Gliederung
Abbildungsverzeichnis iv
1. Einleitung 6
1.1 Problemstellung und Zielsetzung. 6
1.2 Aufbau der Arbeit und methodisches Vorgehen 7
2. Begriffliche Grundlagen 8
2.1 Grundelemente der Kommunikation 8
2.2 Definition Integrierte Kommunikation 9
2.3 Definition Cross Media. 12
3. Integrierte Kommunikation 13
3.1 Formen der Integrierten Kommunikation 13
3.1.1 Inhaltliche Integration. 13
3.1.2 Formale Integration. 14
3.1.3 Zeitliche Integration 14
3.2 Verhaltenswissenschaftlicher Ansatz. 15
3.3 Managementprozess der Integrierten Kommunikation 17
3.3.1 Planung 17
3.3.2 Konzeption. 19
3.3.3 Barrieren der Integrierten Kommunikation 19
3.3.4 Erfolgskontrolle 23
3.4 Entwicklungsstand in den Unternehmen. 29
3.5 Unternehmen versus Agenturen 30
4. Crossmedia 34
4.1 Die crossmediale Kampagne 34
4.2 Planung der Cross Media Kampagne 34
4.3 Vorteile der Cross Media 36
4.4 Ein Beispiel für zwei Cross Media Instrumente. 39
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5. Der Cross Media Mix 42
5.1 Umsetzung und Budgetverteilung in den Unternehmen 42
5.2 Die Stärken der einzelnen Kommunikationsinstrumente 47
5.3 Erfolgskontrolle der Cross Media Kampagnen. 48
5.4 Studien zur Messung der Crossmediawirkung. 50
5.5 Erfolgsfaktoren und Vorteile des Cross Media Mix 59
6. Die Ausweitung des Cross Media Mix 61
6.1 Neue Werbeformen 61
6.2 Einsatz neuer Werbeformen in den Unternehmen. 66
6.3 Die Zukunft der klassischen Medien 68
7. Kritische Betrachtung und Fazit. 71
7.1 Kritische Betrachtung. 71
7.2 Fazit 72
Literaturverzeichnis. I
Anhang V
iii
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Crossmedia Wertschöpfung
Abb. 2 Planungskriterien
Abb. 3 Media Mix Optimierung
Abb. 4 Bedeutende Themen
Abb. 5 Zielvorstellungen
Abb. 6 Umsetzungsmodelle
Abb. 7 Print Anzeige VW Polo
Abb. 8 Online Gewinnspiel der Firma VW auf der MAXsite
Abb. 9 Nutzung der klassischen Medien
Abb. 10 Aufteilung klassischer Media Mix
Abb. 11 Nutzung nichtklassische Werbung
Abb. 12 Nutzung der Kommunikationsinstrumente
Abb. 13 Labello Kampagne
Abb. 14 Kombination Online und Print
Abb. 15 Crossmediale Nutzergruppen
Abb. 16 Crossmediale Nutzergruppen II
iv
Abb. 17 Die Marke Eltern
Abb. 18 Screenshot gibsnich.de Printanzeige
Abb. 19 Screenshot Website gibsdoch.de
Abb. 20 Nutzung der Werbeformen
Abb. 21 Chancen alternativer Werbeformen
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1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Seit den neunziger Jahren ist die Integrierte Kommunikation (IK) aus der Kommunikationspolitik der Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Durch den Wandel vom Produktwettbewerb hin zum Kommunikationswettbewerb gilt es für die Unternehmen ihre Kommunikationsaktivitäten so effizient wie möglich zu betreiben. Gerade in Zeiten, in denen die Marketingbudgets gekürzt werden und die Produkte und Dienstleistungen nahezu austauschbar sind, muss die Kommunikation das Alleinstellungsmerkmal des beworbenen Produktes her-vorheben. Hinzu kommt, das die Konsumenten einer solchen Informationsflut ausgesetzt sind, so dass nur wenige Informationen auch wirklich bei der gewählten Zielgruppe ankommen. Die IK soll die Probleme der Unternehmenskommunikation beheben, indem Wirkungssynergien erzeugt und die Kommunikationsinstrumente systematisch vernetzt werden. Dabei soll die größtmögliche Wirkung erzielt werden. Gleichzeitig steht das Marketing aber unter erhöhtem Wettbewerbsdruck und ist gezwungen Kosten zu reduzieren. Das Controlling überprüft die Etats und verlangt Einsparungen. Die IK bietet sich an, um Ziele wie Markenerinnerung oder Produktumsatz effizienter zu erreichen (vgl. Schwarz, T., (2006), S. 5).
