

Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. II
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis. V
Abkürzungsverzeichnis VI
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung. 2
1.2 Zielsetzung 3
1.3 Aufbau der Arbeit. 4
2 Theoretischer Bezugsrahmen 5
2.1 Begriffsdefinitionen 5
2.1.1 Innovationsintensität. 5
2.1.2 Gründungsintensität 5
2.1.3 Parameter. 6
2.2 Historie deutscher Innovationskultur 6
2.3 Forschungs- und Literaturstand. 8
2.4 Kennzeichen von Innovationen 9
2.4.1 Innovationssysteme. 11
2.4.2 Kommunikationsbedürfnisse der Mitarbeiter 12
2.4.3 Gründungsgeschehen und Wirtschaftsentwicklung 13
3 Parameter der Innovations- und Gründungsintensität 14
3.1 Methodik 14
3.2 Status Quo der Innovations- und Gründungsintensität. 16
3.3 Parameter Forschung und Entwicklung. 18
3.3.1 Input 18
3.3.2 Output. 19
3.4 Parameter Finanzierung von Innovationen. 22
3.4.1 Allgemeine Finanzierungsbedingungen 22
3.4.2 Gründungsfinanzierung 23
3.4.3 Staatliche Förderung 25
3.5 Parameter Umsetzung von Innovationen 26
3.5.1 Innovative Produktion. 27
3.5.2 Infrastruktur 30
II
3.6 Parameter Unternehmen 31
3.6.1 Forschung in Unternehmen. 31
3.6.2 Innovative Produktion. 33
3.6.3 Vernetzung 33
3.6.4 Innovationskultur 35
3.7 Parameter Vernetzung der Innovationsakteure. 38
3.7.1 Wissenstransfer. 39
3.7.2 Firmennetze 40
3.7.3 Cluster 40
3.8 Parameter Innovationsfreundliche Nachfrage 42
3.8.1 Nachfrageniveau 42
3.8.2 Nachfragequalität 43
3.9 Parameter Bildung und Humankapital. 44
3.9.1 Finanzierung. 45
3.9.2 Tertiäre Bildung 46
3.9.3 Qualität 48
3.9.3 Demografie. 48
3.9.4 Weiterbildung 50
3.10 Parameter Wettbewerb und Regulierung 51
3.10.1 Produktmarktregulierung (PMR) 52
3.10.2 Wettbewerb 53
3.11 Parameter Bürger 55
3.11.1 Verhalten 55
3.11.2 Einstellungen. 59
3.12 Parameter Staat 65
3.12.1 Staatliches Forschungssystem. 66
3.12.2 Ausgewählte Rahmenbedingungen 67
3.12.3 Staatliches Bildungssystem. 67
3.13 Zusammenfassung 70
4 Konzeptioneller Businessplan als Lösungsansatz 73
4.1 Technischer Stand Web-basierter Kommunikationslösungen. 73
4.2 Idee und Produkt 76
4.2.1 Executive Summary 76
4.2.2 Produkt und Dienstleistung 77
4.2.2.1 Produkt- und Dienstleistungsbeschreibung 78
4.2.2.2 Konkurrenzprodukte 81
4.2.2.3 Stärken und Schwächen. 81
4.2.2.4 Herstellung und Produktion 82
4.2.2.5 Kundennutzen 83
4.2.2.6 Zielgruppen. 84
4.2.2.7 Entwicklungsstand der Plattform 86
4.2.3 Gründerteam 87
III
4.3 Marktanalyse und Marketing 88
4.4 Unternehmen und Finanzplanung 89
5 Schlussbetrachtung 90
5.1 Zusammenfassung 90
5.2 Fazit und Ausblick 92
Literatur- und Quellenverzeichnis. X
A - B X
B - F XI
F - H XII
H - J XIII
K XIV
K - M XV
M - XVI
P - XVII
S - W XVIII
W - Z XIX
Anhang XX
IV
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Woran Innovationen in Deutschland am häufigsten scheitern
Abb. 2: Innovate To Meet The Needs Of The Emerging Generation.
Abb. 3: Überblick der Parameter der Gründungs- und Innovationsintensität
Abb. 4: Punktwerte der 10 Parameter beim DIW-Innovationsranking 2006
Abb. 5: Übersicht der CMI - Produktgruppen.
Abb. 6: Übersicht der CMI - Plattform -Tools.
Abb. 7: Kundengruppen & Angebot von CMI Network und der CMI Software
Abb. 8: Überblick der Marktanalyse und des Marketingkonzeptes der CMI Ltd.
Abb. 9: Organisationsstruktur der CMI Ltd.
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Die zehn qualitativen Kriterien eines Innovationssystems.
Tab. 2: Übersicht der Produktmarktregulierungen.
Tab. 3: Stärken und Schwächen des CMI-Angebotes.
