G l i e d e r u n g
1. Einleitung 3
2. Landeskundlicher Überblick Bali 3
3. Das frühe Bali 4
3.1 Die Besiedlung Balis 5
3.2 Die politische Entwicklung 6
4. Das neue Bali 7
5. Bali heute 9
6. Die Bevölkerung 11
7. Die balinesische Religion 12
8. Der balinesische Lebenszyklus 15
9. Zusammenfassung 16
10. Glossar 17
11. Literatur 20
2
1. Einleitung
Bali wird von seinen Einwohnern liebevoll „Pulau Detawa“, Insel der Götter, genannt. Heute ist sie in der Welt als „Schmelztiegel der Kulturen“ bekannt.
Bis ins achte Jahrhundert sind kaum historische Dokumente und Zeugnisse über die Insel Bali vorhanden. Durch jahrhundertelange Abgeschiedenheit, nicht zuletzt aufgrund der äußerst unzugänglichen Küsten rund um die Insel, konnte sich ein eigenständiges Volk mit einer aus- gereiften Kultur entwickeln, die auch in Jahren der Kolonisation äußeren Einflüssen weitge- hend standhielt. Die Geschichte und Entwicklung dieser Kultur soll mit Hinsicht auf die heu- tigen, modernen Strukturen der Insel erörtert werden.
2. Landeskundlicher Überblick
Bali ist heute eine Provinz von Indonesien und die westlichste der Kleinen Sundainseln. Sie ist 5501 Quadratkilometer groß und gehört zu Indonesien. Die Nord-Süd-Entfernung beträgt in Luftlinie beträgt 95 km, die West-Ost-Entfernung 145 km.
Im Vergleich zu anderen pazifischen Vulkaninseln ist Bali nicht allzu unterschiedlich. Man findet üppig grüne Täler, mit Palmen bewachsene Sandstrände und vorgelagerte Korallenbän- ke. Flüsse durchqueren die Insel. Es gibt vier Bergseen auf Bali, die die Namen Bratan, Buy- an, Tambelingan und Batur tragen. Einer der Bergseen, der Batur, liegt in einer Katerpfanne, welche 450 m tief und 11 km breit ist. Über die gesamte West-Ost-Achse Balis erstreckt sich eine Gebirgskette vulkanischen Ursprungs mit über 3000 m hohen Vulkanen. Der Gebirgs- wall stellte lange Zeit ein erhebliches Hindernis für den kulturellen und materiellen Austausch zwischen Nord und Süd dar. Die Vulkane Agung und Batur gehören zum sogenannten Feuer- ring um den Pazifik. Gewaltige Ausbrüche gehören zur Geschichte der mehr als 15 Millionen Jahre alten indonesischen Vulkane. Der letzte Vulkanausbruch auf Bali fand 1963 durch den Gunung Agung seinen Weg. Nach Schätzungen kamen viertausend Inselbewohner ums Le- ben, und mehr als 75 000 wurden obdachlos. Zukünftig ist mit weiteren Vulkankatastrophen zu rechnen. Der Gunung Agung ist der höchste Berg der Insel und wird von den Balinesen als Sitz der Götter und Zentrum der Welt angesehen.
Auf Bali herrscht das übliche Tropenklima, d.h. es ist das ganze Jahr über fast gleichmäßig heiß, verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit.
3
Bali hat heute rund drei Millionen Einwohner. Davon sind 60% jünger als 18 Jahre, was auf die enorme Zuwachsrate der Bevölkerung zurückzuführen ist. Das am dichtesten besiedelte Gebiet liegt im Süden der Insel um die Hauptstadt Denpasar.
Das Landschaftsbild wird hauptsächlich durch die allseits bekannten Sawah bestimmt. Die Hauptnahrungsmittel auf Bali sind Reis, Kokos, Nüsse, Bananen, Fische sowie Früchte und Gemüse.
3. Das frühe Bali
Nach balinesischer Auffassung existierten am Anfang nur Ruhe und Dunkelheit, welche auf einmal erhellt und von einem Urknall durchdrungen wurden. Dieser symbolisierte die Schöp- fung. Es ging von ihm ein mächtiges Licht aus in Form einer untrennbaren, dreiteiligen Form von Ang, Dewa Brahma, dem Schöpfer; Ung, Dewa Wischnu, dem Erhalter; und Mung, De- wa Schiwa, dem Zerstörer. Ang, Ung und Mung schufen zusammen die große Energiequelle, die die Balinesen „Gott“ nennen, und herrschten über die universellen Bereiche des unendli- chen Kosmos: das hohe Reich der Götter (Bur), das mittlere Reich der Menschen (Bwah) und das niedere Reich der Dämonen (Swah). Diese dreiteilige Gliederung des Universums nennt man die balinesische Tri-loka.
