Inhalt
1 Einleitung 2
2 Bodenart, Bodentyp, Bodenhorizont, Bodenbildung 2
3 Die Faktoren der Bodenbildung 4
3.1 Klima 4
3.2 Ausgangsgestein 4
3.3 Relief 5
3.4 Wasser 6
3.5 Organismen 6
3.5.1 Flora 6
3.5.2 Fauna 7
3.6 Mensch 8
3.7 Zeit 9
4 Das Zusammenwirken der Faktoren der Bodenbildung 10
5 Die Stellung des Faktors Klima 12
6 Zusammenfassung 13
7 Literatur 15
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1 Einleitung
Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich zunächst mit den Faktoren der Bodenbildung. Anschließend soll auf ihre globale Zonierung genauer eingegangen werden. Weltweit gibt es verschiedene Bodentypen, die durch unterschiedliche Bodenhorizonte gekennzeichnet sind. Die Entwicklung und Ausprägung der Böden hängt von der unterschiedlichen Wirkungsintensität der Bodenbildungsprozesse ab. Bodenbildungsprozesse werden vom räumlich unterschiedlich wirksamen Zusammenspiel einzelner Faktoren der Bodenbildung ausgelöst und geprägt (EITEL 1999:14). Diese Faktoren haben nicht nur auf die Entstehung der Böden, sondern auch auf deren individuelle Entwicklung einen großen Einfluss. Die globale Betrachtung der Faktoren ist notwendig, da regionale Beispiele keinen Anspruch auf weltweite Gültigkeit haben.
Im Folgenden werden zunächst die Faktoren der Bodenbildung näher erläutert. Anschließend wird das komplexe Zusammenwirken der Faktoren während des Prozesses der Pedogenese dargelegt. Dabei soll verdeutlicht werden, dass sich die Art und Weise dieser Interaktion auf den Prozess und das Prozessergebnis, den Boden, auswirkt. Abschließend soll die Stellung des Faktors Klima hervorgehoben werden.
2 Bodenart, Bodentyp, Bodenhorizont, Bodenbildung
Um den Themenkomplex Boden verstehen zu können, ist es wichtig, zunächst einige grundlegende Begriffe zu erläutern. Der wohl wichtigste von ihnen ist der Boden. Man definiert ihn als eine nur wenige Zentimeter „bis über 50m“ (EITEL 1999:14) mächtige Schicht, bei deren Entstehung „ein Gestein an der Erdoberfläche unter einem bestimmten Klima, einer bestimmten streuliefernden Vegetation und Population von Bodenorganismen durch bodenbildende Prozesse [...] umgeformt wird“ (SCHEFFER & SCHACHTSCHABEL 1998:373). Der Boden ist ein „dynamisches System“ (BALLSTAEDT et al. 1997:93). Er wird durch den Ablauf verschiedenster chemischer, biologischer und physikalischer Prozesse einerseits gebildet und andererseits durch Transformations- und Translokationsvorgänge (z.B. Verwitterung, Mineralneubildung, Zersetzung, Humifizierung, Gefügebildung oder verschiedene Stoffumlagerungen) stets weiterentwickelt. Diese Vorgänge kann man als bodenbildende Prozesse zusammenfassen. Bodenarten beschreiben die Textur des jeweiligen Bodens, also das mineralische Gemisch aus verschiedenen Korngrößen. Die Bodenart bestimmt in entscheidendem Maße die Permeabilität (gleichzusetzen mit der hydraulischen Leitfähigkeit) eines Bodens. Früher war die Bodenart das Kriterium für die Klassifikation von Böden (KUNTZE et al. 1994:217). Das heißt, es gab eine effektive Klassifikation. Nach KUNTZE et al. (1994:231) bilden die „Bodentypen die grundlegende Kategorie der pedogenetischen Bodensystematik“. Der Einfluss des Ausgangsgesteins für die Einteilung von Böden wurde im Laufe der Zeit immer mehr in den Hinter-grund gedrängt. Stattdessen klassifiziert man heute die Böden nach dem Stadium ihrer Entwicklung.
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Bodentypen sind durch eine bestimmte Horizontabfolge charakterisiert, die durch verschiedene Bodenbildungsprozesse unter einer bestimmten Kombination von Faktoren der Bodenbildung entsteht. Böden, die ein gleiches oder ähnliches Entwicklungsstadium widerspiegeln, werden zu einem Bodentyp zusammenfasst (SEMMEL 1993:29).
