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,. Vorbem erkungen I I . Die göt t liche Dim ension: Das prophet ische Sehen
I I .1. Christ liche Pr ophet ie
I I .2. Das j üdische Ver st ändnis I I I . Die m enschliche Ebene: das Auge I I I : 1. Das Neue Test am ent I I I . 2. Der Talm ud
I I I .4. Das Verhält nis Wort und Bild im Judent um I I I .3. Die r abbinische Reflexion '$XVEOLFN %HPHUNXQJHQ
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Die neue Macht des Auges. Mit diesen Wort en kennzeichnet e Gero v on Randow seinen Ar t ikel, den er am 31.Mär z 1995 in der “ Zeit ” veröffent licht e. Kr it isch set zt e er sich m it dem Gegenst and Bilder welt in der Wissenschaft auseinander . Er bet ont e die Dr eierdim ension, in der sich Wissen heut zut age präsent iert : Sät ze, Ziffer n und Bilder. Diese Dim ensionen zeichnen sich durch Dynam ik und Facet t enr eicht um w ie auch subt ile Nuancierung aus., wobei die dr it t aufgeführt e Dim ension Bild die Pr ior it ät er hält . Mit dem Begr iff Bild definier t e Ger o v on Randow nicht gem alt e Obj ek t e oder Kunst , sondern Aufnahm en. Gleichzeit ig verwies er in dieser Bet racht ung auf die neue Macht dim ension der Wissenschaft , die diese neuar t ige Kom m unikat ionsebene m it einschließt . Gem eint ist das Ver hält nis Bild zu Wissen und um gekehrt . Genau hier set zt ein neuer Wissenschaft szw eig I m aging Science ein, der in Chicago begründet wurde und in deut scher Über set zung Visualist ik oder Abbildungswissenschaft genannt werden kann. Hist orisch bet racht et er gaben sich in der Frage nach dem geschicht lichen Urspr ung und Ver lauf dieser neuen visuellen Kult ur selt sam e Widerspr üche, die sich nicht auflöst en, sonder n nebeneinander exist iert en. Der eine Pol sieht ein st ändiges Misst rauen gegenüber Bildern in der europäischen Geschicht e vor. Die Dom äne ist die Zahl und das Wor t . Gegenpolart ig erfährt ger ade die neuzeit liche Wissenschaft einen relevant en Aufschwung durch die v isuellen Obj ekt e. Gero v on Randow erk annt e in der Renaissance den Wendepunk t zu dieser neuen Ent w icklung . Sehr dram at isch beurt eilt e er er st e Seht echniken wie Mik roskop und Telesk op. Die Phot ogr aphie , ebenfalls eine Errungenschaft neuer Seht echniken, wirk t e seiner Ansicht nach wie ein Treibfeuer besonders dur ch ihr e Sonder form en der Langzeit - und Kurzzeit phot ographien. Das bisher Unsicht bare wur de dem Auge zugänglich gem acht .( 1) . Gero von Randow beur t eilt e in posit iver
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kr it ische Ansät ze zur Herausbildung dieser Sehkult ur, die so eng m it der Phot ogr aphie v erk nüpft ist . Ger os Krit ik set zt e erst bei der et hischen Fragest ellung zu I nhalt , Ausdr uck und Nut zung dieser Aufnahm en ein. Auf diese wird im let zt en Punkt verwiesen w erden.
Geros Grundeinst ellung zur Ent st ehung der neuen v isuellen Kult ur basiert auf Änder ungen währ end der Renaissance. Kann Ger o von Randow diese Epoche als den alleinigen Kat aly sat or für diese Ent wick lung verant wort lich m achen? I st diese Sicht weise nicht zu kurz gefasst ? Negiert er nicht wesent liche Elem ent e der christ lichen und j üdischen Tr adit ion, die ent scheidende Einflüsse auf die Ent w ick lung unser er Kult ur haben und hat t en?
Diese Ar beit v ersucht der Fragest ellung nach einer Kont ant en in der religiösen Dim ension des Chr ist en- und Judent um s im bezug auf Sehen und Auge in seiner Bedeut ung für die Ent wick lung der neuen Sehkult ur m it eingeschlossen die Phot ographie nachzuspüren. Exist iert eine derart ige Konst ant e? I st die Ent wick lung nicht eher durch Brüche und Diskont inuit ät en gek ennzeichnet ?
Ber eit s im erst en Glieder ungspunkt wir d der Diskonsens in der hist or ischen Bet racht ung zur Genese der Phot ographie dargelegt , indem einige ausgewählt e Posit ionen vorgest ellt werden. Ein zweit er Punkt befasst sich m it dem Sehen und Auge in v er schiedenen Dim ensionen analy sier t anhand von Bibel, Talm ud und in der r abbinischen Theologie als eine m ögliche Basis für die einset zende Ent w icklung zur Sehkut lt ur in ihr er heut igen Physiognom ie.
