Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
1. Einleitung 2
2. Globalisierung (im Fußball)- Eine Entwicklung 3
3. Globalisierungsverlierer 7
3.1 Fußballfans. 7
3.2 Ökonomisch schwache Fußballverbände, -Vereine und - Nationen 8
3.3 Nationalstaaten. 9
4. Zukunftsperspektive. 11
5. Zusammenfassung 15
6. Literaturverzeichnis. 16
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1. Einleitung
Fußball ist in der Gegenwart mehr als nur ein Spiel. Neben der nationalen Identität beeinflusst der Sport mit all seinen Facetten auch politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Ähnlich gewinnt Globalisierung zusehends an Bedeutung. In Zukunft werden sich (alle) Akteure sowie Organisationen den Paradoxien und Herausforderungen von Globalisierung stellen müssen (vgl. Beck, 1997, S. 217).
Hier setzt meine Hausarbeit an und rückt die politische Dimension des Fußballs (in Bezug auf Deutschland) im Kontext der Globalisierung in den Mittelpunkt der Betrachtung. Besonders die nationalstaatliche Organisation des Sports in Zusammenhang mit seinem transnationalen Charakter erzeugt erhebliche Widersprüche. Es stellt sich die Frage nach Globalisierungsverlierern und deren Zukunftsperspektive. Wie muss sich die Organisation und somit der Bezugsrahmen des Fußballs ändern, damit auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt reagieret werden kann?
Eine Masse an unterschiedlichen Definitionen und Definitionsansätzen zum Begriff der Globalisierung lässt sich in der einschlägigen Literatur finden. In den letzten Jahren ist der Begriff sowohl in der Alltagswelt, als auch in der wissenschaftlichen Welt sehr populär geworden und wurde entsprechend vielseitig diskutiert. Mittlerweile ist er als das Modewort der 90er Jahre bekannt und die Globalisierungsdebatte wird immer komplexer und ausführlicher. Der Hausarbeit liegt das Verständnis des Begriffs nach Ulrich Beck (1997, S. 28-29) zu Grunde: „Globalisierung meint […] die Prozesse, in derer Folge die Nationalstaaten und ihre Souveränität durch transnationale Akteure, ihre Machtchancen, Orientierungen, Identitäten und Netzwerke unterlaufen und quer verbunden sind.”
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2. Globalisierung (im Fußball)- Eine Entwicklung
Der deutsche Fußball war bis in die sechziger Jahre offizieller Amateursport. Erst 1962 wurde unter Zustimmung des Deutschen Fußball Bundes (DFB) die Bundesliga eingeführt. Der allgemeine Amateurstatus wurde abgeschafft und es durften ausschließlich Berufsspieler gemäß dem Lizenzspielerstatut des DFB spielen. Die Einführung des deutschen Profifußballs war ein Ergebnis zunehmender Professionalisierung im Sport und durch wirtschaftliche Eigendynamik wurden professionelle Verbandstrukturen aufgebaut (vgl. Schumann 2005, S. 25 f.). Der verein- und verbandorganisierte Sport der Bundesrepublik Deutschland, wozu auch der organisierte Vereinsfußball gehört, ist mit der Institution des Deutschen Sportbundes (DSB) verflochten. 1 Die Gründung der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) erfolgte am 23.05.1904 durch fünf europäische Nationen. 1904 gingen diese noch nicht davon aus, dass der Sport einmal so populär, wie er heute ist, werden würde. Die Gründungsmitglieder waren in erster Linie an internationalen Wettkämpfen interessiert. Diese erforderten einheitliche Regeln, klare Zuständigkeit und eine gemeinsame Organisation (vgl. Brüggemeier, 2006, S. 52). Die Weltmeisterschaften (WM) gestalteten sich 1934 und 1938 noch primär als ein europäischer Wettkampf. Zusehends internationaler wurde die WM 1950 in Brasilien: sechs Länder aus Lateinamerika, sechs Europäische sowie die USA traten hierbei auf dem Rasen gegeneinander an. Der Durchbruch für das Turnier kam 1954. Hierzu meldeten sich bereits 44 Länder aus der ganzen Welt an (vgl. Brüggemeier, 2006, S. 53).
Während der WM 1954 gründeten die Europäer ihren eigenen Dachverband, die Union of European Football Association (UEFA). Lateinamerika hatte dies bereits 1916 mit der Confederación Sudamericana de Fútbol (CON-MEBOL) getan. Weitere Nationen organisierten sich ebenfalls in Kontinentalverbänden 2 . Durch
1 Der Deutsche Sportbund, als Dachorganisation unterschiedlicher Einrichtungen und Verbände, umfasst rund 27 Millionen Mitglieder in mittlerweile 90.000 Sportvereinen. Der DFB ist als oberste Institution im organisierten deutschen Fußball einer der aktuellen 55 Spitzenverbände im DSB und hat eine Mitgliederzahl von 6.272.804 (Stand September 2005) in mehr als 27.000 Fußballvereinen (Zugriff am 28.Juni 2006 unter: http://www.dfb.de).
2 1954 entstand die Asian Football Conferderation (AFC), 1957 die Conféderation Africaine de Football (CAF), 1961 die Confederation of North and Central American and Caribbean Association Football (CONCACAF) und 1966 die Oceania Football Confederation (OFC) (vgl. Brüggemeier, 2006, S. 54).
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den Beitritt von immer mehr Ländern aus Afrika und Asien in die Fifa verschoben sich die Kräfteverhältnisse zu Ungunsten der Europäer (vgl. Brüggemeier, 2006, S. 54).
Abb. 1. Die sechs Kontinentalverbände und wichtige Wettkämpfe (Brüggemeier, 2006, S. 54)
„Mit fußballerischen Großereignissen, wie der WM, erlangte der Sport nach und nach auf allen Kontinenten gesellschaftliche Bedeutung. Die Menschheit wurde in diesem Kontext zu einem globalen Dorf.“ (Schulze-Marmeling, 2000, S. 9). Mit Zunahme der Bedeutung von Fußball und einer internationalen Organisationsstruktur nahm und nimmt die politische Dimension an Gewicht zu. Hinweise hierzu finden sich bereits 1930. „Denn das Weltturnier würde mit Uruguays Hundertjahrfeier zusammenfallen. Schon damals also versuchte man, große fußballerische Ereignisse für politische, sprich: national(istisch)e Projekte zu instrumentalisieren“ (Schulze-Marmeling, 2000, S. 156). „In der FIFA waren afrikanische Länder seit den 1950er Jahren zahlreich vertreten. Sie besaßen jedoch nicht die erforderlichen Personen, Finanzen und Erfahrungen, um größeren Einfluss auszuüben, während die europäischen Länder die stattfindenden Veränderungen ignorierten und nichts unternahmen.“ (Brüggemeier 2006, S. 55).
Joao Havelange, FIFA-Präsident von 1974 bis 1998, sicherte sich sein Amt, indem er vor allem weniger entwickelten Landesverbänden Zusagen machte (vgl. Brüggemeier, 2006, S. 54). Er arbeitete mit westlichen Konzernen zusammen, die die notwendigen Mittel zur Verfügung stellten die FIFA zu reformieren, die globale
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Arbeit zitieren:
2006, Globalisierung und Fußball: Chance oder Misere?, München, GRIN Verlag GmbH
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