Inhalt
Abbildungen : 3
Tabellen: 5
Abk ürzungen: 6
1 Einleitung 7
2 Syndromkonzept - Ein kurzer Abriss 9
2.1 Globaler Wandel und Nachhaltigkeit. 9
2.2 Definition: Symptom, Wechselwirkungen und Syndrom 13
3 Die Subtropen. 16
3.1 Mediterrane Subtropen. 17
3.2 Klimatische Bedingungen Spaniens. 20
3.2.1 Das thermische Klima Spaniens. 20
3.2.2 Das hygrische Klima Spaniens. 21
4 Bewässerungsfeldbau in Spanien 24
4.1 Die Entwicklung der Wasserwirtschaft in Spanien. 24
4.2 Bewässerungsfeldbau in Spanien 29
4.2.1 Formen des Bewässerungsfeldbaus. 31
4.2.2 Bewässerungsfeldbau in einer ausgewählten spanischen Region 36
4.3 Die geoökologischen und sozioökonomischen Folgen des Bewässerungsfeldbaus 39
5 Syndrom für die Mittelmeerregion. 48
5.1 Kernprobleme der Mittelmeerregion. 50
5.1.1 Kernprobleme im Sahel-Syndrom. 51
5.1.2 Kernprobleme im Dust-Bowl-Syndrom 53
5.1.3 Kernprobleme im Grüne-Revolution-Syndrom 54
5.2 Konzeption: Syndrom der Mittelmeerregion 56
6 Anwendungsmöglichkeit im Unterricht 63
6.1 Lehrplanezug (Gymnasialstufe) 63
6.2 Idee zur Anwendung im Unterricht. 66
Literatur : 68
Anhang 1 73
Anhang 2 78
Nur die Golfplätze verdursten nicht 78
Anhang 3 81
Nur die Golfplätze verdursten nicht 81
2
Abbildungen :
Abbildung 1: Graphische Darstellungsmöglichkeit für ein Syndromkonzept
Abbildung 2: Die Subzonen der Subtropen und ihrer Verteilung
Abbildung 3: Die Verbreitung der mediterranen Subtropen
Abbildung 4: Mediterrane Subtropen in der Mittelmeerregion
Abbildung 5: Stausee bei Murcia/Spanien
Abbildung 6: Tajo- Rio Segura-Kanal
Abbildung 7: Kanalsystem vom Fluss bis zum Feld mit Schiebevorrichtungen
Abbildung 8: Huerta am Fluss Tomres bei Salamanca/Spanien
Abbildung 9: Invernadero - Gewächshaus-Landschaft bei Murcia/Spanien
Abbildung 10: Costa del Sol und Sierra Nevada mit Alpujarra
Abbildung 11a: Die südspanisch Provinz Almeria vor 30 Jahren
Abbildung 11b: Wo früher grüne Felder waren, stehen heute Gewächshäuser
Abbildung 12: Globale Klimakurve von
Abbildung 13: Starkniederschläge im Herbst 2000 für Europa
Abbildung 14: Ein Beispiel für Bodenversalzung aus dem Sudan
Abbildung 15: Wechselwirkungen innerhalb der Natursphären
3
Abbildung 16: Wechselwirkungen innerhalb der Anthroposphären Abbildung 17: Wechselwirkungen zwischen den Natur- und Anthroposphären
Abbildung 18: Alle Wechselwirkungen und Trends des Syndroms der Mittelmeerregion - ohne Gewichtung
Abbildung 19: Syndrom der Mittelmeerregion - mit der Gewichtung der
Tabellen:
Tabelle 1: Klassifikation der globalen Umweltveränderungen
Tabelle 2: Syndrome des globalen Wandels und ihre Zuordnung zu den Syndromgruppen
Tabelle 3: Symptom-Sammlung des globalen Wandels
Tabelle 4: Niederschlagsmaxima laut Klimadiagramm von verschiedenen spanischen Orten
Tabelle 5: Vergleich der bewässerten Anbaufläche und deren prozentualer Anteil
Tabelle 6: Flächenentwicklung der Gewächshausproduktion in gesamt Spanien und Almeria
Tabelle 7: Bevölkerungsentwicklung in der Provinz Almeria
Tabelle 8: Fläche der spanischen Bewässerungslandwirtschaft
