Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Begrifflichkeit 5
3. Soziale Einflussfaktoren beim Schriftspracherwerb 7
3.1 Einfluss der sozialen Schicht und der Schulbildung der Eltern 7
3.2 Einfluss der äußeren Lebensbedingungen der Familie 8
3.4 Einfluss der Eltern-Kind-Beziehung und des emotionalen Klimas in der Familie 8
3.5 Vorbereitung auf die Schule durch das Elternhaus 9
3.6 Einfluss des Kontakts zwischen Eltern und Schule 9
4. Schreibschwierigkeiten 11
4.1 Teilleistungsstörungen 11
4.2 Symptome von Schreibschwierigkeiten 12
4.3 Auswirkungen und Textbildungsmängel von Schreibschwierigkeiten 14
5. Fördermöglichkeiten 18
5.1 Übungen für die Grundschule 18
5.1.1 Methodische Hilfen 18
5.1.2 Visuelle Hilfen 18
5.1.3 Sprechmotorische Hilfen 19
5.1.4 Akustische Hilfe 20
5.1.5 Orientierungshilfen 20
5.2 Schreibhilfen für Personen mit Schreibschwierigkeiten 20
5.2.1 Freies Schreiben 20
5.2.2 Hilfen zur methodischen Umsetzung 21
5.2.3 Hilfen zur Umsetzung bei der Textproduktion 22
6. Schluss 24
7. Literaturverzeichnis 26
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Schreibschwierigkeiten
1. Einleitung
Warum ist es uns eigentlich ein so großes Anliegen, alle Kinder in der Schule das Lesen und Schreiben beizubringen?
Die Kulturtechniken „Lesen“ und „Schreiben“ sind Schlüsselqualifikationen und werden in allen Lebensbereichen benötigt. Täglich werden die Kinder mit geschriebener Sprache konfrontiert: In Büchern, in der Werbung, durch Bauanleitungen, in den Medien, bei Hinweisschilder usw.
Lesen und Schreiben beginnt bei einfachen Dingen wie dem Ausfüllen von Formularen, dem Schreiben von Briefen, beim Verfassen von Bewerbungs- unterlagen und endet schließlich in der Notwendigkeit des Schreibens im beruflichen Bereich oder zur Beschaffung von Informationen, bei dem die modernen Medien zwar helfen, das Lesen und Schreiben jedoch nicht völlig ersetzt werden kann.
Das Beherrschen dieser Kulturtechniken ist ein wesentlicher Schritt zur selbständigen und verantwortungsbewussten Lebensgestaltung.
Schrift ist ein Kommunikationsmedium und hat einen großen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Doch trotzdem gibt es Menschen die diese Schlüsselquali- fikationen nicht beherrschen.
Viele Menschen haben Schwierigkeiten, im ersten Anlauf Lesen und Schreiben zu erwerben. Lese- und Schreibschwierigkeiten sind in unserer Gesellschaft ein tabuisiertes Thema. Menschen, die Lesen und Schreiben nur unzureichend beherrschen schämen und scheuen sich, dies offen zuzugestehen.
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Das Thema dieser Hausarbeit beschäftigt sich übergreifend mit dem Thema Schreibschwierigkeiten und geht genauer auf die einzelnen Probleme von Legasthenikern und funktionalen Analphabeten, beim Schreiben ein.
Es wird die männliche Form “Schreiber”, “Schüler” usw. benutzt, gemeint sind damit aber sowohl weibliche wie männliche Personen.
Auf den nächsten Seiten wird unter anderem die Begrifflichkeit, die Ursachen, die Auswirkungen von Schreibschwierigkeit und die Förderung dargestellt.
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2. Begrifflichkeit
Schreiben ist ein wichtige Kulturtechnik in unserer Gesellschaft.
Unter Schreiben versteht man einen graphomotorischen Prozess, bei dem das Produkt eine schriftsprachlicher Äußerungen ist. Bei der Produktion von schriftsprachlichen Äußerungen werden die Teilbereiche der Grobmotorik, der
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Feinmotorik, der Wahrnehmung und der Körper-Raum-Zeitorientierung gefordert.
Viele Menschen haben aber große Probleme, diese Kulturtechnik zu erwerben. Wenn normal entwickelte und geförderte Kinder nicht oder nur unter großer Anstrengung schreiben bzw. lesen lernen, spricht man von Legasthenie bzw. Schreibschwierigkeiten.
