Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung 3
2. Queen(s) of Crime - Agatha Christie vs. Ingrid Noll - Analyse und Vergleich
des Kriminalromans Die Apothekerin und des Detektivromans Die Tote in
der Bibliothek 3
2.1 Definitionen 3
2.2 Kriminalroman vs. Detektivroman 4
3. Agatha Christies Die Tote in der Bibliothek - Ein Detektivroman 5
3.1 Fair play, clues red herrings 5
3.2 Der Detektiv 9
3.3 Figurengestaltung und das historische englische Gesellschaftsbild 10
3.4 Das Phänomen Christie 12
4. Ingrid Nolls Die Apothekerin - Ein Kriminalroman(?) 13
4.1 Ein Kriminalroman? 13
4.2 Eine Crime Novel? 14
4.3 Feministische Literatur? 15
5. Schlussbemerkung. 16
6. Literaturverzeichnis 17
2
1. Einleitung
Dame Agatha Mary Clarissa Christie (1890-1976). Wer kennt diesen Namen nicht? Sie ist die ‚Queen of crime’, die in ihrem Leben über 70 Kriminalromane, Kurzgeschichten und Bühnenstücke geschrieben hat. Vor allem hat sie es aber geschafft, sich über so viele Jahre und sogar noch bis über ihren Tod hinaus ganz oben an der Spitze der Kriminalliteratur zu halten. Doch wie kommt es, dass auch heute noch im neuen Jahrtausend so viele Bücher von Christie gerne gelesen und als Meisterwerke betrachtet werden? Ist es der Unterhaltungseffekt? Oder einfach nur weil man sagt, „das ist Kult“? Oder vielleicht weil es auch heute noch niemandem gelingt vor Miss Marple den Mörder zu identifizieren?
Einige dieser Fragen und auch die Frage, was den Kriminalroman so spannend und beliebt macht, sollen in dieser Arbeit beantwortet werden. Und dennoch bleiben einige Fragen offen, wie z.B. die Frage, ob es sich bei Ingrid Nolls Bestseller Die Apothekerin tatsächlich um einen Kriminalroman handelt.
Im Folgenden soll nun anhand der beiden vorherig genannten Autorinnen der Unterschied zwischen dem Kriminal und dem Detektivroman deutlich gemacht werden.
2. Queen(s) of Crime - Agatha Christie vs. Ingrid Noll - Analyse und
Vergleich des Kriminalromans Die Apothekerin und des Detektiv-
romans Die Tote in der Bibliothek
2.1 Definitionen
Der Krimi: Eine der beliebtesten Literaturgattungen unserer Zeit. Doch was ist es, das den Krimi für uns so interessant macht? Mord? Intrige? Verbrechen? Rätsel? Verfolgung? Aufklärung? Und gibt es eine präzise Definition für die Gattung „Krimi“?
Zunächst einmal ist es wichtig eines zu wissen: Es gibt einen Unterschied zwischen dem Kriminalroman (kurz „Krimi“) und dem Detektivroman. Obwohl sich allgemein bei den meisten Leuten die Kurzform „Krimi“ eingebürgert hat, handelt es sich
3
bei der Lektüre doch öfter als man denkt um einen Detektivroman. Aber wie lassen sich diese beiden Arten genau definieren? Laut Richard Alewyn hat der Kriminalroman „überhaupt keine definierbare Grenze - außer gegenüber dem Detektivroman. Denn so nebelhaft die Konturen des Kriminalromans, so scharf sind die des Detektivromans.“ 1 Doch wo genau liegt denn nun der Unterschied zwischen einem Kriminal-und einem Detektivroman? Alewyn beschreibt diesen Unterschied einfach und präzise: „Das ist nicht Sache des Stoffs, sondern der Form.“ 2
2.2 Kriminalroman vs. Detektivroman
Die Handlung besteht ganz grob strukturiert aus drei Teilen: Mord, Ermittlung und Auflösung. 3 Die wichtigsten Elemente, sowohl im Kriminal- als auch im Detektivroman enthalten, sind der Mord (wobei hier erwähnt werden sollte, dass Mord viel ausschließlicher im Detektiv- als im Kriminalroman vorzufinden ist), der Mörder, das Opfer, das Motiv, der Tathergang und dessen Ausgang. 4 Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Erzählform: Beim Kriminalroman findet man eine progressive, parallele Erzählform vor; so auch in Ingrid Nolls Die Apothekerin: Es wird die Lebensgeschichte der Hella Moormann erzählt. Nach und nach, also in chronologischer Reihenfolge, passiert ein Todesfall nach dem anderen. Der Leser kennt die Ausgangssituation und erlebt die Morde direkt in dem Moment, in dem sie geschehen, mit. Der Roman endet jedoch nicht, wie der Detektivroman, mit der Aufklärung der Morde, sondern mit einem offenen Ende und der Spekulation über einen weiteren Mord. Eine kleine Besonderheit in der Erzählform liegt darin, dass die eigentliche sukzessiv erzählte Handlung in eine Rahmenhandlung eingebettet ist. Man kann sich dieses auf zwei Ebenen vorstellen: Die erste Ebene ist die Erzählung in der Rahmenhandlung, sprich die Szenen im Krankenhaus. Und eben in dieser Ebene werden die verschiedenen Morde rückblickend berichtet. Dennoch erlebt der Leser die Morde auf einer zweiten Ebene wiederum parallel mit. Er wird nur hin und wieder auf die erste Ebene zurückgeholt. Dies fällt dem Leser auch optisch auf, da die Szenen im Krankenhaus kursiv gedruckt sind, z.B.:
1 Alewyn (1998), S. 52f.
2 Ebd., S. 53.
3 Suerbaum (1984), S.14.
4 Alewyn (1998), S. 53.
4
„Ein alter Spruch fiel mir ein: Wer schläft, der sündigt nicht, wer vorher sündigt, schläft besser.“ Frau Hirte stieß ein böses Lachen aus. Levin erwartete mich erst am nächsten Nachmittag, […].“ 5
Dagegen ist Agatha Christies Die Tote in der Bibliothek etwas anders aufgebaut: Im Gegensatz zum Kriminalroman wird die Handlung rückläufig erzählt. Sie beginnt mit dem Fund der Leiche in der Bibliothek als Ausgangssituation, beschäftigt sich dann mit den typischen Fragen nach Täter, Motiven, Verdächtigen, Alibis und endet schließlich mit der Auflösung des Hergangs der Tat und der Überführung der Mörder.
Um es noch einmal kurz zusammenzufassen: „Der Kriminalroman erzählt die Geschichte eines Verbrechens, der Detektivroman die Geschichte der Aufklärung eines Verbrechen.“ 6
3. Agatha Christies Die Tote in der Bibliothek - Ein Detektivroman
3.1 Fair play, clues & red herrings
Ein weiterer Unterschied ist in der Erzählperspektive zu finden: In Die Tote in der Bibliothek erhält der Leser seine Informationen von einem allwissenden Erzähler. Dennoch geschieht es oft - gerade bei Agatha Christie - dass wichtige Informationen, die z.B. dem Detektiv bereits bekannt sind, dem Leser verschwiegen werden. So war es z.B. in für Miss Marple kein Problem die beiden Täter, Mark Gaskell und Josephine Turner, zu überführen, ganz im Gegensatz zum Leser. Miss Marple ging an-hand eines Verdachtes auf S. 175 7 ins Rathaus um sich die Ehe-Informationen über die beiden Täter einzuholen. Der Leser jedoch erhält diese Info erst auf S. 183 8 als Miss Marple schon in vollem Gange ist, den Täter zu überführen: „Wie wir jetzt wissen, waren Mark und Josie seit einem Jahr verheiratet.“ 9 Das Personalpronomen
5 Noll (1996), S. 110f.; Hervorhbg. i. O.
6 Alewyn (1998), S. 53.
7 Christie (1978), S. 175.
8 Ebd., S. 183.
9 Ebd.
5
Arbeit zitieren:
Eva Sammel, 2006, Queen(s) of Crime: Agatha Christie vs. Ingrid Noll - Analyse und Vergleich des Kriminalromans 'Die Apothekerin' und des Detektivromans 'Die Tote in der Bibliothek', München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Unterrichtseinheit: E. T. A. Hoffmanns Erzählung "Das Fräulein vo...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 19 Seiten
Jugendkultur und Jugendarbeit in der DDR und in der Zeit der politisch...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 28 Seiten
Sprachstörungen: Verschiedene Formen der Aphasie und Sprachtherapie
Hausarbeit, 15 Seiten
Internationale Schulbuchforschung - Aufgaben, Probleme, Beispiele
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Examensarbeit, 86 Seiten
Textimmanente Untersuchung des Romans 'Der Hahn ist tot' von I...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 17 Seiten
Die literarische Verarbeitung einer Technikkatastrophe bei Theodor Fon...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 30 Seiten
George Bernard Shaw: "Pygmalion": Das Verhältnis von Henry H...
Hausarbeit, 17 Seiten
Eva K. Sammel's Text Queen(s) of Crime: Agatha Christie vs. Ingrid Noll - Analyse und Vergleich des Kriminalromans 'Die Apothekerin' und des Detektivromans 'Die Tote in der Bibliothek' ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Eva K. Sammel hat den Text Queen(s) of Crime: Agatha Christie vs. Ingrid Noll - Analyse und Vergleich des Kriminalromans 'Die Apothekerin' und des Detektivromans 'Die Tote in der Bibliothek' veröffentlicht
Eva K. Sammel hat einen neuen Text hochgeladen
Who Killed Roger Ackroyd?: The Mystery Behind the Agatha Christie Myst...
Pierre Bayard, Carol Cosman
The Bedside, Bathtub & Armchair Companion to Agatha Christie
Dick Riley, Pam McAllister, Bruce Cassiday
0 Kommentare