Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Einführung in die Problematik 6
2.1 Die Scheidung 6
2.1.1 Aktuelle Situation in Deutschland 6
2.1.2 Scheidung als Reorganisationsprozess der Familie 8
2.1.3 Phasen der Scheidung 9
2.2 Moderne Kinder- und Jugendliteratur 13
3 Buchauswahl zum Thema Trennung und Scheidung 17
3.1 Begründung der Buchauswahl 17
3.2 Kurzer Überblick zu den Buchinhalten 20
4 Vorgehensweise 27 Vorgehensweise.....................................................................................27
5 Auswertung und Vergleich der Ergebnisse mit der aktuellen
Scheidungsforschung 33
5.1 Phasen der Trennung 33
5.1.1 Die Zeit vor der Trennung 33
5.1.2 Gründe für die elterliche Trennung 36
5.1.3 Die Trennungsphase 40
5.1.4 Die Nachscheidungsphase 51
5.2 Mögliche kindliche Reaktionen auf die Trennung 58
5.2.1 Alterspezifische Reaktionen 61
5.2.2 Geschlechtsspezifische Reaktionen 71
5.3 Problembewältigungshilfen für die Kinder 73
5.3.1 Mit Kindern sprechen 74
5.3.2 Ressourcen der Kinder 75
5.3.3 Verantwortung beider Elternteile für das Kind 76
5.3.4 Sonstige Hilfen 77
6 Zusammenfassung und Fazit 78
7 Literaturverzeichnis 81
7.1 Primärliteratur 81
7.2 Sekundärliteratur 82
7.3 Zeitschriften und Broschüren 86
7.4 Nachschlagewerke 86
7.5 www-Dokumente 86
8 Tabellen 88
1 Einleitung
Die moderne Kinder- und Jugendliteratur versucht Kindheit in verschiedenen Facetten darzustellen, sie verhilft zur Flucht in die wunderbare Welt der Fantasie, in der alles möglich scheint, kann zum freundlichen Begleiter im Alltagsleben werden und eine Möglichkeit zur Wirklichkeitserkundung bieten. Kinder- und Jugendbücher sind aber auch zeitgenössische Dokumente, die es wert sind, auch von Erwachsenen gelesen zu werden. Das Themenangebot der modernen KJL 1 ist groß. Gegenwärtig ist die Familie, als wichtigstem Lebens- und Erfahrungsraum der Kinder, einem starken kulturellen Wandel unterworfen. Dies spiegelt sich auch in den Kinder- und Jugendbüchern wider, die schon seit einigen Jahren nicht mehr nur die „Normalfamilie“ beschreiben, sondern auch die Trennung oder Scheidung der Eltern thematisieren.
Die Alltäglichkeit von Scheidung in unserer Gesellschaft demonstriert, dass sie zwischenzeitlich ein legitimer Weg zur Auflösung einer unbefriedigenden Paarbeziehung geworden ist. Doch obwohl heute eine Scheidung keine Besonderheit oder Seltenheit mehr darstellt - schließlich kennt doch jeder ein Paar, dass sich hat scheiden lassen oder ist innerhalb seiner eigenen Familie davon betroffen - stellt sie dennoch eine familiäre Krise dar, die nicht nur für die Eltern, sondern besonders für die Kinder sehr belastend und erschreckend sein kann. Schließlich bricht das, was für normal und sicher gehalten wurde, weg und es stellt sich die Frage, nach dem, was darauf folgt. Die mit der Ehescheidung verbundenen Veränderungen auf sozialer, ökonomischer und rechtlicher Ebene lassen aber erahnen, dass dieser Prozess einerseits hohe Anforderungen an die psychische Belastbarkeit der Betroffenen stellt und andererseits mit der Hoffnung auf eine bessere Zeit und somit auf einen positiven Neuanfang verknüpft ist.
Die vorliegende Untersuchung umfasst moderne Kinder- und Jugendliteratur zur Problematik der elterlichen Trennung von 1990 bis heute. Eine Berücksichtigung der gesamten Kinder- und Jugendliteratur in den Nachkriegsjahren zu dieser Thematik würde sicherlich einen äußerst interessanten Überblick bieten, wurde aber im Rahmen dieser Examensarbeit für zu umfangreich erachtet, weshalb eine Eingrenzung auf die Jahre ab 1990 notwendig erschien. Wie innerhalb dieser Kinder- und Jugendbücher mit der Problematik der elterlichen Trennung umgegangen wird, ob ihnen eine realitätsnahe und dennoch kindgerechte Auseinandersetzung gelingt, soll in der 1 KJL steht hier verkürzt für den Begriff „Kinder- und Jugendliteratur“.
