Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema: Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule. Der Fokus richtet sich hierbei auf zwei unterschiedliche Arbeitsbereiche der Kooperation, die anhand folgender Modellprojekte darstellt werden:
Der erste Teil befasst sich mit dem Modellprojekt „Kooperation Jugendhilfe und Schule: Lehrer/-innen beraten Lehrer/-innen“. Bei diesem Projekt liegt der Schwerpunkt auf der Kooperationsarbeit in der Institution Schule selbst. Das Augenmerk wurde hierbei größtenteils auf den Aufbau, den Ablauf und die Evaluation des Modellprojekts gelegt. In diesem Zusammenhang werden auch die Rahmenbedingungen näher erläutert, unter denen das Projekt entstanden ist.
Der zweiten Teil setzt sich mit dem „Zentrum für Erziehungshilfe der Stadt Frankfurt am Main“ auseinander. Auch hier werden zunächst die Bedingungen erläutert, die das Projekts hervorgerufen haben und anschließend wird auf das Konzept und der dabei durchgeführten Zusammenarbeit Bezug genommen. In der Auseinandersetzung mit diesem Modellprojekt entwickelte sich die Frage nach der Berufsidentität von Sonderschullehrer/-innen und Sozialpädagogen/-innen zum Kernthema.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Modellprojekt
3. Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten an Schulen
3.1 Bedingungen von Verhaltensauffälligkeiten
3.1.1 Veränderung der familiären und sozialen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen
3.1.2 Bedingungsfaktoren der Jugendhilfe
3.1.3 Schulische Bedingungen
3.2 Reaktionen auf die Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten
4. Die Entwicklung der Beziehungen zwischen Jugendhilfe und Schule
5. Kooperationsvereinbarungen zwischen Jugendhilfe und Schule in Baden-Württemberg
5.1 Ausbau der Schulsozialarbeit
5.2 Kooperation zwischen GHS und ASD
5.3 Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule mit der Zwischenschal-tung eines Kooperationslehrers
6. Basiselemente des Modells “Kooperation Jugendhilfe und Schule: Lehrer/innen beraten Lehrer/innen“
6.1 Die Grundidee des Projekts
6.2 Die Beteiligten des Projekts
6.3 Die Rahmenbedingungen der Projektträger
7. Methodische Grundlagen I: Planung und Durchführung der Entwicklung
7.1 Aufbauphase
7.2 Formen der Kooperation
7.3 Stabilisierungsphase
8. Methodische Grundlagen II: Evaluation
8.1. Zwischenbilanzierung
8.2 Abschlussbilanzierung
9. Ergebnisse der Evaluation
9.1 Zwischenbilanzierung
9.2 Abschlussbilanzierung
9.2.1 Integrationseffekte
9.2.2 Gesamturteil zur Projektlage
10. Schlussfolgerungen
11. Auseinandersetzung mit der Berufsidentität von Sonderschullehrern/-innen und Sozialpädagogen/-innen
11.1 Das Zentrum für Erziehungshilfe der Stadt Frankfurt am Main
11. 2 Die Bedeutung der Frage nach der Berufsidentität
12. Abschließende Gedanken
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule anhand von zwei unterschiedlichen Modellprojekten, um integrationsfördernde Ansätze für verhaltensauffällige Schüler darzustellen und die damit verbundenen Herausforderungen an die Berufsidentität der beteiligten Fachkräfte zu analysieren.
- Analyse von Ursachen für die Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten im Schulsystem.
- Vergleichende Untersuchung zweier Kooperationsmodelle (Baden-Württemberg und Frankfurt am Main).
- Evaluation von strukturellen Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren für eine gelingende Zusammenarbeit.
- Reflexion der Berufsrollen von Sonderschullehrern und Sozialpädagogen in Tandem-Strukturen.
- Entwicklung von Empfehlungen für die Gestaltung integrierter Hilfeprozesse.
Auszug aus dem Buch
11. Auseinandersetzung mit der Berufsidentität von Sonderschullehrern/-innen und Sozialpädagogen/-innen
Immer wenn es um das Stichwort Kooperation geht, kommt es meist auch zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema Berufsidentität. In dem zuvor be-schriebenen Projekt in Baden-Württemberg wird das Thema Berufsidentität je-doch nicht explizit angesprochen, da der Sonderschullehrer zwar eine beratende Funktion übernimmt, aber noch immer in der individuellen Einzelförderung tä-tig wird, was ihn vom Kooperationslehrer im Zentrum für Erziehungshilfe in Frankfurt unterscheidet. Der Sonderschullehrer in Baden-Württemberg agiert eher noch in seinem gewohnten Tätigkeitsbereich und muss sich so nicht dem Verlust seiner eigentlichen Berufsrolle befassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasser stellen die Zielsetzung ihrer Arbeit vor, die Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule anhand zweier Modellprojekte zu beleuchten.
