Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis. IV
1 Einleitung. 1
1.1 Abgrenzung des Themas 2
1.2 Aufbau der Arbeit. 3
2 Allgemeine Grundlagen zu Hedgefonds. 3
2.1 Abgrenzung zu anderen Investments 6
2.2 Zielgruppe 7
2.3 Nutzen für die Investoren. 8
2.4 Hedgefonds: Sammelbegriff für eine heterogene Gruppe von
Anlagem öglichkeiten. 12
2.5 Übliche Risikofaktoren von Hedgefonds 13
2.5.1 Allgemeine Risiken 14
2.5.1.1 Hebelrisiko (Leverage Risk) 14
2.5.1.2 Marktrisiko (Market Risk) 15
2.5.1.3 Kreditrisiko (Credit Risk) 15
2.5.1.4 System-, Prozess- und rechtliches Risiko (Systems, Process
Legal Risk) 16
2.5.1.5 Strukturrisiko (Structure Risk) 17
2.5.2 Charakteristische Risiken von Hedgefonds. 18
2.5.2.1 Liquiditätsrisiko (Liquidity Risk) 18
2.5.2.2 Schlüsselpersonenrisiko (Key Person Risk) 19
2.5.2.3 Modellrisiko (Model Risk) und Mark-to-Market-Risk. 20
2.5.2.4 Operationale Risiken (Operational Risk) 20
2.5.2.5 Stilrisiken (Style Risks) 21
2.5.2.6 Reputationsrisiko (Reputational Risk) 21
2.5.2.7 Größen-, und Konzentrationsrisiko (Size, Concentration
Risk ) 22
2.5.2.8 Eisbergrisiko (Iceberg Risk) 22
2.5.2.9 Gegenpartei-Risiko (Counter Party Risk) 23
2.5.2.10 Transparenzrisiko (Transparency Risk) 23
I
3 Transparenz und Risiko 24
3.1 Der Begriff der Transparenz 25
3.2 Der Begriff der Due Diligence 27
3.3 Gerne betrachtete Risikomaße 28
3.3.1 Exposure-Analyse 29
3.3.2 Standardabweichung bzw. Volatilität. 29
3.3.3 Maximum Drawdown (Maximaler Wertverlust) 31
3.3.4 Value at Risk 31
3.3.5 Stress Tests 32
3.4 Rendite und Risiko 32
3.4.1 Eindimensional: Net Asset Value (NAV) 33
3.4.2 Zweidimensional: Sharpe Ratio 33
3.5 Allgemeine Bemerkung zum Thema Risiko 34
4 Vergleichbarkeit für Hedgefonds 34
4.1 Problem der Heterogenität von Hedgefonds-Indizes 35
4.2 Weitere Verzerrungen oder Biases in den Indexdaten. 37
4.3 Index-Indizes 38
4.4 Vergleichbarkeit zusammengefasst. 39
5 Die Idee eines standardisierten Basisberichts für Hedgefonds 40
5.1 Die wichtigsten Daten auf einen Blick 41
5.2 Selektion der Risikoinformationen für den Basisbericht. 42
5.3 Weitere Daten für den Basisbericht 42
5.4 Berichtszeitraum und Regelmäßigkeit 43
6 Betrachtung der verschiedenen Hedgefonds Strategien 43
6.1 Long / Short Equity 47
6.1.1 Risikostruktur und Besonderheiten 47
6.2 Short Biased 49
6.2.1 Risikostruktur und Besonderheiten 51
6.3 Global Macro. 52
6.3.1 Risikostruktur und Besonderheiten 53
6.4 Convertible Arbitrage 54
6.4.1 Risikostruktur und Besonderheiten 55
6.5 Event-Driven 56
II
6.5.1 Risikostruktur und Besonderheiten 56
6.6 Emerging Markets 57
6.6.1 Risikostruktur und Besonderheiten 58
6.7 Fixed Income (Arbitrage) 59
6.7.1 Risikostruktur und Besonderheiten 60
6.8 Market Neutral 60
6.8.1 Risikostruktur und Besonderheiten 61
6.9 Kurze Zusammenfassung der Strategien. 62
7 Abschließende Bemerkungen zum Thema Transparenz und Risiko 63
8 Schlussbetrachtung 64
9 Zusammenfassung 66
Literaturverzeichnis 68
Anhang 1: Entwurf eines Basisberichts, Muster 71
Anhang 2: Entwurf eines Basisberichts, Beispiel (imaginärer Hedgefonds )
73
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die 10 größten Hedgefonds, Stand 2002
Abbildung 2: Effizienzkurve eines gemischten Portfolios.
