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1.1.1 Definition und Aufbau
1.1.2 Funktionen
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1.2.1 Der Begriff des Sexualverhaltens
1.2.2 Bereiche menschlicher Sexualität und die dazugehörigen
Themengebiete (UOlXWHUXQJGHVPHWKRGLVFKHQ9RUJHKHQV 4XDQWLWDWLYHXQGTXDOLWDWLYH$QDO\VHGHU/HVHUEULHIH±PLW+LOIHGHU (LQRUGQXQJLQGLHVHFKV%HUHLFKHPHQVFKOLFKHU6H[XDOLWlWQDFK6XVDQQH :HQ]HO
1.4.1 Der biologische Bereich
1.4.2 Der sozial-kommunikative Bereich
1.4.3 Der Bereich der Lustfunktion
1.4.4 Der individuell-psychologische Bereich
1.4.5 Der Gefahrenbereich
1.4.6 Der gesellschaftlich-institutionelle Bereich
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In diesem Teil der Arbeit soll das Thema Sexualität und seine Bedeutung für Jugendliche mit Hilfe einer Analyse von Leserbriefen an die Bravo des Zeitraumes 1968 bis heute veranschaulicht werden.
Vorab einige Erläuterungen bezüglich der Definition, des Aufbaus und der Funktion von Leserbriefen im allgemeinen:
1.1.1. Definition und Aufbau
Der Leserbrief ist eine Form der öffentlichen Meinungsäußerung in Tageszeitungen oder Zeitschriften, wobei es dafür eine eigene Rubrik gibt.
Ein Leserbrief kann von einer Einzelperson oder einer Gruppe verfasst werden; er hat das Ziel, zu einem Bericht, einer Reportage, einem Kommentar, einer Nachricht oder zu einem anderen Leserbrief innerhalb desselben Printmediums Stellung zu nehmen, zuzustimmen, zu widersprechen, zu ergänzen. Obwohl er wesentliche Kriterien der Textsorte des Briefes erfüllt, wie z.B. die zeitliche und räumliche Distanz zwischen Schreiber und Leser, ist er eher monologisch ausgerichtet und bezieht die Möglichkeit eines Briefwechsels nicht mit ein. In der Literatur wird deshalb oft von `Leserzuschrift´ statt von `Leserbrief´ gesprochen. 1
Der Leserbrief ist der informativen und appellierenden Textsorte zuzurechnen und bedient sich eines argumentativen Aufbaus. Er kann also zur Meinungsrede gezählt werden. Der Bezugspunkt zum Brief wird i.d.R. in einer ersten Überschrift genannt, darauf folgt der Titel des Briefes – welcher oft durch die Redaktion in Form eines markanten Zitates aus dem Brief selbst bearbeitet wurde.
Für die Argumentation ist aufgrund der erforderlichen Kürze des Leserbriefes und analog zur Meinungsrede eine Folge von drei bis höchstens fünf Argumenten ratsam. In einem zusammenfassenden Satz soll die eigene Meinung am Schluss noch einmal betont werden. Formal wird der Leserbrief meist vom Redakteur bearbeitet und gekürzt. Welcher Leserbrief überhaupt veröffentlicht wird, entscheidet ebenfalls die Redaktion. 2
1.1.2 Funktionen
Leserbriefe erfüllen ganz verschiedene Funktionen:
„Sie stellen für die Redaktion eine Art Rückkoppelung oder feed back dar (...).“ 3) 3 Die Journalisten erfahren demzufolge, wie ihre Texte oder Berichte beim Leser ankommen und können sich mit Hilfe dieses feed backs einen Eindruck davon verschaffen, welche Anliegen und Wünsche seitens der Leser bestehen. Somit kann ggf. die Konzeption des Printmediums verändert werden.
„Der Leserbrief ist ein wichtiges Mittel der politischen Artikulation des Bürgers. Er, der keine publizistischen Organe besitzt, findet hier eine Möglichkeit, seine Meinung einer großen Öffentlichkeit kund zu tun.“ 4 Die meisten Leser schenken Leserbriefen sehr große Beachtung; Leserbriefe sind sozusagen unterhaltsam. Dies ist für die Presse ein Vorteil, zumal der Redaktion dafür keine Kosten entstehen.
Durch die Möglichkeit, seine Meinung mittels eines Leserbriefes darzulegen, fühlt sich ein Leser gewürdigt und anerkannt. Zudem steigt sein Vertrauen in die jeweilige Zeitung oder Zeitschrift. 5
Allerdings muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass die Leserbriefe, die an die Bravo geschickt werden, nicht ganz in dieses – wie eben erläuterte – Schema passen, da sie sich kaum auf andere Artikel oder Texte beziehen, sondern sie enthalten einfach Fragen, die eine Antwort erwarten, was bei „normalen“ Leserbriefen sehr selten der Fall ist. In der Bravo erfüllen Leserbriefe vielmehr die Funktion, dass der Schreiber eine Art Beratung erhalten kann.
Trotz alledem erscheint mir obige Einleitung als wichtig, da sie dazu dient, sich die Einordnung der Bravo-Leserbriefe einfacher und bewusster zu machen.