2. Das Modellprojekt: Es wird ein kooperatives Beratungssystem in Baden-Württemberg (1992-1995) vorgestellt, bei dem Sonderpädagogen GHS-Lehrer unterstützten.
3. Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten an Schulen: Dieses Kapitel erläutert die multifaktoriellen Ursachen für die steigende Anzahl verhaltensauffälliger Schüler unter Berücksichtigung familiärer, jugendhilferechtlicher und schulischer Bedingungen.
4. Die Entwicklung der Beziehungen zwischen Jugendhilfe und Schule: Anhand einer grafischen Darstellung wird die historische Entwicklung der Zusammenarbeit von der Trennung bis hin zu modernen Kooperationsansätzen aufgezeigt.
5. Kooperationsvereinbarungen zwischen Jugendhilfe und Schule in Baden-Württemberg: Es werden drei spezifische Modelle zur verstärkten Kooperation in Baden-Württemberg nach 1991 detailliert beschrieben.
6. Basiselemente des Modells “Kooperation Jugendhilfe und Schule: Lehrer/innen beraten Lehrer/innen“: Das Kapitel gliedert sich in die Grundidee, die Beteiligten sowie die Rahmenbedingungen des Projekts.
7. Methodische Grundlagen I: Planung und Durchführung der Entwicklung: Der Aufbau der Kooperationsstrukturen wird anhand eines zyklischen Prozessmodells in zwei Phasen (Aufbau- und Stabilisierungsphase) erläutert.
8. Methodische Grundlagen II: Evaluation: Hier werden die methodischen Ansätze wie Fragebögen und problemzentrierte Interviews zur wissenschaftlichen Begleitung des Projekts dargelegt.
9. Ergebnisse der Evaluation: Das Kapitel präsentiert die Zwischen- und Abschlussbilanzierung sowie die Integrationseffekte und das Gesamturteil der Beteiligten zum Projekt.
10. Schlussfolgerungen: Es werden zentrale Erkenntnisse zur Übertragbarkeit des Modells und zur Notwendigkeit einer zentralen Koordinierungsstelle diskutiert.
11. Auseinandersetzung mit der Berufsidentität von Sonderschullehrern/-innen und Sozialpädagogen/-innen: Dieser Abschnitt analysiert den Identitätswandel der Fachkräfte im Frankfurter Zentrum für Erziehungshilfe und die Bedeutung der Berufsidentität für die Zusammenarbeit.
12. Abschließende Gedanken: Die Autoren fassen ihre Ergebnisse zusammen und bewerten die verschiedenen Kooperationsformen abschließend.
Schlüsselwörter
Kooperation, Jugendhilfe, Schule, Verhaltensauffälligkeiten, Sonderpädagogik, Sozialarbeit, Berufsidentität, Lehrerberatung, Integration, Evaluationsmethodik, Schulentwicklung, Förderbedarf, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Modellprojekt, Erziehungshilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe als Mittel zur Unterstützung von Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten in zwei verschiedenen Modellprojekten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Bedingungen von Verhaltensauffälligkeiten, die Implementierung von Kooperationsstrukturen und die Reflexion über professionelle Identität von Lehrkräften und Sozialpädagogen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Aufbau und Erfolg von Kooperationsprojekten zu analysieren und die Auswirkungen dieser Zusammenarbeit auf die Berufsrolle der beteiligten Akteure kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer Evaluation, die qualitative Forschungsmethoden wie problemzentrierte Interviews und Statistikbögen einsetzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Hintergründe von Verhaltensauffälligkeiten, die detaillierte Planung und Durchführung von Modellprojekten sowie deren Evaluation und die Auseinandersetzung mit der Berufsidentität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kooperation, Jugendhilfe, Schule, Sonderpädagogik, Berufsidentität und Integration.
Welchen Unterschied gibt es zwischen dem Modell in Baden-Württemberg und dem Zentrum in Frankfurt?
In Baden-Württemberg fungierten Sonderschullehrer eher beratend für Regelschullehrer, während in Frankfurt Sonderschullehrer und Sozialpädagogen in Tandems als untrennbare Einheit agierten.
Warum spielt die Frage der Berufsidentität eine so wichtige Rolle?
Weil das Verlassen gewohnter Arbeitsumfelder und das professionelle Handeln in interdisziplinären Teams Unsicherheit auslösen kann, die eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Berufsrolle erfordert.
Wurde das Projektziel aus Sicht der Autoren erreicht?
Ja, trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnten bedeutsame Schritte zur integrationsfördernden Kooperation gemacht werden.
- Arbeit zitieren
- Lisa Mohr (Autor:in), Annika Braun (Autor:in), 2007, Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74806