Abbildung 3: Effizienzkurve eines Aktienportfolios
Abbildung 4: Gründe für die Nicht-Investition in Hedgefonds
Abbildung 5: Risikomaße in der Betrachtung von Anbietern und
Investoren.
Abbildung 6: Heterogenität der Hedgefonds-Indizes.
Abbildung 7: Welche Informationen wünschen Investoren von
Hedgefonds ?
Abbildung 8: Grobe Übersicht der Risikoklassen von einigen
Hedgefonds -Strategien
Abbildung 9: IRC-Vorschlag zur Kategorisierung von Hedgefonds
Abbildung 10:Risikoprofil für Long/Short Equity Strategie
Abbildung 11: Risikoprofil für Short Biased Strategie.
Abbildung 12: Risikoprofil für Global Macro Strategie
Abbildung 13: Risikoprofil für Convertible Arbitrage Strategie
Abbildung 14: Risikoprofil für Event-Driven Strategie.
Abbildung 15: Risikoprofil für Emerging Markets Strategie
Abbildung 16: Risikoprofil für Fixed Income Strategie
Abbildung 17: Risikoprofil für Market Neutral Strategie.
IV
1 Einleitung
Hedgefonds geraten zunehmend in den Fokus öffentlichen Interesses. Während die eine Seite die angeblich marktneutrale und risikooptimierte Rendite dieser Anlagemöglichkeit lobt, kritisiert die Gegenseite die mangelnde Transparenz und die Gefahren für den Kapitalmarkt, die von den Hedgefonds ausgehen würden. Gerade Investoren, die in der Vergangenheit in den falschen Hedgefonds angelegt haben, prangern gerne die absolute Undurchsichtigkeit und das überzogene Risiko dieser Fonds an. Die Befürworter von Hedgefonds weisen auf den hohen Diversifizierungsnutzen für ein gegebenes Gesamtportfolio hin: die oft betonte geringe oder gar nicht vorhandene Korrelation mit den traditionellen Investments bringe Stabilität in jedes Depot. Die Gegner der Hedgefonds hingegen bemängeln die Intransparenz der Anlageprozesse innerhalb dieser Fonds und warnen vor nicht kalkulierbaren Risiken. Die Fonds werden oft als finanzielle „Black Box“ bezeichnet; Der Anleger investiert in einen Hedgefonds, kommt eventuell Jahre lang nicht an sein Geld, und am Ende der Investitionsperiode steht dann entweder ein enormer Profit oder ein Totalverlust, wobei sich weder das Eine noch das Andere erklären oder nachvollziehen lassen würde.
Ein Problem der Hedgefonds ist ihre Intransparenz. Diese liegt zum einen in teilweise komplexen Handelsstrategien begründet, die nur ein Finanzmathematiker entschlüsseln könnte. Zum anderen geben sich Hedgefonds gerne bedeckt, weil sie fürchten, durch Offenlegungen sensibler Daten, einen Wissensvorsprung vor anderen Marktteilnehmern einzubüßen. Ein weiterer Grund für Intransparenzen könnte darin liegen, dass die Manager nicht genau wissen, welche Daten oder Informationen die Investoren wünschen. Das Problem der fehlenden Transparenz soll in dieser Arbeit näher untersucht werden.
