Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1. Der Begriff des Mythos. 3
2. Die Geschichte des Medea-Mythos. 5
2.1 Der antike Medea-Mythos 5
2.2 Das Medeadrama des Euripides 12
3. Der Medea-Mythos in Hans Henny Jahnns Drama „Medea“ 17
3.1 Die Aspekte der Fremdheit Medeas 24
4. Der Medea-Mythos in Christa Wolfs Roman „Medea. Stimmen“ 33
4.1 Christa Wolfs Mythosverständnis 33
4.2 Die Verarbeitung des Medea-Stoffs 36
4.3 Medea: Fremde unter Fremden 41
5. Assimilation ausgeschlossen - Medea im Vergleich 47
6. Schlußbemerkung. 56
Literatur 59
Einleitung
Der Mythos von Medea, der Göttin, Zauberin, Priesterin, Heilerin, Mutter, Liebenden und Todbringenden hat über die Jahrtausende hinweg Kunst und Literatur beschäftigt. Seine erste einschneidende Bearbeitung erfuhr er durch Euripides, dessen Medeadrama 431 v. Chr. bei den Dionysien aufgeführt wurde. Bereits vor Euripides ist die Figur der Medea in vielen Schriften belegt, so in Hesiods Theogonie, bei Appollonius von Rhodos, in der Korinthiaka des Eumelos, um nur einige der frühen Textbelege zu nennen. Sie ist sowohl in der griechischen als auch in der römischen Literatur existent. Ovid schrieb ein Medeadrama, das jedoch verlorengegangen ist, dafür blieb eine kurze Passage über Medea in den „Metamorphosen“ erhalten. Seneca verfaßte ein Medeadrama. Medeas Spur führt weiter über die Literatur des Mittelalters, hier sind u. a. Medeas Auftreten in Konrad von Würzburgs „Trojanischer Krieg“ und in Christine de Pizans „Buch von der Stadt der Frauen“ zu nennen. Es folgen literaturgeschichtlich bedeutende Werke wie die „Medea“ von Pierre Corneille, das Medeadrama Franz Grillparzers, sowie das von Hans Henny Jahnn und Jean Anouilh. Anna Seghers schreibt über Medea in ihrem „Argonautenschiff“, Heiner Müller setzt sich mit ihr in seinem „Medeamaterial“ auseinander und Christa Wolf in ihrem Roman „Medea. Stimmen“. So zieht sich Medeas Spur bis in die heutige Zeit und wird sich aller Voraussicht nach auch nicht so schnell verlieren.
Die Figur der Medea hat in den 2500 Jahren ihrer literarischen Existenz verschiedene Rollen eingenommen und die verschiedensten Deutungsansätze durchlaufen. So galt beispielsweise die thessalische Medea der vorepischen Zeit als „eine Göttin aus dem Kreise der Hekate“ 1 , die korinthische Medea wiederum wurde als eine Göttin „aus dem Bereich der Hera und der Aphrodite“ 2 angesehen, bevor sie bedeutungsgeschichtlich zur Heroine 3 herabsank. Hinsichtlich dessen, was der Name „Medea“ bedeutet, weist das RE 4 darauf hin, daß ihr Name der Gruppe von Namen zuzurechnen ist, die die Bedeutung einschließt: „Frauen, die sich und anderen Rat wissen“ 5 .
Bevor die beiden Werke von Hans Henny Jahnn und Christa Wolf, die zu den literaturwissenschaftlich wichtigen Bearbeitungen des Medea-Mythos zählen, unter dem Aspekt
1 Der kleine Pauly. Lexikon der Antike: Hg. von Konrat Ziegler, Walther Sontheimer. 3. Bd. Iuppiter bis Nasidiemus. Stuttgart: Alfred Druckenmüller 1969. S. 1126.
2 Ebd.
3 Vgl. ebd. S. 1127.
4 RE ist die allgemein übliche Abkürzung von Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft.
5 Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft. Hg. von Wilhelm Kroll. 29. Halbband. Mazaios bis Mesyros. München: Alfred Druckenmüller 1931. (unveränd. Nachdruck, Artemis 1984). S. 30.
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der Fremdheit näher betrachtet werden, wird eine für die Arbeit grundlegende allgemeine Mythosdefinition vorangestellt, es werden die wichtigsten Komponenten des Medea-Mythos veranschaulicht, und es wird kurz auf das Medeadrama des Euripides eingegangen, da es einen Markstein der literarischen Bearbeitung des Medea-Stoffes darstellt.