V
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung
AG Aktiengesellschaft ASU Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer Aufl. Auflage
BC Business Club BCG Boston Consulting Group Bd. Band
BDI Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. bdvb Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V. BFAI Federal Agency for Foreign Trade, Germany BIP Bruttoinlandsprodukt
BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. BMWA Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit BRIC Brasilien, Russland, Indien, China bzw. beziehungsweise ca. circa CEO Chief Executive Officer CMI Capital Meets Innovations DBR Deutsche Bank Research DFG Deutsche Forschungsgemeinschaft d.h. das heißt DIHK Deutscher Industrie- und Handelskammertag DIN Deutsches Institut für Normung DIW Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung DTS Deutsche Telekom Stiftung e.g. exempli gratia e.V. eingetragener Verein
VI
EPA Europäisches Patentamt et al. und andere etc. et cetera EU Europäische Union
Eurostat Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaft, Luxemburg evtl. eventuell F.A.Z. Frankfurter Allgemeine Zeitung FhG Frauenhofer Gesellschaft FHW Fachhochschule für Wirtschaft, Berlin FIZ Forschungs- und Innovationszentrum FTD Financial Times Deutschland FuE Forschung und Entwicklung f. folgende ff. fortfolgende GEM Global Entrepreneurship Monitor GSO German Scholars Organisation Hrsg. Herausgeber IAI Institut für Angewandte Innovationsforschung, Bochum IBM International Business Machines Corporation IDE Innovationsindikator Deutschland IfW Institut für Weltwirtschaft, Kiel inkl. inklusive IT Information Technology IuK Information und Kommunikation
IW Institut der deutschen Wirtschaft, Köln IWF Internationaler Währungs-Fond KMU Kleine und Mittelständische Unternehmen (siehe auch SME) Mio. Million MIRS Modular Integrated Robotized System MIT Massachusetts Institute of Technology MM Maschinenmarkt
VII
MNU Multinationales Unternehmen MPIKG Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, Potsdam MPG Max-Planck-Gesellschaft Mrd. Milliarden MTC Massachusetts Technology Collaboration NBFs New Biotechnology Firms Nr. Nummer OECD Organisation for Economic Cooperation and Development PISA Programme for International Student Assessment (OECD Studie) Prof. Professor RFID Radio Frequency Identification RHI Roman-Herzog Institut ROI Return on Investment SMEs Small and Medium Enterprises sog. so genannten STEM Science, technology, engineering and mathematics SZ Süddeutsche Zeitung S&E Science and Engineering Tab. Tabelle TMX Team Member Exchange TUHH Technische Universität Hamburg u.a. unter anderem US United States USD US-Dollar u.U. unter Umständen VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. WEF World Economic Forum WHU Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung, Vallendar WiWo WirtschaftsWoche WTO World Trade Organisation W&I Wissenschaftler und Ingenieure
VIII
Vgl. Vergleiche vs. versus z.B. zum Beispiel ZEW Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim ZfB Zeitschrift für Betriebswirtschaft, Gabler Verlag ZTC Zukünftige Technologie Consulting, Düsseldorf
IX
1 Einleitung
Bei vielen großen Unternehmen der entwickelten Industrienationen findet derzeit eine fundamentale Neuorientierung statt. Der Bedarf an Kreativität wird immer größer und Innovationen müssen immer schneller generiert werden. Unter dem zunehmenden Wettbewerbsdruck der Globalisierung haben die Unternehmen erkannt, dass die Kostenführerschaft verloren ist. Aufstrebende Volkswirtschaften, wie die so genannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China), können heute schon Vieles technisch gleich gut und bedeutend billiger produzieren, so dass nordamerikanische und westeuropäische Unternehmen ihren Kunden vollkommen neue Mehrwerte bieten und sich ganz andere Wettbewerbsvorteile verschaffen müssen. SAP-Gründer und Aufsichtsratschef Hasso Plattner fasst die aktuelle Entwicklung wie folgt zusammen: „Lange Zeit wurde nur davon geredet, wie Kosten eingespart werden können. Jetzt stellen viele Unternehmen fest, dass sie allein damit die Marge nicht halten und schon gar nicht wachsen können. Man kann nur wachsen, wenn man massiv innovativ ist.“ (Bergermann et al., S.78) Eine höhere Produktivität, Kosteneinsparungen und andere traditionelle Instrumentarien reichen heute nicht mehr aus. Die Anbieter müssen neue Bedürfnisse wecken, diese besser befriedigen und werden nur über Ideen und die nötigen Werkzeuge, um sie hervorzubringen, erfolgreich in den sich wandelnden Märkten agieren können. (Bergermann et. al,2006,S.77ff) Eine weltweite Befragung der Boston Consulting Group (BCG) unter 1.070 Managern aus allen Branchen hat ergeben, dass der Paradigmenwechsel von der Wissens- hin zur Kreativökonomie bereits im vollen Gange ist. So gehört das Thema Innovation für knapp 75% der Befragten heute zu den drei wichtigsten Punkten ihrer Unternehmensstrategie. (Vgl. Grafik 1 im Anhang) Über die Hälfte ist zudem mit den Ergebnissen ihrer Innovationsausgaben unzufrieden und bemängelt zu lange Entwicklungszeiten und Schwierigkeiten mit der Koordination und dem Herausfiltern der besten Ideen. Der daraus resultierende Veränderungsdruck in den Unternehmen wächst enorm und nach einer aktuellen IBM-Studie müssen 65% von weltweit 765 befragten Vorstandschefs „in den kommenden zwei Jahren wesentliche Veränderungen in ihrem Unternehmen vornehmen.“ (Palmisano,2006,S.1) In modernen, weitgehend gesättigten und ausdifferenzierten Volkswirtschaften geht es heute mehr denn je darum, serienmäßig Innovationen und kreative Höchstleistungen zu produzieren. Doch wie kann zu solchen Höchstleistungen motiviert werden und welche Parameter spielen dafür die tragenden Rollen? Viele Innovationen ergeben sich
1
aus umfassenden Trends wie dem demografischen Wandel und immer öfter stellt sich heraus, dass nicht nur Unternehmen betroffen sind. Der Wandel der Wirtschaft wird vielmehr einen neuen Wettbewerb der Regionen entfachen und die Innovationen dort entstehen lassen, wo sich kreative Talente ansiedeln. Sie sind gefragt, um möglichst nah an den Bedürfnissen der Kunden regelmäßig Neues zu erschaffen und bestehende Märkte mit neuen Ideen umzubrechen. (Bergermann et al.,2006,S.77ff)
1.1 Problemstellung
Deutschland braucht nachhaltig innovative Unternehmen. Mit Hilfe welcher Strukturen aber stellen sie sicher, dass Innovationen nicht nur zufällig, sondern am laufenden Band entstehen? Welche Erfolgsfaktoren bestimmen die Innovations- und Gründungsintensität und welche Zusammenhänge bestehen zwischen ihnen? Wie lassen sich die Parameter effizienter nutzen und welche Möglichkeiten bieten dabei moderne Kommunikationsmittel?