Tabelle 9: Symptomsammlung für das Syndrom der Mittelmeerregion
Tabelle 10: Auftreten der Kernprobleme des Syndroms der Mittelmeerregion in anderen Syndromkonzeptionen
Tabelle 11: Zentrale Elemente des Sahel-Syndroms, des Dust-Bowl-Syndroms und
Abkürzungen:
BWZE Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
DAC Development Assistance Committee
EEA European Environment Agency
ORF Österreichische Rundfunk
PHN Plan Hidrologico Nacional
USD US-Dollar
WBGU Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung für globale
1 Einleitung
Bei uns Deutschen löst das Wort „Spanien“ eine Reihe klischeehafter Assoziationen aus. Man denkt an strahlende Sonne, endlose Strände und blaues Meer. Urlaubsgefühle steigen in einem hoch. Hochebenen mit Wein, Oliven, weidende Schafherden - die ländliche Idylle schlechthin (Breuer 2005:9). Aber es gibt auch ein Spanien, dass von diesem paradiesischen Bild weit entfernt ist.
Der ORF in Österreich brachte am 28. Juni 2005 die Meldung „Spaniens Erde verdurstet“ (Internet 1). In der Berichterstattung hieß es: „ Seit Wochen stöhnt die Iberische Halbinsel unter der schlimmsten Hitze- und Dürreperiode seit 60 Jahren: Verdorrte Ackerflächen, riesige Waldbrände und ausgetrocknete Stauseen kennzeichnen das Bild. In Spanien führt kein einziger Fluss zwischen Barcelona und Malaga noch Wasser, in vielen Regionen musste das Wasser bereits rationiert werden“.
Aus diesem Teil der Meldung wird schon deutlich, das Spanien ein Problem hat. Wassermangel! Aber das war nicht immer so. Wasser war in Spanien noch nie im „Überfluss“ vorhanden, was auf klimatische Bedingungen zurückzuführen ist, dennoch war bisher kein derartiger Mangel an Wasser in Spanien zu verzeichnen. Woran liegt es nun aber, dass das Spanien der Gegenwart einen solchen akuten Wassermangel zu verzeichnen hat? Der ORF berichtet weiter, „[…] ist in Spanien eine Bodenbewirtschaftung entstanden, die allen ökologischen Überlegungen widerspricht. […] Ein Hektar [der
Bewässerungslandwirtschaft] braucht pro Jahr 8000 Kubikmeter Wasser: Davon könnten 45000 Menschen täglich mit Wasser versorgt werden. […] Zur Bewässerung wurden riesige Stauseen gebaut, die Flüsse trocknen aus und hinterlassen verdorrte Landschaften und menschenleere Dörfer“ (Internet 1).
Schon hier wird deutlich, dass der Mangel an Wasser im nicht nur im Zusammenhang mit dem Tourismus, sondern auch im Zusammenhang mit der Landwirtschaftsform des Bewässerungsfeldbaus zu betrachten ist. Allerdings betrifft dieses Problem nicht nur die Iberische Halbinsel, sondern auch anderen Länder der Mittelmeerregion. So konnte in einem Artikel von KLAPHAKE und SCHEUMANN (2001:3) gelesen werden, dass Ägypten, Libyen, Tunesien Israel, Jordanien, Zypern und Malta ein Wasserdargebot unter 500m³ pro Jahr pro Kopf zur Verfügung haben. Diese Situation ist lauf der Autoren eine Wasserknappheit, die lebensbedrohliches Ausmaß erreicht. Diesem Problem des Wassermangels der Mittelmeerregion soll in dieser Arbeit am Beispiel Spaniens auf den Grund gegangen werden.