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folgenden Arbeit untersucht werden. Dabei stellten sich ganz unterschiedliche Fragen. Wie werden den Kindern die Gründe für eine Ehescheidung vermittelt oder in welcher Weise reagieren die Kinder auf die Trennung der Eltern? Wichtig war dabei, in besonderem Maße die Belange der Kinder zu berücksichtigen und dabei nicht nur die Scheidungsfolgen zu beachten, wie das häufig in der Scheidungsliteratur der Fall ist, sondern die Empfindungen und Sorgen während des gesamten Verlaufs einer elterlichen Trennung und Scheidung zu berücksichtigen.
Darüber hinaus sollte festgestellt werden, inwieweit die Vielfalt der realen Probleme und Belastungen, die durch eine Ehescheidung entstehen können, in den untersuchten Büchern dargestellt wird. Um diese Aspekte zu überprüfen, war ein Vergleich mit der aktuellen Scheidungsforschung notwendig.
Vor der praktischen Auswertung der untersuchten Kinder- und Jugendbücher erschien eine kurze Einführung in die Problematik der Scheidung, die das heutige Verständnis von Scheidung und ihren Folgen beschreibt, ebenso hilfreich, wie die Angabe grundsätzlicher Informationen zur modernen Kinder- und Jugendliteratur, da diese als Vorraussetzung für die folgende Analyse anzusehen sind. Um nicht den Anschein einer willkürlichen Auswahl aktueller Kinder- und Jugendliteratur zur Thematik zu erwecken, werden im Rahmen des Kapitels 3.1 die angewendeten Auswahlkriterien dargestellt.
Da nicht vorausgesetzt werden kann, dass dem Leser dieser Arbeit sämtliche ausgewählten Titel bekannt sind, werden die Buchinhalte kurz vorgestellt. Zur Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit der Literaturauswertung dient die Darstellung der Vorgehensweise hinsichtlich des Hauptteils der Arbeit. Diese erfolgt von ersten Fragestellungen bis hin zum Fragebogen, mit dessen Hilfe die Bücher analysiert wurden, genau erläutert.
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2 Einführung in die Problematik
2.1 Die Scheidung
Die im traditionellen Sinn typische Familie ist die so genannte Kernfamilie, die aus zwei
miteinander verheirateten Menschen unterschiedlichen Geschlechts und mindestens
einem leiblichen Kind besteht. In einer Familie muss zwischen zwei Arten von
Beziehungen unterschieden werden. Die Beziehung der Eltern untereinander wird als
Paarbeziehung bezeichnet, die zwischen den Eltern und dem Kind oder den Kindern
als Eltern-Kind-Beziehung. Ist die Paarbeziehung gestört, führt das heutzutage in
vielen Fällen zu einer Scheidung (vgl. Brockhaus 2001, 176). Leider betrifft diese
elterliche Trennung auch die Beziehungsebene zwischen Eltern und Kind.
2.1.1 Aktuelle Situation in Deutschland
Eine Ehescheidung stellt, wie die folgende Tabelle deutlich zeigt, heutzutage keine
Ausnahme mehr dar. Sie gehört zur Normalität (vgl. Reis 1994, 49).
Tabelle 1: Statistisches Bundesamt Deutschland 2005: Ehescheidungen Deutschland
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Wenn man bedenkt, dass die Zahl der Eheschließungen immer weiter abnimmt (s. Statistisches Bundesamt 2005), die jährlichen Ehescheidungen in Deutschland sich jedoch fast kontinuierlich erhöhen (s. Tabelle 1), erscheint es schon erstaunlich, dass die Kernfamilie noch immer die dominierende familiale Umgebung ist, in der Kinder noch heute aufwachsen. Doch genau dies bestätigen die Zahlen einer Erhebung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Demnach lebten im März 2004 81% der minderjährigen Kinder aus Westdeutschland mit verheirateten Eltern zusammen, in Ostdeutschland allerdings lediglich 62%. (vgl. BMFSF 2003). Bei der Betrachtung dieser Zahlen darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass auf eine Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitehe der Eltern verzichtet wurde und dies, obwohl eine Abfolge von Eheschließung, Scheidung und anschließender Wiederheirat ein typisches Muster vieler heutiger Lebensläufe ist (vgl. Stein 1991, 118).
Obgleich die Statistik des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend angibt, dass heute der überwiegende Teil der Kinder mit einem verheirateten Paar aufwächst, lassen weitere Zahlen erkennen, dass sich eine Trendwende andeutet. Denn seit 1962 ist die Zahl der westdeutschen Ehen mit Kindern um 13% zurückgegangen. Im Vergleich zu 1996 sank der Anteil der verheirateten Paare an den Eltern-Kind-Gemeinschaften deutschlandweit um 5% (vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland 2004). Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (2004) ist mit einem derzeitigen Scheidungsrisiko von etwa 37% zu rechnen. Fast die Hälfte aller im Jahr 2001 geschiedenen Ehen betraf auch minderjährige Kinder.