Deutschland verfügt zwar über ein breites Portfolio „viel versprechender und patentrechtlich geschützter Ideen“. Woran liegt es aber, dass hierzulande immer wieder innovative Erfindungen, wie zum Beispiel der MP3-Standard, entwickelt, aber in anderen Ländern erfolgreich vermarktet werden? Die vorliegende Diplomarbeit soll helfen, die Frage zu klären. Es hat nach wie vor den Anschein, dass deutsche Unternehmen zu selten den Markt analysieren, bevor sie eine Erfindung umsetzen. Vielfach orientiert man sich nur an der technischen Umsetzbarkeit eines Konzeptes und nicht an den Kundenbedürfnissen. (Herzog (a),2006,S.9) So hat eine IAI-Studie ergeben, dass lediglich jedes 16. Innovationsprojekt hierzulande zu einem Markterfolg wird. Ein Großteil der Projekte bindet also unnötig Zeit und Kapital, ohne dass dabei der Output an Innovationen signifikant erhöht werden kann. Die „Fixierung auf die Technik, ungeklärte Zuständigkeiten“ und eine mangelnde Ausrichtung der Ideen am späteren Kundennutzen sind eine der Hauptursachen für gescheiterte Innovationsprojekte (Vgl. Abb. 1). Nach wie vor konzentrieren sich viele Unternehmen zu sehr auf Renditevorgaben und auf die Verbesserung bestehender Produkte „anstatt sich auf neue Felder zu wagen“. (Rother,2007,S.83)
2
Abb.1
Quelle: Rother, 2007, S.83, Eigene Darstellung
Aber auch die Gründungsintensität Deutschlands zeigt seit Langem eine schwindende Dynamik. Nach einer ZEW-Untersuchung ist der Saldo aus Unternehmensgründungen und -liquidationen (d.h. der Zuwachs an Unternehmen) seit der Wiedervereinigung rückläufig. (Vgl. Grafik 2 / Anhang) Kamen 1990 netto noch mehr als 200 Tsd. neue Unternehmen dazu, waren es 2006 nur noch knapp 30 Tsd. Davon waren zudem „lediglich 6,5 Prozent den technologie- und wissensintensiven Branchen zuzuordnen“. In Deutschland entstehen also zu wenige innovative Unternehmen, die neue Stellen schaffen und globalisierungsresistent sind. (Ackermann,2006,S.50)
1.2 Zielsetzung
Zielsetzung der vorliegenden Diplomarbeit soll es sein, mittels ausschließlich sekundärer Quellen einen Überblick über relevante Einflussfaktoren der Innovations-und Gründungsintensität in Deutschland zu geben. In einem internationalen Vergleich soll zudem der aktuelle Stand dieser Intensitäten Aussagen zur Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in Bezug auf die Innovations- und Gründungsaktivitäten zulassen. Dabei geht der Autor davon aus, dass sich die Erfolgsfaktoren von Innovationen denen für Unternehmensgründungen stark ähneln beziehungsweise nur marginale Unterschiede existieren. Zumindest existiert zwischen der Innovations- und Gründungsintensität ein enger Zusammenhang.
3
Neben der Darstellung des Status Quo soll diese Arbeit ebenfalls einen Lösungsvorschlag in Form eines konzeptionellen Businessplans bieten, welcher eine Möglichkeit aufzeigt, die Innovations- und Gründungsintensität in Deutschland zu erhöhen. Insbesondere soll dabei auf die Verbesserung des Parameters Umsetzung von Innovationen (Vgl. 3.5) eingegangen werden, bei welchem Deutschland zwar bereits eine starke Position einnimmt, der aber durchaus ausbaufähig ist. Ziel dabei ist ein immer schneller werdender Rhythmus von Innovationen, um sich sowohl als Unternehmen, als auch als Volkswirtschaft im internationalen Wettbewerb behaupten und durch immer neue kreative Lösungen erfolgreich wachsen zu können. Da der Businessplan konzeptionell erstellt wurde, wird auf einige Teile eines klassischen Geschäftplans, mit dem direkten Zweck einer Unternehmensgründung, verzichtet werden. Persönliches Ziel des Autors dieser Arbeit ist aber auch, das vorliegende Konzept durchaus weiter zu entwickeln und später zu einem vollständigen Businessplan zum Zweck einer realen Unternehmensgründung zu vervollständigen.
