Inhaltsverzeichnis
0. Vorwort. 3
1. Das körpereigene Musikinstrument „Stimme“ 4
1.1. Kurze anatomische Erläuterungen. 4
1.1.1. Das Ansatzrohr (supralaryngeale Resonanzräume) 4
1.1.2. Der Kehlkopf (Larynx) 4
1.2. Die professionell ausgebildete Gesangsstimme 6
1.3. Der Eutonus - Grundprinzip für das Singen und die Arbeit mit der Stimme 7
1.4. Optimale Körperhaltung 9
1.5. Schaffung von Resonanzräumen 14
1.6. Der Atemtrakt 15
1.7. Stimmpflege 23
1.7.1. Stimme und Nachahmung 23
1.7.2. Der natürliche Tonumfang der Kinderstimme. 24
1.7.3. Übungen für die Stimme und mit der Stimme. 25
1.7.4. „Jeder kann singen “ - „Jeder kann singen?“ - Die „Brummer“ 30
2. Fazit 33
3. Quellenverzeichnis 34
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0. Vorwort
Singen macht Spaß. Singen ist Teil unseres Lebens, unserer und einer jeden Kultur, zu fröhlichen und zu traurigen Anlässen. Eigenes Singen oder zumindest der Gesang anderer Menschen begleitet uns vom Beginn bis zum Ende unseres Daseins. Kleine Kinder und auch Kinder der Grundschule singen besonders gerne. Sie schämen sich nicht, wie vielleicht Jugendliche, anderen ein Lied vorzutragen. Es kommt ihnen (noch) nicht auf das perfekte Halten der Melodie oder die korrekte Intonation an. Im Vordergrund stehen der Gebrauch und das Ausprobieren des körpereigenen Instruments Stimme.
Diese innere Freude und Motivation zu Singen sollte und muss auch schon in der Grundschule gepflegt werden. Leider aber dominiert bei Primarschülern das bloße „Singenlassen“ seitens der Lehrer: Zum Teil ohne Rückkopplung tragen die Kinder ein Lied vor. Das musikalische Ausdrücken des Kindes wird lediglich hingenommen. Dass die Stimme aber eine Gabe ist, die „gepflegt, entwickelt und aufgebaut“ (WAGNER, 1992, S. 38) werden muss, kann - nein, muss - auch schon in der Grundschule selbstverständlicher Bestandteil des Singens sein. Selbstverständlich darf nicht eine Singstimme angestrebt werden, die Berufssängern gleichkommt. Die ‚Möglichkeiten der stimmbildnerischen Einflussnahme auf die kindliche Singstimme dürfen nicht überschätzt werden’ (vgl. HELMS et al., 1997, S. 106).
In dieser Seminararbeit habe ich mich mit dem Stimmapparat an sich, sowie seiner Pflege und Erhaltung im Grundschulbereich auseinandergesetzt. Es werden theoretische Grundlagen als auch praktische Umsetzungsmöglichkeiten dargelegt, die zeigen, dass Stimmbildung keineswegs nur ausgebildete Sänger angeht, und ohne große Probleme kindgerecht in den Unterricht eingebaut werden kann.
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1. Das körpereigene Musikinstrument „Stimme“
1.1. Kurze anatomische Erläuterungen
1.1.1. Das Ansatzrohr (supralaryngeale Resonanzräume)
Das Ansatzrohr umfasst alle für das Sprechen und Singen nötigen Bestandteile im Kopfbereich. Es stellt in seiner Gesamtheit eine Art Hohlraum dar, der kaudal (am unteren Ende des Organs) von den Stimmlippen und kranial (am oberen Ende des Organs) von den Mundlippen und den Nasenöffnungen begrenzt ist. Das Ansatzrohr setzt sich zusammen aus:
• dem Mundvorhof und der Mundhöhle,
• dem Nasenhaupthof und den Nasennebenhöhlen,
• dem Rachen (unterteilt in unterer Rachen, Mundrachen, Nasenrachen),
• und dem hier für uns interessanten Kehlkopfanteil.
1.1.2. Der Kehlkopf (Larynx)
Der Kehlkopf ist Teil des Atemtraktes, und muss sich als Knorpelgerüst vorgestellt werden, dass durch Gelenke, Bänder und Muskeln zusammengehalten und bewegt wird. Im Larynx findet die Bildung des Primärklanges statt, der im Rachen-, Mund- und Nasenraum zur individuellen Stimme geformt wird.
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Der Kehlkopf hat primär vitale Aufgaben zu erfüllen, z.B. den Schutz der Atemwege vor eindringenden Speisen oder Fremdkörpern, sich äußernd im Husenreflex. Lediglich sekundär ist er stimmerzeugendes Organ, d.h. im Prozess der Stimmgebung, auch Phonation genannt, wird der Luftstrom aus der Lunge in hörbaren Klang umgewandelt. Dabei trifft die Luft auf die Stimmlippen, die daraufhin zu schwingen beginnen. Der so erzeugte Primärton wird durch die Resonanzwirkung des
Verengung (Schließung) der Stimmritze (der Raum zwischen den Stimmlippen, durch den die Luft strömt) und für die Spannungsregulation der Stimmlippen, und damit für die Tonhöhe. Die Abbildung zeigt die Stimmlippen, die (weiß) geschlossen aneinander liegen. Der senkrechte, dünne schwarze Strich entspricht der Stimmritze.
