschen gibt (z.B. Haus, herausholen, husten), existiert im Französischen nicht mehr. Erst in der Liaison (les hôtels vs. les *haricots) wird ein phonetischer bzw. artikulatorischer Unterschied erkennbar. Ich werde weitgehend die Terminologie von Neumaier (siehe Greive 1970: 7) übernehmen und das h aspiré als „konsonantisches h“ und das h muet als „vokalisches h“ bezeichnen. Diese Bezeichnung bezieht sich auf das Verhalten (Liaison, Enchainement, Elision) des h nach einem bestimmten Laut – entweder konsonantisch (les *hauteurs wie les brûleurs; la *harpe wie la carpe) oder vokalisch (les heures wie les arbres; l’homme wie l’oreille).
Zur Entstehung des konsonantischen und vokalischen h
Das konsonantische h
[...]
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Andreas Mittag, 2006, Zur Etymologie, phonologischen Bedeutung und Didaktik des französischen 'h aspiré', Munich, GRIN Publishing GmbH
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