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1. Der Begriff des Mythos
Für eine Untersuchung der Texte von Jahnn und Wolf ist eine Definition des Begriffs Mythos unerläßlich. Dem Charakter vorliegender Arbeit angemessen, soll von einer literaturwissenschaftlich geprägten Definition des Begriffs Mythos ausgegangen werden. Graf empfiehlt, zunächst einmal von der unumstrittensten Definition auszugehen, d. h., zu sagen: „Mythen sind traditionelle Erzählungen, traditional tales“ 6 , was nah bei der Ü-
bersetzung des altgriechischen Wortes μῦθος liegt, die nichts anderes besagt, als „Fabel, Sage“ 7 und „Rede, Geschichte, (sagenhafte) Erzählung“ 8 . Ein Mythos kann mündlich und schriftlich weitergegeben werden und unterschiedlichen Zwecken dienen. So kann er den Versuch früher Kulturstufen darstellen, Fragen des Weltursprungs und -endes, der Götter- und Menschenentstehung, sowie bestimmter Naturphänomene zu erfassen, oder aber auch den Versuch, moralische, existentielle und mystische Fragen zu verarbeiten. 9 Trencsényi-Waldapfel weist darauf hin, daß die vergleichende Mythologie von Grundformen der Mythen ausgeht, sogenannten „Elementartypen“ 10 . Diese Elementartypen sind bei den verschiedensten Völkern nachweisbar und enthalten „unter gleichen Bedingungen der Entwicklung in der Überlieferung der verschiedensten Völker mehr oder weniger gleiche Motive“ 11 . Wichtig jedoch ist, daß der Mythos nicht mit dem jeweils aktuellen Text des Dichters, des Erzählers gleichgesetzt werden darf. 12
„Der Mythos ist nicht der aktuelle Dichtertext, sondern transzendiert ihn: er ist der Stoff, ein in großen Zügen festgelegter Handlungsablauf mit ebenso festen Personen, den der individuelle Dichter nur in Grenzen variieren kann. Die einzelne Variation, das einzelne Dichtwerk, hat einen Autor, der Mythos nicht: er wird von Generation zu Generation gereicht, ohne daß man von einem Mythenmacher wüßte: eben dies meint ‚traditionell’.“ 13
Man sieht, daß ein Mythos sowohl feste als auch variable, flexible Bestandteile enthält. Im Gegensatz zum Märchen, das keinen Anspruch auf feste Orte und Zeiten erhebt und rein in-
6 Graf,Fritz: Griechische Mythologie. Eine Einführung. Düsseldorf, Zürich: Artemis & Winkler 1999. S. 7.
7 Duden. Deutsches Universalwörterbuch. Hg. von Günther Drosdowski. 2. A. Mannheim: Bibliographisches Institut 1989. S. 1049.
8 Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Definitionen. Hg. von Günther u. Irmgard Schweikle. 2. A. Stuttgart: Metzler 1990. S. 316.
9 Vgl. ebd.
10 Trencsényi-Waldapfel, Imre: Die Töchter der Erinnerung. Götter- und Heldensagen der Griechen und Römer mit einem Ausblick auf die Vergleichende Mythologie. Berlin: Rütten & Loening 1989. S. 12.
11 Ebd.
12 Vgl. Graf, Fritz: Griechische Mythologie. Eine Einführung. Düsseldorf, Zürich: Artemis & Winkler 1999. S.
8.