1.3 Aufbau der Arbeit
Nach dem Einstieg ins Thema in der Einleitung im Kapitel 1 und der darin enthaltenen Problemstellung, der Zielsetzung und dem Aufbau der Arbeit wird im Kapitel 2 der theoretische Bezugsrahmen zum Thema geschaffen. Eine Definition der relevanten Begriffe gehört genauso zum zweiten Teil, wie ein kurzer Abriss zur Historie deutscher Innovationskultur, der aktuelle Forschungs- und Literaturstand und die Kennzeichen von Innovationen.
Den Hauptteil dieser Diplomarbeit bildet das Kapitel 3, in welchem detailliert auf die einzelnen Parameter der Innovations- und Gründungsintensität in Deutschland eingegangen wird und diese jeweils in einen internationalen Kontext gestellt werden.
Ein Lösungsansatz der in Punkt 1.1 dargestellten Probleme folgt im Kapitel 4 in Form eines konzeptionellen Businessplans. Dabei wird der aktuelle Stand der Technik Webbasierter Kommunikationslösungen dargestellt und das Konzept vorgestellt.
In der Schlussbetrachtung im Kapitel 5 gibt der Autor eine Zusammenfassung zum Thema und bietet ein Fazit mit Ausblick auf weitere Ausbaustufen des im Punkt 4.2 vorgestellten Lösungskonzeptes.
4
2 Theoretischer Bezugsrahmen
Für ein allgemeines Verständnis über die behandelte Problematik, wird im folgenden Kapitel ein Teil der sehr vielseitig vorhandenen wissenschaftlichen Literatur zu Innovationen und deren Management genauer betrachtet.
2.1 Begriffsdefinitionen
Um im Rahmen dieser Arbeit eine fundierte Einschätzung der Parameter der Innovations- und Gründungsintensität geben zu können, werden die einzelnen Begriffe im Vorfeld näher definiert.
2.1.1 Innovationsintensität
Der Begriff Innovationsintensität beschreibt die Stärke, in der technische oder organisatorische Neuerungen durchgesetzt werden. Eine Intensität beschreibt nach dem Duden eine Stärke, Kraft oder Wirksamkeit. Innovation an sich entstammt dem lateinischen Wort „innovatio“ und kann mit Erneuerung übersetzt werden. Schumpeter (1952) definierte sie als „neue Produkte, Prozesse und Organisationslösungen […], die sich in der Produktion und auf dem Markt durchsetzen“. Nach Abelshauser ist Innovation ein „Ergebnis langfristig akkumulierter Fähigkeiten in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft“, wobei man zwischen der Invention als eigentlicher Erfindung und Innovation unterscheiden muss. (Knauss,2006,S.46) Bereits im Markt eingeführte Produkte beziehungsweise in der laufenden Produktion eingesetzte Prozesse sind Innovationen. Inventionen hingegen sind Produkte oder Prozesse, welche diesen Status noch nicht erreicht haben. (Voßkamp et al.,2006,S.13)
2.1.2 Gründungsintensität
Die Gründungsintensität beschreibt die Häufigkeit, mit der in einem bestimmten Zeitraum neue Unternehmen gegründet werden, wobei Intensität, wie in Punkt 2.1.1. beschrieben, für eine Stärke, Kraft oder Wirksamkeit steht. Die Häufigkeit kann am Anteil an der erwachsenen Bevölkerung, die seit kurzem Unternehmer sind oder dies anstreben, gemessen werden. (Voßkamp et al.,2006,S.84)
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2.1.3 Parameter
Der Begriff Parameter entstammt ursprünglich dem Griechischen und beinhaltet zum einen eine charakteristische Eigenschaft, eine Kenngröße. Zum anderen ist er „eine Abhängigkeit von gewissen außerhalb des betrachteten Objekts liegenden Gegebenheiten“, eine Steuergröße bzw. ein Einflussfaktor. (Vgl. Wikipedia, letzter Zugriff: 11.04.2007) Hinsichtlich der Innovations- und Gründungsintensität in Deutschland wird der Begriff innerhalb dieser Arbeit als Synonym für Steuergrößen und Einflussfaktoren verwendet.
2.2 Historie deutscher Innovationskultur
„Deutschland verfügt seit langem über eine Innovationsmaschine erster Güte“
Werner Abelshauser (2004)
Wie sind wir aber zu dieser Wohlstand generierenden Maschine gekommen? Bereits 1808, als Wilhelm von Humboldt als preußischer Kulturminister die deutsche Universitätslandschaft formte, wurde damit der Nährboden der deutschen Innovationskultur angelegt. In dieser Zeit war Deutschland technologisch und industriell weit hinter England und Frankreich zurück und stand noch am Anfang der industriellen Revolution. (Knauss,2006,S.46ff.) Das Land war noch größtenteils von einer Agrargesellschaft geprägt, in der die meisten Menschen unterversorgt waren, jedes Produkt willkommen war und die Qualität noch eine untergeordnete Rolle spielte. Erst im darauf folgenden Übergang zur Industriegesellschaft nahmen die Produktvielfalt und der Konkurrenzdruck stark zu, so dass sich die Unternehmen nun über den Preis und die Qualität differenzieren mussten. (Bergermann et al.,2006,S.82) Der rasante Aufstieg der deutschen Industrie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war aber nur aufgrund der zunehmenden Zahl von Universitäten Humboldtscher Prägung mit ihrer Einheit von Forschung und Lehre möglich geworden. Nicht zuletzt sind die großen Erfinder und Innovatoren meist aus Universitäten und Technischen Hochschulen hervorgegangen. (Knauss,2006,S.46ff.)
