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Klettern im Schulsport

Title: Klettern im Schulsport

Examination Thesis , 2005 , 99 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anja Dinter (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Einleitung

Das Klettern gehört zu den grundlegenden Bewegungsformen des Menschen. Bereits vom Kleinstkindalter an sind Kletterbewegungen für die Exploration der Umwelt sowie das Sammeln von Körpererfahrungen – und folglich für die Bewältigung verschiedenster Entwicklungsaufgaben – von fundamentaler Bedeutung. Jedoch ist nicht nur dem Klettern als ursprüngliche Bewegungsform, sondern auch seiner sportlichen Ausübung ein hohes Bildungspotenzial zuzuschreiben. Dieses spricht für eine Umsetzung des Klettersports in der Schule.
Durch den Brandenburger Rahmenlehrplan wird denjenigen Sportarten eine schulische Bedeutung und folglich ein pädagogischer Wert bestätigt, die koordinative und konditionelle Fähigkeiten fördern, vielfältige motorische und soziale Erfahrungen sowie einen mehrperspektivischen Sportunterricht ermöglichen. Darüber hinaus sollen die entsprechenden Sportarten transferfähig sein und Zukunftsrelevanz besitzen. Ebenfalls wird eine regelmäßige Ausübung des Sportunterrichts im Freien gefordert, da die besonderen Erfahrungen bei Aktivitäten in offenen Räumen gleichzeitig einen bewussten Umgang mit der Umwelt fördern (vgl. Rahmenlehrplan Sport Sek. I, 23-24).
Wie im Verlauf der Arbeit zu zeigen ist, wird das Klettern in vielerlei Hinsicht den oben genannten Anforderungen des Rahmenlehrplans gerecht. Es bietet eine Vielzahl von Ausgangspunkten für fachspezifisches wie auch fächerübergreifendes Lernen in Theorie und Praxis. Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, dass es als „Trendsportart“, mit der Assoziation von Erlebnis und Abenteuer, für Schüler relativ unabhängig von ihrer allgemeinen Haltung gegenüber dem (Schul-) Sport einen herausfordernden und motivierenden Charakter besitzt. Das Interesse an der Sportart seitens der Schüler wiederum ist als Grundlage für die Verfolgung sportpädagogischer Intentionen in der Schule sowie als Anreiz für ein außerschulisches Sporttreiben zu sehen.
Um das Klettern als einen schulsportrelevanten Inhalt vorzustellen, ist es zunächst notwendig eine nähere Beschreibung der Sportart vorzunehmen. Neben einem historischen Überblick werden u.a. Klettertechniken genannt und die Leistungsstruktur analysiert. Im Zusammenhang mit der Darstellung der heute praktizierten Formen des Klettersports wird auf deren Bedeutung für den Schulsport eingegangen. Da die Umsetzung von Trendsportarten im Schulsport einer kontroversen Diskussion unterliegt, die Arbeit jedoch für eine Durchführung der Trendsportart Klettern argumentiert, schließt eine Darstellung der Bedeutung dieser Sportarten für die Schule an. Auf der Basis dessen ist es dann möglich das pädagogische Potenzial des Klettersports darzulegen.
Den Erläuterungen des pädagogischen Potenzials folgen abschließend Ausführungen zur schulsportlichen Kletterpraxis. Hier werden sowohl Umsetzungsvarianten im unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Schulsport als auch Möglichkeiten einer mehrperspektivischen Aufbereitung vorgestellt.
Da diese Staatsexamensarbeit im Rahmen eines in Berlin und Potsdam absolvierten Studiums verfasst wird, gehen die Überlegungen von einer Umsetzung des Kletterns im Berliner und Brandenburger Schulsport aus