7
Damit die Bearbeitung der Problematik des Wasserdefizits in der Mittelmeerregion, speziell in Spanien, nicht nur aus einer Perspektive betrachtet wird, findet das Syndromkonzept des globalen Wandels seine Anwendung. Daher wird im 2. Kapitel der Syndromansatz kurz erläutert.
Da das Wasser-Problem Spaniens auch in anderen Ländern auftritt, obgleich in veränderter Intensität, ist es notwendig die klimatische Einordnung dieser Region mit einfließen zu lassen. Dieses geschieht in Kapitel 3, was gleichzeitig auch als Sphärenbetrachtung der Atmosphäre zu sehen ist.
Da das Syndromkonzept des globalen Wandels neben der Atmosphäre, noch 8 weitere Sphären beinhaltet, werden in Kapitel 4 für die Betrachtung und Erläuterung des Bewässerungsfeldbaus hauptsächlich die Blickwinkel der Sphären Wirtschaft, Pedosphäre und Hydrosphäre verwendet. Dabei werden mit Hilfe der Dokumentenanalyse verschiedene Symptome herausgearbeitet.
In Kapitel 5 werden die herausgearbeiteten Symptome mit denen der Symptomsammlung der WBGU abgeglichen. Auch die Prüfung auf die Verwendbarkeit schon vorhandener Syndrome bleibt nicht außen vor. Aufgrund mangelnder Passung werden dann alle Sphären gemeinsam mit den neu kombinierten Symptomen zu dem Syndrom der Mittelmeerregion zusammengefügt. Die Umsetzung des Syndroms der Mittelmeerregion findet sowohl in verbaler, als auch in graphischer Form statt. Dabei werden Zusammenhänge, Ursachen und Folgen (die Syndromdiagnose) verdeutlicht und mögliche Handlungsoptionen werden aufgezeigt. Kapitel 6 stellt abschließend eine Idee für die Anwendungsmöglichkeit des Syndroms der Mittelmeerregion für die Gymnasialstufe vor, die mit dem Lehrplan konform gehen.
8
2 Syndromkonzept - Ein kurzer Abriss
Der Urheber, der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderung (WBGU), entwickelte den Syndromansatz 1993 bis 1994 (SCHINDLER 2005:47). Thematische Schwerpunkte des WBGU sind die Prozesse des globalen Wandels, deren Probleme durch eine interdisziplinäre Analyse zu möglichst nachhaltigen Lösungsstrategien führen sollen (SCHINDLER 2005:47). Kernprobleme, die der WBGU benennt, sind:
N Anthropogen verstärkter Treibhauseffekt N Anthropogen verursachte Süßwasserverknappung N Anthropogen verursachter Biodiversitätsverlust N Zunahme anthropogen verursachter Naturkatastrophen N Bevölkerungsentwicklung N Übernutzung und Verschmutzung der Weltmeere N Gefährdung der Welternährung und Weltgesundheit N Globale Entwicklungsdisparitäten (CASSEL-GINTZ & HARENBERG 2002:4).
2.1 Globaler Wandel und Nachhaltigkeit
Was versteht der WBGU unter globalem Wandel und Nachhaltigkeit? Laut WBGU (1993:10) ist der globale Wandel als Gesamtheit der globalen Veränderungen der Umwelt, „die den Charakter des Systems Erde zum Teil irreversibel modifizieren und deshalb direkt oder indirekt die natürliche Lebensgrundlage für einen Großteil der Menschheit spürbar beeinflussen“, definiert. Dabei wird zwischen anthropogenen und natürlichen Ursachen der globalen Veränderung unterschieden. Der WBGU konzentriert sich nur auf die anthropogenen globalen Umweltveränderungen, da diese oft ein hohes Tempo aufweisen. Das System Erde allerdings ist nicht in der Lage, in dieser kurzen Zeit sich der Veränderung entweder anzupassen oder Reparaturmechanismen zu aktivieren. Die Klassifikation der globalen Umweltveränderungen laut WBGU (1993:10) ist in nachfolgender Tabelle (1) aufgelistet.
