1. EINLEITUNG 1
2. ENTWICKLUNG DER GESELLSCHAFTSFORMEN 2
2.1. ÜBERBLICK ÜBER DIE GESELLSCHAFTSFORMEN 2
2.2. GESELLSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG. 3
3. WISSENSGESELLSCHAFT VS. INFORMATIONSGESELLSCHAFT? 6
3.1. BEGRIFFSDEFINITION: WISSEN KONTRA INFORMATION? 6
3.2. INFORMATIONSGESELLSCHAFT 8
3.3. WISSENSGESELLSCHAFT. 9
3.4. INFORMATIONSGESELLSCHAFT WISSENSGESELLSCHAFT. 11
4. GOOGLE-GESELLSCHAFT 13
4.1. WIESO GOOGLE? 13
4.1.1. Das Unternehmen 14
4.1.2. Die Suche. 14
4.2. MERKMALE DER GOOGLE-GESELLSCHAFT. 15
LITERATURVERZEICHNIS 21
1. Einleitung
„Nicht die Transformation zur ‚Dienstklassengesellschaft’ […] oder gar zur ‚nachindustriellen Wissensgesellschaft’ […] prägt das neue Gesellschaftsbild, sondern die Entstehung einer superindustriellen Informationsgesellschaft im erhofften Übergang zur globalen Wissensgesellschaft.“ (Spinner 2003: S. 141) Seither wird der Terminus „Wissensgesellschaft“ immer mal wieder thematisiert, mal als Weiterentwicklung der „Informationsgesellschaft“, mal als ihr Synonym, mal als unentschiedenes Kompositum, um alle Eventualitäten und Dimensionen sprachlich abzudecken: Die „Informations- und Wissensgesellschaft“, möglichst noch mit dem Attribut „moderne“, ist jedenfalls stets passend. (Elling/ Kübler 2004: S. 26)
Doch was bedeuten diese „Labels“? Und falls sich tatsächlich eine Entwicklung unter den Gesellschaften einstellt, wo führt sie hin? Dieses möchte ich in der folgenden Arbeit beantworten. Dabei werde ich mich zu Beginn in Punkt 2 mit der Entwicklung der Gesellschaftsformen beschäftigen, einen kurzen Überblick über einige bisher geprägte Gesellschaftsbegriffe geben und mich dann etwas genauer mit der Entwicklung der Gesellschaft in jüngerer Zeit befassen. In Punkt 3 möchte ich die Frage aufwerfen, ob Wissen und Information komplementäre Begriffe zueinander sind und wie sie sich überhaupt zueinander Verhalten. Mit dieser Grundlage werde ich eine nähere Charakterisierung der Informationsgesellschaft und der Wissensgesellschaft vornehmen um abschließend ihr Verhältnis zu klären.
Im letzen Hauptpunkt dieser Arbeit möchte ich auf die, durch Technisierung der Gesellschaft, evtl. ermöglichte Google- Gesellschaft zu sprechen kommen. Hierbei werde ich das Unternehmen Google und die Suche im Speziellen vorstellen. Als letzten Punkt werde ich mich, anhand einiger Thesen aus Lehmann/Schetsche in „Google- Gesellschaft - Vom digitalen Wandel des Wissens“ aus dem Jahr 2005 ein wenig genauer mit dem besagten Phänomen befassen.
Im abschließenden Fazit werde ich nochmals auf die Frage des Spezialfalls Google-Gesellschaft oder aber einer notwendigen Entwicklung in die Google- Gesellschaft eingehen.
1
2. Entwicklung der Gesellschaftsformen
Es existiert „eine Reihe von Begriffen, die den übergreifenden Anspruch transportieren, den Kern der gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse zu treffen […].“ (Bittlingmayer 2005: S. 18) Deshalb möchte ich im folgenden Teil auf die Entwicklung der Gesellschaftsformen die sich in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat eingehen. Über die im Diskurs der letzten Jahre geprägten Begriffe möchte in 2.1 einen kurzen, allgemeinen Überblick geben, während ich anschließend versuche in 2.2 eine knappe Übersicht der gesellschaftlichen Entwicklung darzustellen, um die Entstehung der in Punkt 3 behandelten Begriffe Wissensgesellschaft und Informationsgesellschaft zu verdeutlichen.