Gerade in den forschungsintensiven und innovativen Branchen waren und sind heute immer noch die personellen und institutionellen Beziehungen zwischen Unternehmen und akademischer Wissenschaft sehr eng. Noch heute gehören bekannte Forschungsinstitute wie das Max-Planck-Institut, die von der Industrie mitgetragen werden, zu den „Eckpfeilern der deutschen Innovationsmaschine“. Doch schon im 19. Jahrhundert haben Humboldt und andere große Wissenschaftler von Karl Friedrich
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Gauß bis Max Planck nicht den größten Wert auf die ökonomische Verwertbarkeit ihrer Tätigkeit gelegt. Tatsächlich sind oft Neugier und die Suche nach der Erkenntnis und nicht die ökonomische Anwendung die Motivation der Forscher. In der Regel machen sich wissenschaftliche Entdeckungen und Erfindungen erst mit der Zeit bezahlt und ergeben erst Jahre später konkrete Anwendungen. So formulierte Albert Einstein bereits vor 100 Jahren die Gesetze von Energie, Materie, Licht und Gravitation neu, ohne im Entferntesten an eine Anwendung in der heutigen Lasertechnik denken zu können. (Knauss,2006,S.46ff.)
Auch in jüngerer Vergangenheit zeigt sich unter anderem am so genannten „deutschen Wirtschaftswunder“ der 1950iger Jahre, dass trotz zweier von Deutschland ausgehender Weltkriege die Innovationskraft nicht zum Erliegen gekommen war. Neben gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Voraussetzungen kam dieser erneute Aufstieg nicht zuletzt aus dem Innovationsschub vor und während des Zweiten Weltkrieges zustande. (Knauss,2006,S.46ff.) Die deutsche Wirtschaft ging in den Folgejahren allmählich in eine Phase der Marktsättigung über, in der es immer schwieriger wurde, die Qualität weiter zu steigern und der Preis nach und nach zum wichtigsten Verkaufsargument geworden war. In der nächsten Phase, der Globalisierung, standen die Technik und das Wissen (verstärkt durch das Ende des kalten Krieges) nun weltweit zur Verfügung, so dass global mit ähnlichen Technologien und Kosten bei vergleichbarer Qualität produziert werden konnte. Da eine kostengünstige Produktion in Deutschland zum Ende des letzten Jahrhunderts kaum noch Differenzierungsmöglichkeiten zur ausländischen Konkurrenz bieten konnte, standen in dieser Phase der Wissensgesellschaft nicht mehr die Effizienz der internen Abläufe im Vordergrund, sondern die Kundenwünsche, die
Marktentwicklungen und der Wissensvorsprung durch Forschung und Entwicklung. Aktuell wandelt sich die Gesellschaft auch in Deutschland allmählich zur so genannten Kreativen Wirtschaft, in welcher der konkrete Kundennutzen und das Produkterlebnis über die Unternehmensstrategie entscheiden. Mitarbeiter müssen heute kreativ sein, kundenorientiert handeln und dabei eigene Impulse setzen. Unternehmen, die heute ihre Kunden am schnellsten mit Innovationen begeistern können, haben aktuell einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf den nationalen und internationalen Märkten. (Bergermann et al.,2006,S.82) Die spezifisch deutsche Innovationskultur hat sich durch alle Phasen hinweg in Richtung Qualität entwickelt und ist heute weniger in der Spitzen-, als in der Verfahrenstechnologie erfolgreich. (Knauss,2006,S.46ff.)
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2.3 Forschungs- und Literaturstand
Um ein Verständnis der Zusammenhänge von Forschung und Entwicklung, Bildung, Innovation, Produktivität und Wachstum zu erzielen, haben sich seit den 1950iger Jahren sehr viele Theorien innerhalb der Volkswirtschaftstheorie entwickelt. Hauptsächlich geht es dabei um wachstumstheoretische und somit
makroökonomische Theorien. Insbesondere wurde diese Theorierichtung durch Schumpeters Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung (1911) geprägt, welche bis 1993 immer wieder angepasst worden ist. Die Neoklassische Wachstumstheorie, welche maßgeblich durch die Modelle von Solow (1956) und Swan (1956) geprägt wurde, gehört ebenfalls zu dieser Richtung, wie die spätere Neue Wachstumstheorie von Romer (1986, 1990), Aghion/Howitt (1992,1998), Grossmann/Helpman (1991) und Barro/Sala-i-Martin (1995). Die Evolutionsökonomischen Ansätze von Nelson/Winter (1974,1982), Voßkamp (2002) und Dawid (2005) entwickelten dieses Feld bis heute weiter. Im Moment dominieren Modelle der neuen Wachstumstheorie, welche die Wechselwirkungen zwischen Forschung, Bildung und Wachstum auf einem sehr hohen Abstraktionsniveau herausarbeiten. Insbesondere auf die Arbeiten von Schumpeter wird häufig Bezug genommen, selten jedoch mit einem umfassenden Blick auf die Innovationsprozesse.