9
Eine umfassende Nachhaltigkeit stützt sich auf drei Pfeiler, die wechselseitig miteinander in Beziehung stehen (CASSEL-GINTZ & HARENBERG 2002:6):
10
- ökologische Dimension (Bewahrung der Umwelt)
- soziale Dimension (Stärkung des sozialen Zusammenhalts)
- ökonomische Dimension (Befriedigung materieller Bedürfnisse)
Aufgrund dieser drei Pfeiler sind drei Grundsätze entwickelt worden, deren Einhaltung für eine nachhaltige Entwicklung des Mensch-Natur-Systems notwendig ist.
Das erste Prinzip beinhaltet die intergenerationelle Gerechtigkeit und beinhaltet „die Fähigkeit zur Befriedigung der Bedürfnisse der nächsten Generation“ (CASSEL-GINTZ & HARENBERG 2002:6), ohne die Befriedigung der Bedürfnisse der heutigen Generation zu beeinträchtigen. Intragenerationelle Gerechtigkeit, Prinzip zwei, ist die „Notwendigkeit eines Nachrückens der Entwicklungsländer, mit dem Ziel die Wohlstandsschere wieder zu schließen, was nicht notwendigerweise eine nachholende Entwicklung mit den gleichen Fehlern bedeutet, sondern eine beiderseitige Angleichung erfordert“ (CASSEL-GINTZ & HARENBERG 2002:6). Das dritte und letztes Prinzip betont den „intrinsischen Eigenwert von Ökosystemen, aber auch einen kulturellen Wert von indigenen Völkern“ (CASSEL-GINTZ & HARENBERG 2002:6).
Um diese Nachhaltigkeit umzusetzen, kann zwischen zwei Herangehensweisen gewählt werden. Zum einen kann durch anthropogene Steuerung das anzustrebende positive Leitbild erreicht werden. Das verlangt aber einen relativ genau festgelegten Entwicklungspfad, der sich auch zum Fehlschlag entwickeln kann. Zum anderen können nicht akzeptable Systemzustände im Erdsystem identifiziert werden, die es zu vermeiden gilt. Dabei wird ein abgegrenzter Entwicklungskorridor mit Raum für verschiedene Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, womit man das Ziel der Nachhaltigkeit langfristig erreichen kann (CASSEL-GINTZ & HARENBERG 2002:6). Dieser Korridor trennt somit den erlaubten Handlungsraum vom Bereich der „Nicht-Nachhaltigkeit“ ab (WBGU 1996:119).
„Der Globale Wandel lässt sich in seiner Dynamik auf eine überschaubare Zahl von Kausalmustern in den Mensch-Umwelt-Beziehungen zurückführen. Die nicht-nachhaltigen Verläufe dieser dynamischen Muster werden im Folgenden als Syndrome des Globalen Wandels bezeichnet“ (CASSEL-GINTZ & HARENBERG 2002:7).
11
So lautet die Grundthese des Syndromkonzepts, die sich so einen verständlicheren Zugang zu den Kernproblemen des globalen Wandels erhofft (SCHINDLER 2005:50). Um den Globalen Wandel im Syndromkonzept auch graphisch darzustellen, wird sich einer bestimmten Systematik bedient. Dabei werden zwischen Natur- und Anthroposphären unterschieden. Auf Abbildung 1 sind 10 Bereiche dargestellt, die zusammen die graphische Systematik des Syndromkonzeptes bilden. Das heißt, die Atmosphäre, Pedosphäre, Biosphäre und Hydrosphäre gehören dem Bereich der Natursphären an und die restlichen 6 Bereiche werden zu den Anthroposphären gezählt. Durch diese graphische Aufbereitung ist es möglich die Vernetzung der Bereiche zu verdeutlichen und die direkten und indirekten Einflüsse kennzeichnen zu können (WBGU 1993:197).
