Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Funktionen der Redewiedergabe 3
2.1 direkte Rede 4
2.2 indirekte Rede 5
2.2.1 Der Konjunktiv innerhalb der indirekten Rede 6
3. Gegenüberstellung von direkter und indirekter Rede 7
4. Weitere Formen der Redewiedergabe 8
4.1 Inhaltsangabe von Rede 8
4.2 Infinitivkonstruktionen 9
4.3 Modalverbgefüge aus wollen sollen Infinitiv 9
4.4 Quellenangaben und Präpositionalphrasen 10
4.5 Redesituierende Gliedsätze mit wie 11
5. Vermittelnde Instanzen 11
6. Schluss 12
7. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Auf den folgenden Seiten wird die Art und Weise wie man Rede in Zeitungsnachrichten wiedergeben kann näher betrachtet. Als Einstieg in diese Thematik werden die Funktionen der Redewiedergabe erläutert. Nach dieser Hinführung werden die Hauptformen direkte und indirekte Rede betrachtet. Dabei werden sie anhand von Beispielsätzen aus der Süddeutschen Zeitung (Abkürzung: SuZ) auf ausgewählte Kriterien hin untersucht. Diese Beispielsätze stammen aus politischen Nachrichtenartikeln. Es ist nicht nur innerhalb der politischen Berichterstattung wichtig, dass der Journalist bei größtmöglicher Objektivität bleibt, Seine Informationen bekommt der Journalist über Presseagenturen oder Pressemitteilungen.
2. Funktionen der Redewiedergabe
Über die Funktionen der Redewiedergabe haben sich zahlreiche Sprachwissenschaftler Gedanken gemacht. So auch Josef Kurz, der in „Die Redewiedergabe“ (1966, S. 5) seine eigene Definition herausgearbeitet hat:
„Zweck der Redewiedergabe in Zeitungstexten ist es vor allem über Stellungnahmen zu
Prozessen in der Realität zu informieren, besonders in der gesellschaftlichen Sphäre. In
zweiter Linie kann Redewiedergabe auch dazu dienen, das politische und moralische
Verhalten des Urhebers einer Äußerung zu charakterisieren.“
Es ist prinzipiell zu beachten, dass jede Redewiedergabe eine Doppelschichtigkeit ausweist: Einerseits verfügt die originale Äußerung – je nach Kontext – über eine bestimmte Absicht. Andererseits stellt sich die Frage, welche Funktion ihr dann – eingebettet im neuen Text – zukommt. Je nach den sprachlichen Mitteln, die beim Einfügen der Redeerwähnung angewendet werden, verfolgt der Autor eine andere Absicht. Entweder kann er sich als Beobachter zeigen, der sich vom Geschriebenen distanziert und so die Verantwortung für den Inhalt an dem Zitierten abgibt, oder er kann die Redeerwähnung dazu nutzen, seine eigene Ansicht zu stützen, und lässt Subjektives in die sprachliche Aussage einfließen. Aber auch schon dadurch, dass der Autor derjenige ist, der die Aussagen auswählt, ihnen ihren Platz im Text zuordnet, bekommt der Artikel seine Färbung. Damit wird deutlich, wieviel Finger- spitzengefühl ein Journalist braucht, um eben nicht in eine zu subjektive Berichterstattung zu geraten. Der Sprachwissenschaftler Wunderlich in „Sprechakte“ (1972, S. 167) verweist zum Beispiel auf die fehlende Objektivität von direkter wie auch indirekter Rede hin. Doch für die Berichterstattung sind sie unumgänglich und undenkbar.
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Dass Zitate nicht nur der Informationsvermittlung dienen, sondern auch im Auge des Betrachters ihren Reiz finden, ist ein Aspekt, den Häusermann in „Journalistisches Texten“ herausgefiltert hat. Einen zeitgerechten Journalismus ohne Zitate kann er sich nicht vorstellen. Er ist der Meinung, dass Zitate einen Text auflockern, indem sie einen „willkommenen Rhythmuswechsel“ (1993, S. 113) darstellen und Aussagen, die sich nicht nachprüfen lassen, einer Quelle zuweisen können. Trotzdem wird darauf hingewiesen, dass eine Redewiedergabe einen Text nur dann attraktiver macht, wenn sie eine vertretbare Funktion erfüllt und sich von den Aussagen des Autors abhebt. Im weiteren Verlauf werden die zwei übergeordneten Möglichkeiten um Redewiedergabe in Zeitungstexten zu kennzeichnen, näher betrachtet:
direkte Rede
2.1 direkte Rede
Zu den wesentlichen Charaktereigenschaften der direkten Rede gehört, dass sie echt und unmittelbar ist. Sie übermittelt Äußerungen im Originalwortlaut. Der Berichterstatter, so Coulmas 1 , „leiht dem ursprünglichen Sprecher seine Stimme und bezieht alle Deiktika auf die ursprüngliche Sprechsituation.“ Die direkte Rede wird anhand von Anführungszeichen als objektsprachlich markiert, dadurch wird sie von der metasprachlichen Ebene des Autors abgehoben. Der zitierte Teil signalisiert dem Leser den Originalwortlaut. Dadurch gewinnt der Berichtende eine gewisse Distanz und tritt scheinbar hinter die Charaktere, deren Aussage er wiedergibt.
Die direkte Rede kann mit oder ohne Redeeinleitung verwendet werden. Das folgende Beispiel zeigt direkte Rede mit anfänglich nachgestellter Redeeinleitung. Im Verlauf der Redewiedergabe wird das Zitierte dann zurückbezogen auf den Sprecher. Man kann also nur aus dem Kontext nehmen, wer in den letzten beiden Beispielsätzen die Aussage getroffen hat. In dem Fall: Bertrand.
„Es ist nicht das erste Mal, dass der Canard enchaîné irgendetwas behauptet“, sagte
Bertrand. „Wir lassen uns unseren Wahlkampf nicht niedermachen. Wir sind überzeugt, dass
die Franzosen etwas anderes erwarten.“ [SuZ, Artikel II] Oft werden aber auch nur kurze Auszüge in direkter Rede wiedergegeben. Es sind dann meist Schlagworte in Form von Zitaten, wie zum Beispiel:
1 Coulmas, Florian: Direct and indirect spreech. In: Trends in linguistics / Studies and monographs 31. Berlin
[u.a.] 1986. S. 2.
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Linda Werner, 2007, Formen der Redewiedergabe in Zeitungstexten, Munich, GRIN Publishing GmbH
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