Vergleichende Werbung in den Medien
- Rechtliche Zulässigkeit, Grenzen und Beispiele
von Jon Basel
Gliederung
A. Einleitung 1
B. Die Grundlagen der vergleichenden Werbung 2
I. Der Begriff der vergleichenden Werbung 2
II. Die Arten der vergleichenden Werbung 4
C. Die Zulässigkeitsvoraussetzungen der vergleichenden Werbung 6
I. Das Irreführungsverbot gem. § 3 UWG 6
II. Die Verbotsmerkmale gem. § 2 UWG 7
1. Die Vergleichbarkeit 7
2. Die verglichenen Eigenschaften 8
3. Der Schutz vor Verwechslungen 9
4. Das Ausnutzen der Wertschätzung eines Kennzeichens 10
5. Die Herabsetzung oder Verunglimpfung 11
6. Die Imitation oder Nachahmung 12
7. Die Angaben bei Sonderpreisen und Sonderangeboten 13
III. Die Sondertatbestände 14
D. Fazit und Ausblick 15
A. Einleitung
Nachdem die vergleichende Werbung in Deutschland seit 1931 und damit fast 70 Jahre lang grundsätzlich verboten war, ist sie seit Ende 1997 erlaubt. Das europäische Parlament und der Rat der europäischen Union haben am 6. Oktober 1997 mit der Richtlinie 97/55/EG den Mitgliedstaaten aufgegeben, das Recht der vergleichenden Werbung neu zu regeln. Durch das Gesetz zur vergleichenden Werbung und zur Änderung wettbewerbsrechtlicher Vorschriften vom 1. September 2000, ist an die Stelle des überflüssig gewordenen § 2 UWG über den Begriff der Waren und gewerblichen Leistungen der neue § 2 UWG getreten. Während der deutsche Gesetzgeber der Systematik des UWG folgend mit dem neuen § 2 UWG einen Verbotstatbestand geschaffen und die Kriterien aufgelistet hat, nach denen die vergleichende Werbung als sittenwidrig im Sinne des § 1 UWG anzusehen ist, wurde mit einer Ergänzung des bestehenden § 3 UWG den Vorgaben der Richtlinie hinsichtlich eines Irreführungsverbotes der vergleichenden Werbung entsprochen.
Intention der vorliegenden Arbeit ist es, einen Überblick zur aktuellen Rechtslage der vergleichenden Werbung in Deutschland zu vermitteln. Hierfür erläutert der Autor in Teil A der Arbeit zunächst die Grundlagen der vergleichenden Werbung, um darauf aufbauend in Teil B auf die Zulässigkeitsvoraussetzungen der vergleichenden Werbung einzugehen.
B. Die Grundlagen der vergleichenden Werbung
I. Der Begriff der vergleichenden Werbung
Vergleichende Werbung ist entsprechend der Legaldefinition des § 2 Abs. 1 UWG jede Werbung, die unmittelbar oder mittelbar einen Mitbewerber oder die von einem Mitbewerber angebotenen Waren oder Dienstleistungen erkennbar macht..
Begrifflich kann eine vergleichende Werbung nur vorliegen, wenn sie den Mitbewerber, auf den sich der Vergleich bezieht, erkennen lässt. Erforderlich ist somit, dass ein Bezug zum Konkurrenten hergestellt wird. Aus den Alternativen "unmittelbar oder mittelbar" wird deutlich, dass ein direkter Bezug, etwa eine namentliche Nennung, nicht erforderlich ist. Dennoch muss die vergleichende Werbung so deutlich auf den Mitbewerber zielen, dass diese Person oder das Unternehmen von dem umworbenen Verkehrskreis als Betroffener angesehen wird. So kann sich die "individuelle Erkennbarkeit" des betroffenen Mitbewerbers auch durch sonstige Hinweise und Umstände wie aus der Größe des Wettbewerberkreises oder einer vorangegangenen Werbung der Konkurrenz ergeben. Entgegen der Formulierung erfasst Art 2 Abs. 1 UWG nicht nur einen Mitbewerber, sondern mindestens einen Mitbewerber und damit auch Werbevergleiche mit einer Bezugnahme auf eine bestimmte Gruppe von Mitbewerbern. Die Bezugnahme auf eine unüberschaubare Zahl oder die Gesamtheit der Mitbewerber ist hingegen für die Annahme einer vergleichenden Werbung nicht ausreichend, da bei einem solch allgemein gehaltenen Vergleich der umworbene Personenkreis die durch den Vergleich betroffenen Mitbewerber nicht ausmachen kann.