Tabelle 2: Anzahl minderjährige Scheidungskinder 2001 (BMFSF 2003)
Wie die Scheidungszahlen ausweisen, ist nicht nur eine kleine Randgruppe von Kindern und Jugendlichen von diesem Schicksal betroffen.
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2.1.2 Scheidung als Reorganisationsprozess der Familie
Trotz der seit Jahren ansteigenden Scheidungszahlen ist die Scheidungsforschung noch eine recht junge Forschungsdisziplin. Erst seit rund 30 Jahren setzt sich die Forschung mit der Elterntrennung und deren Auswirkungen auseinander. Ein Grund kann darin gesehen werden, dass lange Zeit das Bild der vollständigen Familie, bestehend aus Vater, Mutter, Kind oder Kindern, als gesellschaftliche Norm geradezu unantastbar angesehen wurde (vgl. Kardas 1996, 68). Auch heute noch muss die deutsche Forschung häufig auf Studien aus dem angloamerikanischen Raum zurückgreifen, denn in
„[..] den USA, die die weltweit höchste Scheidungsrate verzeichnen, gibt es spätestens seit Beginn der siebziger Jahre zur Scheidungsthematik allgemein und zu speziellen Problemstellungen eine Fülle von Forschungsarbeiten und –ansätzen unterschiedlichen Typs.“ (Kardas 1996, 70)
Nach dem lange vorherrschenden Verständnis der unauflösbaren Ehe wurde eine Scheidung zunächst als Abbruch, Ende der Familie betrachtet (vgl. Fthenakis 1997, 261). Die Familie wurde nach der Trennung auf eine so genannte „Restfamilie“ (Fthenakis 1997, 261) reduziert, die von der Norm abwich und als defizitär betrachtet wurde. Lange Zeit wurde diese Ansicht von Scheidung, die auch als „Konfliktmodell“ (Balloff 1997, 115) oder „Desorganisationsmodell“ (Fthenakis 1997, 261) bezeichnet wird, kontrovers diskutiert. Die Sichtweise, dass Scheidung als Endpunkt familialer Entwicklung zu verstehen sei, wurde in den 80er Jahren einer Revision unterworfen. Sowohl in der Rechtssprechung als auch im therapeutischen Bereich wies dieses Modell zunehmend Lücken und Unzulänglichkeiten auf.
„Vor allem aber waren es empirische Arbeiten aus den siebziger und achtziger Jahren, die zur Überwindung des Desorganisationsmodells beigetragen und zur Entwicklung eines neuen Verständnisses von Scheidung geführt haben.“ (Fthenakis 1997, 261)
Diesem neuen Verständnis von Scheidung entspricht das Reorganisationsmodell, das die elterliche Trennung nicht mehr als einen Konflikt betrachtet, der zur Auflösung der Familie führt, sondern als einen Prozess, der eine Umgestaltung der Familie zur Folge hat (vgl. Balloff 1997, 119). Die Familie wird durch die Elterntrennung nicht aufgelöst, sondern tiefgreifend verändert (vgl. Fthenakis 1997, 263)
Durch verschiedene Studien zur Scheidung und ihren Folgen (wie etwa von Wallerstein und Blakeslee (1989) wurde deutlich, dass eine Scheidung ein komplexes,
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prozesshaftes Geschehen darstellt, das in verschiedenen Phasen abläuft (vgl. Fthenakis 1997, 263). Trennung und Scheidung bringen grundsätzlich für Kinder sowie Eltern eine Zeit vielfältiger Veränderungen der Lebenssituation mit sich und dies geschieht vor, während und nach der Elterntrennung. Häufig bedeutet die Trennung der Eltern auch einen Wohnort- und Schulwechsel für die Kinder, ein verändertes Erziehungsverhalten der Eltern, wie auch finanzielle Einbußen. Die Familie muss sich von einem nuklearen System zu einen binuklearen System entwickeln (vgl. Napp- Peters 1995), d.h. von der ursprünglichen Kernfamilie zu einer Familie mit zwei Haushalten, wenn die Familienbeziehung auch nach der Trennung der Eltern weiterhin bestehen bleiben soll. Das bedeutet für alle Beteiligten eine Neudefinition ihrer Rollen (vgl. Griebel 1991, 64). Die Eltern müssen versuchen trotz ihrer Diskrepanzen einander zu akzeptieren und in Belangen des Kindes oder der Kinder miteinander zu kooperieren. Die Kinder stehen vor der Aufgabe, sich nun in zwei Haushalten einzu- richten. Sie müssen das Hin- und Herpendeln zwischen beiden Haushalten bewältigen können und sich sowohl im Haushalt der Mutter als auch im Haushalt des Vaters als Mitglied und nicht etwa als Besucher fühlen und verhalten können (vgl. Griebel 1999).