Die Erkenntnis, dass nur mit Hilfe einer IK, die Möglichkeiten der Kommunikationsaktivitäten voll ausgeschöpft werden können, ist zwar vorhanden, es scheitert aber an der Planung, der Umsetzung und der Kontrolle. Eine weitere Schwierigkeit ist die Verwendung des Begriffes Integrierte Kommunikation auf Seiten aller am Kommunikationsprozess beteiligten Personen, angefangen vom Marketingleiter bis zum Agenturmitarbeiter. In Wissenschaft und Praxis gibt es verschiedene Inhalte, die der IK zugeordnet werden, daher gibt es noch keine eindeutige Definition (vgl. Bruhn, M., 2003b, S. 16f). Ziel dieser Arbeit ist es zum einen den Begriff IK abzugrenzen, einzuordnen und zu erklären, zum anderen sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden IK erfolgreich durchzuführen und zu messen. Ebenso wird mit dem Begriff Cross Media verfahren. Neben der Erklärung der beiden Begriffe, erfolgt eine Einordnung in die Kommunikationspolitik der Unternehmen.
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Das Problem zur Durchführung der IK und der daraus resultierenden crossmedialen Kampagne basiert auf den mangelnden Erfolgskontrollen und der daraus resultierenden schwierigen Festsetzung des richtigen Media Mix. Denn welche Wahl bezüglich des Media Mix treffen Marketingentscheider und Agenturleiter bezüglich ihrer Kommunikationsaktivitäten? Diese Schwierigkeiten werden aufgezeigt und durch gegenwärtige Studien entkräftet. Der Kommunikationsmarkt befindet sich im schnellen, technologischen Wandel, so dass es neue Möglichkeiten gibt, den Konsumenten zu erreichen. Neben den klassischen Medien gibt es in den Neuen Medien Kommunikationsinstrumente, deren Vor- und Nachteile es abzuwägen gilt. Bei Bedarf sind sie in den Media Mix aufzunehmen und als Instrument einer crossmedialen Kampagne einzusetzen.
1.2 Aufbau der Arbeit und methodisches Vorgehen
Die Arbeit ist in 7 Kapitel unterteilt. Nachdem im ersten Kapitel die Problemstellung, Zielsetzung und der Aufbau der Arbeit erläutert werden, befasst sich das zweite Kapitel mit den begrifflichen Grundlagen und Definitionen von IK und Cross Media. Das Thema Kommunikation ist Bestandteil der gesamten Arbeit, so dass in Kapitel 2 außerdem die wichtigsten Kommunikationselemente definiert werden. Im dritten Kapitel wird auf die IK als Managementprozess und die Umsetzung der IK eingegangen. Des Weiteren wird der verhaltenswissenschaftliche Ansatz betrachtet und anhand von Studien wird die Erfolgskontrolle und der Entwicklungsstand in den Unternehmen betrachtet. Kapitel 4 beschäftigt sich mit Cross Media und der Planung der crossmedialen Kampagne. Es werden die Vorteile erläutert und anhand von zwei Beispielen werden zwei Instrumente zur crossmedialen Umsetzung gezeigt. Im fünften Kapitel ist das Kernthema der Cross Media Mix. Die Stärken der einzelnen Instrumente werden näher betrachtet und anhand von Studien werden die Wirkung und die Erfolgskontrolle im Mix verglichen. Es werden dabei die Instrumente TV, Print, Radio und Online
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betrachtet, nur für diese Instrumente gibt es momentan aussagekräftige Studien. Das Kapitel soll außerdem die Erfolgsfaktoren sowie die Vorteile der Cross Media Kampagne hervorheben und eine Hilfe bei der Verteilung des Mediabudgets sein. Das sechste Kapitel beschäftigt sich mit den Veränderungen auf dem Werbemarkt. Es geht um die Entwicklung und Ausweitung des Media Mix, die neuen Werbeformen und wie diese von den Unternehmen schon eingesetzt oder erst in Zukunft eingesetzt werden. Ein Blick in die Zukunft der klassischen Medien beendet das Kapitel. Das letzte Kapitel enthält eine kritische Betrachtung und wird mit einem Fazit die Arbeit abrunden.