13 Ebd.
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formell ist, erhebt ein Mythos Anspruch auf Verbindlichkeit hinsichtlich Ort und Zeit, ist in ein Kollektiv eingebunden und besitzt einen Götterapparat. 14 Mit anderen Worten: „Der Mythos aber gilt allein für eine in Ort und Zeit festumrissene Gemeinschaft, in deren Tradition er ausgeformt wird.“ 15
Doch diese Ausformung des Mythos ist keineswegs auf eine bestimmte Epoche bzw. auf einen bestimmten historischen Zeitraum beschränkt. Im Gegenteil, ein Mythos kann die Zeiten überdauern und immer wieder neu und variabel ausgeformt werden, mit anderen Worten, er kann stets aufs neue aktualisiert werden und auf zeitgemäße gesellschaftliche Zustände referieren. Denn um mit Graf zu sprechen:
„Der Grund für die immer neue Ausformung, der Motor der Tradition sozusagen, ist der Anspruch des Mythos auf Verbindlichkeit: er will Gültiges aussagen über die Entstehung der Welt, der Gesellschaft und ihrer Institutionen, über die Götter und ihr Verhältnis zu den Menschen, kurz über alles, was die menschliche Existenz bestimmt. Ändern sich die Umstände, ändert sich auch der Mythos: in dieser neuen Anpassung an die jeweiligen Ansprüche zeigt sich eben seine Lebensfähigkeit [...].“ 16
Ein Mythos besitzt einen mehr oder weniger festen Kern, und ist dennoch in seiner Ausformung flexibel. Indem man mittels Allegorie und Interpretation unter seiner Oberfläche nach philosophischen Wahrheiten sucht, wird versucht, seine Verbindlichkeit aufrechtzuerhalten. 17 Die Dichter nehmen Einfluß auf den Mythos und besitzen die Macht, ihn zu verändern. 18 Sie eignen sich den Mythos an und nutzen seine Möglichkeit, mythische, moralische und existentielle Fragen zu verarbeiten. Dies soll am Beispiel der „Medea“ von Hans Henny Jahnn und von Christa Wolfs Roman „Medea. Stimmen“ sowohl im allgemeinen als auch speziell unter dem Aspekt des Fremden veranschaulicht werden.
14 Vgl. ebd. S. 13.
15 Ebd. 10.
16 Ebd. S. 9.
17 Vgl. ebd. S. 10.
18 „Die griechische Mythologie ist uns außerdem nicht in ihrer primitiven Form erhalten, sondern als komplexes historisches Konglomerat von Altem, Neuerfundenem, von außen Eingeführtem, das sich im Lauf der Jahrhunderte griechischer Kultur ständig verändert: mit an dieser Veränderung arbeiten die Dichter, vor allem die Tragiker.“ (Ebd. S. 17.)
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2. Die Geschichte des Medea-Mythos
2.1 Der antike Medea-Mythos
Zunächst sollen die Ausprägungen des Medea-Mythos betrachtet werden, die vor Euripides’ Medeadrama existierten und nachweisbar sind. Im Schrifttum entspricht dies einem Zeitraum von fast 300 Jahren. Um 700 v. Chr. in Hesiods Theogonie erfolgte die erste schriftliche Erwähnung Medeas. Im Jahre 431 v. Chr. schließlich wurde Euripides’ Medeadrama uraufgeführt. Parallel dazu und viel weiter in die Zeit zurückreichend existierten zweifelsohne zahlreiche mündliche Überlieferungen des Medea-Mythos, die dazu beigetragen haben dürften, daß eine heterogene Ansammlung von Medeabruchstücken in verschiedensten Schriften entstehen konnte, auf die sowohl Euripides als auch ihm nachfolgende Autoren in ihren Bearbeitungen des Mythos zurückgreifen konnten und so verschiedene Aktualisierungen des Medea-Mythos schufen. 19
In der darstellenden Kunst ist die bisher älteste nachweisbare Darstellung der Medea auf einer Kanne zu finden, die auf die Zeit um 630 v. Chr. datiert wird. 20 Göttner-Abendroth geht davon aus, daß der Medea-Mythos den alten matriarchalischen Göttinnenmythen zuzurechnen ist, daß er jedoch, als er verschriftlicht wurde, bereits patriarchalisch verfremdete Motive aufwies bzw. patriarchalisch überprägt war. 21
Steskal meint, daß man in der Überlieferungslage des Medea-Mythos unterscheiden muß „zwischen einem thessalischen kolchisch-jolkischen und einem korinthischen Medea-Mythos“ 22 . Zum Strang der kolchisch-jolkischen Überlieferung rechnet er u. a. die Erwähnungen Medeas im Epos „Naupaktika“ 23 , in Hesiods (um 700 v. Chr.) „Theogonie“, in den Fragmenten des Simonides von Keos (etwa 556-468 v. Chr.) sowie in Pindars (518-nach 446
19 Vgl. Steskal, Christoph: Medea und Jason in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aktualisierungspotential eines Mythos. Regensburg: S. Roderer Vlg. 2001. S. 15.
20 Vgl. Simon, Erika: Medea in der antiken Kunst. Magierin - Mutter - Göttin. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 15. Vgl. auch: Christa Wolfs Medea. Voraussetzungen zu einem Text. Hg. von Marianne Hochgeschurz. München: dtv 2000. S. 28.