2.1.3 Phasen der Scheidung
Eine Scheidung kann nicht als ein plötzliches Ereignis verstanden werden. Es handelt sich vielmehr um einen Prozess mit einem phasischen Verlauf (vgl. Fthenakis 1997, 264),
„[..] um einen schmerzhaften Prozess der Loslösung, der vielfach auf Umwegen und über Jahre hinweg abläuft.“ (Gaier 1987, 27)
Der prozessuale Ablauf der Scheidung lässt sich in verschiedene Phasen einteilen, die alle Betroffenen in unterschiedlicher Weise durchlaufen (vgl. Fthenakis 1997, 264). Nach amerikanischem Vorbild gliedert sich in der deutschen Scheidungsforschung die Scheidung in drei Phasen, die die Trennungs- und Scheidungsabläufe klassifizieren. Auf die Ambivalenzphase, auch Vorscheidungsphase genannt, folgen die Trennungs- bzw. Scheidungsphase und schließlich die Nachscheidungsphase (vgl. Kardas 1996, 47f).
2.1.3.1 Vorscheidungsphase
Die Vorscheidungsphase ist die Zeit vor der eigentlichen Scheidung, die ambivalent verlaufen kann, da der Entschluss zu einer endgültigen Trennung zu diesem Zeitpunkt nicht feststeht. In verschiedenen Studien (wie etwa Napp-Peters 1988, Wallerstein und
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Blakeslee 1989) konnte nachgewiesen werden, dass Schwierigkeiten in der Eltern- Kind-Beziehung schon vor der Trennung der Eltern entstehen können. Daher erscheint es sinnvoll und notwendig, die Problematik der elterlichen Trennung nicht erst ab dem Zeitpunkt der juristischen Scheidung zu betrachten. Otto Gaier (1987) bemerkt dazu, dass die eigentliche Trennung von den Kindern häufig leichter verarbeitet wird, als die Streitigkeiten und Konflikte der Eltern im Vorfeld der Scheidung.
Der Beginn der Vorscheidungsphase lässt sich nur schwer festlegen. Die ersten Anzeichen einer zerbrechenden Beziehung lassen sich oftmals kaum erkennen, denn Probleme und Konflikte tauchen in allen Paarbeziehungen von Zeit zu Zeit auf (vgl. Schmitt 1997, 22). Jedoch können in zerfallenden Ehen die Probleme nicht mehr für beide Partner zufrieden stellend gelöst werden. Entstehende Aggressionen entlasten nicht mehr, wie es in funktionierenden Beziehungen meist der Fall ist, sie dienen vielmehr dazu, den Partner zu verletzen und der Beziehung zu schaden. Die Ehe ist in dieser Zeit von einem Wechselbad der Gefühle geprägt, einem
„[..] Hin- und Herpendeln zwischen Versöhnungsversuchen und unentschlossenen Trennungsabsichten [..]“ (Schmitt 1997, 24).
Schuldgefühle, Ängste und Verzweiflung der Eheleute im Vorfeld der Trennung führen je nach emotionaler Veranlagung zu aggressiven oder depressiven Reaktionsmustern, so dass die einst funktionierenden Konfliktlösungssysteme in der Familie scheitern (vgl. Gaier 1987, 30). Daher kann die Vorscheidungsphase auch als anhaltende Ehekrise definiert werden, in der Trennungsvorstellungen bereits vorhanden sind.
Das Familienklima und das Kommunikationsverhalten ändern sich. Oftmals erfahren die Kinder neben den Auseinandersetzungen auch den Rückzug der Eltern aus dem Gespräch mit ihnen und das Ablegen vieler gewohnter Verhaltensweisen (vgl. Demmler 1999, 30). Die Kinder erleben ihre Eltern anders als früher und spüren die Belastungen der Eltern, wie es eine Reihe neuerer Studien nahe legt. Es handelt sich dabei um so genannte prospektive Längsschnittstudien 2 , die sich mit dem Entwicklungsverlauf von Kindern und Jugendlichen innerhalb der Familie beschäftigten. Dabei wurden auch einige Familien untersucht, in denen es später zu einer Scheidung kam. Auf diese Weise konnten stabile Familien mit zerbrechenden verglichen werden und dies bevor es zur Trennung kam (vgl. Walper 2001, 525). 2 In prospektiven Längsschnittstudien (Lebensverlaufsstudien) werden Verhalten / Bedingungen zu mehreren Zeitpunkten erfasst.