Neben den makroökonomischen Theorien spielen heute mesoökonomische Theorien eine Rolle, zu denen vor allem die Theorien des sektoralen Strukturwandels von Holub/Schnabl (1997), die so genannten Theorien der langen Wellen von Nefiodow (1996) und die als GPT-Theorie bezeichneten General Purpose Technologies von Carlaw/Lipsey (2002) und Gordon (2004) gehören. Insgesamt gibt es in der wirtschafts-wissenschaftlichen Literatur verschiedene mesoökonomische Ansätze, welche „für die Analyse des Zusammenhangs von Forschung, Produktivität und Wachstum eine gute Basis bilden“. Als Referenztheorie wird die mesoökonomische Theorie in der Literatur jedoch noch nicht gesehen. (Voßkamp et al.,2006,S.68)
Weiterhin sind in der Literatur theoretische Ansätze zu finden, welche die oben genannten Zusammenhänge vom Blickwinkel der Unternehmen aus betrachten. Zu diesen mikroökonomische Theorien zählen die Industrieökonomischen Ansätze von Dasgupta/Stiglitz (1980) und Porter (1999), sowie Ressourcenbasierte Ansätze von Cohen/Levinthal (1989, 1990) und Griffith (2003). Mit der Frage des unternehmerischen Forschungs- und Entwicklungs- (FuE-) und Innovationsverhaltens und dem daraus resultierenden Unternehmenserfolg beschäftigen sich zudem verschiedene theoretische Beiträge auf der Mikroebene. Als zentrale Determinante
8
werden dabei je nach Sichtweise die Marktstrukturen und -bedingungen oder die Ressourcen der Unternehmen angesehen. Dabei ist für die Innovationsintensität das Vorhandensein von so genannten „absorptiven Kapazitäten“ (z.B. Wissenstransfer durch FuE-Kooperationen) von grundsätzlicher Bedeutung. Oftmals können Ansätze und Theorien zu Innovationen und Gründungen nicht eindeutig einer der drei oben genannten Theoriegruppen zugeordnet werden, weil zwei oder teilweise auch alle drei Richtungen betrachtet werden. Eine Einordnung kann dann nach der wesentlichen Betrachtungsebene des Ansatzes erfolgen. Da Theorien in möglichst allgemeiner Form Antworten auf vorher gestellte Fragen geben sollen, sind dafür häufig restriktive Annahmen nötig, die vor allem bei den wachstumstheoretischen Ansätzen vorkommen. Für das Verständnis der Zusammenhänge zwischen Forschung und Entwicklung, Bildung, Innovation, Produktivität und Wachstum können die theoretischen Beiträge zwar als wichtige Grundlage genutzt werden. Als wirtschaftspolitische Entscheidungsgrundlage, zum Beispiel im Bereich der Innovationspolitik, sind sie hingegen „nur bedingt brauchbar“. (Voßkamp et al.,2006,S.60ff.)
2.4 Kennzeichen von Innovationen
Wie bereits in der dargestellten allgemeinen Definition von Innovation gezeigt wurde (Vgl. 2.1.1), ist sie dadurch gekennzeichnet, dass sie sich bereits im Markt bewährt hat. Die Invention als Vorstufe der Innovation kann zum Beispiel ein Prototyp sein, der zwar bereits die Marktreife erreicht hat, aber noch nicht in den Markt eingeführt wurde. Zudem ist es längst keine Gesetzmäßigkeit, dass Inventionen immer zu Innovationen werden. Wie bereits erläutert, erreichen nur wenige Ideen letztendlich auch die Marktreife, mit der sie zu erfolgreichen Innovationen werden können. Im Allgemeinen wird zwischen Produktinnovationen und Prozessinnovationen unterschieden, welche in ihrer Wirkung deutlich voneinander abweichen können. Während sich die Innovationen von Prozessen (z.T. auch Verfahrensinnovation genannt) durch Veränderungen in Produktionstechnologien definieren, werden durch Produktinnovationen neue Produkte für neue Märkte oder aber Produkte mit Qualitätssteigerungen generiert. Prozessinnovationen haben allgemein das Ziel, „mit gleichem Faktoreinsatz (z.B. Arbeit, Kapital etc.) einen höheren Output“ zu erzielen. Eine Volkswirtschaft wird demnach also stetig wachsen, „wenn kontinuierlich Prozessinnovationen zu beobachten sind, auch wenn der Faktorbestand der Volkswirtschaft nicht ausgeweitet wird“. (Voßkamp et al.,2006,S.14)
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Für Unternehmen führen Prozessinnovationen meistens zu einer Reduktion der Kosten, die in der Regel zu einem niedrigeren Angebotspreis führen. Die wirtschaftliche Wirkung wird dabei von den Marktbedingungen bestimmt, die den Preiswettbewerb charakterisieren, so dass die Preiselastizität maßgeblich die Auswirkungen von Prozessinnovationen auf die unternehmerischen Marktergebnisse (z.B. Umsatz und Gewinn) beeinflusst.