21 Vgl. Christa Wolfs Medea. Voraussetzungen zu einem Text. Hg. von Marianne Hochgeschurz. München: dtv 2000. S. 44ff.
22 Steskal, Christoph: Medea und Jason in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aktualisierungspotential eines Mythos. Regensburg: S. Roderer Vlg. 2001. S. 62.
23 „Die einem Karkinos von Naupaktos zugeschriebenen Naupaktika hatten Bezug zur Argonautenfahrt [...].“ (Einleitung in die griechische Philologie. Hg. von Heinz-Günther Nesselrath. Stuttgart/Leipzig: B. G. Teubner 1997. S. 179.)
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v.Chr.) „4. Pythischer Ode“ (462 v. Chr.). 24 Für die korinthische Überlieferung nennt er Eumelos 25 (griech. Ependichter der 2. Hälfte des 8. Jh. v. Chr.) „Korinthiaka“ sowie Schriften der Korinther Parmeniskos, Didymos und Kreophylos. 26 Im RE findet sich über Medeas örtliche Herkunft folgendes: „Das Märchenland Aia, das jonische Kolonisationstätigkeit in Kolchis festlegte, wird zwar bei Hesiod Theog. 992ff. noch nicht als Heimat der M. genannt, ist jedoch sonst durchgehend als solche überliefert.“ 27
Das RE ordnet „Naupaktika“ (frg. 10) wiederum als Versuch ein, Medea „der korkyräischen Lokalsage einzugliedern“ 28 , was den Kreis zur korinthischen Überlieferung schlösse, „denn Korkyra ist zunächst eine euböische Kolonie gewesen, bevor es den Status einer Tochterstadt von Korinth erhielt“ 29 . Der euböische Adel spielte eine wichtige Rolle in der Anfangsphase der großen Kolonisationsbewegungen, die dann ab Mitte des 8. Jahrhunderts auch alle Küstenbereiche des Schwarzen Meeres erfaßt hatten. 30 Das RE weist allerdings darauf hin, daß all diese Lokalisierungen von eher unterge-ordnetem Interesse sind, im Gegensatz zur Rolle, die Medea in der korinthischen Sage spielt. 31
Kottaridou macht darauf aufmerksam, die politische Bedeutung, die die „Korinthiaka“ des Eumelos für die bis dahin recht mythenarme Stadt Korinth hinsichtlich ihrer Größe und Wichtigkeit als Kolonialmacht darstellt, nicht zu unterschätzen. 32 Eumelos gehörte höchstwahrscheinlich selbst dem die Stadt regierenden Herrschergeschlecht der Bakchiaden an und verhalf Korinth durch und in seiner „Korinthiaka“ zu einer ruhmreichen Vergangenheit. Er identifizierte Korinth, welches zur damaligen Zeit mythologisch gesehen von geringer Bedeutung war, geschickt „mit Ephyra, einem Land, das zwar eine reiche mythische Vergangenheit, aber keine ‚reale’ historische Präsenz besaß.“ 33 Der Mythos war deshalb so wichtig
24 Vgl. Steskal, Christoph: Medea und Jason in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aktualisierungspotential eines Mythos. Regensburg: S. Roderer Vlg. 2001. S. 63ff.
25 „[D]ie Korinthiaka des Eumelos von Korinth (offenbar ein Zeitgenosse Hesiods) feierten den alten Ruhm dieser Stadt.“ (Einleitung in die griechische Philologie. Hg. von Heinz-Günther Nesselrath. Stuttgart/Leipzig: B. G. Teubner 1997. S. 179.)
26 Steskal, Christoph: Medea und Jason in der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aktualisierungspotential eines Mythos. Regensburg: S. Roderer Vlg. 2001. S. 66f.
27 Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft. Hg. von Wilhelm Kroll. 29. Halbband. Mazaios bis Mesyros. München: Alfred Druckenmüller 1931. (unveränd. Nachdruck, Artemis 1984). S. 30.
28 Ebd. S. 41.
29 Einleitung in die griechische Philologie. Hg. von Heinz-Günther Nesselrath. Stuttgart/Leipzig: B. G. Teubner 1997. S. 370.
30 Vgl. Ebd.
31 Vgl. Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft. Hg. von Wilhelm Kroll. 29. Halbband. Mazaios bis Mesyros. München: Alfred Druckenmüller 1931. (unveränd. Nachdruck, Artemis 1984). S. 41.