Schreibschwierigkeiten sind spezielle Störungen in der Beziehung zwischen dem geschriebenen und dem gesprochenen Wort. Dies drückt sich oft durch eine schlechte Rechtschreibleistung aus, indem z. B. sinnlos Wörter geschrieben, Buchstaben ausgelassen, hinzugefügt oder wegelassen werden. 2
Erwachsene die in ihrer Schulzeit, aufgrund von Schreibschwierigkeiten, die Kompetenzen der Schriftsprache nicht erlangen und somit des Lesens und Schreibens nicht mächtig sind, gehören ab dem 15 Lebensjahr zu den funktionalen Analphabeten.
Unter funktionale Analphabeten versteht man Menschen, die unfähig sind, “alle
1 vgl. Döllinger, Inge/Daumenlang, Christian (2002): Teilleistungsstörungen in der Grundschule. München: Oldenbourg Schulbuchverlag, S. 9
2 vgl. Kowarik, Othmar/ Kraft, Johann (1973): Die Legasthenie und ihre methodische Behandlung. Definition und Abgrenzung. München, Wien: Jugend und Volk Verlag, S.17
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Aktivitäten auszuüben, bei denen Lesen, Schreiben und Rechnen (…) notwendig sind.” 3
Giese teilt Analphabeten in fünf Gruppen ein:
1. Analphabeten, die allenfalls ihre Namen schreiben sowie einzelne Buchstaben
identifizieren können.
2. Analphabeten, die über rudimentäre Grundkenntnisse verfügen.
3. Analphabeten, die über rudimentäre Lesefähigkeiten verfügen, aber nicht
schreiben können. Es können nur einige Wörter aus dem Gedächtnis geschrieben werden.
4. Lese-Schreib-Fähige , die unter Probleme lesen, aber kaum schreiben können.
Wichtige Phänomene der Schrift-Laut-Zuordnung, wie Dehnung, Schärfung werden nicht beherrscht. Außerdem zeigen sich große Probleme bei der Textproduktion.
5. Lese- und Schreibfähige, die spezifische Schwierigkeiten in der Orthographie,
der Interpunktion sowie der Textkonstruktion haben. 4
3 Kainz, Jana (1998): Funktionaler Analphabetismus. Funktionaler Analphabetismus: Was verbirgt sich dahinter. Stuttgart: Döbler & Rössler, S.13,
4 Giese, Heinz; in Kretschmann, Rolf u. a.(1990): Analphabetisierung bei Jugendlichen. München: Juventa Verlag, S.13
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3. Soziale Einflussfaktoren beim Schriftspracherwerb
Nicht jeder Schüler schreibt gleich gut oder gleich schlecht. Unterschiede in der Lese- und Schreibfertigkeit, werden nicht durch einzelne Faktoren bestimm, sondern durch eine Anzahl von Aspekten, die sich gegenseitig positiv wie negativ beeinflussen können. Besonders das soziale Umfeld, in den das Kind aufwächst, übt einen großen Einfluss auf die geistige Entwicklung und Aneignung der Schriftsprache aus. Es bildet oft die Grundlage dafür, ob ein Kind schulisch erfolgreich ist, oder ob es zu den späteren Analphabeten gehört, da eine positive soziale Situation die kognitiven und motivationalen Lernvoraussetzungen bei
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Schuleintritt, sowie den weiteren Lernfortschritt der Kinder in der Schule fördert.
3.1 Einfluss der sozialen Schicht und der Schulbildung der Eltern
Ungünstig soziale Bedingungen in der Familie, sowie einen niedrigen Bildungs- abschluss der Eltern, üben sich negativ auf die Leistungen des Kindes aus. Die meisten Kinder mit Schreibschwierigkeiten stammen aus sozial schlechter gestellten Schichten, sowie aus einem Elternhaus, bei dem ein oder beide Elternteile keinen oder einen sehr niedrigen Schulabschluss haben. 6 Die meisten Eltern beherrschen selbst kaum die Regeln der Schriftsprache und sind nicht in der Lage ihre Kinder schulisch zu helfen, zu unterstützen oder zu fördern.
5 Klicpera, Christian/ Gasteiger-Klicpera, Babara (1995): Psychologie der Lese- und Schreibschwierigkeite. Der Einfluß sozialer Faktoren auf die Aneignung der
Schriftsprache. Weinheim: Psychologie Verlags Union, S. 235
6 vgl. Klicpera, Christian/ Gasteiger-Klicpera, Babara, a.a.O. S. 236
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Arbeit zitieren:
Nadine Girrbach, 2006, Schreibschwierigkeiten, München, GRIN Verlag GmbH
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