Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung 2
2. Theoretische Grundlagen 3
2.1. Motivation in der Forschung 3
2.2. Persönliche Motive 4
2.2.1. Leistungsmotiv 4
2.2.2. Anschlussmotiv 5
2.2.3. Motivmessung. 6
2.3. Motivierungspotenziale. 7
2.3.1. Leistungsthematische Motivierungspotenziale. 7
2.3.2. Anschlussthematische Motivierungspotenziale. 8
2.4. Zwischenfazit. 8
3. Empirische Untersuchung 10
3.1. Forschungsfragen 10
3.2. Stichprobe 10
3.3. Erhebungsinstrumente 11
3.4. Untersuchungsdesign. 11
4. Empirische Befunde. 14
4.1. Allgemein. 14
4.2. Strukturgleichungsmodelle 19
5. Fazit und Ausblick. 21
5.1. Zusammenfassung und kritische Betrachtung 21
5.2. Handlungsempfehlung für die Praxis 22
5.3. Weitere Forschungsarbeiten 22
Literaturverzeichnis 25
Abbildungsverzeichnis - 27 -
Tabellenverzeichnis - 27 -
Anhang - 28 -
1
1. Problemstellung
„Lernen am Arbeitsplatz erfordert vom Auszubildenden eine besonders hohe Lern- und Arbeitsmotivation“ (FORUM FÜR AUSBILDERINNEN 2007). Doch was ist eigentlich Motivation und von welchen Faktoren ist sie abhängig? Diesen Fragen geht diese Arbeit nach und versucht zu erklären, inwieweit sich verschiedene Motive von Auszubildenden und die jeweils korrespondierenden Motivierungspotenziale ihrer Tätigkeit auf die Motivation von Auszubildenden auswirken.
Ein Verständnis über diese Zusammenhänge von persönlichen Motiven von Auszubildenden und den Motivierungspotenzialen, welche ihre Tätigkeiten mit sich bringen, ist von großer Bedeutung, insbesondere wenn es darum geht, Ausbildungsarrangements zu gestalten. Dabei kann eine solche Betrachtungsweise auch dazu führen, dass vom Auszubildenden nicht immer mehr gefordert wird, sondern unter Umständen auch darüber nachgedacht wird, welche anderen Einflüsse sich neben den spezifischen personenbezogenen Größen auf die Motivation auswirken. Eine Analyse dieser Strukturen bietet schließlich eine Grundlage, um Ausbildungssituationen zu verbessern.
Die Hauptaufgabe dieser Arbeit in diesem Kontext ist die Operationalisierung der persönlichen Motive und ihrer Motivierungspotenziale. Diese Operationalisierung wird im Rahmen einer Sekundärdatenanalyse durchgeführt. Die Daten stammen aus einer Studie der Universität Bamberg, in der die Ausbildungssituation bei der ZF Sachs AG untersucht wurde. Aufgrund der vorliegenden Datenlage und den Restriktionen bezüglich des Umfangs der Arbeit werden sich die Betrachtungen dieser Arbeit auf das Leistungs- und Anschlussmotiv, sowie auf das leistungsthematische- und anschlussthematische Motivierungspotenzial und ihre Auswirkungen auf die Motivation beschränken.
Dazu werden im zweiten Teil dieser Arbeit zunächst die theoretischen Grundlagen für eine fundierte Betrachtung der Motivation von Auszubildenden gelegt. Diese Vorgehensweise bedarf zunächst der genaueren Beschreibung der Begriffe Motivation, Motiv und Motivierungspotentiale der Arbeit. Auf dieser theore-
2
tischen Basis aufbauend, wird im dritten Teil versucht, aus den vorliegenden Daten diese theoretischen Konstrukte zu operationalisieren und in ein Strukturgleichungsmodell überzuleiten. Im letzen Kapitel erfolgt schließlich eine kritische Betrachtung der Ergebnisse sowie ein Ausblick auf weitere mögliche Forschungsarbeiten.
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Motivation in der Forschung
„Motivation ist in der Psychologie eine Sammelbezeichnung für vielerlei Prozesse und Effekte“ (HECKHAUSEN 1989, S. 10). Deshalb gibt es in der Literatur leider auch keinen einheitlichen Erklärungsansatz von Motivation, sondern es existieren verschiedene Stränge der Motivationsforschung, was dazu führte, dass eine Reihe von unterschiedlichen Erklärungsansätzen zustande kam. Ihnen allen ist jedoch gemein, dass sie den Zweck verfolgen, die Energetisierung und Zielausrichtung des Verhaltens zu erklären (SCHNEIDER / SCHMALT 1994, S. 67). Um eine begriffliche Basis für diese Arbeit zu schaffen, wird hiermit ein Motivationsverständnis zugrunde gelegt, welches bei Kleinbeck wie folgt beschrieben ist: „Motivation [kann] als das Resultat eines Zusammenwirkens von Faktoren aus Person und Situation entstehen. Arbeitsmotivation stellt also das Ergebnis einer Wechselwirkung zwischen den persönlichen Motiven des Arbeitenden und den situativen Wirkgrößen am Arbeitsplatz (Motivierungspotenziale der Arbeitsaufgabe) dar“ (KLEINBECK 1996, S. 18). Das heißt also, dass um die aktuelle Motivation eines Auszubildenden zu messen zum einen die motivationalen Personenmerkmale (Motive) eines Auszubildenden bekannt sein müssen, diese jedoch zum anderen nur bei einer passenden situativen Anregung wirksam werden können (RHEINBERG 2004, S. 21). Im Folgenden werden nun persönliche Motive sowie Motivierungspotenziale näher erläutert.