2. Begriffliche Grundlagen
2.1 Grundelemente der Kommunikation
Durch Kommunikation stellt das Unternehmen sich und seine Leistungen nach innen und außen dar. Gerade in Zeiten der Globalisierung und der Produktgleichheit, ist es für die Unternehmen wichtig die Zielgruppe durch Kommunikation zu erreichen. Das Hauptthema dieser Arbeit ist Kommunikation, so dass im folgenden die Grundelemente erklärt werden. Kommunikationsmaßnahmen:
„ sind sämtliche Aktivitäten, die von einem kommunikationstreibenden Unternehmen bewusst zur Erreichung kommunikativer Zielsetzungen eingesetzt werden.“ (Bruhn, M. (2003a), S.3) Kommunikationsinstrumente:
Ihre Aufgabe ist es eine gedankliche Bündelung von Kommunikationsmaßnahmen nach ihrer Ähnlichkeit zu repräsentieren. (Vgl. Bruhn, M., 2003a, S.3) Das Kommunikationsmittel:
Die ursprünglich von Mensch zu Mensch verlaufende Kommunikation wird ersetzt und reproduzierbar gemacht, so dass das Kommunikationsmittel die reale, sinnlich wahrnehmbare Erscheinungsform der Kommunikationsbotschaft ist. (Vgl Sager, B., 2001, S.1865)
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Die Kommunikationsbotschaft:
„ist die Verschlüsselung kommunikationspolitischer Aussagen durch Modalitäten (Text, Bild und/oder Ton), um bei den Rezipienten durch Aussagen über Produkte/Marken/Unternehmen die gewünschte Wirkung im Sinne der unternehmenspolitisch relevanten Kommunikationsziele zu erzielen.“ (Bruhn, M. 2003b, S. 4) Kommunikationsziele:
Angestrebte und messbare Vorzugszustände in der Zukunft, die bei den Zielgruppen durch Einsatz von Kommunikationsmaßnahmen erreicht werden sollen. (Vgl. Bruhn, M., 2003a, S. 57) Kommunikationserfolg:
Durch den Einsatz kommunikativer Maßnahmen werden kommunikative Zielinhalte erreicht unter Berücksichtigung des Kosten-Nutzen Verhältnisses der Kommunikation. (Vgl. Bruhn, M., 2005, S.184) Kommunikationswirkung:
Kommunikationswirkungen stellen einen Bestandteil des Kommunikationserfolges dar. Es umfasst sämtliche beobachtbaren und nicht-beobachtbaren Reaktionen bei den Rezipienten. (Vgl. Bruhn, M., 2005, S.184)
2.2 Definition Integrierte Kommunikation
In der Kommunikationspolitik der Unternehmen und bei der Arbeit der Agenturen ist die IK ein fester Bestandteil. Trotzdem gibt es unterschiedliche Definitionsansätze zu diesem Begriff. Es gibt Konzepte, die sich aus ganz verschiedenen Betrachtungsperspektiven bilden.