32 Vgl. Kottaridou, Angeliki: Kirke und Medea. Die Zauberinnen der Griechen und die Verwandlung des Mythos. Inaugural-Dissertation. Köln: Philosophische Fakultät 1991. S. 126f.
33 Ebd. S. 127.
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und bedeutend, weil er damals oft als eine Art Propagandamittel von konkurrierenden Städten eingesetzt wurde. Korinth war zu Lebzeiten des Eumelos eine der reichsten und mächtigsten Städte Griechenlands, besaß jedoch im Gegensatz zu Orten geringerer Bedeutung, die sich mit bekannten Mythen schmücken konnten, eine „beschämend blasse [...] Präsenz im Mythos“ 34 . Dennoch ist ungewiß, ob die Aneinanderbindung des korinthischen und des kolchischen Herrscherhauses im Medea-Mythos der „Korinthiaka“ als Propagandamittel zum Zwecke der Kolonialisierung der Gebiete am Schwarzen Meer dienen sollte, da keine archäologischen Funde gemacht wurden, die die Existenz korinthischer Kolonien oder die Anwesenheit korinthischer Kolonialisten in jenen Gebieten beweisen könnten. 35 Auf die Vereinnahmung des Mythos zu Propagandazwecken hat auch Graves hingewiesen, als er sagte: „An der Originalgeschichte von der Argo ist wahrscheinlich von Barden viel herumgepfuscht worden, die gewisse Familien oder Städte dadurch zu verherrlichen wünschten, daß sie ihre Vorfahren oder Gründer als Argonauten hinstellten.“ 36 Seine Aussage, daß es sich bei dem Zug der Argonauten um die Beschreibung einer Kolonialisierung handelt, erscheint plausibel und wird auch von Bernhardt vertreten. 37 Bereits im Kapitel über eine allgemeine Definition des Begriffs Mythos wurde festgestellt, daß ein Mythos sowohl aus festen als auch aus variablen Elementen besteht, er über eine gewisse Dehnbarkeit und Wandelbarkeit verfügt und daß seine Struktur und sein Inhalt epochenabhängig verwertet und aktualisiert werden können. Renate Schlesier hat ebenfalls darauf hingewiesen, daß jeder Mythos über einen festen Kern verfügt, der diesen charakterisiert:
„Doch der Eindruck einer grenzenlosen Variabilität der mythischen Figuren und Geschichten täuscht. Eine Mythenfigur kann nicht alles tun und erleiden, was jede andere ebenfalls tun und erleiden könnte. Ihre Geschichte hat einen unverwechselbaren Kern, der nur für sie spezifisch ist. Bis in die moderne Umwandlung und Anver-wandlung von Mythenfiguren hinein bewahrt dieser Kern eine erstaunliche Festigkeit und Widerstandskraft.“ 38
Im Medea-Mythos gehören meiner Meinung nach folgende Elemente zu den mehr oder weniger festen Bestandteilen des Mythos:
34 Ebd. S. 126.
35 Vgl. Ebd. S. 127.
36 Graves, Robert: Das Goldene Vlies. Darmstadt: Holle Verlag 1953. S. 489.
37 Vgl. Bernhardt, Rüdiger: Die Gegenwart des Mythos. Christa Wolfs „Medea“. In: Marxistische Blätter. Essen: Neue Impulse Verlag 1996. (34, 4) S. 81f.
38 Schlesier, Renate: Medeas Verwandlungen. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 1.
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- die beiden Personen Medea und Jason bilden die zentralen Protagonisten;
- Jason ist seiner Herkunft nach ein Mensch und sterblich;
- Medea ist ihrer Herkunft nach eine Göttin bzw. Heroine, unsterblich, und besitzt gewisse Zauberkräfte;
- Medea und Jason gehören beide ihrer Abstammung nach Herrscherhäusern an (Medeas Vater Aietes ist König von Kolchis; Jasons Vater Aison war König von Jolkos);
- die Liebesgeschichte zwischen Jason und Medea ist eingebettet in den Mythenzyklus des Argonautenzugs;
- Jason kommt mit der Argo nach Kolchis, um das Goldene Vlies zu holen;
- Medea hilft Jason bei der Bewältigung der Aufgaben, die König Aietes ihm gestellt hat;
- Medea geht mit Jason auf die Argo;
- Tod von Medeas Bruder Apsyrtos;
- Vermählung von Jason und Medea;
- Peliasepisode (Verjüngung);
- Ankunft und Asyl in Korinth;
- Existenz der beiden Söhne Medeas und Jasons;
- Glauke/Kreusa-Episode;
- Tod der Kreusa, des Kreon und der beiden Kinder Medeas.
