Gliederung:
Gliederung : 2
Allgemeines zum Wartburgkrieg 3
Die Sage um den Sängerstreit. 4
Historische Fakten 10
Romantik - Rezeption des Stoffes. 12
2
Allgemeines zum Wartburgkrieg
Die Wartburg. Am Rande des Thüringer Waldes gelegen, war die Wartburg Schauplatz zahlreicher historischer Ereignisse und schwebt in einem Nimbus von Geschichtserinnerungen und Sagen. Troubadours und Minnesänger inspirierten die großen Minnehöfe Poitiers, Wiens und natürlich der Wartburg in der Zeit des Sängerkrieges. Es wurden ritterliche Standesideale besungen, wie Zucht und mâze, Treue im Lehen - und Frauendienst, als auch Schutzbereitschaft für Arme und Schwache. Auf der Wartburg wurden oft ritterliche Aventüren besungen (von Dellingshausen, 1983: 19).
Der Sängerstreit auf der Wartburg ist keine Volkssage, keine literarische Erfindung aus einem Guss, sondern weist eine äußerst komplizierte Stoffgeschichte auf. Es gibt wenige Überlieferungen über die Sänger des Wartburgkrieges, der die Wartburg so heraushob. Walther von der Vogelweide traf mutmaßlich 1206, anlässlich des Sängerstreits, erstmals auf Wolfram von Eschenbach. Beide klagten über die recht gemischte Gesellschaft, rühmten aber die Gastfreundschaft, Güte und Hilfsbereitschaft des Landgrafen, dem sie in ihren Liedern Dank sagten. Walthers politische Gesänge und Sprüche spiegeln den Kampf seiner Zeit wieder (ebd.: 20-21). Die Sage um den Sängerstreit auf der Wartburg wurde noch Jahrzehnte später mündlich überliefert, bis zur schriftlichen Darstellung durch einen unbekannten Künstler im 13. Jahrhundert.
3
Die Sage um den Sängerstreit
Die Sage um den Wartburgkrieg wurde vorwiegend durch Chronikberichte in die Neuzeit transportiert, dies betrifft vor allem drei Texte des 13. Jahrhunderts, die aufeinander Bezug nehmen aber verschiedene Intentionen verfolgen. Der erste Text ist unter der Miniatur 1 , die dem Wartburgkrieg in der Manesseschen Handschrift vorangestellt ist, zu finden. Die vorangestellte, zweistöckige Miniatur stellt Streitdialoge dar. Oben thronen der Landgraf Hermann, mit erhobenem Schwert als Zeichen seiner ritterlichen Gewalt, und seine Gattin Sophia. Sie scheinen dem Geschehen ein wenig entrückt, welches unten verhandelt wird, aber es ist alles auf sie bezogen. Im unteren Bereich der Miniatur sind sieben Männer mit typischen Redegesten zu sehen, von dozieren bis diskutieren. Die Beischrift benennt sechs davon: „Hie kriegent mit sange her Walther von der Vogilweide, her Wolfram von Eschilbach, her Reiman der Alte, der Tugenthafte Schriber, Heinrich von Ofterdingen und Klingesor von Ungerlant.“. Dies sind auch die Sängerrollen, bis auf kleinere Unstimmigkeiten, die in den Wartburgkrieggedichten vorkommen (Wachinger, 2004: 13-14). Nach Bechstein handelt es sich bei oben genannten Sängern um sechs edle und tugendsame Männer. Heinrich Schreiber, Walther von der Vogelweide, Reinmar und Wolfram von Eschenbach werden als rittermäßige Mannen beschrieben. Bitterolf gehört bei Bechstein zur Dienerschaft der Gräfin, während Ofterdingen als ein Bürger Eisenachs von einem frommen Geschlechte charakterisiert wird (Möhrig-Marothi, Rölleke, 2004: 34-35).