Der managementorientierte Ansatz ist der am weitesten verbreitete Ansatz, ferner gibt es noch Ansätze, die einen gesellschafts- bzw. anspruchsgruppen-orientierten Ansatz verfolgen. Es gibt verschiedene Kriterien nach denen sich die unterschiedlichen Konzepte der IK kategorisieren lassen. Dabei werden die theoretischen Grundlagen des Konzeptes betrachtet (z.B. Betriebswirtschaft, Sozialwissenschaft), die Aspekte, die im Vordergrund des Konzeptes stehen sollen (z.B. Wirkungs- und Gestaltungsaspekte, Managementaspekte), die
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Kommunikationsinstrumente, die Zielgruppen und die Bezugsgrößen. Es kommt außerdem auf die Bedeutung des Beziehungsmanagement an, im Hinblick auf den Aufbau und die Intensivierung von Beziehungen zwischen dem Unternehmen bzw. einzelnen Marken und seinen Anspruchsgruppen. Zusätzlich wird der Stellenwert der einzelnen Abteilungen oder Fachbereiche im hierarchischen Gefüge der Kommunikation betrachtet. (Vgl. Bruhn , M., 2003b, S. 50)
Kroeber - Riel (1993b), nimmt in seiner Definition die interne Kommunikation heraus. Unter IK wird hier die inhaltliche und formale Abstimmung aller Maßnahmen der Marktkommunikation verstanden, um die von der Kommunikation erzeugten Eindrücke zu vereinheitlichen und zu verstärken. Die durch die Kommunikationsmittel hervorgerufenen Wirkungen sollen sich gegenseitig unterstützen. Das Kommunikationskonzept soll somit eine durchgängige Umsetzung haben um damit die größte Wirkung zu erzielen.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht, bietet sich für diese Arbeit die Definition von Manfred Bruhn an:
„Integrierte Kommunikation ist ein Prozess der Analyse, Planung, Organisation, Durchführung und Kontrolle, der darauf ausgerichtet ist, aus den differenzierten Quellen der internen und externen Kommunikation von Unternehmen eine Einheit herzustellen, um ein für die Zielgruppen der Kommunikation konsistentes Erscheinungsbild über das Unternehmen bzw. ein Bezugsobjekt des Unternehmens zu vermitteln.“ ( Bruhn M., 2003, S.17)
Bruhn geht sowohl auf den betriebswirtschaftlichen Aspekt ein, als auch auf die Wirkung der IK auf die Zielgruppen. Der Mittelpunkt dieses Konzeptes ist die Entwicklung eines Managementprozesses, der sich mit der Planung, Umsetzung und Kontrolle beschäftigt. Gleichzeitig werden auch organisatorische und personelle Problemstellungen miteinbezogen. Es werden sowohl externe als auch interne Kommunikationsinstrumente betrachtet, da nach Bruhn (2003) die interne Kommunikation hervorzuheben ist und die Mitarbeiteridentifikation
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mit dem Unternehmen betont werden soll. Durch diese Definition werden nicht nur die Kunden sondern auch die Mitarbeiter als Kommunikationszielgruppen gesehen. (Vgl. Bruhn, M., 2003, S. 52 f) Die IK kann anhand von sieben Merkmalen näher erklärt werden. 1
- IK ist ein Kommunikationsziel und somit Bestandteil der Marketingstrategie. Es wird eine strategische Positionierung des Unternehmens im Kommunikationswettbewerb angestrebt.
- IK ist ein Managementprozess, bei dem die Kommunikationsaktivitäten in eine bestimmte Richtung hin analysiert, geplant, organisiert, durchgeführt und kontrolliert werden müssen. Notwendig sind dafür spezielle Instrumente, welche die Integration ermöglichen.
- IK umfasst sämtliche interne und externe Kommunikationsinstrumente.
- IK ist darauf ausgerichtet, eine Einheit in der Kommunikation zu schaffen. Diese Einheit gilt als übergeordnete Zielrichtung und als Orientierungsrahmen für die Integration sämtlicher Kommunikationsinstrumente.
- IK soll die Effizienz der Kommunikation steigern. Die Wirksamkeit der IK Arbeit ist daran zu messen, ob Synergiewirkungen erzielt wurden.
- IK hat zum Ergebnis, das bei den Zielgruppen ein inhaltlich, formal und zeitlich einheitliches Erscheinungsbild erzeugt wird.
- IK ist in Abhängigkeit von der Marketingstrategie eines Unternehmens zu gestalten. Der Marketingstrategie muss die Kommunikationsplanung folgen.
1 Vgl. Die sieben Merkmale der IK nach Bruhn, M., 2003b, S. 17
11
2.3 Definition Cross Media
In Verbindung mit dem Begriff IK wird zunehmend der Begriff Cross Media verwendet. Nachdem im vorangegangenen Text IK definiert und erläutert wurde, fehlt die Abgrenzung zum Begriff Cross Media, da beide Begriffe z.T. gleich gesetzt werden oder falsch gebraucht werden. Auch hier gibt es verschiedene Definitionsansätze, denn wie bei der IK gibt es momentan keine allgemeingültige wissenschaftliche Definition.