Dies betrifft jenen Teil des Mythos, der in Korinth einen gewissen Abschluß findet, da sich dort die Wege von Jason und Medea trennen; im weiteren Verlauf des Mythos um Medea spielt Jason dann keine Rolle mehr. Zum archaischsten Bestandteil des Medea-Mythos ist außerdem das Zerstückelungsmotiv zu rechnen, das mit dem Verjüngungszauber in Zusammenhang steht, worauf später noch genauer einzugehen sein wird. Einen weiteren elementaren Topos des Mythos stellt das Aufeinanderprallen zweier gegensätzlicher, unterschiedlicher, einander fremder Kulturen und der daraus resultierenden Mißverständnisse dar. Die oben genannten Mythologeme kennzeichnen den Mythos der Medea als solchen. Sie müssen, in welcher Form auch immer Bestandteil einer Bearbeitung dieses Mythos sein, um ihn als Medea-Mythos erkenntlich sein zu lassen, bzw. sie müssen dem Leser bekannt sein, damit er versteht, was gemeint ist, wenn der Autor auf Medea referiert. Die jeweilige Aktualisierung dieser Mythologeme, d. h. ihre verschiedenen Ausprägungen, Hinzufügungen, Verfremdungen usw. zählen dann zu den flexiblen Elementen des Mythos, die sich je nach Epoche und Gegebenheiten verändern. So findet sich bei Jahnn eine
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schwarze Medea und bei Wolf eine Medea, die ihre Kinder nicht umgebracht hat. Dennoch handelt es sich in beiden Fällen um eine Medea. Schlesier erläutert diese Flexibilität am Beispiel der geographischen Herkunft Medeas:
„Medea ist eine Figur des antiken griechischen Mythos. Was für alle anderen Figuren dieser Mythentradition gilt, gilt auch für sie: Was sie bestimmt, sind ihre Abstammung, ihre geographischen Bezüge und ihre darin räumlich und zeitlich lokalisierte Geschichte. Diese Geschichte aber ist nicht klar festgelegt, sondern offen für Variationen, so offen, daß sogar einzelne Elemente der geographischen Bezüge und der Abstammung verändert werden können.“ 39
„Die wichtigste Funktion Medeas in der Argonautensage ist ihr Eingreifen als Helferin Iasons bei den von Aietes gestellten Aufgaben“ 40 , hält man im RE fest. Dieser Grundzusammenhang bindet Medea an Jason, verknüpft beide zu einer Einheit. Medea hat „dabei auch die märchenhaften Züge der hilfreichen Tochter des bösen Königs angenommen, den der Held mit ihrem Beistand überwindet.“ 41
Erika Simon geht in ihrem Aufsatz „Medea in der antiken Kunst. Magierin - Mutter - Göttin“ den verschiedenen Stufen nach, die die Figur der Medea in den Medeadarstellungen der jeweiligen Epoche durchlaufen hat. 42 Sie weist darauf hin, daß Hesiod Medea zu den Göttinnen zählt, „die sich mit Sterblichen verbanden.“ 43 Medea gebar Jason einen Sohn, Medeios genannt. „Der Name, die männliche Form zu Medeia, läßt aufhorchen. Söhne pflegten in Griechenland sonst nach dem Vater benannt zu werden. Wie mir scheint, verrät sich hier eine alte matrilineare Tradition.“ 44 Auf die Verbindung des Medea-Mythos zu alten matriarchalischen Mythen hat ebenfalls Heide Göttner-Abendroth hingewiesen 45 , und Christa Wolf hat diesen Ansatz in ihrem Medea-Roman fruchtbar gemacht. Laut Simon bezeugen Medeadarstellungen in der archaischen Kunst „einen verbreiteten Glauben an Medea als eine, die den
39 Ebd.
40 Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft. Hg. von Wilhelm Kroll. 29. Halbband. Mazaios bis Mesyros. München: Alfred Druckenmüller 1931. (unveränd. Nachdruck, Artemis 1984). S. 31.
41 Der kleine Pauly. Lexikon der Antike: Hg. von Konrat Ziegler, Walther Sontheimer. 3. Bd. Iuppiter bis Nasidiemus. Stuttgart: Alfred Druckenmüller 1969. S. 1126.
