Inhaltsverzeichnis
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1 Sozialraumorientierung in der offenen Jugendarbeit. 3
2 Sozialräumliche Konzeptentwicklung 5
2.1 Ziele. 5
2.2 Grundlagen 5
2.3 Kriterien 6
2.4 Ablauf. 6
2.5 Methoden der qualitativen Lebensweltanalyse 7
2.5.1. Grundlagen. 7
2.5.2. Stadtteilbegehung mit Kindern und Jugendlichen 8
2.5.3. Cliquenraster 9
3 Zusammenfassung 10
4 Literaturverzeichnis 11
5 Anhang. 12
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1 Sozialraumorientierung in der offenen Jugendarbeit
Warum sprechen wir heute über eine Sozialraumorientierung in der offenen Jugendarbeit? Anfang der 90er Jahre stellten Lothar Böhnisch und Richard Münchmeier fest, dass Jugendliche sich verstärkt sozialräumlich orientieren. Für Jugendliche hat der unmittelbare Lebensraum, der Stadtteil, das Viertel, an Bedeutung zugenommen. Im Gegenzug findet ein Bedeutungsverlust von Institutionen, tradierten Rollen und Normen statt. Jugendliche finden kaum noch vorgefertigte Lebensläufe vor, an denen sie sich orientieren können. Das von Böhnisch und Münchmeier benannte Prinzip des „bildungsoptimistischen Lebensentwurfes“ (Böhnisch/Münchmeier 1999, 56ff), der Verzicht im Heute und Jetzt und die Hoffnung durch Bildung, in der Zukunft, bessere soziale und berufliche Chancen zu haben, wird von den Jugendlichen gegen eine Idee der sozialräumlichen Mobilität eingetauscht. Der Sozialwissenschaftler Ulrich Beck hat diese gesamtgesellschaftliche Entwicklung in seinem Konzept der Risikogesellschaft beschrieben.
Alexejew Leontjew, sowjetischer Psychologe und Vertreter der kulturhistorischen Schule, stellt die Bedeutung des Raums in seinem „Aneignungskonzept“ ins Zentrum. Für Leontjew ist die Raumaneignung eine tätige Auseinandersetzung des handelnden Subjekts mit der Umwelt, die bereits wesentlich durch menschliche Tätigkeiten geschaffen oder verändert wurde. Klaus Holzkamp hat das Konzept von Leontjew weiterentwickelt. Für ihn steht außer Frage, dass eine erfolgreiche Raumaneignung zu einem Kompetenzzuwachs bei Jugendlichen führen kann. Holzkamp ist Aneignung eine kreative Gestaltung von Räumen und Symbolen. Sie ist Inszenierung im öffentlichen Raum und Veränderung vorgegebener Situationen und Arrangements. Für Ulrich Deinet ist die aktive Erschließung der Lebenswelt, durch Kinder und Jugendliche, ein schöpferischer Prozess. Die Raumaneigung stellt somit einen Gegenentwurf zum Konstrukt der „gefährlichen“ Straße dar.
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„“Herumhängen, Blödeln, Action machen“ beschreibt sicher nur einige Qualitäten, die öffentliche Räume für Jugendliche attraktiv machen. Aber bereits damit wird deutlich: gegenüber dem verbreiteten Konstrukt der „gefährlichen“ Straßen hat eine sozialräumliche Jugendarbeit eine ganz andere Sicht auf die Qualitäten von Räumen. Überspitzt könnte man sagen: Prävention bedeutet, den öffentlichen Raum zum „Herumhängen...“ zurückzugewinnen und nicht nur, ihn „sicherer“ zu machen“ (Deinet 2002, 42).
Sozialräumliche Jugendarbeit erhält somit ein jugendpolitisches Mandat, für die Schaffung und den Erhalt öffentlicher Räume für Kinder und Jugendliche, die keine bloßen Arbeits-, Konsum- und Kontrollräume sind. Offene Jugendarbeit wird aber auch selbst Medium der Raumaneignung, indem sie Kindern und Jugendlichen Räume zur Verfügung stellt, die noch gestaltbar sind und ihnen bei ihrer Entwicklung anregen und unterstützen. Die Grundannahme der Offenen Jugendarbeit, alle Kinder und Jugendliche eines bestimmten Einzugsgebietes für die Angebote des Hauses gewinnen zu können, ist überholt. Differenzierung der Angebote, Überwindung des „einrichtungsbezogenen“ Selbstverständnisses und somit einhergehend Vernetzung und Kooperation der Einrichtungen und Träger im Sozialraum sind notwendig.
„Konzeptionelle Differenzierungen aufgrund der Veränderungen in der Lebenswelt bedeuten den konsequenten Ausbau einzelner Arbeitsbereiche und Ansätze zu lebensweltorientierten Funktionen, die aus Sicht der Kinder und Jugendlichen einen hohen Gebrauchswert besitzen“ (Deinet 1996, 15).
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2 Sozialräumliche Konzeptentwicklung
2.1 Ziele
Entscheidet sich eine Einrichtung der Offenen Jugendarbeit zukünftig sozialräumlich arbeiten zu wollen, ist eine umfassende Konzeptentwicklung notwendig. Die MitarbeiterInnen einer Einrichtung bzw. eines Träger sollten sich eigene Ziele formulieren, die Vorrausetzung für eine Konzeptentwicklung sind. Neben den spezifischen eigenen Zielen kann man, nach Deinet, bestimmte allgemeine Ziele feststellen. Die Einrichtung möchte sich von ihrem „einrichtungsbezogenen“ Selbstverständnis verabschieden und ihre Arbeit an der Qualität des Sozialraums orientieren. Ziel der Konzeptentwicklung ist es, sich von der Einstellung zu verabschieden, zu wissen was die Jugendlichen brauchen, stattdessen die MitarbeiterInnen zu befähigen die Lebenswelten der Jugendlichen im Sozialraum zu erforschen und zu verstehen. Eine Konzeptentwicklung bietet die Chance die bisherige Arbeit zu reflektieren und gegebenenfalls neue Schwerpunkte im Sozialraum zu definieren.
2.2 Grundlagen
Allen Beteiligten muss klar sein, dass eine Sozialräumliche Konzeptentwicklung kein inhaltliches Konzept vorgibt, sondern es sich um einen Prozess der Einrichtung handelt, welche sich an den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen orientiert. Dieser Prozess wird nicht von außen vorgegeben oder formuliert, sondern entwickelt sich von innen heraus. Ulrich Deinet schlägt zwei Methoden der Analyse vor. Zum einen soll eine umfassende Quantitative Sozialraumanalyse stattfinden. Dabei wird der Sozialraum als sozialgeografische Kategorie erforscht. Statistisches Material der Jugendhilfeplanung, zur sozialen Infrastruktur (Migrantenanteil,
Erwerbslosenanteil, Altersstruktur der Wohnbevölkerung), kann die Arbeit erleichtern und erübrigt eine eigenständige und zeitaufwendige Erhebung. Die andere und für Ulrich Deinet bedeutsamere Methode ist die Qualitative Lebensweltanalyse. Deinet differenziert bewusst zwischen beiden Methoden, da es sich bei der Qualitativen Lebensweltanalyse um eine subjektorientierte, kleine
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Arbeit zitieren:
Eric Schley, 2005, Sozialräumliche Konzeptentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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