Crossmedia wird als eine Form der integrierten Markenkommunikation gesehen, die eine werbliche Ansprache in unterschiedlichen Mediengattungen mit einer konsistenten Botschaft verknüpft. Das Ziel ist die Steigerung der Kommunikationsleistung innerhalb der relevanten Zielgruppe durch das intelligente Zusammenspiel verschiedener Medien. (Vgl. Schneider, H., 2004, S.42) Im Gegensatz zum Einsatz eines Mediums oder parallel geschalteten Medien ist Crossmedia eine Verknüpfung der zur Verfügung stehenden Medien. Die Wertschöpfung findet synchron statt. (siehe Abb. 1) Um eine klare Abgrenzung zu dem Begriff IK vorzunehmen, wird im weiteren Teil der Arbeit Cross Media als ein Instrument zur Umsetzung der IK gesehen. Die folgende Definition belegt diese Auffassung:
„Crossmedia ist die inhaltliche, kreative und formale Vernetzung unterschiedlicher Medienkanäle und Werbeträger mit dem Ziel, einen maximalen werblichen Erfolg über eine mehrkanalige Ansprache zu realisieren.“ (Bachèr, F., Witteborg, T., 2003, S.7)
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Abb. 1 Crossmedia Wertschöpfung Quelle: Handbuch Crossmedia Werbung, 2003, S.49
Die Vernetzung kann redaktionell und/oder werblich geschehen und dient dabei einer aktiven Userführung über die verschiedenen Mediengattungen hinweg (vgl. Burst, M., Schmitt-Walter, N., 2003, S.5)
3. Integrierte Kommunikation
3.1 Formen der Integrierten Kommunikation
3.1.1 Inhaltliche Integration
Die inhaltliche Integration ist die Verbindung der Kommunikationsinstrumente und -mittel durch ein Thema, um so ein einheitliches Erscheinungsbild zu vermitteln. (Vgl. Bruhn, M., 2003b, S.58) Unter inhaltlicher Integration versteht man auch den Aufbau und die Verwendung von Schlüsselbildern. 2 Der Konsument verbindet eine klare Botschaft mit diesem Bild und kann so ein Image aufbauen. Es findet eine thematische Abstimmung durch alle Kommunikationsmaßnahmen hindurch statt. Die inhaltliche Integration ist der Schwerpunkt
2 „ Schlüsselbilder sind Bildmotive, die den visuellen Kern einer Werbebotschaft, einer Erlebniswelt bzw. eines Marken-bildes enthalten. Sie müssen auf Markenidentität und Markenbild so abgestimmt sein, dass jeder Einsatz des Schlüs-
selbildes gleichzeitig eine Einzahlung auf das Markenkonto bedeutet - egal, was sonst noch mit der jeweiligen Aktivität
beabsichtigt ist.“ (Esch, F.-R., 2001, S. 174)
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der IK, da es sich um eine langfristige Kommunikationsstrategie des Unternehmens handelt. Die inhaltliche Integration ist die am schwersten umzusetzende Form der Integration. Auf der einen Seite entstehen negative Wirkungen bei inhaltlicher Inkonsistenz, auf der anderen Seite verspricht die Erreichung inhaltlicher Konsistenz langfristigen Erfolg beim Konsumenten. (Vgl. Bruhn, M., 2003b, S. 58)
3.1.2 Formale Integration
Ein weiterer Schwerpunkt der IK, ist die formale Integration. Die formale Integration besteht aus dem einheitlichen Erscheinungsbild der Kommunikationsaktivitäten des Unternehmens. Alle Kommunikationsinstrumente undmaßnahmen sind einheitlich durch Logos, Unternehmens - und Markenzeichen, Schriftzüge, Formen und Farben u.s.w. gestaltet. Sie werden mit dem Ziel eingesetzt, eine formale Verbindung zwischen der einzelnen Aktivität und dem Unternehmen herzustellen. (vgl. Bruhn, M., (2003b), S. 64) Die formale Integration ist, die am schnellsten und leichtesten umzusetzende Form, erzielt aber eine kurzfristige Wirkung. Das Problem in den Unternehmen ist, das sie den Schwerpunkt auf die formale Integration setzten, den nächsten Schritt zur vollständigen Integration aber auslassen. Es ist einfacher ein Logo oder einen Schriftzug durch alle Kommunikationsinstrumente hindurchzukommunizieren, als auch den inhaltlichen und den zeitlichen Bezug zu betrachten. (Vgl. Bruhn, M., 2003b, S.64)
3.1.3 Zeitliche Integration