Ein weiteres Phänomen bei Hedgefonds ist die bereits erwähnte Korrelation bzw. das Fehlen derselben. Der Problematik der Vergleichbarkeit ist ebenfalls ein Teil dieser Arbeit gewidmet.
1
1.1 Abgrenzung des Themas
Diese Arbeit soll Wege aufzeigen und Instrumente vorstellen, mit denen Hedgefonds für Investoren transparent und vergleichbar werden. Für In-vestoren ist die Einschätzung des Risikos ihres Investments wichtig. Nur so kann eine Investition auf ein bestehendes Portfolio abgestimmt, bzw. ein neues ausgewogenes Portfolio aufgebaut werden. Der Schwerpunkt wird auf dem Aspekt der Transparenz liegen: Ein Anleger muss die Prozesse und Risiken in einem Hedgefonds verstehen können und dazu muss er sie erkennen können. Ziel ist es, dem Investor ein Hilfsmittel an die Hand zu geben mit dem er relativ schnell das potenzielle Investment hinsichtlich der zu erwartenden Risiken einschätzen kann. Eine verbesserte Transparenz erleichtert auch den Vergleich des betrachteten Hedgefonds mit anderen Anlagen (anderen Hedgefonds, traditionellen Anlagen und weiteren Investments). Das führt zu einem weiteren Element dieser Arbeit: Vergleichbarkeit von Hedgefonds.
In diesem Punkt geht es hauptsächlich darum, herauszufinden in wie weit Hedgefonds mit anderen Investments korrelieren, welche Benchmarks sinnvoll sein können und in wie weit die Bildung von Hedgefonds-Indizes (besonders strategiebezogenen Indizes) die Vergleichbarkeit erleichtert. Um die Arbeit übersichtlich zu halten, werden exemplarisch nur die gängigsten Hedgefonds-Strategien zur Betrachtung herangezogen. Diese Strategien werden später genauer vorgestellt. Sonderformen wie Private Equity Fonds, REITs oder andere Immobilienfonds fallen nicht unter die in dieser Arbeit als Hedgefonds bezeichneten Anlagen. Da der Begriff der Hedgefonds ein breites Anlageuniversum unter einen Sammelbegriff zusammenführt, werden die verschiedenen Strategien einzeln betrachtet. Einige der zuvor aufgeführten Aussagen können nämlich durchaus auf einen Anlagestil zutreffen, auf die meisten anderen aber nicht. Einen einzigen Typ von Hedgefonds gibt es also nicht, was zum Teil die unterschiedlichen Ansichten zu diesen Anlageinstrumenten erklären könnte. Die ausgesuchten Strategien werden zunächst allgemein vorgestellt. Im Hinblick auf die Schwerpunktsetzung dieser Arbeit werden dann die speziellen Risikofaktoren jeder Strategie erläutert. Denn diese
2
Faktoren gilt es erkennbar und einschätzbar, also transparent, zu machen. Der Begriff der Transparenz steht im Sinne dieser Arbeit eng in Verbindung mit der Darstellung von Risiko.
Weitere Abgrenzungen bestehen darin, dass nur die wichtigsten Kennzahlen und die wesentlichsten Schlüsselrisiken zur Beobachtung herangezogen werden.
1.2 Aufbau der Arbeit
Zunächst wird das Anlageinstrument Hedgefonds kurz vorstellen. Da das Thema Risiko ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit ist, werden die verschiedenen Formen von Risiken, die ein Investment in Hedgefonds birgt, genauer erläutert. Anhand der verschiedenen Risiken und der Vielzahl von Hedgefonds-Strategien soll der Bedarf an Transparenz für potenzielle Investoren geklärt werden.
Im Übergang zum Hauptteil werden die Begriffe der Transparenz und Vergleichbarkeit im Sinne dieser Arbeit definiert. Des Weiteren wird auf verwendete Risikokennzahlen eingegangen.