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Begründung der Themenwahl

2. Zielstellung der Arbeit

3. Methodologisches Vorgehen

4. Eine Betrachtung der Sportart Klettern

4.1 Historischer Überblick

4.2 Merkmalsbestimmung

4.3 Klettertechniken

4.4 Leistungsstruktur

4.5 Schwierigkeitsgrade

4.6 Kontemporäre Formen des Klettersports und ihre Relevanz für die Schule

4.6.1 Das Bouldern

4.6.2 Die Begehung von Routen in Klettergärten

4.6.3 Das Klettern in künstlichen Anlagen und das Wettkampfklettern

4.6.4 Das „Mehrseillängen-Klettern“

4.6.5 Das Alpinklettern

5. Klettern als Trendsportart

5.1 Eine Diskussion des Begriffs „Trendsport“ in Bezug auf das Klettern

5.2 Trendsportarten als Teil des Curriculums?

5.2.1 Schülerinteressen und Rahmenplananforderungen

5.2.2 Das didaktische Prinzip der Vielseitigkeit

5.2.3 Der Freizeitbezug

5.2.4 Der schulische Umgang mit Trends im Sport

5.2.5 Materielle und personelle Rahmenbedingungen

6. Das pädagogische Potenzial des Klettersports

6.1 Vorbetrachtung

6.1.1 Die Bedeutung von Bewegung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

6.1.2 Eine Reflexion der gegenwärtigen Lebens- und Bewegungswelt

6.2 Darstellung des pädagogischen Potenzials des Kletterns

6.2.1 Die Bedeutung des Kletterns als grundlegende Bewegungsform

6.2.2 Die Förderung konditioneller und koordinativer Fähigkeiten

6.2.3 Soziales Lernen

6.2.4 Risiko und Wagnis – ein bedeutsames Erfahrungsfeld

7. Das Klettern in der schulischen Praxis

7.1 Curriculare und andere Voraussetzungen

7.2 Qualifikation der Lehrkräfte

7.3 Umsetzungsmöglichkeiten des Kletterns in der Schule

7.3.1 Sportunterricht

7.3.1.1 Klettern im verbindlichen Sportunterricht

7.3.1.2 Klettern im wahlobligatorischen Sportunterricht

7.3.2 Angebote außerhalb des Sportunterrichts

7.3.2.1 Projekte

7.3.2.2 Wandertage, Klassen- und Studienfahrten

7.3.2.3 Klettern als Arbeitsgemeinschaft

7.3.2.4 Die „Bewegte Schule“

7.4 Einführung in das Themenfeld

7.5 Kletterunterricht nach dem Konzept der Mehrperspektivität

7.5.1 Das Leisten erfahren und reflektieren

7.5.2 Sich körperlich ausdrücken und Bewegung gestalten

7.5.3 Etwas wagen und verantworten

7.5.4 Die Wahrnehmungsfähigkeit verbessern, Bewegungserfahrung erweitern

7.5.5 Die Fitness verbessern, Gesundheitsbewusstsein entwickeln

7.5.6 Gemeinsam handeln, spielen und sich verständigen

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das pädagogische Potenzial von Klettern als Trendsportart im schulischen Kontext und entwickelt Strategien für seine Implementierung in den Sportunterricht sowie in außerunterrichtliche Angebote unter Berücksichtigung moderner didaktischer Ansätze wie der Mehrperspektivität.

  • Pädagogisches Potenzial des Kletterns als Trendsportart.
  • Umsetzungsmöglichkeiten von Klettern in der schulischen Praxis.
  • Förderung konditioneller, koordinativer und sozialer Kompetenzen.
  • Risikoerziehung und Wagnis als sinnstiftende Erfahrung im Klettern.
  • Mehrperspektivische Aufbereitung von Kletterunterricht.

Auszug aus dem Buch

4.2 Merkmalsbestimmung

Das Klettern in seiner Grundform stellt eine Bewegung mit dem Ziel dar, sich vom Boden weg in unterschiedliche Richtungen, hauptsächlich in die Vertikale, zu bewegen und seinen Körper gegen die Einwirkung der Schwerkraft im Gleichgewicht zu halten (vgl. auch Witzel 1998, 133). Für die Kletterbewegung stellt sich die Kontrolle des Körperschwerpunktes und somit der Erhalt eines stabilen Gleichgewichts als Grundlage dar (vgl. Pankotsch 1990, 65). Die Position des Körpers, des Körperschwerpunktes und der Extremitäten muss durch abgestimmte Aktivitäten verschiedener Muskeln und Muskelgruppen gesteuert werden. Die Bewegungskoordination beim Klettern hat damit eine räumliche (Körperposition und Körperschwerpunkt), eine zeitliche (Bewegungsrhythmus und -geschwindigkeit) sowie eine dynamische (Krafteinsatz) Dimension (vgl. hierzu Klein 1999b, 49). Die Bewegungsqualität des Kletterns resultiert weiterhin aus der Struktur des Fels (bzw. der künstlichen Wand), der Neigung, den Griff- und Trittkombinationen sowie der Absicherung (vgl. Klein 1999b, 49). Aus diesen komplexen Anforderungen heraus ergibt sich die Notwendigkeit beim Klettern jede Bewegung bewusst zu kontrollieren. Ein Zugriff auf die „Basis automatisierter Bewegungsabläufe“ (Lazik / Bittmann 2002, 191) ist nicht möglich. Beim Klettern handelt es sich somit um eine „offene Bewegungsfertigkeit, die sich deutlich sowohl in ihrer Struktur als auch ihrer Lehrmethodik“ (Klein 1999b, 50) von anderen unterscheidet. Der Lernprozess, der im Klettern genau genommen nie abgeschlossen wird, muss die Aneignung unterschiedlichster Bewegungsabläufe und Techniken ermöglichen, um flexibel und situativ angemessen auf die jeweiligen Anforderungen reagieren zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begründung der Themenwahl: Die Autorin begründet ihr Interesse an der Sportart durch ihre akademische Auseinandersetzung mit Bergsport sowie die Beobachtung, dass Klettern trotz seiner pädagogischen Eignung im Schulsport selten realisiert wird.