Produktinnovationen können sowohl gänzlich neue Produkte sein, die sich einen neuen Markt schaffen, als auch bewährte Produkte, die durch eine Steigerung der Qualität gekennzeichnet sind. Volkswirtschaftlich gesehen kann dadurch bei gleichem Ressourceneinsatz zu einer (durch die Innovation) höheren Qualität die gleiche Quantität an Waren beziehungsweise Dienstleistungen erstellt werden. Auch für die Unternehmen, die ein innovatives Produkt durchsetzen können, führt die gesteigerte Qualität meist zu verbesserten Marktbedingungen. Der Einfluss der Produktinnovation auf die Marktergebnisse des Innovators hängt dann von der Art des Qualitätswettbewerbes ab, dem er ausgesetzt ist. Ist das Unternehmen in einem Marktsegment mit qualitativ sehr hochwertigen Produkten beziehungsweise Dienstleistungen aktiv, so spielen Qualitätselastizitäten hier eine wichtigere Rolle, als bei Unternehmen mit einem Produktportfolio vergleichsweise geringer Qualität. Ergänzend zu Produkt- und Prozessinnovationen werden in der Literatur auch inkrementelle und radikale Innovationen unterschieden. Radikale Innovationen sind vor allem dadurch zu erkennen, dass die Innovation durch Kostenreduzierungen oder Qualitätssteigerungen alle Wettbewerber vom relevanten Markt verdrängt. Beispiel hierfür ist in jüngerer Vergangenheit die Ablösung des Datenmediums Diskette durch CD-ROMs.
Inkrementelle Innovationen nehmen weniger Einfluss auf das jeweilige Marktgeschehen und führen lediglich dazu, dass Wettbewerber Marktanteile an den Innovator verlieren. So nehmen zum Beispiel Automobilanbieter mit innovativer Hybridtechnologie (d.h. Otto- und Elektromotor) im Produktportfolio den Anbietern mit klassischen Verbrennungsmotorkonzepten zunehmend Marktanteile ab, ohne sie jedoch vollends vom Automobilmarkt zu verdrängen. (Voßkamp et al.,2006,S.13-14)
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2.4.1 Innovationssysteme
Inventionen und Innovationen entstehen in den Unternehmen meist nicht in der Isolation, sondern in gegenseitiger Abhängigkeit mit anderen Organisationen. Diese können andere Unternehmen wie zum Beispiel Zulieferer, Kunden oder Wettbewerber sein, aber auch Forschungseinrichtungen, Universitäten, Schulen, Ministerien und andere öffentliche Einrichtungen. Institutionelle Rahmenbedingungen (z.B. Gesetze, Normen, etc.) regeln dabei das Zusammenwirken der einzelnen Organisationen und können damit sowohl Innovationen fördernd, als auch blockierend wirken. (Edquist,2005, S.181ff.)
Ein kreativer und interaktiver Prozess bildet also die Basis für Innovationen. Dieser Prozess geht in der Regel über die Forschung und Entwicklung hinaus und findet in einem System von institutionellen Regelungen und Organisationen statt. In der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur wird dieses System häufig als
Innovationssystem bezeichnet, welches in seiner Gesamtheit maßgeblich die Innovations- und Gründungsintensität eines Landes beeinflusst. (Voßkamp et al.,2006,S.53) Nach Voßkamp (2004) kann die Qualität eines solchen weit umfassenden Innovationssystems im Prinzip durch eine einfache Formel beschrieben werden:
„Je besser die einzelnen Akteure mit Kompetenzen ausgestattet sind, die zur erfolgreichen Durchführung von Innovationsprozessen notwendig sind, je vollständiger das Innovationssystem ist und je besser die Akteure vernetzt sind, desto höher ist die Qualität des Innovationssystems einzuschätzen.“
Da diese Formel aber nicht als alleiniger Maßstab für die Beurteilung von Innovationssystemen in der Praxis angewendet werden kann, haben verschiedene Autoren Kriterienkataloge aufgestellt, „die deutlich machen, wann ein Innovationssystem als gut zu bezeichnen ist.“ Edquist (2005) benennt in der folgenden Übersicht (Vgl. Tab. 1) zehn Punkte, die ein gutes Innovationssystem auszeichnen, wobei es sich dabei ausschließlich um qualitative Kriterien handelt. Dabei bleibt unerwähnt, wie und in welchem Umfang ein Innovationssystem zum Beispiel auch Beratungsangebote zur Verfügung stellen sollte. (Voßkamp et al.,2006,S.57-58) Um die Innovations- und Gründungsintensität eines Landes zu erhöhen, sind eine detaillierte Analyse des entsprechenden Innovationssystems und deren Vergleich mit anderen Ländern notwendig. Erst dann können die notwendigen Schlüsse gezogen
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und Maßnahmen zur Intensitätserhöhung von Innovationen und
Unternehmensgründungen durchgeführt werden.
Tab. 1 Die zehn qualitativen Kriterien eines Innovationssystems nach Edquist
Quelle: Voßkamp et al., 2006, S.58, Eigene Darstellung
2.4.2 Kommunikationsbedürfnisse der Mitarbeiter
Die Gesamtzahl der Mitarbeiter in den Unternehmen lässt sich in unterschiedliche Altersgruppen einteilen, welche jede für sich spezifische Arbeitsweisen und Kommunikationsbedürfnisse haben. Aktuell tritt die Gruppe der so genannten „Millennials“ (zwischen 1980 und 2000 Geborene) zunehmend ins Arbeitsleben ein. Ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft der EU-12 (d.h. die ersten 12 Mitgliedsstaaten der EU) beträgt heute etwa 11%, wobei innerhalb der kommenden zehn Jahre mehr als 51 Mio. Millennials ihr Berufsleben beginnen und damit die älteren Generationen ablösen werden. Als Konsumenten zeichnen sich Millennials im Vergleich zu älteren Gruppen durch ihre geringere Markenloyalität, ihr geringeres Vertrauen in die Medien und Verständnis für Werbung aus, was sie unabhängiger in ihren Kaufentscheidungen macht. Diese Eigenschaften übertragen sie auch auf ihre Arbeitsweise, wobei hierbei vor allem ihre hohe Affinität zum Internet und allen damit in Verbindungen stehenden Web-basierten Kommunikationsmitteln (z.B. Email, Blogs, Messenger, Social
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Networking, Chatrooms, Online Gaming, etc.) im Vordergrund stehen. Harris (2006) bezeichnet diese Medien als „Social Computing“ und definiert sie als „a social structure in which technology puts power in communities, not institutions“ (Vgl. Abb. 2). Die fortschreitende technologische Entwicklung der Kommunikationsmittel und einhergehende soziale Veränderungen verwandeln also auch die Arbeits- und letztendlich damit die Innovationsprozesse. (Harris,2006,S.5ff.)