Darauf folgend werden die einzelnen Strategien zunächst allgemein und dann in Bezug auf die Schwerpunktsetzung vorgestellt. Es werden Wege aufgezeigt und diskutiert, wie die jeweiligen Strategien und Hedgefonds allgemein für Investoren besser einschätzbar werden könnten.
2 Allgemeine Grundlagen zu Hedgefonds
Hedgefonds können definiert werden als treuhänderisch verwalteter Vermögenspool; eine Geldsammelstelle, deren Vermögensverwalter kaum rechtlichen oder anlagetechnischen Beschränkungen unterliegt 1 . Es wird versucht, unter Einsatz aller denkbaren Anlagestrategien und Instrumente, eine im Idealfall vom allgemeinen Kapitalmarkt unabhängige Rendite zu erzielen.
1 Vgl. Kaiser, D.G. (2004), S. 19
3
Der erste Hedgefonds wird auf den Amerikaner Alfred W. Jones zurückgeführt 2 . Dieser gründete 1949 einen Fonds, der neben den üblichen Praktiken auch Hebelwirkung (Leverage 3 ) in Form von Fremdkapital und Leerverkäufe einsetzte. Durch den Einsatz von Fremdkapital konnte die Rendite gehebelt werden und durch die Leerverkäufe konnte auch von fallenden Märkten profitiert werden. Gehandelte Instrumente waren Aktien. Diese Form des Hedgefonds ist heute noch als Long / Short Equity Strategie sehr geläufig. Heute kommen zusätzlich in den Portfolios der Hedgefonds unter anderen folgende Instrumente und Transaktionen zum Einsatz: diverse Formen von Finanzderivaten auf Aktien, Renten, Währungen, Rohstoffe, Immobilien sowie die eben genannten Underlyings 4 selbst; Käufe sowie Leerverkäufe dieser Produkte und Arbitragetransaktionen.
Hedgefonds zeichnen sich im Allgemeinen durch folgende weitere Charakteristika aus:
• Bestand in Form einer Limited Partnership in den USA oder als Off-Shore Fund außerhalb der USA.
• Entlohnung des Managements (Gebühren) bei Erfolg höher als bei schlechter Wertentwicklung, bzw. die Gehälter hängen eher von der Performance als vom verwalteten Gesamtvermögen ab.
• Das Management investiert oft zu denselben Bedingungen wie alle anderen Anleger in ihre eigenen Fonds.
Das größte Aufkommen von Hedgefonds gibt es in den USA (33,9%), gefolgt von den Cayman Islands (18,9%) und dann den British Virgin Is-lands (16,5%) 5 . Weitere Domizile von Hedgefonds sind die Bermudas (11%) und die Bahamas (7,2%). Die restlichen 12,5% verteilen sich auf Domizile wie Luxemburg, Frankreich, Australien, United Kingdom und
2 Vgl. Gabelli, M.J., (2003), S.1
3 Leverage: Fremdkapitaleinsatz zum Hebeln der Rendite des Eigenkapitals.
4 Underlying: Basiswert wie zum Beispiel eine Aktie oder Index für ein Derivat bzw.
strukturiertes Anlageprodukt. Der Kurs des Underlyings bestimmt in festgelegter Art und
Weise den Wert des Derivats.
5 Vgl. Kaiser, D.G. (2004), S. 27
4
einige weitere 6 . Um ein paar Beispiele zu nennen, werden folgend die mit Stand 2002 zehn größten Hedgefonds aufgeführt:
Abbildung 1: Die 10 größten Hedgefonds, Stand 2002
6 Vgl. Kaiser, D.G. (2004), S.27
5
2.1 Abgrenzung zu anderen Investments
Hedgefonds unterscheiden sich von normalen Publikumsfonds durch einige Besonderheiten. Anders als in traditionellen Publikumsfonds, ist der Manager eines Hedgefonds nicht auf die Anlage in Aktien und/oder Renten sowie als Alternative dazu in Bargeld beschränkt. Je nach Stilrichtung des Fonds werden zum Beispiel Aktien oder deren Derivate, Futures auf Rohstoffe, auf Indizes, auf Zinsen und Währungen gehandelt - long 7 , short 8 oder beides.