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1.2. Die professionell ausgebildete Gesangsstimme
Die ungeübte Stimme eines Laiensängers klingt nicht nur anders als die eines ausgebildeten Sängers, der Klang einer ungebildeten Stimme ist in der tieferen Lage außerdem anders, als in einer höheren. Stimmbrüche, also abrupte Klangunterschiede, sind dagegen dem geschulten Sänger in der Regel fremd, denn er kann seine Stimme über alle Lagen hinweg gleichmäßig kraftvoll ausschöpfen. Weiterhin ist der professionelle Sänger - im Gegensatz zum ungeübten Sänger - im Stande, seiner Stimme unterschiedliche Klangfarben zu verleihen. Hartes, warmes oder metallisches Singen ist ihm in fast jeder Lage ohne Probleme möglich. Diese Art der Gesangsgestaltung steht z.B. einem Laienchor-Sänger nur begrenzt zur Verfügung, auch wenn seine „musikalische Phantasie ihn zu [einem] sensiblen künstlerischen Ausdruck“ (BINGE, 1994, S. 169) befähigen würde.
Ein geübter Sänger muss außerdem seine Stimme bei ihrem Einsatz nicht jedes Mal neu finden, und kann „die Teile seiner Stimme mühelos koordinieren und zusammenschalten“ (BINGE, 1994, S. 169).
Möglich wird ihm dies u.a. durch eine gut trainierte Muskulatur, ein „aufgeschlossenes Muskelnetz“ (BINGE, 1994, S. 169) im Bereich des Kehlkopfes. Mit Hilfe von Übungen, die die einzelnen Muskelgruppen trainieren, erreicht der Sänger schließlich über längere Zeit den Aufbau von Spannungsverhältnissen, die ihm ein lockeres aber präzises Singen in unterschiedlichen Tonlagen, auf verschiedenen Vokalen, laut oder leise, und unter verschiedenen Klangfärbungen ermöglichen. Bei diesem lockeren Singen, bei dem eine Balance zwischen den Spannungsverhältnissen erreicht werden, aber gleichzeitig Verkrampfung vermieden werden soll, spricht man auch von einer „Ökologie des Singens“ (BINGE, 1994, S. 169), einer stimmhygienischen und effektiven Muskelspannung, die dem geschulten Sänger sicher schon in Fleisch und Blut übergegangen und Voraussetzung für schönes Singen ist.
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Ein optimaler Gesangston verfügt über Obertöne, egal ob forte oder piano gesungen wird, so dass eine gewisse Tragfähigkeit erkennbar wird. Deshalb versuchen schlechte Sänger, oft laut zu singen, um den Mangel an Obertönen durch Lautstärke auszugleichen. Wann ein Ton diese Tragfähigkeit gewinnt, muss von jedem Sänger individuell erhört und geübt werden, um irgendwann punktgenau aufgerufen werden zu können.
Solch eine trainierte Gesangsstimme kann im Primarbereich freilich nicht das Ziel sein. Sie fordert eine konsequente und langwierige Übung, mit der außerdem erst nach der vollkommenen Stimmausbildung, also nach dem pubertären Stimmbruch begonnen werden sollte. Andernfalls kann die Stimme nachhaltig geschädigt werden. Welche Möglichkeiten sich allerdings für die ansatzhafte Stimmbildung in der Grundschule bieten, die wie in der professionellen Gesangsausbildung auf der „Aktivierung von Körper, Atmung und Resonanz“ (HELMS et al., S. 106) beruhen, um eine schöne, ausgeglichene Singstimme bei Kindern zu erhalten, soll im Folgenden dargelegt werden.
1.3. Der Eutonus - Grundprinzip für das Singen und die Arbeit mit der Stimme
Das Wort „Eutonus“ leitet sich ab aus dem griechischen „eu“ für gut, und „Tonus“, einem Spannungszustand, und meint medizinisch den regulären, natürlichen und optimalen „Spannungszustand von Muskeln und Gefäßen“ (WAGNER, 1992, S. 40). Der Begriff Eutonus ist aber als „Lebendigkeitsprinzip“ (WAGNER, 1992, S. 40) auch auf andere Bereiche, wie das Singen, übertragen worden. Zur Verdeutlichung diese Graphik:
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Arbeit zitieren:
Susann Sulzbach, 2003, Zur Bedeutung und praktischen Umsetzung von Stimmbildung im Musikunterricht mit Primarschülern, München, GRIN Verlag GmbH
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