Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung. 3
1. Weblogs. 4
1.1 Begriffsverständnis und Charakteristika. 4
1.2 Das Weblog- Ein Medium mit vielen Funktionen. 5
2. Weblogs und Journalismus. 6
2.1 Was ist Journalismus? 7
2.2 Partizipativer Journalismus 8
3. Die Bedeutung des Weblogs für den professionellen Journalisten. 12
4. Partizipativer und Traditioneller Journalismus - zwei sich komplimentierende
Medien ? 15
5. Das Potential von Weblogs in der politischen Kommunikation 17
6. Fazit. 19
Literatur : 21
2
0. Einleitung
Wer sich im heutigen Zeitalter auf eine virtuelle Reise durch das World Wide Web begibt wird höchstwahrscheinlich über kurz oder lang auf ein relatives junges und vielfältiges Genre der computervermittelten Kommunikation stoßen: das Weblog. Auch wenn es bisher (noch) keine repräsentativen Zahlen in Bezug auf Weblog-Angebote in Deutschland zu geben scheint, so ist die ihre Funktionsvielfalt ein in der Literatur bereits häufig und ambivalent diskutiertes Phänomen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Rolle des Weblogs im Journalismus zu diskutieren. Ausgangspunkt für die Diskussion soll dabei eine
kommunikationswissenschaftliche Definition des Journalismus sein, die in erster Linie seine Funktion, doch auch die ihn konstituierenden Merkmale und von ihm erwarteten Leistungen mit einschließt.
Anhand dieser Definition soll im Folgenden die in der Literatur häufig auftretende Frage diskutiert werden, ob im Falle von Weblog-Publikationen aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht die Bezeichnung Journalismus
gerechtfertig ist und in wiefern der so genannte Weblog-Journalismus in wichtigen funktionalen und konstitutiven Merkmalen mit dem traditionellen Journalismus wie er uns in den Massenmedien begegnet übereinstimmt bzw. in wiefern er sich von ihm unterscheidet. Im Vordergrund soll dabei die Frage stehen, welche Chancen Weblog-Journalismus bietet, doch auch welche Konsequenzen dies für den traditionellen Journalismus haben könnte, diskutiert werden. Dabei sollen nicht nur die Arbeiten und Motive der Laien-Journalisten im Vordergrund stehen, sondern auch die des professionellen Journalisten, der von dem Medium Weblog im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit Gebrauch macht.
Es soll wird ferner untersucht werden, in wiefern sich Weblog-Journalismus und traditioneller, professioneller Journalismus gegenseitig ergänzen. Abschließend wird sich die Arbeit mit einer besonders prominenten journalistischen Funktion, nämlich der der politischen Information und Meinungsbildung, beschäftigen und versuchen, die Potentiale des Weblogs in der politischen Kommunikation kritisch zu erörtern.
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Ziel dieser Arbeit ist es zu zeigen, dass Weblogs aufgrund viel versprechender Potentiale wie Interaktivität und einfacher Handhabung zwar einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Kommunikation leisten, eine Substitution des traditionellen, redaktionell-organisierten Journalismus jedoch auf Grund einiger wesentlicher Unterschiede bezüglich kommunikativer Merkmale und Funktionen, die im Folgenden diskutiert werden sollen, unwahrscheinlich ist.
1. Weblogs
Niemand scheint genau zu wissen, wann und wo sich das Medium Weblog zuerst etabliert hat, doch wissenschaftliche Aufmerksamkeit wurde ihm erst gegen Ende der Neunziger Jahre zuteil, als der Däne Jorn Barger dem Medium seinen Namen verlieh. (vgl. Schmidt 2006: 13)
Der englische Begriff Weblog setzt sich zusammen aus den Substantiven Web, einem Kurzwort für World Wide Web, und Log(book), welches den tagebuchartigen Charakter des Medium unterstreicht, zusammen. (vgl. Schmidt 2006: 13)
1.1 Begriffsverständnis und Charakteristika
Am weitesten verbreitet in der Literatur scheint heute die Idee zu sein, die das Medium Weblog als eine Art Online-Journal begreift, welches sich durch verschiedene Merkmale wie eine regelmäßige Aktualisierung, eine chronologische Aufbereitung und ein hohes Maß an Interaktivität konstituiert und von anderen online-medialen Angeboten wie der klassischen Website unterscheidet (vgl. Przepiorka 2006: 14 ff)
Die Entwicklung so genannter Social Software in den Neunziger Jahren machte das Bloggen für eine große Menge Menschen einer verhältnismäßig einfachen und kostengünstigen Freizeitbeschäftigung, da ihre Nutzung weder besondere Kenntnisse des Internets voraussetzte, noch mit hohen Kosten verbunden war. Über die Funktion von Social Software schreibt Sven Przepiorka „Im Mittelpunkt steht dabei stets die Unterstützung von menschlicher Kommunikation, Interaktion und Zusammenarbeit auf Basis sozialer Netzwerke“ (2006: 13) Unabhängig von den Motiven einzelner Weblog-Autoren und den Funktionen, die sie ihren Werken zuschreiben lassen sich einige prominente Merkmale von Weblogs benennen.