Abbildung 1: Graphische Darstellungsmöglichkeit für ein Syndromkonzept (eigener Entwurf nach CLASEN, EHLERS, FUNK, JAHNCKE, LÜDER, SCHMIDT, TIEDEMANN, WARNING-SCHRÖDER & ZEITLER 2003:14)
12
2.2 Definition: Symptom, Wechselwirkungen und Syndrom
Die drei Grundbegriffe des Syndromkonzepts: Symptom, Wechselwirkung und Syndrom, gilt es zu kennen, damit der Umgang sowohl mit den Begriffen als auch mit dem gesamten Syndromkonzept funktioniert. Daher ist es notwendig, diese drei Grundbegriffe zu definieren. Laut WBGU (1993:11) ist ein Symptom ein qualitatives „Grundelement der systemanalytischen Beschreibung der Dynamik des Globalen Wandels im Rahmen des Syndromkonzepts“. Man betrachtet im Normalfall aber nicht nur ein Symptom, sondern mehrere, die eine „transdisziplinäre Zusammenschau“ der wichtigsten Entwicklungen im Rahmen des Globalen Wandels darstellen. Sie dienen der detaillierteren Aufschlüsselung des Syndroms, werden zunächst „unbewertet umgangssprachlich definiert“ und sind durch „Indikatoren messbar“ (SCHINDLER 2005:51).
Der zweite zu definierende Grundbegriff sind die Wechselwirkungen, die als „Verknüpfungselemente der systemanalytischen Beschreibung der Dynamik des Globalen Wandels im Rahmen des Syndromkonzepts“ fungieren. Sie versuchen Kausalbeziehungen zwischen einzelnen Symptompaaren oder zwischen mehreren Symptomen zu verdeutlichen (SCHINDLER 2005:52).
Der Begriff Syndrom beinhaltet „nicht-nachhaltige Entwicklungsmuster in der Zivilisation-Natur-Koevolution, die nur über die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Elementen erklärt werden können“ (SCHINDLER 2005:52). Syndrome „charakterisieren Konstellationen von Symptomen und ihren Wechselwirkungen“ (SCHINDLER 2005:52). Seit 1994 sind mittlerweile 16 Syndrome des Globalen Wandels entwickelt worden. Es werden 3 verschiedene Syndromgruppen unterschieden (CASSEL-GINTZ & HARENBERG 2002:11-12):
Syndromgruppe „NUTZUNG“ Syndrome als Folge unangepasster Nutzung von Naturressourcen als Produktionsfaktor
Syndromgruppe „ENTWICKLUNG“ Mensch-Umwelt-Probleme, die sich im Zusammenhang mit nicht nachhaltigen Entwicklungsprozessen ergeben ´ Syndromgruppe „SENKEN“ Umweltdegradation durch nicht angepasste zivilisatorische Entsorgungsanforderungen
13
In Tabelle 2 sind die 16 Syndrome des globalen Wandels, die es schon gibt, notiert.
Tabelle 2: Syndrome des Globalen Wandels und ihrer Zuordnung zu den Syndromgruppen (Quelle nach: CASSEL-GINTZ & HARENBERG 2002:12)
14
Zusätzlich gibt es eine globale Symptom-Sammlung für jeden Sphärenbereich, die in Tabelle 3 herausgearbeitet sind.