2. Zielstellung der Arbeit: Das Ziel ist die Vorstellung des Kletterns als relevante Sportart für die Schule und die Entwicklung von Anregungen für eine mehrperspektivische Umsetzung im schulischen Alltag.

3. Methodologisches Vorgehen: Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Fachliteratur, Rahmenlehrplänen sowie informellen Gesprächen mit verschiedenen Akteuren und dem Besuch von Kletteranlagen.

4. Eine Betrachtung der Sportart Klettern: Dieses Kapitel liefert einen historischen Überblick, definiert Merkmale, Techniken sowie Leistungsstrukturen und erläutert diverse Kletterformen von Bouldern bis zum Alpinklettern.

5. Klettern als Trendsportart: Es folgt eine Diskussion über den Begriff „Trendsport“ in Bezug auf das Klettern sowie die Analyse, ob und wie solche Sportarten sinnvoll in das schulische Curriculum integriert werden können.

6. Das pädagogische Potenzial des Klettersports: Hier wird detailliert analysiert, wie Klettern physische und psychische Entwicklung, soziale Kompetenzen sowie den Umgang mit Risiko und Wagnis bei Kindern und Jugendlichen fördern kann.

7. Das Klettern in der schulischen Praxis: Dieses Kapitel behandelt die konkreten Rahmenbedingungen, Qualifikationsanforderungen, Umsetzungsvarianten im Unterricht und außerhalb sowie die Gestaltung von Unterricht nach dem Konzept der Mehrperspektivität.

8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung, die Klettern als wertvollen Bestandteil für einen modernen Sportunterricht bestätigt und für dessen stärkere Berücksichtigung plädiert.

Schlüsselwörter

Klettern, Schulsport, Trendsport, Sportpädagogik, Bewegungserfahrung, Mehrperspektivität, Didaktik, Wagniserziehung, Risikokompetenz, Leistungsstruktur, Bewegte Schule, Körpererfahrung, soziale Kompetenz, Sportunterricht, Bewegungsförderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit setzt sich mit der Bedeutung und den Möglichkeiten des Kletterns als schulsportlicher Inhalt in Berlin und Brandenburg auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Einordnung des Kletterns als Trendsportart, das pädagogische Potenzial der Sportart und die praktische Umsetzung in der Schule.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Klettern als relevante Sportart für den Schulsport vorzustellen und praktische sowie didaktische Anregungen für seine Integration zu bieten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine literaturbasierte Analyse unter Einbeziehung von Rahmenlehrplänen, SPRINT-Studie sowie praktischen Erfahrungen und informellen Gesprächen durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Betrachtung der Sportart, die Diskussion der Trendsport-Thematik, die Analyse des pädagogischen Potenzials und die ausführliche Darstellung von Umsetzungsformen im schulischen Kontext.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Schlagworte sind Klettern, Schulsport, Sportpädagogik, Mehrperspektivität, Wagniserziehung und Bewegungserfahrung.

Wie unterscheidet sich Klettern in der Schule von klassischem Sport?

Klettern bietet aufgrund seiner Struktur eine "offene Bewegungsfertigkeit", die bewusste Steuerung erfordert und nicht auf standardisierten Bewegungsnormen basiert, was einen hohen Aufforderungscharakter besitzt.

Warum wird Klettern als "Trendsport" bezeichnet?

Die Bezeichnung resultiert aus der medialen Aufbereitung und dem wachsenden Interesse, wobei die Arbeit argumentiert, dass Klettern trotz dieses Images aufgrund seiner Geschichte kein kurzfristiger Modeerscheinungs-Sport ist.

Welche Rolle spielt das Wagnis im Kletterunterricht?

Das Wagnis ist ein zentrales Element, da es Schüler herausfordert, Unsicherheit auszuhalten, Selbstvertrauen durch die Bewältigung von Risiken aufzubauen und so die eigene Identität zu stärken.

Excerpt out of 99 pages  - scroll top

Details

Title
Klettern im Schulsport
College
University of Potsdam  (Institut für Sportwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Anja Dinter (Author)
Publication Year
2005
Pages
99
Catalog Number
V75133
ISBN (eBook)
9783638690232
ISBN (Book)
9783656206897
Language
German
Tags
Klettern Schulsport
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Dinter (Author), 2005, Klettern im Schulsport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75133
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