Alle Geschehnisse werden auf Bali logisch und schicksalhaft, als Teil einer zyklischen uni- versalen Ordnung, angesehen. Sie gelten als voraussehbar, solange der Mensch die geistige Balance zwischen der positiven und der negativen Kraft hält. Der vergängliche Mensch be- herrscht das mittlere Reich, welches zwischen den heiligen Göttern und den bösen Dämonen steht. Über Jahrhunderte hinweg sind religiöse Symbole, Rituale und tagtägliche Handlungen entstanden, welche dazu dienen, eine Harmonie zwischen allen bekannten, opponierenden Kräften wie Leben und Tod, Stärke und Schwäche sowie Gesundheit und Krankheit zu schaf- fen.
Die Insel Bali ist auf die gleiche Weise wie der Kosmos in Bur, Bwah und Swah aufgeteilt ist, in drei Teile aufgespalten: die geheiligten Höhen, der Zwischenbereich und das tiefe Meer. Der Himmel gilt als Raum der Götter. Der Zwischenbereich ist der Lebensraum der Men- schen, das Meer der der Dämonen. Dörfer, Häuser und sogar der menschliche Körper sind analog in drei Teile aufgeteilt.
4
3.1 Die Besiedlung Balis
Die erste Einwanderungswelle zu den indonesischen Inseln begann nach bisherigen Erkennt- nissen etwa Mitte des dritten vorchristlichen Jahrtausends. Sprachverwandtschaften zwischen Bali, Sumatra, Lombok und dem nahe liegenden Java lassen darauf schließen, dass es ver- schiedene Entwicklungs- und Besiedlungsstränge gegeben haben muss.
Bali blieb bis zum achten Jahrhundert unserer Zeitrechnung von äußeren Einflüssen frei und konnte sich ohne äußere Einflüsse zu einem kulturell eigenständigem Volk mit zahlreichen Sitten und Gebräuchen entwickeln. Man vermutet, dass dadurch die bemerkenswerte Resis- tenz des Volkes gegenüber fremden Kulturen entstehen konnte.
Von Indien aus kamen Kaufleute, die mit indonesischen Herrschern Handel trieben. Sie muss- ten häufig an den Gewürzinseln auf das Drehen der Winde warten, um dann voll beladen den Rückweg anzutreten. Es wurden Handelsniederlassungen errichtet, um die Wartezeiten zwischen den günstigen Monsunwinden zu überbrücken.
Die Besiedlung Balis erfolgte mittels Auslegerbooten aus dem ostasiatischen Raum. Dies konnte anhand der Segelmethoden und ostasiatischen Bootsformen sowie anhand der Arten der Domestizierung von Kleintieren nachgewiesen werden. Vor etwa sechs bis achttausend Jahren wanderten Küsten-Malayen aus dem ostasiatischen Festland zu, im Gegensatz zu den Proto-Malayen.
Die Balinesen und Javaner waren aus religiösen Gründen keine großen Seefahrer. Das Befah- ren der Gewässer, welche als Lebensraum der Dämonen gelten, wurde stets Fremden überlas- sen. Chinesische, indische und später auch arabische Handelsleute bauten mit der Zeit Han- delsstrukturen über der indonesischen Inselwelt auf, in die Bali gegen Ende des ersten Jahr- tausends miteinbezogen wurde.
Die Reiskultivierung wurde bereits 5000 v. Chr. im Süden Chinas erfunden und durch Wan- derungen in mehreren Schüben über Vietnam in die indonesische Inselwelt gebracht. Saatgut und Kenntnisse über Anbaumethoden wurden gleichzeitig überliefert. Eine Gruppe ist bei- spielsweise 300 v. Chr. in Bali angekommen. Für das erste Jahrtausend können direkte Ver- bindungen zwischen Java und Bali nachgewiesen werden. Schon in den ältesten schriftlichen Dokumenten werden die Subak erwähnt. Hierbei handelt es sich um Reisbauern- Kooperativen, zu denen sich alle Bauern zusammenschlossen. Alle Reisfelder wurden von dem gleichen Bewässerungssystem gespeist.