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Aufgrund fehlender Eingriffsmöglichkeiten reagieren die Kinder mit Angst und Unsicherheit. Sie beantworten diese Angst mit regressivem, aggressivem oder depressivem Verhalten. Eine weitere Möglichkeit kann die Flucht aus der belastenden Situation sein. Damit ist zunächst nicht nur das Weglaufen vom Elternhaus oder der elterlichen Wohnung gemeint, sondern auch die Flucht aus der bedrückenden Realität in eine Welt der Fantasie. In Gedanken und Träumen kann das Kind so tun, als sei seine Welt noch in Ordnung (vgl. Demmler 1999, 31). Diese „Ideenflucht“ (Demmler 1999, 31) vollzieht sich häufig bis lange nach der Trennung der Eltern, was an den zum Teil über einen großen Zeitraum anhaltenden Wünschen und Hoffnungen nach der Wiederherstellung der alten Familienkonstellation erkennbar wird (vgl. Gaier 1987, 31).
Schon in der Vorscheidungsphase kann sich die Rollenzuweisung der Kinder in der Familie ändern.
„Sie bekommen unvorbereitet innerhalb des Familiensystems eine neue Bedeutung, da sie neue Funktionen bezüglich der einzelnen Familienmitglieder übernehmen. Über die Generationsgrenzen hinweg bilden sich neue Paare, Koalitionen entstehen zwischen Kindern und einem Elternteil jeweils gegen den anderen Partner, um die Spaltung in der Ehe zu erhalten.“ (Schmitt 1997, 24).
Das Kind kann in eine Allianz mit einem Elternteil gegen den anderen eingebunden werden, wodurch die Ich-Entwicklung, wie auch soziale Kompetenzen des Kindes oder Jugendlichen beeinträchtigt werden können. Durch verschiedene Rollenzuweisungen können die Kinder für die Erwachsenen zu einer Entlastung werden, indem sie zu Helfern, Vermittlern, Tröstern, Beschützern, Stützen für die Eltern werden, obwohl sie selbst alle Hilfe nötig hätten und von dieser Situation enorm überfordert sind (s. Schmitt 1997, 24f).
Die Zeit vor der Trennung der Eltern kann wegen dieser zahlreichen Konflikte, Problemstellungen und der andauernden Überforderung der Kinder derart belastend und zerstörend sein, dass eine Scheidung letztlich nur noch eine Bestätigung ihrer Ängste und Erwartungen ist, in manchen Fällen sogar befreiend auf das Kind wirken kann (s. Demmler 1999, 31).
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2.1.3.2 Trennungs- und Scheidungsphase Die Scheidungsphase beginnt mit der Trennung der Ehepartner und findet ihr Ende im gerichtlichen Scheidungsurteil. Das Ende dieser Phase kann auch über mehrere Trennungsversuche hinausgezögert werden (vgl. Schmitt 1997, 24f).
Viele Eltern lassen ihre Kinder zu lange im Unklaren über die bevorstehende Trennung und die damit verbundenen Folgen (vgl. Krolczyk 2001, 103f). Sie tun dies häufig, um ihre Kinder zu schonen, doch meistens vergrößern sie durch dieses Verhalten die Ängste und Unsicherheiten der Kinder. Manchmal wird den Kindern der Auszug eines Elternteils bis zum letzten Tag nicht gesagt (vgl. Schmitt 1997, 26). So geben befragte Kinder in vielen Fällen an, dass die Trennung ihrer Eltern für sie unerwartet kam und dass sie davor lange in großer Unsicherheit gelassen wurden, wie es weiter gehen wird (vgl. Oberndorfer 1996, 36). Manchmal werden Kinder in der Zeit der Trennung und Scheidung geradezu vernachlässigt, da die Eltern durch die Umbruchsituation zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind.
„In den meisten Krisensituationen – bei Erdbeben, Überschwemmungen oder Brandkatastrophen – bringen die Eltern instinktiv zuerst ihre Kinder in Sicherheit. In der Krisensituation Scheidung hingegen kommen für Väter und Mütter die Kinder erst an zweiter Stelle; die eigenen Probleme haben Vorrang (Wallerstein 1989, 29)
Manche Kinder reagieren darauf mit aggressivem Verhalten, das zumindest die Chance birgt, dass wenigstens ein Elternteil auf die Ängste des Kindes aufmerksam wird. Andere Kinder ziehen sich zurück, verhalten sich besonders brav und angepasst oder wirken völlig antriebslos und depressiv. Sie fühlen sich insgesamt den Gescheh- nissen in der Familie hilflos ausgeliefert. Diese Kinder geraten dadurch noch viel leichter in die Situation übersehen und vernachlässigt zu werden (vgl. Krolczyk 2001, 104).
Für die Eltern bedeutet die Trennung, dass zahlreiche Veränderungen auf sie zu kommen, sei es in psychischer oder sozialer Hinsicht, aber auch auf beruflicher und materieller Ebene finden Neuerungen statt. Dabei darf nicht vergessen werden, dass sich dadurch auch die Lebenssituation der Kinder grundlegend verändert. Sie erleben Verluste und Veränderungen in den Beziehungen zu den Eltern, zu Verwandten und auch Freundschaften müssen häufig neu gestaltet werden. Oftmals verschlechtert sich auch die finanzielle Situation und die vorher vielleicht nur vormittags arbeitende Mutter ist nun den ganzen Tag außer Haus, so dass sich auch die Betreuungssituation ändert. Viele dieser Veränderungen müssen nicht zwangsläufig negativer Natur sein, jedoch
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belasten sie das Kind, weil es sich den veränderten Bedingungen zunächst anpassen muss (vgl. Oberndorfer 1996, 36).
2.1.3.3 Nachscheidungsphase
Die Nachscheidungsphase beginnt mit der juristischen Scheidung. Sie endet erst, wenn die ehemaligen Partner sich auch psychisch voneinander getrennt haben, wenn sie die „emotionale Scheidung“ (Krolczyk 2001, 112) überwunden haben. Dies kann unter Umständen Jahre dauern (vgl. Wallerstein 1989, 57).
Die meisten Betroffenen leiden unter den sozio-ökonomischen Veränderungen und dem Verlust der gewohnten Beziehungsmuster. Der oftmals mehrjährige Prozess der Neuorganisation, in dem sich die Familie bemüht, ihre Beziehungen und ihren Alltag neu zu strukturieren, erfordert eine Neudefinition des eigenen Selbstverständnisses und der Beziehungen innerhalb, wie auch außerhalb der Familie (vgl. Wallerstein 1989, 330f). Auch die Kinder müssen ihre Beziehungen zu beiden Elternteilen neu strukturieren, dazu ist ein regelmäßiger Kontakt zum getrennt lebenden Elternteil notwendig. Doch häufig überwiegen kurz nach der Scheidung bei den Eltern Emotionen, wie Trauer, Reue, Verzweiflung, Hass oder auch Angst (vgl. Schmitt 1997, 27), die eine positive Beziehung zum ehemaligen Partner blockieren. Napp-Peters fand im Rahmen ihrer Ein-Elternteil-Familienstudie heraus, dass es lediglich 27% der geschiedenen Eltern gelungen ist, ihre enttäuschte Beziehung zum Partner von der Beziehung zum Kind zu trennen. In mehr als der Hälfte der Fälle brach der Kontakt zum getrennt lebenden Elternteil in weniger als 12 Monaten ab (vgl. Napp-Peters 1988, 37). In diesen Fällen bedeutete die Scheidung keine Neuorganisation der familialen Beziehungen sondern die Auflösung der ursprünglichen Familie. Die Qualität der Beziehung zwischen den Eltern nach der Scheidung ist ein wesentlicher Faktor dafür, wie das Kind mit den Belastungen der Scheidung fertig wird (vgl. Napp-Peters 1988, 37). Der ungehinderte Zugang zu Mutter und Vater gibt dem Kind ein Stück Sicherheit und die Überzeugung in die Zuverlässigkeit der Beziehungen zu beiden Elternteilen.
2.2 Moderne Kinder- und Jugendliteratur
Der Ausdruck „Kinder- und Jugendliteratur“ dient als Ober- und Sammelbegriff für die gesamte Produktion von Werken für Kinder und Jugendliche und umfasst darüber hinaus alle Schriften, die von Kindern und Jugendlichen gelesen werden, ohne dass sie speziell für diese herausgebracht wurden (vgl. Doderer 1977, 161).
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Der Begriff der modernen Kinder- und Jugendliteratur ist älter als zunächst vermutet
werden könnte. Bereits Erich Kästners Klassiker „Emil und die Detektive“ von 1929,
„Pünktchen und Anton“ aus dem Jahr 1930 sowie „Das doppelte Lottchen“ von 1949
werden als moderne Kinderromane bezeichnet. Kästners Texte stellen insofern etwas
Neues, Modernes dar, als sie die Wirklichkeit von Kindern und Erwachsenen und deren
Erfahrungen darstellen (vgl. Gansel 2001, 57). Das bedeutet, dass die moderne
Kinder- und Jugendliteratur nicht nur eine zeitliche Dimension beschreibt im Sinne von
zeitgenössisch oder aktuell. Vielmehr geht es um die Veränderung von Inhalt und Form
der Texte. Es stellen sich die Fragen „Wie wird etwas erzählt?“ und „Was wird
erzählt?“. Es geht nicht einzig darum, dass ein Text dem kindlichen Rezipienten
ausreichend angepasst ist, sondern um die so genannte „mimetische Relation“ (Gansel
2001, 58). Diese befasst sich mit der Frage, inwiefern der Text die Wirklichkeit
zuverlässig und glaubwürdig wiedergibt (vgl. Gansel 2001, 58). Der Beziehung des
Textes zur Realität wird demnach ein größeres Gewicht zugesprochen.
Die moderne Kinder- und Jugendliteratur wird oftmals in verschiedene Subgattungen
gegliedert (vgl. Tabelle 3).