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Es ist insbesondere die häufige Aktualisierung der Inhalte und ihre chronologisch absteigende Form, die das Weblog von anderen online-medialen Angeboten wie der klassischen Website unterscheiden. (vgl. Przepiorka 14 ff) Ein wesentliches Merkmal des medialen Angebotes Weblog ist außerdem die Möglichkeit der Verlinkung eigener Inhalte mit denen anderer Weblog-Autoren, die den besonderen Netzwerkcharakter und die Interaktivität der so genannten Blogosphäre ausmacht. (vgl. Schmidt 13 ff) Die Interaktivität und die Möglichkeit der Leser, alles in der Blogosphäre Publizierte zu kommentieren und ggf. in das eigene Weblog zu übertragen und dort wiederum der kritischen Diskussion zu stellen sind, zusammen mit ihrer Globalität und weltweiten kostengünstigen Erreichbarkeit, die wohl prominentesten Merkmale eines jeden Weblogs.
Einer explorativen Anbieterbefragung Christoph Neubergers zu Folge sind es insbesondere der leichte Zugang zu den Autoren, deren persönliche Perspektive, sowie die intensive Diskussion von Themen und die Vielfalt der vertretenen Meinungen, die sie als Stärken ihres Mediums im Vergleich zum traditionellen Journalismus wie er von Massenmedien wie Tageszeitungen und
Fernsehredaktionen betrieben wird, empfinden (2005/1: 86)
1.2 Das Weblog- Ein Medium mit vielen Funktionen
Funktionen von Medien sind nach Roland Burkart „bestimmte Leistungen im Hinblick auf den (Fort-) Bestand unseres Gesellschaftssystems“ (2002: 379), die wir ihnen zuschreiben und auch von ihnen erwarten.
Doch wie es bei den meisten Medien öffentlicher Kommunikation der Fall ist, sind auch die Funktionen des Mediums Weblog vielfältig und reichen nach Jan Schmidt von der eigenen Identitätsfindung, über Organisationskommunikation bis hin zu öffentlicher Information und Unterhaltung (vgl. 2006: 13 ff). Jan Schmidt betont jedoch, dass die große Mehrheit der Blogs 1 in der deutschsprachigen Blogosphäre eher einem persönlichen Tagebuch gleicht und somit eher eine Identitätsfördernde als eine Informierende Funktion einnimmt (vgl. 2006: 69 ff). Interessant scheint diese Art von Weblogs in erster Linie in Hinblick auf ihre interpersonale Funktion zu sein, wenn man davon ausgeht, dass der Sinn dieser Blogs in erster Linie darin besteht, Kontakte zu pflegen und Freunde und Bekannte über das eigene Seelenleben zu informieren mit dem man sich schreibend
1 Die Begriffe „Weblog“ und „Blog“ werden in der Fachliteratur, wie auch in der vorliegenden Arbeit, synonym
verwendet
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auseinandersetzt, als die Öffentlichkeit über etwas zu informieren und damit zur öffentlichen Kommunikation beizutragen.
Trotzdem haben sich in den vergangenen Jahren auch Weblogs in der Blogosphäre angesiedelt, die es sich gerade zum Ziel gesetzt haben mit ihrer Meinung möglichst viele andere Menschen zu erreichen und sie zu informieren, um so öffentliche Kommunikation über verschiedene Themen in Gang zu setzen (vgl. Schmidt 2006: 119 ff)
In einer explorativen Anbieterbefragung hat Christoph Neuberger 2003 mit einer Gruppe von Studenten über 100 Blogger nach ihren Motiven für das Bloggen sowie die Selbsteinschätzung ihrer Arbeit und das Verhältnis ihrer Blogs zum traditionellen Journalismus befragt. Für die Studie waren jedoch nur Blogger relevant, die sich in ihren Blogs nicht ausschließlich Persönlichem wie z. B. dem eigenen Familienleben widmeten. (vgl. Neuberger 2005/1: 81 ff)
Die meisten Blogs bezogen sich dabei auf online-relevante Themen wie z. B. Computersoftware und immerhin über 2/3 der befragten Blogger sahen in ihren Blogs eine „neue Art von Journalismus“ vertreten und verstanden sich dementsprechend selbst als Journalisten, auch wenn nur wesentlich weniger dieser Blogger der Meinung waren, ihre Angebote würden über kurz oder lang „den traditionellen Journalismus teilweise verdrängen“ (vgl. Neuberger 2005/1: 85 ff) Angesichts dieser Ergebnisse scheint es interessant zu sein sich mit der Frage in wieweit dieser Weblog-Journalismus, wie er von Laien im Internet betrieben wird, überhaupt in einem klassischen, kommunikationswissenschaftlichen Sinne als Journalismus bezeichnet werden kann und in wieweit er sich von dem uns alltäglich in den Massenmedien begegnenden, professionell organisierten Journalismus unterscheidet, einmal näher zu beschäftigen.
2. Weblogs und Journalismus
Ist Weblog-Journalismus eigentlich Journalismus? Dies ist eine der in der Fachliteratur im Zusammenhang mit Weblogs meist diskutierten Fragen. Dieser Frage soll jedoch zu Beginn dieser Diskussion zunächst einmal eine andere, für dieses Thema scheinbar unverzichtbare Frage vorausgestellt werden: Was ist eigentlich Journalismus? Siegfried Weischenberg betont, dass es gerade in Zeiten von „Kommerzialisierungs- und Technisierungsprozessen in den Mediensystemen“ (1992: 41) schwieriger wird,
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Arbeit zitieren:
Wiebke Uhlenbroock, 2007, Die Rolle des Weblogs im Journalismus, München, GRIN Verlag GmbH
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