Hedgefonds werden in mancher Literatur als eigene Anlageklasse bezeichnet 9 , was meiner Meinung nach nicht korrekt ist. Klassische Anlage-formen sind zum Beispiel Aktien, Renten, Geldmarkt (Bargeld). Zu den alternativen Anlageformen zählen zum Beispiel Immobilien, Rohstoffe und Kunstwerke. Hedgefonds bedienen sich lediglich verschiedener An-lageformen in vielfältigen Stilrichtungen um ihre jeweiligen Rendite- und Risikoziele zu erreichen. Da Aktienfonds zum Beispiel auch nicht als eigene Anlageklasse gesehen, sondern zu den Aktien zugeordnet werden, müssen Hedgefonds ebenfalls als Instrument innerhalb gegebener Anlageklassen betrachtet werden, nicht jedoch als eigenständige Klasse. Als Hedgefonds im Sinne dieser Arbeit gelten die acht später beschriebenen Strategien. Diese werden auch in einem Großteil der Literatur als die üblichen Hedgefonds angesehen. Die Handelsstrategie der Managed Futures wird von einigen zu den Hedgefonds gezählt 10 , andere sehen sie als eigenständige Anlageinstrumente 11 . Wie der Name bereits vermuten lässt, kommen bei dieser Strategie hauptsächlich Futures zum Einsatz. Mit Hilfe dieser derivativen Instrumente werden Handelsstrategien verfolgt, die weitgehend einigen der Hedgefonds Strategien entsprechen (zum Beispiel Global Macro). Da die Überschneidungen mit den Stilrichtungen der Hedgefonds recht groß sind, wird auf Managed Futures nicht gesondert
7 Long: das jeweilige Instrument wird gekauft.
8 Short: das jeweilige Instrument wird verkauft. Das Shorten wird auch als Leerverkaufen
bezeichnet.
9 Vgl. zum Beispiel Kaiser, D.G. (2004): S. 1
10 Vgl. Rahl L. (2003), S. 399 ff.
11 Vgl. Kaiser, (2004), S. 13
6
eingegangen. Ich möchte hiermit nicht die Entscheidung treffen, ob Managed Futures zu den Hedgefonds gehören oder nicht. Ich sehe allerdings in ihrer Betrachtung keinen größeren Beitrag für die Thematik. Wie bereits erwähnt, sind Private Equity Fonds und Immobilienfonds ebenfalls nicht dem Hedgefonds Universum zuzuordnen. Die hier vorgestellten und diskutierten Hedgefonds-Strategien sind im Einzelnen: Long / Short Equity, Short Biased, Global Macro, Convertible Arbitrage, Event-Driven, Emerging Markets, Fixed Income und Market Neutral.