Tabelle 3: Moderne Kinderliteratur (vgl. Gansel 2001, 87ff)
Die problemorientierte, psychologische und komische KJL wird als realistische Literatur
bezeichnet. Darunter wird allgemein die realistische Darstellung literarischer Inhalte
verstanden. Die realistische Kinder- und Jugendliteratur handelt von Kindern und
versucht deren Lebenswelt möglichst wirklichkeitsgetreu darzustellen "Realismus"
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bedeutet in diesem Zusammenhang keine Epochenbezeichnung, es wird vielmehr eine Stilrichtung darunter verstanden, in der es durch die Themenauswahl und Darstellungsweise um ein möglichst genaues Wiedergeben der tagtäglichen Probleme von Kindern und Jugendlichen geht (vgl. Doderer 1977, 134f). Das heißt nicht, dass es sich um eine nüchterne und rein objektiv betrachtende Stilrichtung handelt.
„Die Realität ist im Grund nur auszuhalten durch die Phantasie.“ (Härtling 1998)
Dennoch unterscheidet sich die Intention der realistischen KJL deutlich von phantastischen Kinder- und Jugendbüchern, die das Außergewöhnliche, Nichtalltäg- liche bewusst verwenden und das Unmögliche möglich erscheinen lassen.
Durch die Darstellung alterstypischer Reaktionen in realistischen Kinder- und Jugendromanen wird es dem jungen Leser ermöglicht, sich über die Identifikationsfigur mit Problemen seiner Umwelt auseinanderzusetzen und Lösungsmöglichkeiten nachzuvollziehen.
Der Begriff der realistischen Kinder- und Jugendliteratur ist in der Art, wie wir ihn heute verstehen noch recht jung. Erst Anfang der 70er Jahre ersetzte er Gattungs- bezeichnungen, wie etwa die Umwelterzählung oder das Jungenbuch (vgl. Scheiner 2000, 158). Durch den gesellschaftlichen Umbruch nach 1968 kam es auch in der KJL zu einem Wandel der Themen, der von einem radikal veränderten Kindheitsbild ausging, welches auf Mündigkeit und Gleichheit beruhte. Den jungen Lesern sollte nicht länger das verharmlosende Bild einer „heilen Welt“ vermittelt werden. Vielmehr wollten Autorinnen und Autoren, wie etwa Ursula Wölfel, Susanne Kilian oder Peter Härtling, die harte Wirklichkeit mit allen ihren Problemen und Defiziten den Kindern präsentieren (vgl. Daubert 2000, 685).
„Es gibt sie nicht, die heile Kinderwelt… Durch Verschweigen und Verbergen wird die Welt nicht heiler, man bekommt nur Bauchweh davon.“ (Mirjam Pressler 1986, zit. nach: Lehner 1990, 150)
Bedrohliches oder Bedrückendes wurde in der KJL nicht länger ausgeblendet. Kinder durften und mussten nun an der problematischen Welt der Erwachsenen teilhaben. Diese Phase der ernsten Problemliteratur wurde in den 80er Jahren durch das Einbe- ziehen von Humor, Unbekümmertheit, Träumen und Spielen der Protagonisten aufgelockert (vgl. Steffens 1999, 156).
„Die Wahl der Themen und Darstellungsformen in der realistischen Kinder- und Jugendliteratur der 80er und 90er Jahre stellt eine Weiterführung und Ausdifferenzi-
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erung der Kinderliteraturreform der 70er Jahre dar und hat zu einer großen Themen-, Formen- und Funktionsvielfalt geführt.“ (Daubert 2000, 691).
Diese Erweiterung des Themenarsenals moderner Kinder- und Jugendliteratur beruht auf einer fortlaufenden Enttabuisierung der Themen. Heutige Kinderbücher handeln von Scheidung und Trennung der Eltern, Tod, Jugendkriminalität, Ausländerfeindlichkeit und sogar sexuellem Missbrauch in der Familie (vgl. Daubert 2000, 691f). Nach Hildegard Bockhorst (1999) sollte es durch den Wegfall von Normen und Werten in unserer Gesellschaft kaum mehr ein Thema geben, dass für junge Menschen nicht von Bedeutung sein könnte.
Von besonders großem Interesse sind häufig die Themenbereiche Elternhaus, Schule und Freundschaft (vgl. Marquardt 1992, 88). Dabei spiegeln gelungene realistische Kinder- und Jugendbücher die Realität so wider, wie sie ist, ohne Probleme und Konflikte auszublenden. Sie haben damit nicht nur einen Unterhaltungswert, sondern wollen den Kindern auch bei der Bewältigung ihrer Probleme helfen. Realistische Kindergeschichten
„[..] sollen den Kindern helfen, die technische, gesellschaftliche und soziale Umwelt durchschaubar und verfügbar zu machen.“ (Marquardt 1992, 88).
