Inhaltsverzeichnis:
Inhaltsverzeichnis: 1
1. Einleitung. 2
2. Hauptteil 4
2.1. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten und die Folgen für den
Beamtenapparat. 4
2.2. Die Einführung des Gesetzes zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ 5
2.3. Verschärfungen und Veränderungen des Berufsbeamtengesetzes. 10
2.4. Charakteristik des Berufsbeamtengesetzes. 11
3. Schluß. 14
4. Quellen- und Literaturverzeichnis. 15
1
1. Einleitung.
Die Rolle des Beamten und der Verwaltung in der Zeit des Nationalsozialismus zählt zu den wenigen Bereichen, die in der Geschichtswissenschaft noch nicht umfassend aufgearbeitet wurden. Jedoch gehörte die Administration zu den Kriterien, die maßgeblich die Herrschaft Hitlers stabilisierten und gewährleisteten. Es stellt sich die Frage, wie sich die Machthaber die Loyalität der Beamten sicherten, sie respektive erzwangen.
Dem Gesetz zur „Wiederherstellung des deutschen Berufsbeamtentums“ kommt bei der Betrachtung dieser Frage eine gewichtige Bedeutung zu, da dieses das Instrument der Konstituierung der nationalsozialistischen Herrschaft im behördlichen Sinne darstellte.
Diese Arbeit soll eine Übersicht über die wesentlichen Bestimmungen des Berufsbeamtengesetzes geben, die Folgen für die betroffenen Personengruppen aufzeigen und versuchen den Inhalten des BBG 1 eine Bewertung zu geben. Es konnte nur in sehr begrenzten Maße auf die einzelnen Paragraphen eingegangen werden, eine vollständige Analyse ist im Rahmen dieser Arbeit nicht zu leisten. Die wichtigsten Inhalte sind kurz aufgezeigt und werden in ihrer Wirkung beschrieben. Auf eine ausführliche Darstellung der Vorgeschichte des Beamtenapparats in der Weimarer Republik, sowie die Rolle des
Deutschen Beamtengesetzes ab 1937 mußte ebenfalls verzichtet werden.
Der Stand der Forschung hat sich seit den neunziger Jahren verbessert, da eine Vielzahl der Akten durch die Öffnung der Archive im Osten Deutschlands zugänglich wurden. Wissenschaftlich erschlossen wurden die Bestände allerdings nur marginal. Die Forschung tendiert bislang zu Darstellungen, die das Beamtentum von Beginn seiner Entstehung bis zum heutigen Zeitraum dokumentieren und daher nicht explizit auf be-
1 Gesetzzur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums (Berufsbeamtengesetz)
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stimmte Problemkomplexe eingehen können. Dahingehend sind die Werke Thieles 2 und Hattenhauers 3 zu nennen, welche die wichtigsten Entwicklungslinien andeuten, aber eher als Einstieg in die Thematik zu sehen sind. Als Standardwerke gelten die Arbeiten von Mommsen 4 und Mühl - Benninghaus 5 , wobei letztere auf Mommsen aufbaut und ihn durch die veränderte Quellenlage ergänzt.
Die Arbeit ist wie folgt aufgebaut: Der erste Teil beschäftigt sich einleitend mit den Folgen der Machtübernahme durch die NSDAP, speziell auf das Beamtentum blickend. Im Anschluß werden die einzelnen Bestimmungen des BBG kurz analysiert und die Folgen aufgezeigt. Der dritte Schwerpunkt geht auf verschärfende Aspekte des Gesetzes bei seiner Durchführung ein und wird durch eine Bewertung des BBG ergänzt. Ein Fazit reflektiert noch einmal das Thema und bewertet die Entwicklung in den achtziger Jahren.
2 Willi Thiele, Die Entwicklung des deutschen Berufsbeamtentums. Preußen als Ausgangspunkt mo-
dernen Beamtentums. 1. Aufl. Herford 1981 (künftig zitiert: Thiele).
3 Hans Hattenhauer: Geschichte des deutschen Beamtentums. (Handbuch des Öffentlichen Dienstes, Band
1), Hg. v. Walter Wiese, 2. vermehrte Aufl. Köln, Berlin, Bonn, München 1993 (künftig zitiert: Hatten-
hauer).
4 Hans Mommsen, Beamtentum im Dritten Reich. Mit ausgewählten Quellen zur nationalsozialistischen
Beamtenpolitik. (Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Nr. 13), Hg. v. Hans Rothfels
und Theodor Eschenburg, Stuttgart 1966 ( künftig zitiert: Mommsen).
5 Sigrun Mühl - Benninghaus, Das Beamtentum in der NS - Diktatur bis zum Ausbruch des zweiten
Weltkrieges. Zu Entstehung, Inhalt und Durchführung der einschlägigen Beamtengesetze. ( Schriften des
Bundesarchivs, Nr. 48) Düsseldorf 1996 (künftig zitiert: Benninghaus).
3
2. Hauptteil
2.1. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten und die Folgen für den Beamtenapparat.
Mit der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933, der schon in „Mein Kampf“ 6 seine tiefgründige Abneigung gegen das Deutsche Beamtentum äußerte, sollte umgehend Bewegung in die bis dahin erstarrt wirkenden Bereiche des Staates gelangen. Betroffen davon war zunächst der kommunale Sektor des Deutschen Verwaltungskörpers. Rathäuser und Landratsämter wurden von der SA gestürmt und Ämter der Kommunal - und Kreisverwaltung mit Mitgliedern der NSDAP neu besetzt. Die Behördenchefs, speziell Demokraten und Juden, mussten ihre Plätze räumen, was meist ohne viel Widerstand von statten ging, da die Wucht der Ereignisse die Beamten in ihrer Handlungsfähigkeit lähmte. Die suspendierten Kommunalbeamten wurden größtenteils beurlaubt, oder auf eigenen Antrag pensioniert. 7 Die Nationalsozialisten übten mit dieser Aktion weniger Rache an den Kommunalbeamten , vielmehr sollte sie ihnen einträgliche Positionen sichern. In den Jahren zuvor waren Begehrlichkeiten geweckt worden. Die Provinzgrößen von Partei und SA hatten über Jahre hinweg die Einkünfte der Kreise und Kommunen betrachten müssen, nun wollten sie regieren und die Beamtenbezüge in Anspruch nehmen. 8
Die Amtsenthebung der Beamten erfolgt willkürlich, Verhaltensanweisungen seitens Hitler sind für den Tag der Machtübernahme nicht überliefert. Dies führte dazu, dass diese Praxis im ganzen Reich ihre Anwendung fand. Die neu eingesetzten Amts-inhaber verfügten nicht selten über keinerlei Verwaltungserfahrung oder eine berufsnahe Ausbildung, wußten jedoch, wie sie mittels Gewaltandrohung die kritischen Stimmen der ehemaligen Kommunalbeamten verstummen lassen konnten.
Diejenigen die sich weigerten hatten mit schwerwiegenden Konsequenzen zu rechnen. So wurden Bürgermeister und Landräte oftmals exekutiert um eine abschreckende Wirkung zu erzielen.
6 Adolf Hitler, Mein Kampf. 701. - 705. Auflage, München 1942 (künftig zitiert: Hitler).
7 Benninghaus, S.14.
8 Hattenhauer, S.406.
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Arbeit zitieren:
M.A. Norman Voigt, 2002, Die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in der Zeit des Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
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