3 Neißer, 1975, S. 53
4 Neißer, 1975, S. 53
5 vgl. Neißer, 1975, S. 53
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Das Verständnis der menschlichen Sexualität wurde in den letzten Jahrzehnten deutlich ausgeweitet, was folgendes Zitat belegt.
1.2.1 Der Begriff des Sexualverhaltens:
„Der Begriff des Sexualverhaltens ist nicht mehr nur auf den Geschlechtsverkehr beschränkt, sondern bezieht die verschiedensten sexuellen Verhaltensweisen mit ein wie Petting und Masturbation, was insbesondere bei der Betrachtung des jugendlichen Sexualverhaltens von Bedeutung ist. Des weiteren treten neben die früher verabsolutierte Fortpflanzungsfunktion menschlicher Sexualität gleichberechtigt die Sozial- und die
6
Lustfunktion hinzu (vgl. Kluge 1978, S. 37).“
Die gesellschaftlichen Normen und Werte der Sexualität bringen einen ganz bestimmten sozialen Kontext zum Vorschein.
Die menschliche Sexualität lässt sich also von mehreren Dimensionen aus betrachten, z.B. vom anatomisch-physiologischen Aspekt, gesellschaftlichgeschichtlichen Aspekt, sittlich-kritischen Aspekt oder vom mitmenschlich-personalen Aspekt. 7
1.2.2 Bereiche menschlicher Sexualität
Susanne Wenzel hat in ihrer Arbeit ebenfalls dieses mehrdimensionale Sexualverständnis berücksichtigt, woraus sie sechs Kategorien gebildet hatte, die einzelne Bereiche menschlicher Sexualität wiederspiegeln. Dies sind folgende: Der biologische Bereich, der sozial-kommunikative Bereich, der Bereich der Lustfunktion, der individuell-psychologische Bereich, der Gefahrenbereich und der gesellschaftlich-institutionelle Bereich. 8 In diese Bereiche können die Leserbriefe der Jugendlichen an die Bravo eingeteilt werden. Dies erleichtert das hermeneutische Vorgehen – und somit natürlich die Analyse.
Welche Themen die Fragen zu den jeweiligen Bereichen beinhalten, soll hierzu noch kurz erläutert werden.
6 Wenzel, 1990, S. 79
7 vgl. Wenzel, 1990, S. 79
8 vgl. Wenzel, 1990, S. 79
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Der biologische Bereich umfasst Fragen zu Körperproblemen, Funktionsweisen des Körpers, Intimhygiene, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt.
Im sozial-kommunikativen Bereich geht es um Partnerschaft, Homosexualität, Eltern, Eltern versus Pubertätsprobleme, Eltern versus Partner und Schule.
Fragen zum Bereich der Lustfunktion beinhalten die Themen Masturbation und sexuelle Verhaltensweisen mit einem Partner.
Stimmungen, Ängste, Schüchternheit, Einsamkeit, schwärmerische und unerwiderte Liebe sowie Verhaltensprobleme kommen in den Leserbriefen zum individuellpsychologischen Bereich zum Ausdruck.
Im Gefahrenbereich der Sexualität werden Geschlechtskrankheiten wie AIDS, Suchtprobleme, Prostitution und sexuelle Belästigungen angesprochen, und der letzte Bereich – der gesellschaftlich-institutionelle Bereich der Sexualität umfasst die Themen Sexualität und Gesetzgebung, Sexualmoral und Sexualität und Kirche. 9
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Insgesamt sind es 2.053 Leserbriefe, die der Analyse zur Verfügung standen. Der Untersuchungszeitraum lag zwischen den Jahren 1968 und 1987 – und ist somit nicht mehr ganz aktuell. Dazu habe ich eine eigenständige Analyse – im kleineren Rahmen – durchgeführt, indem ich die Leserbriefe von vier aktuellen Bravoheften (Hefte: 2/7, 2/10, 3/12, 3/13) ausgewertet habe. Und zwar nach Anzahl der Briefe zu den sechs verschiedenen Bereichen der Sexualität, nach Alter und Geschlecht der SchreiberInnen. Die dazugehörigen Prozentangaben beziehen sich demnach auf diese vier Hefte und sollen als Stichprobe dienen. Die Literaturangaben der Hefte von 2002 werden dick gedruckt sein.
Bei der Analyse bezüglich der Qualität der Zuschriften geht es um den Inhalt der Briefe – also um ganz bestimmte Probleme und Anliegen junger Menschen. Durch die quantitative Analyse hingegen will man folgendes herausfinden: Welche Themen empfinden die Jugendlichen als interessant – welche nicht? Wie alt sind die SchreiberInnen? Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede lassen sich feststellen? 10 Die Analyse soll demnach veranschaulichen, wie sich die Bedeutung der Sexualität bei Jugendlichen in der Zeit von 1968 bis heute gewandelt hat.
9 vgl. Wenzel, 1990, S. 81
10 vgl. Wenzel, 1990, S. 88
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Melanie Klügl, 2001, Das Thema Sexualität: dargestellt an den Leserbriefen der Bravo, Munich, GRIN Publishing GmbH
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