2.2 Zielgruppe
Traditionell besteht die Zielgruppe von Hedgefonds aus institutionellen Anlegern (Pensionskassen, Versicherungsunternehmen, Stiftungen) sowie finanzstarken Privatinvestoren. Das rührt daher, dass eine Anlage in Hedgefonds oft erst ab Beträgen von etwa 100.000 Dollar (bei kleineren Fonds) bis zu mehrerer Millionen Dollar (große und etablierte Fonds) möglich ist 12 . Kleinanleger mit Beträgen von um die 10.000 Dollar oder Euro bzw. Sparraten von 100 bis 200 Euro monatlich rücken jedoch zunehmend in den Fokus von Hedgefonds-Anbietern bzw. Finanzinstituten als Zwischenhändler 13 . Diese Zielgruppe kann inzwischen über Zertifikate in die klassischen Hedgefonds investieren. Ein Direktinvestment in Single- als auch in Dach-Hedgefonds ist gerade in Deutschland aber immer noch schwer möglich. Zum einen werden in Deutschland nur stark regulierte Single-Hedgefonds angeboten mit hohen Mindesteinlagen und zum anderen sind die leichter zugänglichen Dach-Hedgefonds ebenfalls derart reguliert, dass der gewünschte Effekt eines Investments in Hedgefonds oft ausbleibt. Neben der Möglichkeit über Zertifikate an der Entwicklung von Hedgefonds zu partizipieren, entwickelt sich zurzeit ein weiterer Trend:
12 Vgl. Kaiser, (2004), S. 95
13 Vgl. Atzler, E (2007)
7
Wenn Hedgefonds Gesellschaften an die Börse gehen 14 , können Investoren indirekt an der Entwicklung derer Fonds teilhaben, indem Sie in die jeweiligen Aktien investieren. Das öffentliche Interesse an den Aktien von Hedgefonds-Anbietern ist aus dem erfolgreichen Börsengang von Fortress abzulesen 15 .
Die in dieser Arbeit vorgestellten Konzepte sind jedoch eher an den qualifizierten Investor gerichtet, da diese Zielgruppe zurzeit noch den überwiegenden Teil an Anlegern ausmacht.
2.3 Nutzen für die Investoren
Warum sollte ein Investor Hedgefonds zu seinem Portfolio hinzufügen und sich nicht auf die traditionellen Anlagen beschränken? Durch alternative Investments in Form von Hedgefonds kann ein Portfolio effizienter gestaltet werden. Das bedeutet, dass bei einem gegebenen Risiko die Rendite erhöht, bzw. bei gleich bleibender Rendite das Risiko gesenkt werden kann.
Dass dies zumindest in der Theorie funktioniert, wird aus den folgenden Darstellungen deutlich.
Laut einer Studie von Thomas Weber kann durch Hedgefonds die Effizienz in einem Portfolio erhöht werden 16 .
Eine Effizienzsteigerung wird in einem Portfolio erreicht, indem Anlageinstrumente gemischt werden, die sich relativ unabhängig voneinander entwickeln. So kann eine Struktur entstehen, die bei gleicher Rendite geringere Wertschwankungen aufweist, als die einzelnen Werte für sich genommen 17 . Diese Abhängigkeit oder auch Unabhängigkeit der Wertentwicklungen untereinander wird mit der Korrelation gemessen. Bei einer geringen Korrelation entwickeln sich die Werte unabhängig voneinander. Ist die Korrelation negativ, so steigt die eine Anlage, wenn die andere
14 Vgl. zum Beispiel o.V. (2007) in FAZ Nr. 59 oder auch o.V. (Quelle: Bloomberg)
(2007).
15 Vgl. Gangahar, A. (2007)
16 Vgl. Weber, T. (2004), S. 34 ff.
17 Vgl. Bruns, C., Meyer-Bullerdiek, F. (2003), S. 72
8
fällt und umgekehrt 18 . Ein Beispiel für negative Korrelation wären die Renten und Aktienmärkte, zumeist in der Situation einer Zinserhöhung: Die Attraktivität sicherer Zinsanlagen steigt und die Anleger ziehen ihre Gelder aus dem Aktienmarkt ab, was diesen zum Fallen bringt 19 . Ist die Korrelation hoch, so wird von einem beinahe Gleichlauf der Investments gesprochen - zwei oder mehr Investments mit sehr hoher Korrelation verhalten sich im Prinzip wie ein einziges Investment. Die Korrelation wird von -1 bis 1 gemessen (dazu später mehr bei den Kennzahlen), wobei -1 genaue Gegensätzlichkeit bedeutet und 1 absoluten Gleichlauf der Anlagen.