2.1. Überblick über die Gesellschaftsformen
Wie ich oben schon angedeutet habe, werde ich in diesem Absatz versuchen, eine teilweise Aufzählung der Gesellschaftsformen aufzuführen, um die Schwierigkeit der klaren Definition der Gesellschaftszustände zu verdeutlichen, bevor ich im Unterpunkt 2.2 auf einige genauer eingehe. 1
In der Diskussion über den Zustand und die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft sind verschiedenste Begriffe, es lässt sich sogar von einer „Inflationierung von Gesellschaftslabeln“ (Bittlingmayer 2005: S. 17) sprechen, geprägt worden. Zum Beispiel der Begriff der Agrargesellschaft für rückständige respektive noch nicht entwickelte Gesellschaften oder der Begriff der Informationsgesellschaft, für meist westliche moderne Gesellschaften. Natürlich gibt es auch spezielle Begriffe wie den der Google- Gesellschaft, die später noch Thema dieser Arbeit sein wird. „Dabei ist die ‚Informationsgesellschaft’ nur eines der Label […]. Zu den anderen Kandidaten gehören die Verantwortungsgesellschaft, die Wissensgesellschaft, die flexible Gesellschaft, Mediengesellschaft, die moderne oder gar die postmoderne Gesellschaft.“ (Minx/Preissler/Järisch 2002: S. 21) Weitere Beispiele hierfür sind die Erlebnisgesellschaft, Becks individualisierte Risikogesellschaft, die
spätkapitalistische, die postfordistische oder die informationelle Klassengesellschaft. (vgl. Bittlingmayer 2005: S. 17f.)
Insgesamt lassen sich nicht weniger als vierundzwanzig Bezeichnungen, von der Industriegesellschaft, Dienstleistungs- oder Tätigkeitsgesellschaft über die
1 Ich erhebe keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit bei dieser Aufzählung, sondern werde nur die für diese Arbeit wichtigsten aufzählen und anschließend sogar noch weiter abstrahiert fortfahren
2
Technologie-, Medien- und Managementgesellschaft bis hin zur Informations- und Wissensgesellschaft formulieren. Der Kommunikationswissenschaftler Rust erstellte daraus die „informationstechnologiebasierte Wissensdienstleistungsgesellschaft mit industriellem Kern.“ (vgl. Rust 2002: S. 42ff. nach Elling/ Kübler 2004: S. 26) Allein aus dieser kurzen Aufzählung wird deutlich, dass es kein festes Konzept und keinen festen zeitlichen Ablauf für die Veränderungen in unserer Gesellschaft gibt. Ich werde im nun folgenden Punkt dennoch versuchen, einige der oben angesprochenen Begriffe zu sortieren und sie parallel genauer zu betrachten
2.2. Gesellschaftliche Entwicklung
Um die grundlegende Entwicklung, speziell in der jüngeren Vergangenheit, darzustellen, möchte ich meine Betrachtung auf Fourastiés Drei-Sektoren-Hypothese 2 aufbauen.
Laut Fourastié entwickeln sich nationale Ökonomien und Gesellschaften, durch technischen Fortschritt, langfristig nach einem bestimmten, in drei Sektoren unterteiltem, Schema. Stark vereinfacht lässt sich das Entwicklungsschema folgendermaßen darstellen:
Den Ursprung der Entwicklung stellen Agrargesellschaften dar. Ihre Produktionsmittel befinden sich im ersten, oder primären Sektor. Diese sind dementsprechend vor allem auf die Produktgewinnung fokussiert, insbesondere Landwirtschaft, Fischerei etc.
Durch fortschreitende technische Entwicklung und dadurch begünstigte und benötigte Industrialisierung entwickelt sich die Agrargesellschaft in eine Industriegesellschaft, welche ihren Kern im sekundären Sektor hat. Hier sind die Arbeitskräfte und Produktionsmittel vor allem der Produktverarbeitung in Industrie und Handwerk zugewandt.