Zudem setzt eine vergleichende Werbung voraus, dass der Werbende Umstände, die den Mitbewerber oder dessen Waren oder Dienstleistungen betreffen, mit seinen eigenen vergleicht. Neben der Erkennbarkeit des durch den Vergleich betroffenen Mitbewerbers ist daher ein Bezug zum eigenen Angebot des Werbenden erforderlich. In einer bloßen Kritik an der fremden Ware oder dem Konkurrenten liegt keine vergleichende Werbung.
[...]
Quote paper:
Jon Basel, 2002, Vergleichende Werbung in den Medien - Rechtliche Zulässigkeit, Grenzen und Beispiele, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Möglichkeiten und Grenzen der vergleichenden Werbung
Communications - Public Relations, Advertising, Marketing
Scholarly Research Paper, 41 Pages
Möglichkeiten und Probleme bei der Früherkennung von ADHS
Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
Die Aufmerksamkeitsdefizit/ Hyperaktivitätsstörung bei Kindern
Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Intermediate Examination Paper, 25 Pages
Arten, Vor- und Nachteile von vergleichender Werbung
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Scholarly Research Paper, 34 Pages
Evaluation als Baustein der Qualitätssicherung
Funktionen, Grundformen und Ve...
Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Scholarly Research Paper, 21 Pages
Elterliche Sorge nach Trennung und Scheidung der Eltern
Scholary Paper (Seminar), 15 Pages
Der Begriff des Verbrauchers im nationalen und europäischen Recht
Law - European and International Law, Intellectual Properties
Scholary Paper (Seminar), 38 Pages
Die pädagogische Bewegung am B...
Scholary Paper (Seminar), 22 Pages
Selbstgesteuertes Lernen - Definition, Komponenten, Ansätze
Pedagogy - Pedagogic Psychology
Termpaper, 30 Pages
Welche Anforderungen muss der ...
Pedagogy - School System, Educational and School Politics
Termpaper, 19 Pages
Die Beobachtung als grundlegende Methode der pädagogischen Diagnostik
Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Der Verbrauchsgüterkauf unter besonderer Berücksichtigung der Nutzungs...
Law - Civil / Private / Law of Obligation / Property Law
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Gesetze und Praxis eines umstr...
Termpaper, 17 Pages
Akzeptanz psychisch-kranker Menschen in unserer Gesellschaft
Sociology - Individual, Groups, Society
Termpaper, 21 Pages
Vergleichende Werbung in Deutschland
Business economics - Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Termpaper, 33 Pages
Was ist eigentlich neu bei Pisa
Pedagogy - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
Essay, 6 Pages
Jon Basel has published the text Vergleichende Werbung in den Medien - Rechtliche Zulässigkeit, Grenzen und Beispiele
Jon Basel has uploaded a new text
Marktführerschaft und vergleichende Werbung
Eine Erfolgsfaktorenforschung ...
Nicole Plankert
Zur Zulässigkeit des Teilurteils gemäss § 301 ZPO
Eine Analyse der von der Recht...
Oleg de Lousanoff
Russland: Medien zwischen Staatslenkung und Kommerzialisierung
Annika Sehl, Galina Timchenko, Elena Vartanova, Daniela Maiorovici, Fritz Pleitgen, Gemma Pörzgen, Boris Reitschuster, Andrei Richter
Werbekampagnen planen, umsetze...
Marius Dannenberg, Frank Wildschütz
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Grenzen des Wachstums
Programm- und Angebotsdiversif...
Andreas Neun
0 comments