Die schnelle technische Entwicklung erfordert den optimalen Einsatz fortlaufend neu entstehender Kommunikationsinstrumente in die Kommunikationsstrategie. Wichtig ist dabei die zeitliche Abstimmung der Maßnahmen, damit die einzelne Wirkung, des jeweiligen Instrumentes nicht vergeudet wird, sondern das einheitliche Erscheinungsbild verstärkt. Die zeitliche Integration bezieht sich auf kurz- bis mittelfristige zeitliche Abstimmungen unterschiedlicher Kommunikationsmaßnahmen. (vgl. Bruhn, M., (2003b), S. 67) Bruhn betrachtet diesbezüglich zwei Teilaspekte. Zum einen die Sicherstellung der zeitlichen Abstimmung zwischen den verschiedenen Instrumenten, die sich durch den
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zeitlichen Einsatz gegenseitig
unterstützen sollen. Zum anderen die Gewährleistung der zeitlichen Kontinuität innerhalb eines Kommunikationsinstrumentes und die langfristige Beibehaltung des Kommunikationskonzeptes, auch bei internem Wear-Out. Bei der zeitlichen Integration können Schwierigkeiten entstehen bei der Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern und Agenturen, wenn sich nicht an die zeitliche Abstimmung der Kommunikationsmaßnahmen gehalten wird. (Vgl. Bruhn, M., 2005, S. 110)
3.2 Verhaltenswissenschaftlicher Ansatz
Integrierte Kommunikation wird aus verhaltenswissenschaftlicher Sicht als ein Lernkonzept angesehen. Ein wichtiger Effekt hierbei ist der Aufbau der Marke im Gedächtnis der Konsumenten. Esch unterscheidet (2006), S. 79, zwei Aspekte des Lernens:
-das erstmalige Lernen von Inhalten, die mit einer Marke assoziiert werden sollen,
-das Wiederauffrischen von gelernten Markeninhalten Die IK beschäftigt sich in ihrer Form als Lernkonzept demnach mit zwei Schwerpunkten. Der erstmalige Aufbau von markenrelevanten Gedächtnisinhalten sowie das ständige Auffrischen dieser Informationen. Mit Hilfe der Schema-Theorie soll das Lernkonzept der IK unterstützt werden. 3 Die Sche-ma-Theorie bildet Situationen im Erfahrungssystem des Menschen ab. Die relevanten Bestimmungsstücke der Situationen werden zusammen mit den zwischen ihnen bestehenden Relationen in verallgemeinerter Form als Netzstruktur im Gedächtnis gespeichert (vgl. Ruge, H.-D., 2001, S. 171). Aus der Schematheorie ergeben sich bestimmte Erkenntnisse zur Durchführung der IK. Die IK zielt auf die konsistente Vermittlung von Schemaattributen ab, Voraussetzung dafür ist der Aufbau von Markenschemata. Die Markenschemata dienen als Rahmen für die Informationsaufnahme und -verarbeitung. Die IK er-
3 Schema:„Organisationsform des Wissens, die sich wie jedes bedeutungshaltige Wissen als semantisches Netzwerk
darstellen lässt.“ (Kroeber-Riel, W., 2003, S.234)
15
möglicht, das neu erworbene Informationen mit den vorhandenen Schemastrukturen übereinstimmen. Die Konsumenten haben nur wenig Zeit die Werbung aufzunehmen, daher ist es erforderlich, dass die neuen Informationen mit den vorhandenen Schemastrukturen für eine Marke die Informationsaufnahme und -verarbeitung erleichtern. Für die IK ist es wichtig, dass die zentralen Aspekte und Inhalte zwischen den verschiedenen Kommunikationskanälen abgestimmt und mit dem vorhandenen Markenschema abgeglichen werden. Zersplitterte Kommunikation hat zur Folge, das es eine mangelnde Übereinstimmung zwischen Schemavorstellung zur Marke und neuen Informationen gibt. Damit sich ein Markenschema weiterentwickeln und vertiefen kann müssen alle kommunikativen Maßnahmen im Zeitverlauf abgestimmt werden. Dem Markenschemaaufbau geht eine Positionierung voraus. Um ein starkes, schwer beeinflussbares Markenschema zu erhalten, darf diese Positionierung nicht ständig verändert werden und sollte durch alle Kommunikationsinstrumente hindurch integriert werden. Eine zeitliche Stabilität der Schemata ist Voraussetzung um Verhaltenswirkungen erzielen zu können. Schemarelevante Informationen sollten so vermittelt werden, dass beim Konsumenten eine klare Schemavorstellung vorhanden ist, damit die Marke während des Kaufprozesses im Kopf präsent ist.