I m Ausblick st ehen wissenschaft liche Folgen im Mit t elpunkt . Die Ar beit wir d m it der Fragest ellung nach dem Einfluss der r eligiösen Dim ension in ihrer Relat ion zur Sehkult ur schließen:
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“ Die Genauigkeit der phot ographischen Bildwiedergabe ist nicht als neue Seherfahr ung zu bewert en, die den idealen Schleier vor der Wirklichkeit zer fallen lässt und neue Sehweisen erzwingt - sie ist vielm ehr das Pr odukt einer Zeit st röm ung, der en geist ige und äst het ische Gr undauffassung v om I deal der exakt en Gegenst ands- und Welt er fassung geprägt ist .” ( 1) . Diese These v er t r it t die Phot ogr aphie- Hist or ik er in Ursula Pet ers in ihrem 1979 ediert en Buch “ St ilgeschicht e der Phot ogr aphie” und deut et m it knappen Wor t en den Folienhint ergrund an, auf dem sich die Er findung der Phot ogr aphie v ollzieht . Sie definier t diese Ent w icklung als Kind ihrer Zeit und nicht als Fak t um einer Er findung eines Genies.. I n Negat ion k lam m ert sie m ögliche Tradit ionsst r änge aus der religiösen Kult ur geschicht e aus. Die Phot ogr aphie st eht in einem neuen Koordinat ensy st em , in der sie sich selbst ihre eigenen Achsen ,Zeit und Raum dim ension, zeichnet . Sie ist der Koordinat ennullpunk t , aus w elchem beide Achsen ent spr ingen. ( 2) . Pat r icia Anna Häm m erle beginnt ihr Buch ” Schat t enriss der Zeit ” m it einer Geschicht e aus Ov ids Met am orphosen “ Die Göt t in I m Bade” oder auch “ Akt äon” . ( 3) . I hrer Beurt eilung nach ist die Phot ographie eine Fort führ ung der ant iken m yt hischen Welt der Met am or phosen von Ov id. Zent r al sieht sie diese Geschicht e v on Ak t äon, die relevant e Maßst äbe für den Um gang m it Sehen erkennen lässt . I n der Analyse dieser Geschicht e, bei der Menschen in Angst gest ür zt wurden durch das Unsicht bar e und Unbek annt e dargelegt an Akt äon, der Diana beim Bade sieht und deren uner t r äglicher Zor n ihn t r ifft , v erweist Häm m er le auf die I deenwelt Plat ons. Die Augen wer den als die sonnenähnlichst en unt er unseren Sinnen definiert . Doch genügt diese Sicht weise nicht . Plat on
gebiet et in seinen Schr ift en diesen zu m isst r auen. “ I m Gegent eil: sie seien in gewisser Weise sogar hinderlich, denn sie ver helfen
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daher et was Trügerisches und wir t un gut daran ,ihnen zu m ißt rauen, sagt Plat on.
So auch Schippergas, aus der Licht fülle des Paradieses herausgefallen, er .... sei gest ürzt , geblendet , v erdüst er t , get rübt , um st alt et , seit dem m achen uns unsere Augen et was vor ; sie blenden und t äuschen uns.”( 4) . Dies veranlasst e Niet zsche zu folgender Bem erk ung:
“Wie? I m m er in der gleichen Kom ödie sit zen, in der gleichen Kom ödie spielen? Niem als aus ander n als aus diesen Augen sehen können?” ( 4) I n dem Bewusst sein um die Ausweglosigk eit seiner Sit uat ion über t r ug der Mensch seine Sehfähigk eit auf Appar at e. Die Wahrnehm ung sollt e dadur ch verlagert und obj ekt iviert wer den. Das Fernrohr, die Kam era, die Teleskope wurden zu Hilfsm it t eln um diesem dunkel zu ent fliehen. Es zeigt ein hoffnungsv olles Bem ühen um die richt ige Er kennt nis des Sehens. Das m enschliche Auge in seiner Er kennt nisfunk t ion wurde vom Körper isoliert und im Falle der Phot ographie auf die Kam era über t ragen. ( 5) . Heinz Haberk orn ent wickelt in seinem Buch ” Anfänge der Phot ogr aphie” die Genese der Phot ographie aus Arist ot eles Theor ie zum Prinzip der Cam era obscura. Als Begründung dieser These set zt Haberkorn beim Begriff Phot ogr aphie und der en Bedeut ungsinhalt an. Das Wort st am m t aus dem Gr iechischen und bedeut et in Überset zung soviel w ie Licht zeichnung oder Licht bild. Die Konst ant e in der Ent wick lung von der Ant ike zur Phot ogr aphie der Neuzeit er kennt Haberkorn im Jahrt ausendelangem Wunscht r aum der Menschheit , sich selbst zu schaffen, sich selbst abzubilden, sich selbst zu bet racht en. Durch die Licht brechung im Wasser oder auf dem Met all war es schon im m er m öglich, Br ucht eile, Schat t enrisse von sich selbst wahr zunehm en. Die Phot ogr aphie st ellt eine st ändige Ver feinerung dieser ursprünglichen Spiegelung dar . Die Ent w icklung zur Phot ographie basiert auf einen kollekt iven Traum der Menschheit . ( 6) .
Er win Köppen v ar iiert diesen k ollekt iven Traum zu einer Vorst ellung der Faszinat ion des Bildes an sich, das die gesam t e Menschheit sgeschicht e
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Philumena Reiser, 2002, Die mögliche Genese der Photographie aus dem christlichen und jüdischen Verständnis zur Seh- und Bildkultur, Munich, GRIN Publishing GmbH
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