42 Vgl. Simon, Erika: Medea in der antiken Kunst. Magierin - Mutter - Göttin. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 13ff.
43 Ebd. S. 14. „[965] Nun aber, süß tönende Musen vom Olympos, Töchter des aigisführenden Zeus, besingt die Schar der unsterblichen Göttinnen, die mit sterblichen Männern das Lager teilten und göttergleiche Kinder gebaren! [...] Diese unsterblichen Göttinnen teilten das Lager mit sterblichen Männern [1020] und gebaren göttergleicher Kinder.“ (Hesiod. Theogonie. Griechisch/Deutsch. Hg. von Otto Schönberger. Stuttgart: Philipp Reclam jun. 1999. S. 73ff.)
44 Simon, Erika: Medea in der antiken Kunst. Magierin - Mutter - Göttin. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 14.
45 Vgl. Göttner-Abendroth, Heide: Brief an Christa Wolf vom 11. März 1993. In: Christa Wolfs Medea. Voraussetzungen zu einem Text. Hg. von Marianne Hochgeschurz. München: dtv 2000. S. 44ff.
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Tod durch Magie zu überwinden vermag: Ehe jemand jung aus dem Kessel stieg, hatte er ja sterben müssen.“ 46 Dies stellt einen wichtigen Hinweis auf den Verjüngungszauber und das Zerstückelungsmotiv dar, die beide eng mit dem Medea-Mythos verknüpft sind. Das Zerstückelungsmotiv und der Verjüngungszauber sind beides Elemente, die aus sehr alten und archaischen Schichten des Mythos stammen. So findet man das Zerstückelungsmotiv ebenfalls in den Mythen von Osiris und Dionysos. „Wie Osiris vor dem Weltuntergang wird Dionysos zerstückelt.“ 47 Auch Alban Herbst hat auf Medeas enge Verbindung zu den dionysischen Mysterien hingewiesen. 48 Nach Göttner-Abendroth bedeutet die Zerstückelung den Tod des Heroskönigs, und das Gegenstück dazu bildet seine Wiedererstehung in verjüngter Gestalt zum Zwecke der erneuten Inthronisation. 49 Dieses Schema von Tod und Wiedergeburt bzw. Verjüngung symbolisiert den elementaren Kreislauf der Natur, den Jahreszeitenzyklus von Frühling (Geburt) über Sommer (Fruchtbarkeit), Herbst (Reife) und Winter (Tod, Rückzug zur Erneuerung). Medea verkörpert in ihren Handlungen eben jene Symbolik. „Nach der Rückkehr der Argo setzt die Sage in verschiedenen Überlieferungszweigen eine Reihe von Zauberhandlungen Medeas an, die auf Verjüngungswunder hinauslaufen.“ 50 So ist die „Verjüngung an einem Widder ein in der Sage durchaus fester Zug.“ 51 In diesem Zusammenhang geht es im Medea-Mythos stets um Macht- und Herrschaftsansprüche von Königen, die ihren Anspruch nur mit Hilfe oder auf Kosten Medeas halten oder durchsetzen können. Denn „Medea beherrscht die Zauberkraft, Menschen zu verwandeln, indem sie sie verjüngt oder gar unsterblich macht.“ 52
Daß Medea als Verkörperung der Göttin Hekate oder als deren Priesterin sehr große Macht besaß und daß sie tatsächlich diejenige war, die den Lauf der Dinge bestimmte, nicht zuletzt, als sie Jason bei der Erfüllung seiner Aufgaben half, belegt auch die von Erika Simon vorgelegte Namensdeutung: „Ihr Name wurde - etymologisch ausnahmsweise richtig - als ‚die Macht Ausübende’ verstanden, und diese Macht erstreckte sich auf Tod und Wiederge-
46 Simon,Erika: Medea in der antiken Kunst. Magierin - Mutter - Göttin. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 18.
47 Herbst, Alban Nikolai: Ihr wollt ein Wort von mir. Ein Schicksal sollt ihr haben. Eine literarische Spekulation über Hans Henny Jahnn und Medea. In: Der Literaturbote. Frankfurt am Main: Literaturbüro 2004. (75. Heft, 19. Jg.) S. 44.
48 Vgl. Ebd.
49 Vgl. Göttner-Abendroth, Heide: Brief an Christa Wolf vom 11. März 1993. In: Christa Wolfs Medea. Voraussetzungen zu einem Text. Hg. von Marianne Hochgeschurz. München: dtv 2000. S. 46f.