15
3 Die Subtropen
Die Erde lässt sich in verschiedene Landschaftsgürtel einteilen, diese besitzen Naturräume höchsten Ranges, wie zum Beispiel die Tropen, und Naturräume niederen Range, zum Beispiel Subzonen wie die Subtropen. Dabei sind die primären Kriterien dieser globalen Gliederung die vorherrschenden klimatischen Bedingungen. In Abhängigkeit davon kann man boden-, bio- und hydrogeographische, geomorphologische und auch agrargeographische Phänomene und Prozesse vergleichen (ROTHER 1992:7).
In den Subtropen überwiegen jahreszeitliche Temperaturschwankungen, wie in den gemäßigten Breiten, was sie nach TROLL und PAFFEN zu Jahreszeitenklimaten macht. Allerdings kennen die Subtropen, anders als die gemäßigten Breiten, keine Kälteruhe. Sie sind im Winter warmgemäßigt, das heißt, sie sind zwar kühler als die Tropen und auch nicht ganz frostfrei, aber sie besitzen größere Wärmesummen im Winter als die gemäßigten Breiten (ROTHER 1992:12).
Neben diesen thermischen Gemeinsamkeiten der gesamten Subtropen gibt es auch Unterschiede und zwar im hygrischen Bereich. Die hygrischen Unterschiede lassen die Subtropen in mehrere Subzonen zerfallen (siehe Abbildung 2), die sich im Jahresgang und in der Jahresmenge der Niederschläge - wie folgt - unterscheiden:
Die trockenen Subtropen, die voll- und semiaride Verhältnisse mit episodischen oder periodischen Winterniederschlägen besitzen, werden durch die Wüsten und Steppen der
16
Subtropen gekennzeichnet. Die immerfeuchten Subtropen dagegen weisen ein sommerliches Niederschlagsmaximum und ein winterliches Niederschlagsminimum auf. Kennzeichen der sommertrockenen Subtropen ist die winterliche Regen- und eine sommerliche Trockenzeit (ROTHER 1992:12).
In den Subtropen tritt zusätzlich zum hygrischen Klima noch der Gegensatz von Ozeanität und Kontinentalität auf. Das führt dazu, dass die Subtropen die „Gürtelform“ nicht beibehalten können, sondern sich als ein zellenartiger Aufbau mit west-östlicher Abfolge darstellen (ROTHER 1992:13).
Anhand der nun folgenden Beispiele soll dieser Aufbau noch einmal verdeutlicht werden. Auf Abbildung 2 sieht man, dass auf den Ostseiten der Landmassen keine trockenen Subtropen anzutreffen sind. Die immerfeuchten Subtropen sind ausschließlich auf den Ostseiten zu finden. Abbildung 2 zeigt auch, dass die wintertrockenen Subtropen eher binnenländisch verbreitet sind und die sommertrockenen Subtropen meist auf den Westseiten der Kontinente verbreitet sind.
Diese hygrische Dreiteilung der Subtropen macht sich auch in der Vegetation, der Oberflächenformen, der Böden und der agrarischen Landnutzung deutlich. Deshalb ist eine getrennte Behandlung aller drei Subzonen nicht nur anzuraten, sondern auch gerechtfertigt (ROTHER 1992:13).
3.1 Mediterrane Subtropen
Da in dieser Arbeit die Mittelmeerregion betrachtet werden soll, wird die entsprechende Klimaklassifikation, die sommertrockenen Subtropen, nun näher erläutert. Der Landschaftszone der sommertrockenen Subtropen, die für die hier vorliegende Arbeit relevant ist, kann man verschiedene Namen zuordnen:
Die Bezeichnungen subtropische Winterregengebiete, sommertrockene Subtropen und Winterregengebiete der Erde schließen die subtropischen Steppen mit ein. Die Bezeichnung, die im Folgenden Verwendung finden soll, sind die mediterranen Subtropen, da diese eine
17
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Annegret Bäßler, 2006, Die Entwicklung eines Syndromkonzepts für die Mittelmeerregion am Beispiel des Bewässerungsfeldbaus in Spanien, München, GRIN Verlag GmbH
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