Diese Entwicklung findet im tertiären Sektor ihren Abschluss 3 . Letztlich ist die Gesellschaft zu einer (postindustriellen) Dienstleistungsgesellschaft geworden, die vornehmlich Dienstleistungen in Handel, Verkehr, Kommunikation etc. anbietet und konsumiert. „Die Schwerpunktverlagerung hin zum tertiären Sektor ist mit wichtigen
2 Diese Einteilung wurde einige Jahre vorher von Colin Clark vorgenommen, Fourastié präzisierte jedoch Clarks Annahmen (vgl. Geißler 2006: S. 163)
3 Es wird sogar von einem quartären oder quintären Sektor gesprochen. Ich belasse es hier bei den in der Wissenschaft noch als aktuell gesehenen drei Sektoren (vgl. Kujath 2003b: S. 3, Schink 2004: S. 293)
3
Veränderungen in der Sozialstruktur, im Schichtgefüge und in den Lebens- und Arbeitsbedingungen verknüpft.“ (vgl. Geißler 2006a: S. 163f.) Zur Verdeutlichung greife ich kurz und exemplarisch die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im letzten Jahrhundert auf. So entwickelte sich die BRD durch die Verlagerung der Produktionskapazitäten vom ersten in den zweiten Sektor zu Beginn des letzten Jahrhunderts, sowie durch Lösung von Problemen der Agrargesellschaft durch Technik, Organisation und verbesserter Infrastruktur, immer mehr zu einer Industriegesellschaft. Der Höhepunkt der Wachstumszahlen im industriellen Sektor wurde in den 1960er Jahren erreicht Bis Mitte der 1970er Jahre kann die BRD als Industriegesellschaft angesehen werden, doch spiegelte sich die fortschreitende Tertiärisierung, also die Nachfrage, Erstellung und Konsumption von Dienstleistungen, dort schon wider und „zeitgenössische Beobachter wähnten die bundesdeutsche Gesellschaft, damals noch West, zusammen mit anderen Industriegesellschaften in einem strukturellen, vielleicht epochalen Wandel“ (Elling/ Kübler 2004: S. 24)
Durch diesen fortschreitenden Wandel in der BRD, vor allem durch die zunehmende Digitalisierung und rapide ansteigende Leistungssteigerung im Kommunikations-und Informationssektor, kann sie als eine hoch entwickelte Gesellschaft charakterisiert werden, die allerdings noch einen starken industriellen Anteil aufweist. Allgemein wird im Zusammenhang mit der Deutschen Sozialstruktur von einer „industriellen Dienstleistungsgesellschaft“ gesprochen. (vgl. Geißler 2006a: S. 163f., Otto/Sonntag 1985: S. 9)
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es vor allem die oben angesprochenen Lebens- und Arbeitsbedingungen in der industriellen Dienstleistungsgesellschaft sind, die sich einem grundlegenden Wandel unterzogen haben. Diese kommen vor allem durch die Verwissenschaftlichung, Technisierung und wachsenden Komplexität der Gesellschaft zu Stande.
Schon 1985 stellten Otto und Sonntag fest, dass sich die Lebensbedingungen für den vom raschen technischen Wandel umgebenen Mensch stark änderten, ja sogar von Informationstechnik geprägt seien und zu hohen Informationsbelastungen führten. Sie konstatierten:
Der steigenden Menge und wachsenden Komplexität verfügbarer Informationen steht die begrenzte und nur in gewissen Grenzen erweiterbare Fähigkeit des Menschen gegenüber, mit Informationsbelastungen fertig zu werden. […] Wie reagieren Menschen auf die wachsende Informationsmenge, insbesondere auf akute oder chronische Informationsbelastung? (Otto/Sonntag 1985: S. 23)
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Arbeit zitieren:
Michael Heina, 2007, Wissen in Zeiten des Internets - Die Entwicklung der Gesellschaft zur „Wissensgesellschaft“, München, GRIN Verlag GmbH
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