Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Physiognomische Merkmale der US-amerik. Stadt 3
3 Klassische Modelle und Theorien der Stadtentwicklung. 5
3.1 Zonenmodell/Ringmodell nach E.W. BURGESS (1925/1929) 5
3.2 Sektorenmodell nach H. HOYT (1939) 7
3.3 Mehrkernemodell nach C.D. HARRIS und E.L. ULLMAN (1945) 9
4 Aktuelle Modelle der Stadtentwicklung. 11
4.1 Modell der Viertelsbildung US-amerik. Städte nach L. HOLZNER (1972) 11
4.2 Muster einer US-amerik. Stadt nach R. HAHN(1991) 11
5 Strukturwandel der US-amerik. Stadt und ausgewählte damit verbundene Phänomene 14
5.1 Die Edge City und ihre Folgen für die Kernstadt. 14
5.2 Commercial-Strip (C.-S.) 15
5.3 Gated Communities (G.C.) 16
6 Fazit. 17
7 Literaturverzeichnis. 18
8 Anhang: 20
2
1 Einleitung
Die US-amerik. Städte haben kaum historischen Hintergrund. Deshalb unterscheiden sie sich in ihrer Physiognomie nur unwesentlich. Es erscheint mir wichtiger den strukturellen Wandel in amerik. Städten in der jüngeren Vergangenheit zu beleuchten und die damit verbundenen neuen Erscheinungen vorzustellen. Die Fragen, welche ich mir dazu stelle, lauten daher: Wie hat sich die US-amerik. Stadt in der Nachkriegszeit gewandelt und welche Erscheinungen und Probleme resultieren daraus? Dazu werde ich zunächst die klassischen Modelle und Theorien der Stadtentwicklung sowie die neueren Ansätze beschreiben um sie anschließend kritisch auf ihre Anwendbarkeit zu untersuchen. Im Anschluss daran werde ich mich auf die neuen Phänomene in der Siedlungsstruktur der US-amerik. Städte konzentrieren sowie die Entstehung dieser Phänomene ergründen.
2 Physiognomische Merkmale der US-amerik. Stadt
Der nordamerik. Stadt fehlt der geschichtliche Hintergrund, weshalb historische Bausubstanz fehlt. Typischstes physiognomisches Merkmal ist der Schachbrettgrundriss (Grid Pattern) (Abb. 1), welcher, falls möglich, Ost-West bzw. Nord-Süd ausgerichtet ist. Bei diesem Grundrissschema verlaufen alle Straßen orthogonal zueinander, was den Städten eine starke Einförmigkeit verleiht (HEINEBERG 2000: 248). In manchen Städten wird der Schachbrettgrundriss durch diagonal verlaufende Straßen durchbrochen (Bsp.: Washington D.C Abb. 2) (HEINEBERG 2000: 250).
Infrastrukturell sind US-amerik. Städte sehr gut durch Highways bzw. Beltways, vergleichbar mit Autobahnen in Deutschland, erschlossen (autogerechte Stadt) (HEINEBERG 2000: 256). Beim Aufriss sind die Hochhäuser, welche zusammen die sog. Skyline bilden, im CBD (Central Business District), dem zentralen Geschäftsbezirk, zu nennen. Sie entstanden ab ca. 1885 aufgrund steigender Grundstückspreise und Platzmangel in den Innenstadtbereichen. Sie werden als „die erste eigenständige architektonische Leistung der Amerikaner“ (HOFMEISTER 1991: 133) angesehen.
In den Vorstadtvierteln findet man Holzeinfamilienhäuser mit Garten. Diese Siedlungsform ist sehr flächenintensiv, weshalb US-amerik. Städte sehr stark ins Umland ausufern (WEITZ 1994: 15). Man spricht in diesem Zusammenhang von „Stadtlandschaften“ oder auch vom „Stadtland“ (HEINEBERG 2000: 248).
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Abbildung 1: Bsp. für den Schachbrettgrundriss, New York, Stadtteil Manhattan. Quelle: Diercke
Weltatlas 1996, 196
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Abbildung 2: Abb. 2: Bsp. für Diagonalstraßenverbindungen: Washington D.C. Quelle: www.welt-atlas.de/datenbank/karte.php?kartenid=7-610 (02.01.07
3 Klassische Modelle und Theorien der Stadtentwicklung
In den folgenden 3 Unterkapiteln werden die 3 klassischen Stadtmodelle der Chicagoer Schule vorgestellt, um dann kritisch auf ihre Anwendbarkeit geprüft zu werden.
3.1 Zonenmodell/Ringmodell nach E.W. BURGESS (1925/1929)
BURGESS entwickelte das Modell der konzentrischen Zonen, Abb. 3+4, (Concentric Zone Theory) (HOFMEISTER 1999: 148), am Beispiel Chicago, da seit 1890 die Stadt aufgrund von Einwanderungswellen stark wuchs. Das Wachstum vollzieht sich zentral-peripher, wobei der Sozialstatus der Bewohner nach außen hin zunimmt (HEINEBERG 2003: 336). Die Einwanderer siedelten sich um das Stadtzentrum (Loop), welches den wirtschaftlichen,
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kulturellen und politischen Mittelpunkt der Stadt bildet, an. In dieser sog. Zone in Transition kam es zur Wohnsegregation und Ghettobildung. Leichtindustrie und Geschäfte folgten, sodass man diese Zone als Wohn-, Gewerbegebiet charakterisieren kann. Daran anschließend folgt die „Arbeiterzone (Zone of Workingmen’s Home), dann eine „Residential Zone“ als Mittelschicht-Wohngebiet und daran anschließend die sog. Pendlerzone (Commuters Zone) mit Vororten (Suburbs) und Satellitenstädten“ (HEINEBERG 2003: 336). Die Zonen verschieben sich wegen der Expansion des tertiären Sektors im CBD hin zur Peripherie, weshalb man von einem Prozessmodel und nicht von einem statisch-strukturellen Modell spricht. BURGESS ging davon aus, dass sich die Stadt in alle Richtungen gleichförmig ausdehnt (HEINEBERG 2003: 336).
Als Kritik an diesem Modell möchte ich äußern, dass sich eine Stadt niemals ringzonal um ein Zentrum anordnet. Es werden keine Ausfallstraßen berücksichtigt, die maßgebliche Auswirkungen auf die Stadtstruktur haben. Auch Subzentren, die wiederum in Wechselwirkung mit dem eigentlichen Zentrum treten würden, werden nicht berücksichtigt.
Abbildung 3: Abb. 3: Zonenmodell/Ringmodell nach BURGESS Quelle: HEINEBERG, H. 2003: S. 336
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Arbeit zitieren:
Pascal Kremer, 2006, Das Idealschema der US-amerikanischen Stadt, München, GRIN Verlag GmbH
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