In den Böden der Erde können mehrere bodenbildende Prozesse gleichzeitig stattfinden. Dabei wirken sie in den unterschiedlichen Bereichen des Bodens unterschiedlich stark und ermöglichen so die Gliederung des Pedons in mehr oder weniger oberflächenparallele Lagen, die Bodenhorizonte genannt werden. In der Abbildung 2.1 soll die Horizontabfolge in einem Boden verdeutlicht werden. Sie zeigt, dass die einzelnen Horizonte je nach Bodentyp unterschiedlich stark ausgebildet sind bzw. ganz oder nur teilweise fehlen können. Anhand der Abbildung kann man außerdem erkennen, dass der Boden der „Durchdringungsbereich von Lithosphäre, Hydrosphäre, Atmosphäre und Biosphäre“ (HÄDRICH 1989:48) ist. Der Prozess der „Bodenbildung ist keine Änderung nur von Art und Anordnung der Minerale [...], sondern Prägung eines organmineralischen Komplexes im großen [...]; und dieser hat überdies eine eigene Gestalt“ (SCHLICHTING 1993:97). Die Bodenbildung (Pedogenese) ist gleichzusetzen mit der Bodenentstehung und beinhaltet die Veränderung von mineralischem und organischem Ausgangsmaterial durch bodenbildende Prozesse zu „einer durch Bodenhorizonte gekennzeichneten Pedosphäre“ (KUNTZE et al. 1994:48).
Abb. 2.1: Bodenprofil mit schematischer Darstellung der Bodenhorizonte (Quelle: HÄDRICH 1989:48) L = Streulage, O = Humusauflage, Ah = humoser mineralischer Oberbodenhorizont, AB = Übergang, Bv = verlehmter und verbraunter mineralischer Unterbodenhorizont, BC = Übergang, Cv = vorverwittertes Gestein, Cn = Festgestein
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3 Die Faktoren der Bodenbildung
Die Bodenbildung und die Bodenentwicklung werden von den Naturfaktoren Klima, Ausgangsgestein, Relief, Wasser, Flora und Fauna beeinflusst. Hinzu kommt der Faktor Mensch, dessen Einfluss sich vorrangig auf die Kulturböden beschränkt und der physisch nicht fassbare Faktor Zeit, der bei der Bodenbildung eine besondere Stellung einnimmt. CHRISTOPHERSON (1994:556) begründet dies damit, dass alle Faktoren, die an der Bodenbildung beteiligt sind eine gewisse Zeit benötigen in der sie ihre Wirkung entfalten können. Durch die Intensität und Kombination lösen die genannten Faktoren verschiedene bodenbildende Prozesse aus und prägen sie. Dies soll in folgendem naher erläutert werden.
3.1 Klima
Laut SCHEFFER & SCHACHTSCHABEL (1998:374) ist die Sonnenenergie, die über die Klima-faktoren Wind, Luftfeuchtigkeit, Lufttemperatur und Niederschlag wirkt, die wichtigste Triebkraft der Bodenentwicklung.
Das Klima beeinflusst erheblich das Vorhandensein und die Art der Vegetation. Dementsprechend lassen sich aus den Klimazonen die Vegetationszonen der Erde ableiten. Das Klima ergänzt durch Niederschläge das Bodenwasser und bestimmt in Abhängigkeit vom Relief das Wasserangebot, das sich auf viele Bodenbildungsprozesse auswirkt. Aus dem Verhältnis von Niederschlag und Verdunstung ergibt sich ein arides oder ein humides Klima. Bei ersterem ist die Verdunstung größer als der Niederschlag, bei letzterem kleiner. Der Klimafaktor Temperatur hat ebenfalls eine große Bedeutung für viele Prozesse der Bodenbildung. So werden vor allem Verwitterungsvorgänge durch höhere Temperaturen und hohe Niederschläge intensiviert. Eine Vielzahl von Verlagerungsvorgängen, die besonders für die Entwicklung eines Bodens wichtig sind, kann man fast ausschließlich unter bestimmten Niederschlags- und Temperaturverhältnissen vorfinden. Erosion und Deflation sind zwar von Ausgangsgestein, Vegetation und Relief abhängig, stehen aber ebenso unter einem starken Einfluss des Klimas.
Das Klima steuert eine Vielzahl chemischer, biologischer und physikalischer Prozesse direkt bzw. indirekt, indem es Evaporation und Transpiration beeinflusst (HÄDRICH 1989:71). Her-vorzuheben ist, dass verschiedene Bodenbildungsprozesse nur unter bestimmten Klimabedingungen stattfinden. So ist die Versalzung von Böden, bedingt durch einen aufwärts gerichteten Stofftransport, nur in ariden Klimaten möglich.
3.2 Ausgangsgestein
„Das Gestein ist neben der Streu das Substrat bzw. Ausgangsmaterial der Bodenbildung“ (SCHEFFER & SCHACHTSCHABEL 1998:375). Die Bodenentwicklung ist abhängig von Gefüge, Mineralbestand und Körnung. Diese Gesteinseigenschaften ergeben sich aus Art und Intensität der einwirkenden Verwitterung. Bei gleicher Einwirkungsdauer der bodenbildenden Fakto-
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Arbeit zitieren:
Jens Ender, Tommy Brandt, Torsten Sill, 2003, Faktoren der Bodenbildung und ihre globale Zonierung, München, GRIN Verlag GmbH
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