Die Geschehnisse des Sängerstreits fanden Niederschlag in zwei großen Dichtungen: dem Fürstenlob und dem Rätselspiel, worauf ich im folgenden näher eingehe. Diese zwei Texte, die auf bereits oben beschriebenes Bild folgen, sind Strophen in der Tradition der Sangspruchdichtung, wobei sowohl der Verfasser als auch die Melodien unbekannt sind.
1 s. Anhang, Abb. 1
4
In den verschiedenen Handschriften sind die diversen Texte von verschiedenen Autoren zum Teil unvollständig aneinander gereiht oder durcheinander gewürfelt. Seit Karl Simrock (1858) war endgültig klar, wie die einzelnen Strophengruppen zu selbstständigen Gedichten und Gedichtsfragmenten zusammengehörten. Aber trotz allem gab es immer noch viele Probleme es wurden beispielsweise verschiedene Zwischentexte, die dazu beitragen sollten, das vorliegende Strophenmaterial zu einer kohärenten Geschichte zu fügen, eingefügt. Wichtig hierbei ist es, sich den einzelnen Texten zuzuwenden und diese voneinander abzugrenzen (Wachinger, 2004: 15-16). Den Anfang der Texte bildet das so genannte Fürstenlob, welches zwischen 1260 und 1280 entstanden ist und aus 24 Strophen besteht. Thematisch beschäftigt sich dieser Text mit einem Streit auf Leben und Tod zwischen Ofterdingen und den anderen fünf Sängern darüber, wer den besten Fürsten lobt und damit der beste Sänger ist. Heinrich von Ofterdingen tritt als Provokateur auf und vertritt den Ruhm des Herzogs von Österreich. Der tugendhafte Schreiber und Walther setzen sich hingegen für Hermann von Thüringen ein. Reinmar und Wolfram sind am Anfang als Schiedsrichter eingesetzt, greifen aber dann zu Gunsten des Landgrafen ein (ebd.: 16). Hermann I. hat alle Sänger aufgerufen, die ritterlichen Tugenden der herrschenden Fürsten zu preisen. Das erste Singen übernimmt Heinrich von Ofterdingen. Er lobt die Freigiebigkeit Hermanns, wobei sich später herausstellt, dass dies nur eine höfliche Geste war (von Dellingshausen, 1983: 25). Er fordert alle anderen Sänger heraus, da er den Herzog von Österreich für den besseren Herrn hält (Wachinger, 2004: 17). Ofterdingen glaubt, das nur Leopold das hohe Ziel der Beherrschung der sieben ritterlichen Tugenden beherrscht. Damit beleidigt Hermann und verstößt somit gegen die erste Tugend der mâze (von Dellingshausen, 1983: 25). Der Streit wird wie ein Gerichtszweikampf inszeniert und wenn Ofterdingen verliert, droht ihm die Todesstrafe (Wachinger, 2004: 17).
Diese unrealistische Situation wurde konstruiert, um ein Problem zu verdeutlichen. Die Sänger erhalten Geschenke und Unterhalt vom Landgrafen und im Gegenzug, preisen sie ihn vor Gott und der Öffentlichkeit.
5
Arbeit zitieren:
Claudia Wipprecht, 2006, Der Sängerstreit auf der Wartburg und seine literarische Rezeption in der Romantik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Claudia Wipprecht's Text Der Sängerstreit auf der Wartburg und seine literarische Rezeption in der Romantik ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Claudia Wipprecht hat den Text Der Sängerstreit auf der Wartburg und seine literarische Rezeption in der Romantik veröffentlicht
Claudia Wipprecht hat einen neuen Text hochgeladen
Walther von der Vogelweide und die Literaturtheorie
Neun Modellanalysen von "Nemt,...
Johannes Keller, Lydia Miklautsch
Die ,Reinmar-Lieder' Walthers von der Vogelweide
Literarische Kommunikation als...
Ricarda Bauschke
0 Kommentare