3
2.2. Persönliche Motive
„Motive sind relativ stabile Tendenzen, bestimmte Klassen von Zielzuständen affektiv zu bewerten. Motive richten die Aufmerksamkeit unwillkürlich auf potenzielle Zielzustände aus, energetisieren Verhalten und treiben zur Verwirklichung dieser Zielzustände auch angesichts von Widerständen an“ (LANGENS / SCHMALT / SOKOLOWSKI 2005, S. 75f.). Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Motiven, welche in unterschiedlichen Ausprägungsgraden bei Personen vorkommen. Mit ihrer Hilfe wird versucht, konsistentes Verhalten von Personen in verschiedenen Situationen zu erklären (KLEINBECK 1996, S. 21ff.). Im Rahmen dieser Arbeit sollen allerdings von den „Großen Drei“ (SCHMALT / SOKOLOWSKI 2006, S. 513) Motiven Anschluss, Leistung und Macht im Folgenden lediglich Anschluss und Leistung näher betrachtet und für die Bestimmung von Motivation herangezogen werden.
2.2.1. Leistungsmotiv
Zur Definition des Leistungsmotivs können die Merkmale herangezogen werden, mit deren Hilfe Handeln durch einen Tüchtigkeitsmaßstab bewertet wird (KLEINBECK 1996, S. 25). Auf Seiten der Handlung gibt es fünf Kriterien, welche gemeinsam gegeben sein müssen, damit eine Leistungshandlung vorliegt. Demzufolge liegt eine Handlung mit Leistungscharakter vor, wenn (1) an ihrem Ende ein aufweisbares Ergebnis hinterlassen bleibt, das (2) an Maßstäben der Güte oder Menge bewertbar ist, wobei (3) die Anforderungen an die zu bewertende Handlung weder zu leicht noch zu schwer sind, (4) ein bestimmter Vergleichsmaßstab für verbindlich gehalten wird und die Handlung (5) vom Handelnden selbst gewollt, sowie von ihm selbst zustande gebracht worden ist (HECKHAUSEN 1989, S. 80). Personen, die nun solche Handlungen ausführen wollen, wird ein Leistungsmotiv zugesprochen (KLEINBECK 1996, S. 25).
Dieses Leistungsmotiv besteht aus zwei voneinander unabhängigen Komponenten. Zum einen der „Hoffnung auf Erfolg“ (Erfolgsmotiv) und zum anderen der „Furcht vor Misserfolg“ (Misserfolgsmotiv). Personen mit einer stark ausgeprägten „Hoffnung auf Erfolg“ versuchen Gütemaßstäbe zu übertreffen und sie sind stolz auf ihre Leistungen (LANGENS / SCHMALT / SOKOLOWSKI 2005, S. 76).
4
Demgegenüber sind Personen mit einer starken „Furcht vor Misserfolg“ eher daran interessiert, Misserfolge zu vermeiden, als Leistungserfolge zu erreichen. Diese beiden Komponenten des Leistungsmotivs tragen erwiesenermaßen dazu bei, motiviertes Verhalten zu erklären (KLEINBECK 1996, S. 26). Deshalb können sie auch dazu herangezogen werden, um zu erklären, inwieweit die Motivation von Auszubildenden von deren Leistungsmotiv abhängig ist. Diese für die vorliegende Arbeit sehr weit gefächerte Definition des Leistungsmotivs umfasst dabei sowohl extrinsisch- als auch intrinsisch motiviertes Leistungsverhalten (SCHUMACHER 2002, S. 228).
2.2.2. Anschlussmotiv
Personen, welche über ein stark ausgeprägtes Anschlussmotiv verfügen, wollen nicht nur mit anderen Personen zusammen sein, sondern sie versuchen auch, positive Beziehungen zu anderen Menschen herzustellen oder aufrecht zu erhalten (LANGENS / SCHMALT / SOKOLOWSKI 2005, S. 73). „Das Ziel des Anschlussmotivs ist [demnach] in der Herstellung und Erhaltung einer wechselseitigen und vertrauensvollen Beziehung zu sehen“ (KLEINBECK / PIFCZYK 2000), „in der man sich gegenseitig akzeptiert, freundlich bejaht, sympathisch findet, gerne mag“ (HECKHAUSEN 1989, S. 348). Dabei kann das Anschlussmotiv genau wie das Leistungsmotiv auch wieder in zwei Komponenten unterteilt werden. Zum einen wäre dies die „Hoffung auf Anschluss“ und zum anderen die „Furcht vor Zurückweisung“. Diese sind ebenfalls voneinander unabhängig und können in jeder erdenklichen Kombination auftreten (LANGENS / SCHMALT / SOKOLOWSKI 2005, S. 73).