5
Heute gibt es auf ganz Bali rund 1200 Subak. Jedes dieser Subak besteht aus etwa 200 Mit- gliedern und bewirtschaftet eine Feldfläche von etwa 50 bis 100 Hektar.
Wann die ersten Königreiche entstanden sind, ist nicht bekannt. Der früheste schriftliche Be- leg stammt aus dem Jahr 917 n. Chr. Er berichtet von einem König Warmadewa, dessen Hauptstadt in Zentral-Bali in der Nähe von Pejeng lag. Auf diesen König geht der berühmte Herrscher der Warmadewa-Dynastie, Uddayana, zurück. Er heiratete 989 die ostjavanische Prinzessin Mahendradatta. Seit dieser Heirat ist die Geschichte Balis eng mit der Ost-Javas verknüpft.
3.2 Die politische Entwicklung
Bali war bis 1284 selbstständig. Der javanische Fürst Kertanagara aus der Singasari-Dynastie setzte der Freiheit Balis ein Ende. Er nahm den letzten Sohn Erlangas, dem früheren Herrscher Balis, der sein Reich unter seinen Söhnen aufgeteilt hatte, gefangen und regierte von nun an die Insel von Java aus bis zu seinem Tod.
1343 bereitete Gaja Mada, damals Erster Minister und General von Java, der Freiheit Balis erneut ein Ende. Von nun an war die Insel kulturell und politisch von Java abhängig. Die da- mals herrschende Pejeng-Dynastie wurde von der Invasionsarmee des Ministers vernichtet. Der Brahmane Sri Kresna Kapakisan wurde als König eingesetzt, außerdem wurde das java- nische Verwaltungssystem eingeführt. Der Regierungssitz wechselte von Samperangan bei Gianyar nach Gelgel.
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts kam der Islam nach Java. Viele Adelige benannten sich zu Sultanen um. Zahlreiche Angehörige des Hofes sowie hinduistische Priester und Künstler verweigerten sich dem Islam und siedelten in den folgenden Jahrzehnten nach Bali über. Dort wirkten sie als Oberschicht und Kulturträger hinduistischen Ursprungs, was dem Königreich von Gelgel einen Auftrieb verschaffte. Das heutige balinesische Kastensystem geht auf diese Übersiedler zurück. Sie bildeten die drei oberen Kasten: die Brahmanen, die Fürsten und die Krieger. Die Balinesen, größtenteils Reisbauern, wurden zur unteren Kaste erklärt. Gleichzei- tig brachten die Übersiedler das Schattentheater und die Gamelanmusik nach Bali. 1550 konnte das Königreich von Gelgel wieder zu einem Reich zusammengeschmolzen wer- den. Es folgte das sogenannte „goldenen Zeitalters“ Balis, in dem innenpolitischer Frieden
6
Arbeit zitieren:
Katja Kruschel, 2001, Die Geschichte der Insel Bali, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Transition in Indonesien: Die Rolle der alten Parteien in der neuen De...
Politik - Internationale Politik - Region: Südasien
Hausarbeit, 36 Seiten
Analytische Psychologie nach C. G. Jung
Die Archetypenlehre am Beispie...
Referat (Ausarbeitung), 30 Seiten
Die ethnologischen Konzepte von Clifford Geertz, Fredrik Barth und U...
Hauptseminararbeit, 26 Seiten
Katja Kruschel hat den Text Die Geschichte der Insel Bali veröffentlicht
Katja Kruschel hat einen neuen Text hochgeladen
Zypern - Insel im Schnittpunkt interkultureller Kontakte
Adaption und Abgrenzung von de...
Renate Bol, Kathrin Kleibl, Sabine Rogge
Outlines & Highlights for Linear Algebra by Friedberg & Insel & Spence
&. Insel & Friedberg &. Insel &. Spence, Cram101 Textbook Reviews
Exam Prep for Linear Algebra by Friedberg & Insel & Spence, 4th Ed.
&. Insel & Friedberg &. Insel &. Spence, Mznlnx
Outlines & Highlights for Discovering Nutrition by Insel & Turner & Ro...
1st Edition Insel &. Turner &. Ross, Cram101 Textbook Reviews
Outlines & Highlights for Core Concepts in Health by Insel, Roth
Roth 10th Edition Insel, Cram101 Textbook Reviews
0 Kommentare