50 Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft. Hg. von Wilhelm Kroll. 29. Halbband. Mazaios bis Mesyros. München: Alfred Druckenmüller 1931. (unveränd. Nachdruck, Artemis 1984). S. 39.
51 Ebd. S. 40.
52 Schlesier, Renate: Medeas Verwandlungen. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 10.
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burt.“ 53 Simon weist außerdem darauf hin, daß Medea einen Namen trägt, „der Ähnliches bedeutet wie der ihrer korinthischen Gegenspielerin Kreousa.“ 54 Demzufolge könnte der Tod der Kreousa und des Kreon auch als symbolischer Tod gelesen werden. Das alte Herrschergeschlecht von Korinth tritt ab und wird vom neuen Herrscherpaar, in diesem Fall Jason und Medea, abgelöst. Diese Lesart wird auch von einer Überlieferung des Medea-Mythos gestützt, demzufolge Medea von den Korinthern als Nachkommin des angestammten Herrschergeschlechts angesehen wurde. 55
Medeadarstellungen in der klassischen Kunst zur Zeit Alexander des Großen zeigen nach Simon, „[d]aß die Sage von Medea damals auch sonst variiert wurde“ 56 . Euripides’ „Tragödie von 431 v. Chr. bildet für den Medeamythos in der Literaturgeschichte eine Wasserscheide, nicht so in der Bildkunst“ 57 , betont Simon. Erst um 400 v. Chr. in Süditalien ließen sich bildliche Einflüsse des bekannten Dramas nachweisen. 58 In der römischen Kunst ist die wohl bedeutendtste Medeadarstellung die des Baseler Medeasarkophags, auf dem Medea als „die Einsame gezeigt [ist], als die sie Margot Schmidt überzeugend herausgestellt hat“ 59 . Auch die drei Haupteigenschaften von Medea - Magierin, Mutter und Göttin - kommen laut Simon auf diesem Sarkophag klar und deutlich zum Ausdruck. 60
Im Gegensatz zu der eher schwachen Auswirkung, die das euripideische Medeadrama auf die Medeadarstellungen in der antiken Bildkunst besaß, ist man sich in der Forschung
53 Simon, Erika: Medea in der antiken Kunst. Magierin - Mutter - Göttin. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 19.
54 Ebd. (Fußnote 18) S. 49. Simon verweist hier auf ihren Würzburger Kollegen Günter Neumann, der bedauerlicherweise im Jahre 2005 verstorben ist und deshalb nicht mehr persönlich befragt werden konnte. Frau Simon konnte mir auf meine persönliche Anfrage die Zusammenhänge bezüglich der Namensetymologie nicht genauer erläutern. Deshalb schlußfolgere ich, daß die Bedeutungsähnlichkeiten der beiden Namen auf folgende Weise erklärt werden könnten: Medea abgeleitet von „μεδέωυ, -έονσα ‚Herrscher’, -in’ s. μέδω. [...] μέδω [...] ‚herrschen, walten’“ statt wie sonst üblich abgeleitet von „μήδεα [...] ‚Ratschläge, Sorgen’“, und Kreousa abgeleitet von „ϰρείων [...] ‚Herrscher, Fürst’ [...], ϰρέουσα [...] ‚Herrscherin, Fürstin’;“ (Griechisches Etymologisches Wörterbuch. Hg. von Hjalmar Frisk. Band II: Κρ - Ω. Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag 1970. S. 190,191,223 u. 12).
55 Vgl. Paulys Realencyclopädie der Classischen Altertumswissenschaft. Hg. von Wilhelm Kroll. 29. Halbband. Mazaios bis Mesyros. München: Alfred Druckenmüller 1931. (unveränd. Nachdruck, Artemis 1984). S. 42.
56 Simon, Erika: Medea in der antiken Kunst. Magierin - Mutter - Göttin. In: Medeas Wandlungen. Studien zu einem Mythos in Kunst und Wissenschaft. Hrsg. Von Annette Kämmerer, Margret Schuchard, Agnes Speck. Heidelberg: Mattes Verlag 1998. S. 36.
57 Ebd. S. 37.
58 Vgl. Ebd.
59 Ebd. S. 44.
60 Vgl. Ebd. S. 45.
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Arbeit zitieren:
Anja Elstner, 2006, Medea: Fremde unter Fremden. Der Medea-Mythos bei Hans Henny Jahnn und Christa Wolf - ein Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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