Die Bedeutung dieses Motivs auch und insbesondere in der Ausbildung wird dadurch deutlich, dass es hier oft darauf ankommt wie gut man mit anderen Menschen auskommt. Als Beispiele für Auszubildende wären hier der Kontakt zu Kunden, die berufliche Arbeit in Gruppen oder der Besuch der Berufsschule zu nennen.
5
2.2.3. Motivmessung
Nachdem nun die beiden Motive, welche im Rahmen dieser Arbeit Beachtung finden sollen, erklärt wurden, stellt sich die Frage, wie diese gemessen werden können. Bisher hat sich eine genaue Messung der Motivausprägung von einzelnen Personen als sehr schwierig erwiesen; jedoch ist es gelungen, Gruppen von Personen zu bilden, welche unterschiedliche Motivausprägungen haben. Grundsätzlich ist es möglich, Motive auf den drei Ebenen Selbstberichte, Fremdbeurteilungen oder direkte Verhaltensbeobachtungen zu messen (KLEIN- BECK 1996,S. 31f.).
In diesem Zusammenhang können zwei verschiedene Zugänge zu der Ermittlung von Personalfaktoren unterschieden werden. Zum einen die direkten Verfahren; diese sind in der Regel Fragebogenverfahren und zum anderen indirekte Verfahren; zu denen beispielsweise der Thematische Auffassungs-Test (TAT) gehört. Gegenüber den direkten Verfahren wird immer wieder die Kritik geäußert, dass Personen keine bewusste Einsichtnahme in die Beweggründe ihres Handelns haben und deshalb nur kulturell geprägte stereotype Motive zum Ausdruck kommen. Deshalb wurde mit dem TAT ein Verfahren entwickelt, bei dem Versuchspersonen Bilder vorgelegt bekommen, zu denen sie eine möglichst originelle Geschichte erzählen sollen. Daraus werden dann die Motive der Versuchspersonen ermittelt. Der TAT verfügt dabei über eine besonders hohe Güte, wenn in einer Situation tätigkeitsbezogene Anreize vorliegen. Demgegenüber besitzt das Fragebogenverfahren eine hohe Vorhersagegenauigkeit bei Situationen mit sozialen Anreizen. Um die Stärken von beiden Verfahren zu vereinen, wurde die GITTER-Technik, eine Kombination aus den beiden vorherig beschriebenen Verfahren eingeführt (SCHNEIDER / SCHMALT 1994, S. 32f.). Diese drei Verfahren ermöglichen es, die Ausprägungen von Motiven zu messen. Jedoch wirken - wie in 2.1 dargestellt - neben den Motiven auch Motivierungspotenziale auf die Motivation. Diese werden nun im Folgenden näher betrachtet.
6
Arbeit zitieren:
Johannes Hösl, 2007, Einfluss von Motiven und Motivierungspotentialen der Arbeit auf die Motivation von Auszubildenden, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
"To become the most compe...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit, 16 Seiten
Bildungsvorstellungen, Einstellung zur Lernfähigkeit und Lernbegriff ä...
"Was Hänschen nicht lernt...
Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung
Seminararbeit, 24 Seiten
Befragung - Befragungsarten, Beispiel "Fragebogen"
Soziologie - Methodologie und Methoden
Essay, 14 Seiten
Befragung Gesundheit, Gesundheits- und Risikoverhalten von Studierende...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 14 Seiten
Gemeinschaftliches Wohnen im Alter - Selbstorganisierte Hausgemeinscha...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 95 Seiten
Motivation als Teil des Lernprozesses
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Referat (Handout), 17 Seiten
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Die Wohnsituation Magdeburger Studenten - eine quantitative Erhebung
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Seminararbeit, 35 Seiten
Das Phänomen der Schönheit hinsichtlich der ästhetischen Erfahrung und...
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Teamsitzungen - Vorbereitungen, Durchführung, Feedback
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Seminararbeit, 24 Seiten
Gedächtnisfunktionen und das Verbessern von Erinnerungsleistungen
Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung
Hausarbeit, 14 Seiten
Johannes Hösl's Text Einfluss von Motiven und Motivierungspotentialen der Arbeit auf die Motivation von Auszubildenden ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Johannes Hösl hat den Text Einfluss von Motiven und Motivierungspotentialen der Arbeit auf die Motivation von Auszubildenden veröffentlicht
Johannes Hösl hat einen neuen Text hochgeladen
Psychologie der Auszubildenden
Mit jungen Menschen erfolgreic...
Ekkehard Crisand, Horst-Joachim Rahn, Nicolas Crisand, Gerhard Raab
Mit guten Manieren, Motivation und Know-how auf Überholkurs
Glück, Karriere und Erfolg sin...
Alfred Röseler
Gestaltungsfeld Arbeit und Innovation
Perspektiven und Best Practice...
Ansgar Richter, Klaus Schmidt, Ronald Gleich
0 Kommentare