Abb. 2 „Innovate To Meet The Needs Of The Emerging Generation“
Quelle: Harris, 2006, S.27
2.4.3 Gründungsgeschehen und Wirtschaftsentwicklung
Die Intensität von Gründungen und Stilllegungen von Betrieben und Unternehmen spielt im Wirtschaftsentwicklungsprozess eine wichtige Rolle, wobei insbesondere die Gründungen mit einer positiven Entwicklungsdynamik (z.B. durch die Schaffung von Arbeitsplätzen, technischer Forschritt etc.) in Verbindung gebracht werden. Die Funktionsfähigkeit der Märkte und ein funktionierender Wettbewerb werden dabei wesentlich von der Zahl der neu gegründeten Wirtschaftseinheiten in diesem Markt beeinflusst. Stilllegungen und Liquidationen werden in Deutschland hingegen eher mit der negativen Vorstellung eines Scheiterns sowie mit Arbeitplatzverlusten in Verbindung gebracht. Dennoch wird eine „gewisse Fluktuation des Betriebs- bzw. Unternehmensbestandes“ als ein „wichtiges Kennzeichen einer dynamischen Wirtschaft“ angesehen. Gründungen fördern die Wirtschaftsentwicklung, wohingegen Stilllegungen und Liquidationen unvermeidlich sind und „Entfaltungsspielräume für nachwachsende Unternehmen“ bieten. Bereits Schumpeter (1911) bezeichnete die
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wirtschaftliche Entwicklung als einen Prozess „kreativer Zerstörung“, in dem die „träge gewordenen, alteingesessenen Firmen von jungen, dynamischen Unternehmen verdrängt werden“. (Fritsch et al.,2002,S.1f.)
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3 Parameter der Innovations- und Gründungsintensität
Nachdem der theoretische Bezugsrahmen im vorangegangenen Kapitel gebildet wurde, werden nun die eigentlichen Parameter dargestellt und in einen internationalen Kontext gestellt. Der Autor bezieht sich dabei zu großen Teilen auf die Ergebnisse der Forschungsstudie „Innovationsindikator Deutschland 2006“ des DIW Berlin, dessen Ziel es ist, die Innovationsfähigkeit Deutschlands im internationalen Vergleich jährlich zu erfassen und zu bewerten (Werwatz et al.,2006,S.1).
3.1 Methodik
Die Messung der Innovationsintensität in einer Volkswirtschaft stellt sich insofern als schwierig heraus, als dass für ein valides Ergebnis präzise Befragungen nötig wären. Nur so könnte festgestellt werden, in welchem Umfang die Unternehmen neue Produkte und neue Verfahren erfolgreich in die Märkte einführen. Aus diesem Grund wird in der innovationsökonomischen Literatur das Gewicht auf den Input und Output von FuE-Prozessen gelegt (z.B. durch die Intensität der Patentanmeldungen). Da FuE-Ausgaben und Patente nicht automatisch zu marktrelevanten Ergebnissen führen, treffen diese Größen allein aber nicht den Kern von Innovationen. So wird von einigen Autoren der Umsatzanteil, der mit neu eingeführten Produkten erwirtschaftet wird, als Variable gewählt. (Voßkamp et al.,2006,S.15)
In Rahmen der vorliegenden Arbeit werden mittels ausschließlich sekundärer Quellen, wie wissenschaftlichen Studien und der Fachliteratur verschiedene Messgrößen (kursive Überschriften) herangezogen, um die einzelnen Einflussfaktoren beziehungsweise Parameter der Innovations- und Gründungsintensität aufzuzeigen. Darüber hinaus erfolgt eine Einstufung Deutschlands je Parameter im internationalen Kontext, so dass letztendlich eine Einschätzung der Innovationsstärke des Landes gegeben werden kann. Einen Gesamtüberblick der in dieser Diplomarbeit dargestellten Parameter bietet die Abbildung 3 auf der kommenden Seite. Darin werden sie in unternehmensinterne und -externe Parameter eingeteilt (wobei es hier durchaus zu Überschneidungen kommen kann) und den Oberbegriffen Innovationssystem (Vgl.2.4.1) und Innovationsakteure zugeordnet. Die einzelnen Parameter hängen wiederum von unterschiedlichen Messgrößen ab, die im späteren Text kursiv überschrieben sind und auf die im Folgenden eingegangen werden soll.
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Arbeit zitieren:
Diplom Betriebswirt (FH) Robert Borchel, 2007, Parameter der Gründungs- und Innovationsintensität, München, GRIN Verlag GmbH
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