Neben dem Aufbau des Markenschema für die Wirkung der IK kommt dem Involvement 4 der Konsumenten eine hohe Bedeutung zu. Denn je nach Höhe des Involvements, werden die Informationen zum Zeitpunkt des Werbekontaktes differenziert aufgenommen. Bei hohem Involvement setzen sich die Konsumenten aktiv mit den dargebotenen Informationen (sprachlich und bildlich) auseinander und setzten sie zu vorhandenen Markenschemata in Verbindung. Hier wird bei allen Kommunikationsmaßnahmen eine hohe Verarbeitungstiefe vorausgesetzt. Bei wenig involvierten Personen werden die Informationen nur flüchtig betrachtet. Daher muss in diesem Fall die IK ihre Kommunikationsmaßnahmen so abstimmen, das diese selbst bei flüchtiger Betrachtungsweise noch wahrgenommen werden. Es empfehlen sich Bilder, Wiederholungen und ein enger inhaltlicher Rahmen.
4 „Unter Involvement versteht man die innere Beteiligung, das Engagement, mit dem sich die Konsumenten der
Kommunikation zuwenden.“ (Kroeber-Riel, W., 2003, S. 92)
16
Folgerungen für die Anwendung integrierter Kommunikation in der Marketingpraxis:
Für den Aufbau von Markenschemata wird Zeit benötigt, die zeitliche Stabilität der zu vermittelnden Markeninformationen kann nur durch IK gewährleistet werden. Eine strategische Planung der Kommunikationsmaßnahmen und die langfristige Verfolgung eines Positionierungszieles werden vorausgesetzt. Um eine Übereinstimmung zwischen neuen und alten Informationen zu erreichen, sollten hervorstechende Integrationselemente verwendet werden. Der Einsatz stärkerer Integrationsklammern fördert bei geringem Involvement die Aktivierung des Konsumenten. Hierbei sind vor allem bildliche Integrationsklammern besonders geeignet, durch Schlüsselbildintegration 5 können besonders schnell verfestigte Markenschemata und klare innere Markenbilder aufgebaut werden. Durch die IK aufgebaute Schemavorstellungen sollten durch Einsatz von Gedächtnisstützen am Point of Sale oder auf der Verpackung den Zugriff auf die Gedächtnisinhalte erleichtern. Außerdem ist es von Vorteil wenn die verschiedenen Werbemittel in Bezug auf ihre strategische Bedeutung für die IK differenziert werden. Der Beitrag zur Integration ist nicht von jedem Kommunikationsinstrument gleich. Print- und Fernsehwerbung eignet sich beispielsweise grundsätzlich besser für langfristige Maßnahmen, Radiowerbung für kurzfristige taktische Maßnahmen. Generell steht aber vor allen anderen Maßnahmen die Verfolgung einer Schlüsselbildstrategie. (Vgl. Esch, F.-R., 2006, S.335 ff)
3.3 Managementprozess der Integrierten Kommunikation
3.3.1 Planung
Die Planung der Kommunikation kann auf zwei unterschiedlichen Unternehmensebenen vollzogen werden. Um ein erfolgreiches Kommunikationsmanagement zu betreiben ist es notwendig auf beiden Ebenen eine strategische Planung vorzunehmen, zum einen die strategische Planung der Gesamtkommunikation und zum anderen die strategische Planung der einzelnen Kommunikationsinstrumente. Bei der Gesamtkommunikation ist ein Managementpro- 5 „Schlüsselbildersind Bildmotive, die den visuellen Kern einer Werbebotschaft, einer Erlebniswelt bzw. eines Marken-
bildes enthalten.“ (Ruge, H.-D., 2001, S. 174)
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Janina Peters, 2006, Integrierte Kommunikation - Möglichkeiten und Grenzen der Erfolgskontrolle am Beispiel der Cross Media, München, GRIN Verlag GmbH
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