Moderne KJL will Orientierungspunkte für Kinder setzen und eine intensive kreative Auseinandersetzung mit Problemen, die die Lebenswelt des Kindes betreffen ermöglichen (vgl. Bockhorst 1999, 14).
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3 Buchauswahl zum Thema Trennung und Scheidung
3.1 Begründung der Buchauswahl
Alle gewählten Titel gehören zur Gattung der modernen realistischen Kinder- und Jugendliteratur. Insgesamt wurden 24 realistische Kinder- und Jugendbücher, die sich mit der Trennung der Eltern auseinander setzen, von mir untersucht. Dabei habe ich nur Titel ausgewählt, in denen die Trennung entweder noch bevorstand oder erst vor kurzer Zeit vollzogen wurde. Für die Auffindung der verschiedenen Titel waren unterschiedliche Internetseiten mit Sachinformationen zur Scheidungsbewältigung 3 sehr hilfreich. Außerdem konnten Verzeichnisse der Kinder- und Jugendbuchverlage und Anfragen bei Buchhändlerinnen die Suche vereinfachen. Kürzere Erzählungen oder Essays, wie sie etwa in Lesebüchern zu finden sind, wurden im Rahmen dieser Untersuchung nicht berücksichtigt. Auch Titel, die vor 1990 erschienen sind, sollten im Rahmen dieser Analyse unberücksichtigt bleiben, obwohl sie thematisch in diese Untersuchung gepasst hätten. Das Jahr 1990 wurde dabei von mir willkürlich als Grenze festgelegt. Auf Aktualität habe ich besonderen Wert gelegt, da gerade in den letzten Jahren die Ansichten zum Thema der elterlichen Scheidung einem Wandel unterlagen. Dieser Wandel betrifft nicht nur die Scheidungsforschung, die das defizitäre Modell der 70er Jahre mittlerweile größtenteils verworfen hat, sondern auch die gesell- schaftliche Haltung gegenüber der Scheidung. Heutzutage wird eine Scheidung von der Gesellschaft als Problemlösung akzeptiert. Dies spiegelt sich auch rechtlich wider. So wird eine Scheidung durch die Abkehr vom Schuldprinzip zum Zerrüttungsprinzip leichter (vgl. Krolczyk 2001, 120). Es wird nicht mehr von Schuld gesprochen und diese wird auch nicht mehr bei den Betroffenen gesucht. Der Gesetzgeber passt sich somit den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen an.
Doch auch die Darstellung familiärer Probleme in der KJL hat sich seit den 70er Jahren geändert. Die Thematisierung der Familie als einen Ort, an dem Konflikte vorhanden sind und entstehen, als einen Ort, der nicht mehr der „heilen Welt“ entspricht, hat in den 70er Jahren ihren Anfang genommen. Die heutigen Kinderbücher sind 3 In diesem Zusammenhang möchte ich besonders auf die Internetseiten „Scheidungsfamilien.de. Das Portal zu Ehescheidung und Familie“ (http://www.scheidungsfamilie.de) und „Mediation. Lösung in Familienkonflikten“ (http://familien- mediation.de/Literaturliste_Kinder_Jugendbu/literaturliste_kinder_jugendbu.html) hinweisen, die umfangreiche Bücherlisten zum Thema Scheidung anbieten.
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weitestgehend frei von der „sozialen Verbissenheit der 70er Jahre“ (Steffens 1999, 158) und dennoch behandeln sie äußerst variantenreich Alltagsprobleme und Konflikte, denen Kinder begegnen können. Die folgende tabellarische Übersicht zum Er- scheinungsjahr der einzelnen Bücher zeigt sehr anschaulich, dass die Problematik „Scheidung“ in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur noch immer aufgegriffen wird und gerade in den letzten Jahren besonders oft thematisiert wurde, was eventuell mit der aktuellen Diskussion über den Wandel der Familie zusammenhängen könnte (vgl. Steffens 1999, 151).
Tabelle 4: Erscheinungsjahre der betrachteten Kinder- und Jugendliteratur
Die meisten, der zu dieser Problematik gefundenen Bücher, richten sich an Kinder ab zehn Jahren. Diese Altersangabe der Verlage bezieht sich auf das Lesealter der Kinder. Dieses muss nicht immer mit dem biologischen Alter übereinstimmen, da Erfahrungen, Entwicklungsstand, soziokulturelles Umfeld, Interessen und Lesegewohnheiten des Kindes in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle 4 Bei den ausländischen Titeln wurde das Jahr der deutschen Erstveröffentlichung berücksichtigt.
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Quote paper:
Christina Blau, 2005, „Papa hat uns nicht mehr lieb“, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Scholary Paper (Seminar), 17 Pages
Berufstätige Mütter: Teilzeitarbeit – Chance oder Notlösung
Examination Thesis, 26 Pages
Die Vaterrolle im Wandel der Zeit
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