Die Vielzahl der Anlagemöglichkeiten je nach Marktumfeld macht viele Hedgefonds von der allgemeinen Wertentwicklung der Märkte unabhängig. Durch Leerverkäufe kann zum Beispiel von fallenden Märkten profitiert werden: ein reines Short-Portfolio würde sich genau entgegengesetzt zum entsprechenden Long-Portfolio mit gleicher Gewichtung der gleichen Werte entwickeln.
Durch die Ergänzung seines traditionellen Portfolios mit einem diversifizierten Hedgefonds-Portfolio kann ein Anleger laut der folgenden Analysen (aus Weber, T. (2004), S. 35 f.) die Effizienz in seinem Gesamtportfolio steigern.
Ausgangspunkt der ersten Analyse (grafische Darstellung in Abbildung 1) war ein traditionelles Portfolio mit Staatsanleihen (70%) und Aktien (30%), jeweils repräsentiert durch den JPM World Government Bonds Index (Staatsanleihen international) und den MSCI World Aktienindex (Aktien international). Die Hedgefonds Anlage wurde durch den HFR Fund of Funds Index repräsentiert (ein breit gestreuter Dach-Hedgefonds-Index). Es wurde ein Zeitraum von 13,5 Jahren (Januar 1990 bis Juni 2003) betrachtet. Der Punkt mit der geringsten Volatilität (x-Achse) lag bei 60% Hedgefonds und 40% traditionellem Portfolio.
18 Vgl. Weber, T. (2004), S. 34
19 Vgl. Weber, T. (2004), S. 34
9
Abbildung 2: Effizienzkurve eines gemischten Portfolios
Eine solch hohe Hedgefonds-Quote entspricht nicht unbedingt der üblichen Praxis und die rein quantitative Betrachtung dieser Indizes muss kritisch gesehen werden - allerdings ist ein prinzipieller Diversifizierungsnutzen durchaus erkennbar.
Zwar aus der gleichen Quelle aber mit etwas abgeänderten Basiswerten, möchte ich die zweite Analyse noch vorstellen (grafische Darstellung in Abbildung 2).
Diese bezog sich auf ein reines Aktienportfolio, Betrachtungszeitraum war Januar 1994 bis Juni 2003. Die traditionelle Aktienanlage wurde wieder durch den MSCI World Index simuliert, das alternative Aktienportfolio durch den CSFB/Tremont L/S Equity Index, welcher Hedgefonds repräsentiert, die eine Long/Short Equity Strategie verfolgen, also Aktien kaufen und leer verkaufen. In dieser Analyse wurde die geringste Volatilität im Gesamtportfolio bei einer Verteilung von 86% Hedgefonds zu 14% traditionellem Portfolio gemessen. Auch hier möchte ich darauf
10
hinweisen, dass diese extreme Quote sicher nicht die reale Optimalverteilung von Hedgefonds und traditionellen Investments in einem Portfolio wiederspiegelt.
Abbildung 3: Effizienzkurve eines Aktienportfolios
Dass eine Effizienzsteigerung durch die ausgewogene Beimischung von Hedgefonds in ein Portfolio möglich ist, zeigt aber auch die historisch messbare geringe Korrelation zwischen folgenden Indizes (zu sehen zum Beispiel in einer Analyse aus Kaiser, D.G. (2004), S. 23): DAX, MSCI World und CSFB/Tremont. Die Betrachtung der Indizes zwischen Januar 1994 und Dezember 2002 zeigt interessante Sachverhalte auf: Zunächst einmal ist ein geringer Gleichlauf der beiden traditionellen Indizes mit dem Hedgefonds-Index zu erkennen. Die Korrelation steigt in Boomphasen an und fällt in Abschwungsphasen wieder ab, d.h. die Hedgefonds partizipieren ähnlich der traditionellen Anlagen an Perioden des Booms aber koppeln sich von der negativen Entwicklung in Schwächephasen
11
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Sebastian Leiß, 2007, Transparenz und Vergleichbarkeit für Hedgefonds, München, GRIN Verlag GmbH
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