Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

„Der“ Kommunitarismus - eine differenzierte Analyse

Titel: „Der“ Kommunitarismus - eine differenzierte Analyse

Hausarbeit , 2005 , 30 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christoph Koch (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Was ist der Kommunitarismus? Philosophische Kritik am allzu atomistisch, individualistischen Liberalismus und an Rawls’ ‚Theorie der Gerechtigkeit’? Gesellschaftsanalyse und praktische Handlungsanweisung um die drängendsten Probleme der Postmoderne zu lösen? Ein Netzwerk konservativer (oder linker?) Intellektueller oder Regierungsvertreter? Eine Theorieströmung (oder Schule? oder Richtung?), die nach universellen Werten, Tugenden und Idealen sucht? Ergänzt er nun den Liberalismus oder steht er in krasser Opposition zu ihm? Was ist sein Erkenntnisinteresse, seine Analyse der Moderne, sein Ziel? Wie ist sein Menschenbild zu erklären? Warum bezeichnen sich führende Kommunitarier nicht selbst als Kommunitarier; Politiker wie Joschka Fischer, Wolfgang Schäuble und George W. Bush nehmen seine Rhetorik aber auf?
Ziel dieser Arbeit ist, die aufgeworfenen Fragen möglichst präzise zu beantworten sowie einen - sowohl zeitlich als auch inhaltlich - differenzierten Blick auf das „Lager der Kommunitarier“ und das „Lager der Liberalen“ zu werfen. Die einleuchtende These, die sich aus der Analyse vor allem kommunitaristischer Positionen herausbilden wird, besagt, dass des DEN Kommunitarismus (ebenso wenig wie DEN Liberalismus) nicht gibt. Da der Kommunitarismus aber primär nur als Anti-Liberalismus zu verstehen ist (Arenhövel 1998: 248) wird ein weiterer Schwerpunkt drauf liegen, die Liberalismus-Kommunitarismus Debatte (oder den Streit!?) nachzuzeichnen und zu erörtern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

Ein Orientierungsrahmen

Zur Vorgehensweise

II. John Rawls’ ‘theory of justice’

Erkenntnisinteresse

Der ‚Urzustand’

Die zwei Gerechtigkeitsprinzipien

Recht vor Gut

philosophische Abgrenzung

III. Michael Sandel

Gesellschaftsanalyse/Modernekritik

Erkenntnisinteresse

Begriffe

Rawls-Kritik

Gut vor Recht

Kritik an Sandel

IV. Charles Taylor

Gesellschaftsanalyse/Modernekritik

Erkenntnissinteresse

Begriffe

Rawls-Kritik

Gut vor Recht

Zusammenfassung Gemeinsamkeiten/Unterschiede Sandel/Taylor

Ziele

Kritik

V. EXKURS: Die Phase des politischen Aktivismus

VI. Die zwei Ebenen und der Verlauf der Liberalismus-Kommunitarismus Debatte

ontologische Ebene und Ebene der Parteinahme

Die Liberalismus-Kommunitarismus Debatte im Überblick

VII. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Begriff des „Kommunitarismus“ differenziert zu analysieren und aufzuzeigen, dass es diesen weder als einheitliche Theorie noch als monolithische Schule gibt. Dabei wird insbesondere der Liberalismus-Kommunitarismus-Streit untersucht, um die internen Differenzen und theoretischen Strömungen innerhalb des kommunitaristischen Lagers aufzudecken.

  • Differenzierte Untersuchung der drei Phasen kommunitaristischen Denkens.
  • Kritische Gegenüberstellung der Positionen von Michael Sandel und Charles Taylor.
  • Analyse des Liberalismus-Kommunitarismus-Streits anhand ontologischer Ebenen.
  • Aufzeigen der Transformation von der philosophischen Theorie zum politischen Aktivismus.
  • Überprüfung der These, dass der Kommunitarismus primär als Anti-Liberalismus zu verstehen ist.

Auszug aus dem Buch

Rawls-Kritik

Genau damit befinden wir uns aber inmitten der Rawls-Kritik. Sandel kreiert den Begriff des ‚ungebundenen Selbst’ (‚unencumbered self’) um Rawls anthropologische Voraussetzungen zu beschreiben: Rawls beschreibe den Menschen als ein ‚ungebundenes Selbst’, das heißt, als ein Wesen, welches „unabhängig von allen Wertüberzeugungen und frei von jeder intersubjektiven Bindung“ existiere. (Honneth 1994: 9) Dieses Bild sei gegenüber Zwecken und Zielen als primär unabhängig zu verstehen (Sandel 1994: 24). Wie schon erwähnt offenbaren nach Rawls nicht unsere Ziele (und somit unser Konzept des guten Lebens) unsere Natur, sondern die Rahmenbedingungen regelnden Prinzipien auf deren Grundlage sich diese Ziele konstituieren müssen. Aus diesem Grund plädiert Rawls für einen Vorrang des „Rechten vor dem Guten“. (frei nach Sandel 1994: 25). Sandel argumentiert dagegen nun auf zwei Ebenen:

Das ‚ungebundene Selbst’ von Rawls könnte niemals konstitutiven Gesellschaften, welche sich durch präetablierte moralische Normen definieren, angehören, sondern nur freiwillig entstandenen (kooperativen) Gemeinschaften beitreten. Gesetz den Fall Rawls’ Menschenbild würde zutreffen – so Sandel weiter – könnten wir also keinerlei „weitergehende Verpflichtung für solche Gemeinschaften entwickeln, in die wir hineingeboren sind“ (wie Nation, Familie etc.). (Reese-Schäfer 2001a: 18) Rawls’ Prinzip „Recht vor Gut“ könnte also nur gelten wenn wir tatsächlich selbst definierende Subjekte wären, die zu einer vollkommenen souveränen Autonomie fähig wären. Sandel bezweifelt dies. (siehe Identität und Gemeinschaft bei Sandel) (alles: Sandel 1994: 24-27)

Eine weitere Angriffsfläche für Sandel bietet Rawls’ Differenzprinzip (ebd. 26-30). Zur Wiederholung: Um radikale Gleichheitsforderung ebenso wie eine stagnierende Gesellschaft zu verhindern führt Rawls das Differenzprinzip ein, welches besagt, dass z.B. ein höheres Einkommen der oberen sozialen Schichten nur dann gerechtfertigt ist, wenn es den weniger Begünstigten zu Gute kommt. Grund dafür ist laut Rawls die völlig willkürliche Verteilung von Talenten und Vorteilen durch die Natur.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, stellt die zentralen Forschungsfragen zur Definition und Heterogenität des Kommunitarismus und erläutert die methodische Vorgehensweise anhand der drei Phasen nach Reese-Schäfer.

II. John Rawls’ ‘theory of justice’: Dieses Kapitel analysiert Rawls’ Hauptwerk als liberalen Bezugspunkt, insbesondere die Konzepte des „Urzustands“, des „Schleiers des Nichtwissens“ sowie die Priorität des Rechten vor dem Guten.

III. Michael Sandel: Das Kapitel widmet sich dem philosophischen Kommunitarismus Sandels, seiner Kritik am „ungebundenen Selbst“ und der zentralen Bedeutung der Gemeinschaft für die Identitätsbildung.

IV. Charles Taylor: Hier wird Taylors differenziertere Theorie analysiert, die Begriffe wie „Selbstinterpretation“ und „starke Wertungen“ nutzt und die Bedeutung der Gemeinschaft für das Verständnis von Freiheit und Politik hervorhebt.

V. EXKURS: Die Phase des politischen Aktivismus: Dieser Abschnitt beschreibt den Übergang von der philosophischen Theorie zum „politischen Aktivismus“ der 1990er Jahre unter Protagonisten wie Amitai Etzioni.

VI. Die zwei Ebenen und der Verlauf der Liberalismus-Kommunitarismus Debatte: Das Kapitel strukturiert die Debatte in eine ontologische Ebene und eine Ebene der Parteinahme und reflektiert den Verlauf der Auseinandersetzung zwischen Liberalen und Kommunitariern.

VII. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und bekräftigt die These, dass der Kommunitarismus eine in sich heterogene Strömung ist, deren Begriffe einer präziseren Verwendung bedürfen.

Schlüsselwörter

Kommunitarismus, Liberalismus, Michael Sandel, Charles Taylor, John Rawls, Gerechtigkeit, Gemeinschaft, Identität, Ungebundenes Selbst, Politischer Aktivismus, Gut vor Recht, Gesellschaftsanalyse, Anthropologie, Politische Theorie, Anti-Liberalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Kommunitarismus als politisch-philosophische Strömung und untersucht kritisch den sogenannten Liberalismus-Kommunitarismus-Streit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind die Analyse der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls, die philosophischen Anthropologien von Michael Sandel und Charles Taylor sowie die praktische Umsetzung kommunitaristischer Ideen im politischen Aktivismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass es „den“ Kommunitarismus als einheitliche Schule oder Theorie nicht gibt, und für eine differenziertere Verwendung des Begriffs zu plädieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und den systematischen Vergleich der Argumentationslinien führender Theoretiker im Kontext der drei Phasen kommunitaristischer Entwicklung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Theorien von Sandel und Taylor, stellt ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus und beleuchtet die historische Entwicklung des Liberalismus-Kommunitarismus-Streits.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Gemeinschaft, Identität, Gerechtigkeit, liberaler Atomismus versus kommunitaristischer Holismus und die Unterscheidung zwischen ontologischer Ebene und Ebene der Parteinahme.

Warum spielt die Unterscheidung der drei Phasen für den Autor eine solche Rolle?

Die Phasen dienen als Orientierungsrahmen, um die Entwicklung vom fachphilosophischen Diskurs der 1980er Jahre hin zur praktisch-politischen Anwendung in den 1990er Jahren verständlich zu machen.

Was unterscheidet Charles Taylor in seiner Analyse von Michael Sandel?

Taylor wird als methodischer und differenzierter wahrgenommen, da er über die reine Rawls-Kritik hinausgeht und ein eigenes analytisches Grundgerüst zur philosophischen Anthropologie entwirft.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
„Der“ Kommunitarismus - eine differenzierte Analyse
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Philosophische Fakultät - Seminar für Wissenschaftliche Politik)
Veranstaltung
Politische Theorien im 20. Jahrhundert
Note
1,0
Autor
Christoph Koch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
30
Katalognummer
V75805
ISBN (eBook)
9783638738514
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kommunitarismus Analyse Politische Theorien Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Koch (Autor:in), 2005, „Der“ Kommunitarismus - eine differenzierte Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75805
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  30  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum